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Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes auf die (sozio)ökonomischen Bedingungen in den palästinensischen Gebieten

Title: Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes auf die (sozio)ökonomischen Bedingungen in den palästinensischen Gebieten

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Klemens Bock (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Mit dieser Hauarbeit soll versucht werden, die ökonomische Seite des israelisch- palästinensischen Konfliktes darzustellen. Zwar ist der Konflikt stetig in den Medien präsent, dennoch werden oftmals die wirtschaftlichen Bedingungen, die zum einen Resultat, zum anderen aber Anlass der kriegerischen Auseinandersetzungen sind, wenn überhaupt, nur sehr knapp dargestellt. Zum besseren Verständnis, wieso der Kampf bereits so lange andauert, erscheint es aber unerlässlich auch die ökonomische Situation in Palästina zu kennen.
So sollen in dieser Hausarbeit die Folgen für die palästinensischen Wirtschaft, die sich durch den Jahrzehnte andauernden Konflikt zwischen Palästinensern und Israel ergaben, entlang der chronologischen Entwicklung der Auseinandersetzungen aufgezeigt werden und darüber hinaus dargelegt werden, wie die sich daraus ergebende wirtschaftliche Unterentwicklung in den palästinensischen Gebieten zu gravierenden gesellschaftlichen Problemen führte.
Dabei wird im ersten Kapitel der Arbeit auf die Entwicklungen seit der Staatsgründung Israels bis zum Scheitern des Osloer Abkommens eingegangen. Die mit der Staatsgründung einhergehenden Probleme mündeten in mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarn, schließlich im Sechstagekrieg. Erst nach dem Sieg im Sechstagekrieg versuchte der Staat Israel systematisch die palästinensische Wirtschaft zu kontrollieren und nach den eigenen Interessen auszurichten, wodurch eine asymmetrische Abhängigkeit zwischen der palästinensischen und der israelischen Wirtschaft entstand. Die Maßnahmen zur Kontrolle der palästinensischen Wirtschat seitens Israels werden dargestellt. Im Folgenden befasst sich die Arbeit mit der Entwicklung der Wirtschaft in Palästina seit 1994, also mit dem Zeitraum, in dem die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) die Kontrolle über die palästinensischen Gebiete übernahm.
Im zweiten Kapitel der Arbeit wird dann auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Al-Aqsa Intifada eingegangen. Hierbei wird der Schwerpunkt auf dem faktischen wirtschaftlichen Zusammenbruch in den palästinensischen Gebieten liegen, aber auch die Konsequenzen für die politische und soziale Situation in der palästinensischen Gesellschaft sollen beachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Staatsgründung Israels bis zum Scheitern des Osloer Abkommens

2.1. Staatsgründung

2.2. Sechstagekrieg und Besatzungszeit bis 1994

2.2.1. Maßnahmen der israelischen Besatzungsmacht nach dem Sechstagekrieg

2.2.1.1. Zollunion

2.2.1.2. Land / Wasser / Landwirtschaft

2.2.1.3. Industrie

2.2.1.4. Steuer- und Abgabesystem / Finanzwesen

2.2.2 Auswirkungen auf die Wirtschaft in Israel und den palästinensischen Gebieten

2.2.2.1. Faktormärkte

2.2.2.2. Wirtschaftsstruktur der palästinensischen Wirtschaft

2.2.2.3. Intifada von 1987

2.3. Die Wirtschaft in Israel und Palästina nach den Vereinbarungen von Oslo

2.3.1. Israelische Wirtschaft

2.3.2. Palästinensische Wirtschaft

3. Auswirkungen der Al-Aqsa- Intifada und der darauf folgenden israelischen Besatzungspolitik auf die sozioökonomische und politische Situation in den palästinensischen Gebieten

3.1. Maßnahmen der israelischen Armee

3.1.1. Einschränkung der Mobilität durch Checkpoints und Straßensperrungen

3.2 Wirtschaftliche Auswirkungen der Blockaden und Absperrungen

3.2.1. Arbeitslosigkeit

3.2.2. Importe – Exporte

3.2.3. Produktivität – Kosten der Produktion / Investitionen

3.3. Die soziale Situation in den palästinensischen Gebieten

3.3.1. Armut und Existenzminimum

3.3.2. Ernährung und Gesundheit der palästinensischen Bevölkerung

3.3.3. Bildung

3.4. Politische Situation in den Palästinensischen Gebieten (Palästinensische Autonomiebehörde – Hamas)

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konflikts auf die palästinensischen Gebiete, insbesondere unter Berücksichtigung der Al-Aqsa-Intifada ab September 2000. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die israelische Besatzungspolitik und die damit einhergehende wirtschaftliche Unterentwicklung die sozialen und politischen Bedingungen der palästinensischen Bevölkerung nachhaltig beeinflusst und zu einer Destabilisierung beigetragen haben.

  • Historische Entwicklung der ökonomischen Abhängigkeit seit der Staatsgründung Israels
  • Wirtschaftliche Folgen der israelischen Besatzungspolitik (Checkpoints, Sperrungen, Zollunion)
  • Soziale Auswirkungen: Armut, Gesundheitszustand und Bildungsdefizite
  • Politische Transformation: Schwächung der Autonomiebehörde und Erstarken der Hamas

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Einschränkung der Mobilität durch Checkpoints und Straßensperrungen

Besonders nachteilig wirken sich die Besatzung der palästinensischen Gebiete, mit den damit einhergehenden Ausgangssperren und die strikten Kontrollen der israelischen Armee an Checkpoints aus. Die israelische Armee (und zum Teil auch Siedler) hat ein feinmaschiges Netz von Kontrollpunkten und Straßensperren errichtet. Hierbei unterscheiden sich die Angaben über die Anzahl der Kontrollpunkte jedoch erheblich. In der Westbank finden sich laut Khalatbari 79 dieser Stationen, in Gaza insgesamt 32.33 Im Arab Human Development Report 2004 ist sogar von insgesamt 734 Checkpoints die Rede, welche sich über das palästinensische Gebiet verteilen.34

Mittels dieses ausgedehnten Netzwerkes von Checkpoints und Straßensperren im Gebiet des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens wird die Mobilität der palästinensischen Bevölkerung gravierend eingeschränkt. Einzelne Städte und Gemeinden werden dabei gänzlich isoliert, wodurch auch das wirtschaftliche Leben nahezu vollkommen zusammenbricht. Die Hauptverbindungsstraßen werden streng kontrolliert und oftmals für Palästinenser gesperrt, weshalb diese auf Nebenstraßen ausweichen und zum Teil lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Im Zeitraum von Oktober 2000 bis September 2001 waren beispielsweise die Hauptstraßen im Westjordanland 240 Tage gesperrt.35 Zur selben Zeit war in Gaza die Benutzung der Hauptstraßen auf bestimmte Zeiträume am Tag begrenzt. Die Benutzung der Straßen war an über 90 % der Tage diesen partiellen Beschränkungen unterworfen. Andere Straßen, die in unmittelbarer Nähe zu israelischen Siedlungen verlaufen, wurden gänzlich gesperrt und der Verkehr großräumig umgeleitet.36

Faktisch werden die palästinensischen Gebiete durch das von israelischer Seite aufgebaute System von Checkpoints und Sperren in 54 weitgehend isolierte Gebiete geteilt.37

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die ökonomische Dimension des israelisch-palästinensischen Konflikts dar und zeigt auf, wie wirtschaftliche Unterentwicklung zu gesellschaftlichen Problemen führt.

2. Von der Staatsgründung Israels bis zum Scheitern des Osloer Abkommens: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Etablierung einer asymmetrischen wirtschaftlichen Abhängigkeit durch Maßnahmen der israelischen Besatzungsmacht.

3. Auswirkungen der Al-Aqsa- Intifada und der darauf folgenden israelischen Besatzungspolitik auf die sozioökonomische und politische Situation in den palästinensischen Gebieten: Es werden die katastrophalen Folgen der militärischen Reaktionen nach September 2000 auf die Mobilität, die Wirtschaftsleistung sowie die soziale und politische Stabilität detailliert analysiert.

4. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die israelische Wirtschaftspolitik maßgeblich zur Verschlechterung der Lebensbedingungen beigetragen hat und eine wirtschaftliche Verbesserung als Grundvoraussetzung für nachhaltigen Frieden in der Region notwendig ist.

Schlüsselwörter

Israelisch-palästinensischer Konflikt, Al-Aqsa-Intifada, Wirtschaftswachstum, palästinensische Gebiete, Besatzungspolitik, Zollunion, Arbeitslosigkeit, Armut, Autonomiebehörde, Hamas, Radikalisierung, Straßensperrungen, Infrastruktur, Friedensprozess, Wirtschaftliche Abhängigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der israelischen Besatzungspolitik auf die wirtschaftliche und sozioökonomische Situation in den palästinensischen Gebieten, besonders seit dem Beginn der Al-Aqsa-Intifada im September 2000.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der wirtschaftlichen Abhängigkeit zwischen Israel und Palästina, den negativen Effekten von Mobilitätsbeschränkungen sowie der daraus resultierenden Verschlechterung der sozialen Lage und der politischen Destabilisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die wirtschaftliche Unterentwicklung und die Zerstörung der Lebensgrundlagen in Palästina zur Radikalisierung der Bevölkerung und zur Schwächung der Autonomiebehörde beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer chronologischen Analyse von wirtschaftlichen Daten, Berichten internationaler Institutionen (wie Weltbank und UN) und politischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Phase bis 1994 und die Analyse der Auswirkungen der Intifada ab 2000. Dabei werden insbesondere Themen wie Faktormärkte, Arbeitslosigkeit, Import-Export-Beschränkungen sowie die Rolle der Hamas behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind: Al-Aqsa-Intifada, asymmetrische Abhängigkeit, wirtschaftlicher Zusammenbruch, soziale Krise, politische Instabilität, Autonomiebehörde und Hamas.

Welche Rolle spielt die Hamas laut dem Autor im aktuellen politischen Kontext?

Die Hamas füllt soziale Lücken, die die geschwächte Autonomiebehörde hinterlässt. Der Autor sieht darin einen Machtfaktor, der durch die politische Partizipation eine neue Rolle einnimmt, warnt aber vor einer extremistischen Radikalisierung.

Warum hält der Autor die Forderungen nach einem gewaltsamen Vorgehen gegen die Hamas für riskant?

Der Autor argumentiert, dass Gewaltanwendung die Integration der Hamas verhindert, die Radikalisierung fördert und die Gefahr eines innerpalästinensischen Bürgerkrieges heraufbeschwört.

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Details

Title
Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes auf die (sozio)ökonomischen Bedingungen in den palästinensischen Gebieten
College
RWTH Aachen University  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Israel/ Palästina
Grade
1,0
Author
Klemens Bock (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V112089
ISBN (eBook)
9783640107636
ISBN (Book)
9783640109548
Language
German
Tags
Auswirkungen Bedingungen Gebieten Israel/ Palästina Intifada Ökonomie wirtschaftliche Entwicklung Hamas Fatah Blockade Arbeitslosigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klemens Bock (Author), 2005, Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes auf die (sozio)ökonomischen Bedingungen in den palästinensischen Gebieten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112089
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