Der Begriff Mikropolitik, verstanden als Politik „im Kleinen“, ist fester Bestandteil alltäglichen Sprachgebrauchs. Doch was sich konkret dahinter verbirgt, bleibt häufig unklar und verschwommen. Mikropolitik ist ein Phänomen, dass sich der direkten Beobachtung entzieht, es liegt vor allem an der Bewertung des Beobachters, ob ein Verhalten als Mikropolitik oder nicht zu sehen ist. Dieser hier kurz skizzierten Problematik des Begriffs und Phänomens „Mikropolitik“ wird im ersten Abschnitt der Hausarbeit nachgegangen.
Weiterhin möchte diese Hausarbeit nicht nur die allgemeinen Aspekte der Mikropolitik thematisieren, sondern speziell auf mikropolitische Erscheinungen in sozialen Organisationen eingehen. Dabei soll insbesondere Mikropolitik im Kontext von Führen und Leiten in sozialen Organisationen im Vordergrund stehen.
Im Folgenden wird dabei so verfahren, dass in einem ersten Schritt erörtert wird, was der schillernde Begriff Mikropolitik umfasst: Wann taucht der Begriff erstmals im deutschsprachigen Raum auf und welche Konzepte und Forschungstraditionen werden mit ihm umrissen?
In einem zweiten Schritt soll Aspekten der Mikropolitik in sozialen Organisationen nachgegangen werden. Auch bei sozialen Organisationen ist zu vermuten, dass sich die involvierten Personen mikropolitischer Verhaltensweisen bedienen, da auch hier, wie in anderen Einrichtungen, mikropolitische Prozesse zur Regulierung des organisatorischen Alltag von Nöten sind.
Inhaltsverzeichnis
- Mikropolitik im Kontext von Führen und Leiten
- Mikropolitik: Eine Begriffsbestimmung
- Mikropolitik in sozialen Organisationen
- Einzelfallstudie (Klaus Wolf: Machtprozesse in der Heimerziehung)
- Forschungsdesign
- Ergebnisse
- Mikropolitische Analyse der Heimgruppe
- Intersubjektivität, Multipersonalität
- Interessen, Konflikte
- Macht (-grundlagen, -demonstrationen)
- Interdependenz, wechselseitige Nutzenstiftung
- Spielräume, Ambiguitäten, Informationsabhängigkeit
- Zeit
- Legitimität, Ordnung
- Handlungszwang und Handlungslust
- Einzelfallstudie (Klaus Wolf: Machtprozesse in der Heimerziehung)
- Resümee und Ausblick
- Forschungsliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Phänomen der Mikropolitik, insbesondere im Kontext von Führung und Leiten in sozialen Organisationen. Ziel ist es, den Begriff Mikropolitik zu definieren, seine Bedeutung in sozialen Organisationen zu beleuchten und anhand einer Einzelfallstudie zu veranschaulichen, wie sich mikropolitische Prozesse in der Praxis manifestieren.
- Definition und Entwicklung des Begriffs Mikropolitik
- Mikropolitik in sozialen Organisationen
- Macht und Spiel als zentrale Elemente der Mikropolitik
- Analyse von Machtprozessen in der Heimerziehung
- Bedeutung von Interdependenz und Informationsabhängigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema Mikropolitik ein und beleuchtet die Bedeutung des Begriffs im Kontext von Führung und Leiten. Es wird die Problematik der Definition von Mikropolitik aufgezeigt und die verschiedenen Ansätze zur Erklärung des Phänomens vorgestellt.
Das zweite Kapitel widmet sich der Begriffsbestimmung von Mikropolitik. Es werden verschiedene Definitionen und Forschungstraditionen vorgestellt, die den Begriff Mikropolitik prägen. Dabei wird insbesondere auf die Arbeiten von Tom Burns, Horst Bosetzky und Michel Crozier sowie Erhard Friedberg eingegangen.
Das dritte Kapitel untersucht die Anwendung von Mikropolitik in sozialen Organisationen. Es wird anhand einer Einzelfallstudie (Klaus Wolf: Machtprozesse in der Heimerziehung) gezeigt, wie sich mikropolitische Prozesse in der Praxis manifestieren. Die Analyse der Heimgruppe beleuchtet verschiedene Aspekte der Mikropolitik, wie Intersubjektivität, Interessenkonflikte, Machtdemonstrationen, Interdependenz, Spielräume und Informationsabhängigkeit.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Mikropolitik, Führung, Leiten, soziale Organisationen, Macht, Spiel, Interdependenz, Informationsabhängigkeit, Einzelfallstudie, Heimerziehung, Machtprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff Mikropolitik?
Mikropolitik wird oft als „Politik im Kleinen“ verstanden. Es handelt sich um alltägliche Machtprozesse und Verhaltensweisen in Organisationen, die oft informell ablaufen.
Warum ist Mikropolitik in sozialen Organisationen wichtig?
Mikropolitische Prozesse dienen der Regulierung des organisatorischen Alltags und sind für das Führen und Leiten von Einrichtungen wie Heimen unerlässlich.
Was sind zentrale Elemente mikropolitischer Analysen?
Dazu gehören Machtgrundlagen, Interessenkonflikte, Spielräume, Informationsabhängigkeit und die wechselseitige Nutzenstiftung zwischen Akteuren.
Welche Rolle spielt die Heimerziehung in dieser Arbeit?
Anhand einer Einzelfallstudie von Klaus Wolf werden Machtprozesse in der Heimerziehung als praktisches Beispiel für Mikropolitik untersucht.
Wer sind wichtige Theoretiker der Mikropolitik?
Die Arbeit bezieht sich unter anderem auf die Konzepte von Tom Burns, Horst Bosetzky, Michel Crozier und Erhard Friedberg.
- Arbeit zitieren
- Katarina Lenczowski (Autor:in), 2007, Mikropolitik in sozialen Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112549