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Mikropolitik in sozialen Organisationen

Illustriert am Beispiel der Heimerziehung

Título: Mikropolitik in sozialen Organisationen

Trabajo , 2007 , 22 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Katarina Lenczowski (Autor)

Pedagogía - Sistemas educativos, políticas educativas
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Der Begriff Mikropolitik, verstanden als Politik „im Kleinen“, ist fester Bestandteil alltäglichen Sprachgebrauchs. Doch was sich konkret dahinter verbirgt, bleibt häufig unklar und verschwommen. Mikropolitik ist ein Phänomen, dass sich der direkten Beobachtung entzieht, es liegt vor allem an der Bewertung des Beobachters, ob ein Verhalten als Mikropolitik oder nicht zu sehen ist. Dieser hier kurz skizzierten Problematik des Begriffs und Phänomens „Mikropolitik“ wird im ersten Abschnitt der Hausarbeit nachgegangen.
Weiterhin möchte diese Hausarbeit nicht nur die allgemeinen Aspekte der Mikropolitik thematisieren, sondern speziell auf mikropolitische Erscheinungen in sozialen Organisationen eingehen. Dabei soll insbesondere Mikropolitik im Kontext von Führen und Leiten in sozialen Organisationen im Vordergrund stehen.
Im Folgenden wird dabei so verfahren, dass in einem ersten Schritt erörtert wird, was der schillernde Begriff Mikropolitik umfasst: Wann taucht der Begriff erstmals im deutschsprachigen Raum auf und welche Konzepte und Forschungstraditionen werden mit ihm umrissen?
In einem zweiten Schritt soll Aspekten der Mikropolitik in sozialen Organisationen nachgegangen werden. Auch bei sozialen Organisationen ist zu vermuten, dass sich die involvierten Personen mikropolitischer Verhaltensweisen bedienen, da auch hier, wie in anderen Einrichtungen, mikropolitische Prozesse zur Regulierung des organisatorischen Alltag von Nöten sind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Mikropolitik im Kontext von Führen und Leiten

2. Mikropolitik: Eine Begriffsbestimmung

3. Mikropolitik in sozialen Organisationen

3.1. Einzelfallstudie (Klaus Wolf: Machtprozesse in der Heimerziehung)

3.1.1. Forschungsdesign

3.1.2. Ergebnisse

3.2. Mikropolitische Analyse der Heimgruppe

3.2.1. Intersubjektivität, Multipersonalität

3.2.2. Interessen, Konflikte

3.2.3. Macht (-grundlagen, -demonstrationen)

3.2.4. Interdependenz, wechselseitige Nutzenstiftung

3.2.5. Spielräume, Ambiguitäten, Informationsabhängigkeit

3.2.6. Zeit

3.2.7. Legitimität, Ordnung

3.2.8. Handlungszwang und Handlungslust

4. Resümee und Ausblick

5. Forschungsliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Mikropolitik, verstanden als "Politik im Kleinen", insbesondere im Kontext von Führung und Leitungsaufgaben in sozialen Organisationen. Ziel ist es, mikropolitische Prozesse und Verhaltensweisen in diesem speziellen Setting theoretisch zu fundieren und anhand einer Fallstudie zur Heimerziehung auf ihre praktische Relevanz zu prüfen.

  • Grundlagen und Definitionen des Begriffs Mikropolitik
  • Forschungstraditionen und theoretische Konzepte (Burns, Bosetzky, Crozier/Friedberg, Neuberger)
  • Mikropolitik im Kontext von Führung in sozialen Organisationen
  • Analyse mikropolitischer Taktiken anhand einer Einzelfallstudie zur Heimerziehung

Auszug aus dem Buch

3.2.5. Spielräume, Ambiguitäten, Informationsabhängigkeit

Es ist davon auszugehen, dass in Organisationen „nahezu nichts exakt, eindeutig, objektiv, unstrittig und völlig bekannt ist.“ Demzufolge ist davon auszugehen, dass Ein- und Mehrdeutigkeiten in taktischer Absicht immerwährend neu erzeugt werden, um „eigene Handlungsspielräume zu sichern und auszubauen und fremde Einsicht und Planung zu erschweren“.

Innerhalb der Heimgruppe war aufgrund der Abhängigkeitsverhältnisse die aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an sog. „Aushandlungsprozessen“ sehr gering. Lediglich in einem „Ausnahmefall“, dem Fall von Richard, waren mikropolitische Strategien seinerseits in diesem Kontext zu beobachten, die von den Erzieherinnen geduldet wurden.

Dabei stellte er nicht grundsätzlich die Machtverhältnisse in Frage. Er stellte die Bedingungen des Heimes, die Ansprüche und die Entscheidungszwänge der Erzieherinnen in Rechnung, um die dann verbliebene Spielräume für sich zu nutzen und - wo möglich - auszudehnen.

Richard entwickelte unter anderem die Strategie des „sanften Beharrens“. Diese bedeutete keinen direkten Widerspruch, sondern das Abwarten und Beharren auf der eigenen Position. Dadurch gelang es ihm, die Entscheidungskompetenz der Erzieherinnen nicht öffentlich in Frage zu stellen und gleichzeitig einen Konflikt zu vermeiden. Die Erzieherinnen bemerkten dies und inszenierten ihrerseits keinen Machtkampf. „Die Situation richtig einschätzen“ kann als eine mikropolitische Taktik gedeutet werden, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.

Eine andere wäre die der „Informationskontrolle“, wobei Informationen entweder vorenthalten oder unverständlich ausgedrückt werden, zugunsten der eigenen Interessen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mikropolitik im Kontext von Führen und Leiten: Einleitung in die Problematik des Begriffs der Mikropolitik und dessen Bedeutung für den organisatorischen Alltag, insbesondere im Bereich der Führung.

2. Mikropolitik: Eine Begriffsbestimmung: Theoretische Herleitung des Begriffs der Mikropolitik und Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und Definitionsansätzen.

3. Mikropolitik in sozialen Organisationen: Übertragung der theoretischen Konzepte auf soziale Organisationen und Fallanalyse von Machtprozessen in einer Einrichtung der Heimerziehung.

3.1. Einzelfallstudie (Klaus Wolf: Machtprozesse in der Heimerziehung): Vorstellung des Forschungsdesigns und der zentralen Ergebnisse der Studie von Klaus Wolf zu Machtprozessen im Setting der Heimerziehung.

3.2. Mikropolitische Analyse der Heimgruppe: Anwendung der acht mikropolitischen Taktiken nach Neuberger auf die im Fallbeispiel gewonnenen Erkenntnisse der Heimgruppe.

4. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Machtverhältnisse und der Rolle von Mikropolitik in der untersuchten Heimerziehung sowie Überlegungen zu zukünftigen Forschungsfeldern.

5. Forschungsliteratur: Auflistung der im Text referenzierten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Mikropolitik, Führung, soziale Organisationen, Macht, Heimerziehung, Machtprozesse, Organisationssoziologie, Aushandlungsprozesse, Mikropolitische Taktiken, Abhängigkeit, Entscheidungsfindung, Ressourcen, Spielräume, Machtdemonstration, Handlungsspielraum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Mikropolitik, also informellen Machtprozessen und Taktiken in Organisationen, und untersucht deren Wirksamkeit und Bedeutung insbesondere im Kontext von Führung in sozialen Einrichtungen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die theoretische Definition von Mikropolitik, ihre Anwendung in sozialen Systemen und die Analyse mikropolitischer Taktiken wie Machtdemonstration, Ressourcennutzung und Interessen durchsetzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist, die Relevanz mikropolitischer Prozesse in sozialen Organisationen aufzuzeigen und zu verstehen, wie Führungskräfte und andere Akteure ihre Interessen im organisatorischen Alltag jenseits formaler Strukturen verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen Ansatz und zieht die Einzelfallstudie von Klaus Wolf über Machtprozesse in der Heimerziehung als empirische Grundlage heran, um diese sekundäranalytisch mit mikropolitischen Theorien (insb. nach Neuberger) zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung der Mikropolitik und eine detaillierte Analyse der Heimgruppe, in der die acht mikropolitischen Taktiken nach Neuberger auf die Empirie angewendet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mikropolitik, Führung, soziale Organisationen, Macht, Heimerziehung, Abhängigkeit und mikropolitische Taktiken.

Welche Rolle spielt die "Macht" laut Crozier und Friedberg in der Arbeit?

Macht wird als alltäglicher, vitaler Bestandteil sozialer Prozesse verstanden, der nicht aus der Welt zu schaffen ist, sondern als "Rohstoff" kollektiven Handelns und Bedingung für Interessendurchsetzung dient.

Warum wird die Studie von Klaus Wolf als Fallbeispiel gewählt?

Die Studie wird herangezogen, weil sie detailliertes empirisches Material über die Lebenswirklichkeit und Erziehungsprozesse in einem Setting bietet, das die Analyse informeller, mikropolitischer Interaktionen ermöglicht, auch wenn Mikropolitik nicht das primäre Thema der Originalstudie war.

Was besagt der sogenannte "Rumpelstilzchen-Effekt"?

Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass mikropolitisches Handeln stark an Kraft und Wirksamkeit verliert, sobald es explizit als strategisches Spiel kommuniziert oder offengelegt wird.

Welches Fazit zieht die Autorin zum Umgang mit Mikropolitik in der Jugendhilfe?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass in der untersuchten Heimgruppe ein starkes Abhängigkeitsverhältnis herrschte und die Kinder nicht als gleichberechtigte Akteure agierten, lässt jedoch offen, wie ein "richtiger" Umgang mit Mikropolitik in diesem Feld gestaltet sein sollte.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Mikropolitik in sozialen Organisationen
Subtítulo
Illustriert am Beispiel der Heimerziehung
Universidad
University of Trier  (Pädagogik)
Curso
Führen und Leiten in sozialen Organisationen
Calificación
2,0
Autor
Katarina Lenczowski (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
22
No. de catálogo
V112549
ISBN (Ebook)
9783640110315
ISBN (Libro)
9783640110544
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mikropolitik Organisationen Führen Leiten Organisationen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katarina Lenczowski (Autor), 2007, Mikropolitik in sozialen Organisationen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112549
Leer eBook
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Extracto de  22  Páginas
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