Einer der kognitiven Grundbegriffe der Pädagogischen Psychologie ist der Begriff der Motivation. Dabei wird Motivation in intrinsische und extrinsische Motivation unterschieden. Diese Unterscheidung hat in der Pädagogischen Psychologie eine größere Bedeutung als in der Allgemeinen Psychologie erlangt. Die Seminararbeit stellt Grundzüge verschiedener Theorien der in- und extrinsischen Motivation im Überblick vor und zeigt Konsequenzen für pädagogisches Handeln auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Gegenstand der Seminararbeit
2. Bestimmung der Begriffe
2.1 Motivation
2.2 Intrinsische Motivation
2.3 Extrinsische Motivation
2.4 Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation
2.5 Motivation als aktueller Zustand und als überdauernde Disposition
3. Theorien zur Motivation
3.1 Theorien intrinsischer Motivation
3.1.1 Theorien optimaler Stimulierung
3.1.2 Bedürfnistheorien
3.1.3 Selbstbestimmungstheorie
3.1.4 Flow-Theorie
3.2. Theorien extrinsischer Motivation
3.2.1 Das Erwartungs-Wert-Paradigma
3.2.2 Internalisierung
4. Ausblick und Konsequenzen
4.1 Ausblick
4.2 Konsequenzen für pädagogisches Handeln
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über verschiedene wissenschaftliche Theorien zur intrinsischen und extrinsischen Motivation zu geben. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie diese Motivationsformen theoretisch definiert, voneinander abgegrenzt und für den pädagogischen Alltag nutzbar gemacht werden können.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen der pädagogischen Motivationspsychologie
- Darstellung klassischer Theorien intrinsischer Motivation, inklusive Flow-Erleben
- Analyse extrinsischer Motivationsansätze und des Internalisierungsprozesses
- Diskussion der pädagogischen Implikationen für die Unterrichtspraxis
Auszug aus dem Buch
3.1.4 Flow-Theorie
Die Flow-Theorie geht auf Mihaly Csikszentmihaly zurück. Seine Forschungen kreisten um die Frage, was Menschen dazu bewegt, Anstrengungen mit großem Eifer auf sich zu nehmen, ohne dafür Belohnungen von außen zu erhalten. In seinem Buch zur Flow-Theorie legt Csikszentmihaly nicht nur eine Theorie intrinsischer Motivation vor, er äußert sich darüber hinaus auch gesellschaftskritisch. Csikszentmihaly kritisiert insbesondere die Auswirkungen einer Kultur der extrinsischen Motivation und fordert eine Umgestaltung des Schulwesens und der Arbeitsbedingungen. Interessant am Werk Csikszentmihalys ist auch, dass er seine Theorie in einen größeren sozialwissenschaftlichen Kontext stellt und z.B. auch mit den Arbeiten Max Webers zur Kapitalismustheorie verbindet. Wie bei allen Theorien intrinsischer Motivation, geht auch Csikszentmihaly davon aus, dass eine intrinsisch motivierte Handlung „um ihrer selbst willen durchgeführt wird.“ Die Studien von Csikszentmihaly ergaben, dass „intrinsisch motivierte Tätigkeiten typischerweise mit einer ganz bestimmten Erlebensweise einhergehen, nämlich dem ‚flow’-Erleben. ‚Flow’ bezeichnet das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit. [...] Dieses Erleben umfasst die folgenden Aspekte:
• Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein,
• Zentrierung der Aufmerksamkeit auf die momentane Tätigkeit,
• Selbstvergessenheit und
• Ausüben von Kontrolle über Handlung und Umwelt.
Als wesentliche Bedingungen des ‚flow’-Erlebens haben sich die Passung von Fähigkeit und Handlungsanforderung und die Eindeutigkeit der Handlungsstruktur ergeben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Gegenstand der Seminararbeit: Einführung in die Relevanz der Motivationsunterscheidung in der Pädagogischen Psychologie sowie Zielsetzung der Arbeit.
2. Bestimmung der Begriffe: Definition der zentralen Konzepte Motivation, intrinsische sowie extrinsische Motivation und deren Abgrenzung.
3. Theorien zur Motivation: Detaillierte Betrachtung verschiedener theoretischer Ansätze zur Erklärung von Motivation, unterteilt in intrinsische und extrinsische Modelle.
4. Ausblick und Konsequenzen: Zusammenfassende Betrachtung der aktuellen Forschungstendenzen sowie Diskussion der praktischen Relevanz für das pädagogische Handeln.
Schlüsselwörter
Motivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Pädagogische Psychologie, Flow-Theorie, Bedürfnistheorien, Erwartungs-Wert-Paradigma, Internalisierung, Lernmotivation, Handlungsregulation, Kompetenz, Selbstbestimmung, Motivierung, Volition, Verhaltenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Motivation im Kontext der Pädagogischen Psychologie und unterscheidet dabei zwischen intrinsischen und extrinsischen Faktoren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Definition von Motivationsbegriffen, die theoretische Herleitung von Motivation sowie die Anwendung dieses Wissens auf den pädagogischen Bereich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein theoretischer Überblick über die Motivationsbildung, orientiert am Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, um Konsequenzen für die pädagogische Praxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufbereitung bestehender psychologischer Forschungstheorien zu den Themen Motivation und Volition.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsbestimmungen sowie die detaillierte Vorstellung intrinsischer (z.B. Flow-Theorie) und extrinsischer (z.B. Erwartungs-Wert-Paradigma) Motivationstheorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Intrinsische/Extrinsische Motivation, Pädagogische Psychologie, Flow-Erleben, Internalisierung und Lernmotivation geprägt.
Was zeichnet das Flow-Erleben nach Csikszentmihaly aus?
Es handelt sich um ein Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, das durch ein Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein sowie hohe Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist.
Wie unterscheidet sich die Internalisierung von anderen Ansätzen?
Die Internalisierung beschreibt den Prozess, bei dem ursprünglich extrinsische Handlungsziele schrittweise in die eigene Wert- und Identitätsstruktur integriert werden.
Kann jede Lernaufgabe intrinsisch motivierend gestaltet werden?
Die Arbeit diskutiert kritisch, dass dies zwar ein anzustrebendes Ziel ist, aufgrund formaler Rahmenbedingungen in Bildungsprozessen jedoch oft eine schwierige Forderung darstellt.
- Quote paper
- Markus Hubner (Author), 2002, Intrinsische und extrinsische Motivation. Konsequenzen für pädagogisches Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109019