Der Gegenstand: das verantwortungsvolle Handeln von Unternehmen
Die Debatte um die Verantwortung von Unternehmen ist nicht neu, doch tritt sie momentan verstärkt auf. Begriffe wie Corporate Social Responsibility (CSR) oder Corporate Citizenship, das Unternehmen als “verantwortungsvoller Bürger” im Gemeinwesen, prägen den Diskurs. Das sozial und/ oder ökologisch nachhaltige Agieren von Unternehmen, im nationalen genauso wie im internationalen Kontext, steht im Fokus der Betrachtung.
Wichtig hierbei: Gewinn und Moral sind kein unauflösbarer Antagonismus!
Inhaltsverzeichnis
1. Der Gegenstand: das verantwortungsvolle Handeln von Unternehmen
2. Gewinn und Moral – kein unauflösbarer Antagonismus!
3. Veränderte Rahmenbedingungen und ein Lösungsvorschlag
4. Nach wie vor „bestimmt das Sein das Bewusstsein“
5. Mehr Schein als Sein?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Gewinnstreben und moralischer Verantwortung von Unternehmen. Dabei wird untersucht, wie gesellschaftliches Engagement als integraler Bestandteil unternehmerischer Rationalität in einem globalen Wettbewerbsumfeld etabliert werden kann.
- Corporate Social Responsibility (CSR) und Corporate Citizenship
- Die komplementäre Beziehung zwischen Ethik und Ökonomie
- Relevanz der "licence to operate" in modernen Märkten
- Die Rolle der Institutionen- und Bedingungsethik nach Homann
- Herausforderungen für transnational agierende Unternehmen
Auszug aus dem Buch
Veränderte Rahmenbedingungen und ein Lösungsvorschlag
Den Unternehmen wird vor allem auch dadurch zunehmend mehr gesellschaftliche Verantwortung zugewiesen, da sie ihre Aktivitäten in einem Feld sich rasant verändernder Rahmenbedingungen vollziehen. Ein Faktor, der dieses Mehr an Verantwortung beschleunigt, ist die gravierende Erhöhung der potentiellen Transparenz, bedingt durch neue Informations- und Kommunikationsbedingungen. Informationen können weltweit an unterschiedlichste Empfängerkreise überliefert werden; Anteilseigner erfahren detaillierter, inwiefern die jeweiligen unternehmerischen Aktivitäten ihre eigenen Interessen tangieren.
Suchanek und Lin-Hi gehen sogar so weit, diese erhöhte Option der Aufdeckung unternehmerischen Fehlverhaltens als „Demokratisierung der Information“ zu bezeichnen. Der Aufdeckung der Verfehlungen seitens der Unternehmen können Sanktionen, eine negative Berichterstattung und im negativsten Fall Boykottaufrufe, Kampagnen und Aktivitäten von Pressure Groups folgen. Sanktionen als eine Infragestellung der unternehmerischen licence to operate. Denn diese licence to operate – die gesellschaftliche Legitimation – resultiert nicht mehr nur allein aus betriebswirtschaftlicher Wertschöpfungsaktivität. Vielmehr erfolgt die Sicherung dieser durch angemessene Berücksichtigung gesellschaftlicher Forderungen, oder anderes formuliert: durch die Übernahme unternehmerischer Verantwortung.
Zusammenfassung der Kapitel
Der Gegenstand: das verantwortungsvolle Handeln von Unternehmen: Das Kapitel führt in die Debatte um CSR und Corporate Citizenship ein und beleuchtet die Rolle von Unternehmen als verantwortungsvolle Bürger in der Gesellschaft.
Gewinn und Moral – kein unauflösbarer Antagonismus!: Hier wird das Verhältnis von Ethik und Ökonomie als komplementär statt antagonistisch dargestellt, wobei ein unternehmensethischer Ansatz gefordert wird.
Veränderte Rahmenbedingungen und ein Lösungsvorschlag: Dieses Kapitel thematisiert den Einfluss gestiegener Transparenz und die Bedeutung der „licence to operate“ für die Legitimität unternehmerischen Handelns.
Nach wie vor „bestimmt das Sein das Bewusstsein“: Die Ausführungen betonen, dass gesellschaftliches Engagement auf wirtschaftlichem Erfolg basieren muss, um langfristig zur Problemlösung beizutragen.
Mehr Schein als Sein?: Das abschließende Kapitel setzt sich kritisch mit Vorwürfen auseinander, dass CSR lediglich ein Täuschungsmanöver sei, und plädiert für unternehmerische Rationalität im Wettbewerb.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Citizenship, Wirtschaftsethik, Gewinnstreben, Moral, Ökonomie, Institutionenethik, Bedingungsethik, licence to operate, Globalisierung, Marktwirtschaft, Unternehmertum, Stakeholder, Wettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von unternehmerischem Gewinnstreben und gesellschaftlicher Verantwortung im Kontext einer modernen Wirtschaftsethik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Corporate Social Responsibility, die Beziehung zwischen ethischem Handeln und ökonomischer Rationalität sowie die Bedingungen für unternehmerische Legitimität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre soziale Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden können, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Wirtschaftsethik und nutzt Konzepte der Institutionen- bzw. Bedingungsethik, wie sie von Karl Homann formuliert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die veränderten globalen Rahmenbedingungen, die Rolle der Transparenz bei der Aufdeckung von Fehlverhalten und die Notwendigkeit von Institutionen, die moralisches Handeln fördern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Corporate Citizenship, licence to operate, Anreizethik, ökonomische Theorie der Moral und unternehmerische Verantwortung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Legalität und Legitimität wichtig?
Da legales Handeln allein noch nicht bedeutet, dass ein Unternehmen von der Gesellschaft und seinen Stakeholdern als legitim und verantwortungsvoll wahrgenommen wird.
Was versteht man unter der "Demokratisierung der Information"?
Dies bezieht sich auf die durch moderne Kommunikationstechnologien erhöhte Transparenz, die es Stakeholdern erleichtert, unternehmerisches Fehlverhalten aufzudecken und zu sanktionieren.
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- Katrin Kubica (Author), 2007, Die Verantwortung transnationaler Unternehmen - Der Spagat zwischen Moral und Rendite, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111292