Umrissplanung der Unterrichtseinheit „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ im Lernfeld 7 des Ausbildungsberufs Industriekaufmann/Industriekauffrau


Hausarbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Didaktisches Modell

2. Themenspezifische institutionelle Bedingungen

3. Unterrichtsziele
3.1 Thematik
3.2 Intentionalität

4. Spezifische Ausgangslage

5. Erfolgskontrolle

6. Vermittlungsvariablen
6.1 Methoden
6.1.1. Methodisches Modell (Großform)
6.1.2. Phasierung mit Sozialform und Aktionsweisen
6.2 Mediale Aspekte der Vermittlung
6.2.1. Medien zur Objektivierung von Lehrfunktionen
6.2.2. Medien als Hilfsmittel

7. Literatur

Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Thematische Struktur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Didaktisches Modell

Diese Umrissplanung basiert auf dem Hamburger Modell von Wolfgang Schulz (1981). Dieses allgemeindidaktische Modell wurde entsprechend neueren Entwicklungen für die berufliche Bil dung geringfügig modifiziert. Im Bereich der Unterrichtsziele wird die Taxonomie nach Bloom (et al. 1972) und Krathwohl, Bloom & Masia (1975) berücksichtigt, in der Methodik werden komplexe Lehr-Lern-Arrangements und eine schüler-zentrierte Schulung als moderner Frontalunterricht mit Lernaufgaben (Aschersleben 1999; Grell & Grell 1999) als methodische Großformen zusätzlich aufgenommen. Die Umrissplanung ist in den Bereichen „Unterrichts ziele“ bezüglich der thematischen Struktur und der Intentionalität sowie bei der „Erfolgs kontrolle“ exemplarisch.

2. Themenspezifische institutionelle Bedingungen

Die vorliegende Umrissplanung baut auf die Perspektivplanung eines Lehrerteams auf, die von einer Lehr-Lern-Gruppe erarbeitet wurde (Ahfeldt et al. 2008). Als relevante Medien sind Tafel, OHP und mehrere Pinnwände jederzeit verfügbar, außerdem ist in jedem Klassenzimmer ein Rechner mit permanentem Internetzugang vorhanden. Das eingeführte Schulbuch Industrielle Geschäftsprozesse (Engelhardt et al. 2002) weist zur Thematik „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ zusammenhängende Gliederungspunkte auf, relevant sind insgesamt 9 Seiten (483-491) mit ca. 5 Seiten reinem Text, 7 Abbildungen bzw. Übersichten und 11 abschließenden Lernaufgaben. Thematisiert werden ordentliche und außerordentliche Kündigung, Kündigungsschutz, Entlassungsformalitäten, Rationalisierungsschutz und Sozialplan. Hinsichtlich der insgesamt 6 angesetzten Unterrichtsstunden zu dieser Thematik und des Stellenwerts, den diese im Prüfungs bzw. Stoffkatalog der IHK-Abschlussprüfungen (AkA 2003b) einnimmt, ist der relevante Abschnitt im Lehrbuch, sowohl inhaltlich als auch mengenmäßig, als gut bzw. gut geeignet zu beurteilen.

In der betrieblichen Ausbildung tritt in Bezug auf die Behandlung des Themas „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ häufig das Problem auf, dass Auszubildende in der Personalabteilung seltener eingesetzt sind, weil dort vertrauliche Daten bearbeitet werden, zu denen Auszubildende meist keinen Zugang bekommen sollen. Werden sie dann doch in der Personalabteilung eingesetzt, so beschränken sich die zu erlernenden Inhalte vor allem darauf, wie Personalbedarf errechnet und Lohn und Gehaltsabrechnungen erstellt werden. Aufgrund dieser Gegebenheiten sind die Ausbilder dazu angehalten, die Thematik der Personalfreisetzung zumindest theoretisch aufzugreifen, im besonderen Maße natürlich dann, wenn es in dem jeweiligen Betrieb aktuell zu einer Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kommt. In diesem Fall können dann z. B. die verschiedenen Kündigungsarten mit dem Auszubildenden besprochen werden.

Wie oben bereits kurz erwähnt, ist die Thematik „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ in der Zwischen und Abschlussprüfung, genauer im Prüfungsbereich „03 Personal“, gemäß dem Stoffkatalog für die IHK-Abschlussprüfungen (AkA 2003b), ebenfalls von Bedeutung. Im Prüfungsbereich „0301 Rahmenbedingungen, Personalplanung“ kommen im Themenkreis des Fragenkomplexes „01“ der „Arbeitsvertrag“ und die „Vorschriften des Kündigungsschutzes“ vor. Im Prüfungsbereich „0302 Personaldienstleistungen“ ist zudem im Themenkreis des Fragenkomplexes „02“ von „Beendigung/Ruhen von Arbeitsverhältnissen“, sowie von „Arbeitsablauf beim Ausscheiden von Mitarbeitern“ die Rede.

Das Thema dieser Umrissplanung findet sich nicht nur im LF 7 wieder, sondern begegnet den Schülern auch im LF 1 „In Ausbildung und Beruf orientieren“, wenn es dort u. a. um den Ausbildungsvertrag und damit bereits um Aspekte wie Probezeit und Kündigungsfristen geht. In den anderen LF taucht die Thematik „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ nicht mehr explizit auf, so dass alle relevanten Lerninhalte entsprechend zu thematisieren sind, weil auf keine kommenden LF mehr verwiesen werden kann.

Fächerübergreifend findet sich die Thematik „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ auch in den Fächern Politik und evangelische Religionslehre wieder. Im Fach Politik geht es im Rahmen des politischen Handlungsfeld 1 „Arbeitswelt“ u. a. auch um das Arbeits-, Sozial und Tarifrecht (Nds. KM 1994, S. 25). Das Fach evangelische Religionslehre behandelt die Thematik dieser Umrissplanung dagegen unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftsethik (Nds. KM 1999, S.11), was einen differenzierten Blick auf das Thema ermöglicht und durchaus als Bereicherung angesehen werden kann.

3. Unterrichtsziele

3.1 Thematik

Als Ausgangspunkt der inhaltlichen Lernzielpräzisierung und der didaktischen Reduktion wird als exemplarische Repräsentationsform die situative Repräsentation in Form eines Urteils des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 03. April 2007 gewählt. Hier streiten sich die Parteien über die Zulässigkeit einer Kündigung und damit im Zusammenhang stehend über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung. Das Urteil beinhaltet die ausführliche Darlegung des Tatbestands und der Entscheidungsgründe.

Die situative Repräsentation erfüllt darüber hinaus auch die lernobjektbezogenen Kriterien nach Reetz (1984, S. 218), wonach sie u. a. einen praxis und berufsbedeutsamen Ausschnitt der Wirklichkeit, bestenfalls durch einen authentischen Fall, repräsentieren soll. Allerdings bedarf die Komplexität der Ausgangssituation noch einer angemessenen didaktischen Reduktion, d. h. einer Vereinfachung und somit den Übergang von einer differenzierten zu einer allgemeinen Aussage, um dadurch die Unterrichtsinhalte für die Schüler leichter fassbar zu machen. Dazu wird die Anzahl der Beschreibungsmerkmale reduziert und eine bestimmte Teilaussage unter gleichzeitiger Eliminierung weiterer Teilaussagen, die aber dennoch angedeutet werden, in den Vordergrund gestellt. Wichtig ist, dass die vereinfachte Aussage den gleichen Gültigkeitsumfang wie die Ausgangsaussage aufweist, und zwar über den gleichen Gegenstand und unter dem gleichen Aspekt (Hering 1959).

In dem konkreten Fall des im Anhang dokumentierten Gerichtsurteils werden sowohl der Umfang des Tatbestands, als auch der Umfang der Entscheidungsgründe reduziert. Ganz konkret beläuft sich die Reduktion auf die Teilaussage, dass einem, längere Zeit arbeitsunfähigem, Heimleiter eine ordentliche und fristgerechte Kündigung ausgesprochen wird, die vom Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein aus verschiedenen Gründen aber als sozial ungerecht fertigt und damit als unwirksam beurteilt wird.

Aufgrund zu geringer inhaltlicher Relevanz, vor allem im Hinblick auf das summative Assessment, sowie zu hoher Komplexität, werden viele Beschreibungsmerkmale des Gerichtsurteils von vornherein eliminiert. Dazu gehören z. B. die mögliche Unwirksamkeit der Kündigung aufgrund fehlender Zustimmung des Integrationsamts und die überfrachtende Aufführung von Datumsangaben bei der Tatbestandsschilderung, was für die vereinfachte Aussage zum Großteil keine Bedeutung hat. Zu den Teilaussagen, die zwar eliminiert, aber dennoch angesprochen werden, zählen z.B. der zusätzliche Streit beider Parteien über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung, die der Erkrankung des Klägers vorausgegangene Mehrarbeit, oder auch die vom Kläger als unzureichend beklagte Beteiligung des Betriebsrates als Bestandteil seiner Kündigungsschutzklage.

Die obige didaktische Reduktion reicht inhaltlich allerdings nicht aus, die für die Thematik „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ angesetzten 6 Unterrichtsstunden zu füllen. Zudem werden, vor allem im Hinblick auf die IHK-Abschlussprüfung, nicht alle relevanten Unterrichtsinhalte abgedeckt. Die in den Vordergrund gestellte Teilaussage bietet jedoch sinnvolle Anknüpfungspunkte zu den noch fehlenden Inhalten. So lässt sich durch die Erwähnung der ordentlichen und fristgerechten Kündigung passend auf die außerordentliche Kündigung, sowie bestehende Kündigungsfristen überleiten. Darüber hinaus wirft der Aspekt der sozial ungerechtfertigten Kündigung die Frage auf, in welchen Fällen eine Kündigung sozial ungerechtfertigt ist.

Sinnvolle Abwandlungen im Tatbestand und in den Entscheidungsgründen des Gerichtsurteils können ebenfalls auf weitere bedeutende Unterrichtsinhalte zur Thematik überleiten. Würde das Gericht, unter anderen Voraussetzungen, z. B. zu dem Urteil kommen, dass die Kündigung sozial gerechtfertigt und damit wirksam ist, könnte auf die entsprechenden Entlassungsformalitäten wie z. B. Arbeitszeugnisse eingegangen werden. Weitere Abwandlungen oder passende Überlei tungen, um den Rationalisierungsschutz und den Sozialplan zu thematisieren, sind ebenfalls denkbar.

Für den so eben beschriebenen Lehrinhalt ergibt sich folgende thematische Struktur, welche dem eingeführten Lehrbuch Industrielle Geschäftsprozesse (Engelhardt et al. 2002, S. 490) entnommen wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Thematische Struktur nach Engelhardt et al. (2002, S. 490)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Umrissplanung der Unterrichtseinheit „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ im Lernfeld 7 des Ausbildungsberufs Industriekaufmann/Industriekauffrau
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Lernen und Lehren II
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V112713
ISBN (eBook)
9783640128822
ISBN (Buch)
9783640130276
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umrissplanung, Unterrichtseinheit, Arbeitsverhältnisses“, Lernfeld, Ausbildungsberufs, Industriekaufmann/Industriekauffrau, Lernen, Lehren
Arbeit zitieren
Timm Ahfeldt (Autor), 2008, Umrissplanung der Unterrichtseinheit „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ im Lernfeld 7 des Ausbildungsberufs Industriekaufmann/Industriekauffrau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112713

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Umrissplanung der Unterrichtseinheit „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ im Lernfeld 7 des Ausbildungsberufs Industriekaufmann/Industriekauffrau



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden