1. Didaktisches Modell
Diese Umrissplanung basiert auf dem Hamburger Modell von Wolfgang Schulz (1981). Dieses allgemein didaktische Modell wurde entsprechend neueren Entwicklungen für die berufliche Bildung geringfügig modifiziert. Im Bereich der Unterrichtsziele wird die Taxonomienach Bloom(etal. 1972)und Krathwohl, Bloom & Masia (1975) berücksichtigt, in der Methodik werden komplexe Lehr-Lern-Arrangements und eine schülerzentrierte Schulung als moderner Frontalunterricht mit Lernaufgaben (Aschersleben 1999; Grell & Grell 1999) als methodische Großformen zusätzlich aufgenommen. Die Umrissplanung ist in den Bereichen „Unterrichtsziele“ bezüglich der thematischen Struktur und der Intentionalität sowie bei der „Erfolgskontrolle“ exemplarisch.
2.Themenspezifische institutionelle Bedingungen
Die vorliegende Umrissplanung baut auf die Perspektivplanung eines Lehrerteams auf, die von einer Lehr-Lern-Gruppe erarbeitet wurde(Ahfeldt et al. 2008). Als relevante Medien sind Tafel, OHP und mehrere Pinnwände jederzeit verfügbar, außerdem ist in jedem Klassenzimmer ein Rechner mit permanentem Internetzugang vorhanden. Das eingeführte Schulbuch Industrielle Geschäftsprozesse(Engelhardt et al. 2002) weist zur Thematik „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ zusammenhängende Gliederungspunkte auf, relevant sind insgesamt 9 Seiten (483-491) mit ca. 5 Seiten reinem Text, 7 Abbildungen bzw. Übersichten und 11 abschließenden Lernaufgaben. Thematisiert werden ordentliche und außerordentliche Kündigung,Kündigungsschutz, Entlassungsformalitäten, Rationalisierungsschutz und Sozialplan. Hinsichtlich der insgesamt 6 angesetzten Unterrichtsstunden zu dieser Thematik und des Stellenwerts, den diese im Prüfungs-bzw. Stoffkatalog der IHK-Abschlussprüfungen (AkA 2003b)einnimmt, ist der relevante Abschnitt im Lehrbuch, sowohl inhaltlich als auch mengenmäßig,als gut bzw. gut geeignet zu beurteilen. In der betrieblichen Ausbildung tritt in Bezug auf die Behandlung des Themas „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“häufig das Problem auf, dass Auszubildende in der Personalabteilung seltener eingesetzt sind, weil dort vertrauliche Daten bearbeitet werden, zu denen Auszubildende meist keinen Zugang bekommen sollen. Werden sie dann doch in der Personalabteilung eingesetzt, so beschränken sich die zu erlernenden Inhalte vor allem darauf, wie Personalbedarf errechnet und Lohn-und Gehaltsabrechnungen erstellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Didaktisches Modell
2. Themenspezifische institutionelle Bedingungen
3. Unterrichtsziele
3.1 Thematik
3.2 Intentionalität
4. Spezifische Ausgangslage
5. Erfolgskontrolle
6. Vermittlungsvariablen
6.1 Methoden
6.1.1. Methodisches Modell (Großform)
6.1.2. Phasierung mit Sozialform und Aktionsweisen
6.2 Mediale Aspekte der Vermittlung
6.2.1. Medien zur Objektivierung von Lehrfunktionen
6.2.2. Medien als Hilfsmittel
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit dient der methodisch-didaktischen Umrissplanung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ für Industriekaufleute. Ziel ist es, ein schülerzentriertes Lehr-Lern-Arrangement zu entwickeln, das theoretische Fundierung mit praktischer Anwendbarkeit verbindet.
- Didaktische Reduktion und Modellierung nach dem Hamburger Modell
- Strukturierung der Lerninhalte (Kündigungsarten, Kündigungsschutz, Sozialplan)
- Operationalisierung von Lernzielen im kognitiven und affektiven Bereich
- Analyse der lernerspezifischen Ausgangslage und des Vorwissens
- Methodenwahl und mediale Gestaltung der Unterrichtsphasen
Auszug aus dem Buch
3.1 Thematik
Als Ausgangspunkt der inhaltlichen Lernzielpräzisierung und der didaktischen Reduktion wird als exemplarische Repräsentationsform die situative Repräsentation in Form eines Urteils des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 03. April 2007 gewählt. Hier streiten sich die Parteien über die Zulässigkeit einer Kündigung und damit im Zusammenhang stehend über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung. Das Urteil beinhaltet die ausführliche Darlegung des Tatbestands und der Entscheidungsgründe.
Die situative Repräsentation erfüllt darüber hinaus auch die lernobjektbezogenen Kriterien nach Reetz (1984, S. 218), wonach sie u. a. einen praxis- und berufsbedeutsamen Ausschnitt der Wirklichkeit, bestenfalls durch einen authentischen Fall, repräsentieren soll. Allerdings bedarf die Komplexität der Ausgangssituation noch einer angemessenen didaktischen Reduktion, d. h. einer Vereinfachung und somit den Übergang von einer differenzierten zu einer allgemeinen Aussage, um dadurch die Unterrichtsinhalte für die Schüler leichter fassbar zu machen. Dazu wird die Anzahl der Beschreibungsmerkmale reduziert und eine bestimmte Teilaussage unter gleichzeitiger Eliminierung weiterer Teilaussagen, die aber dennoch angedeutet werden, in den Vordergrund gestellt. Wichtig ist, dass die vereinfachte Aussage den gleichen Gültigkeitsumfang wie die Ausgangsaussage aufweist, und zwar über den gleichen Gegenstand und unter dem gleichen Aspekt (Hering 1959).
In dem konkreten Fall des im Anhang dokumentierten Gerichtsurteils werden sowohl der Umfang des Tatbestands, als auch der Umfang der Entscheidungsgründe reduziert. Ganz konkret beläuft sich die Reduktion auf die Teilaussage, dass einem, längere Zeit arbeitsunfähigem, Heimleiter eine ordentliche und fristgerechte Kündigung ausgesprochen wird, die vom Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein aus verschiedenen Gründen aber als sozial ungerechtfertigt und damit als unwirksam beurteilt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Didaktisches Modell: Vorstellung des gewählten Hamburger Modells als Basis für die Unterrichtsplanung unter Berücksichtigung moderner schülerzentrierter Ansätze.
2. Themenspezifische institutionelle Bedingungen: Analyse der Rahmenbedingungen, wie verfügbare Medien und Lehrmaterialien sowie die Relevanz des Themas im IHK-Prüfungskatalog.
3. Unterrichtsziele: Definition der inhaltlichen Schwerpunkte durch didaktische Reduktion sowie Formulierung kognitiver und affektiver Lernziele.
4. Spezifische Ausgangslage: Untersuchung des Kenntnisstandes und der Vorerfahrungen der Schülerschaft bezüglich arbeitsrechtlicher Themen.
5. Erfolgskontrolle: Operationalisierung der Lernziele nach Mager, um den Lernerfolg messbar und überprüfbar zu machen.
6. Vermittlungsvariablen: Darlegung der gewählten Lehrmethoden, der zeitlichen Phasierung sowie der eingesetzten Medien zur Unterstützung des Lernprozesses.
7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und fachwissenschaftlichen Grundlagen.
Schlüsselwörter
Arbeitsrecht, Kündigung, Hamburger Modell, Didaktik, Berufspädagogik, Industriekaufmann, Kündigungsschutz, Lernziele, Unterrichtsplanung, Personalwesen, Methoden, Sozialplan, Ausbildung, Betriebswirtschaft, Personalabteilung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um eine didaktische Umrissplanung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/Industriekauffrau.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst insbesondere ordentliche und außerordentliche Kündigungen, Kündigungsschutz, Entlassungsformalitäten, Rationalisierungsschutz sowie den Sozialplan.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die strukturierte Planung einer Unterrichtseinheit, die fachliche Anforderungen mit moderner Didaktik verknüpft, um Lernziele erfolgreich und überprüfbar zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Planung basiert auf dem Hamburger Modell von Wolfgang Schulz, ergänzt durch neuere Ansätze der beruflichen Bildung und Taxonomien nach Bloom und Krathwohl.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Einordnung, die institutionellen Bedingungen, die Zielformulierung, die Analyse der Ausgangslage der Schüler sowie die methodische und mediale Gestaltung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Arbeitsrecht, didaktische Reduktion, Lernfeld 7, betriebliche Ausbildung und moderne Frontalunterrichtsformen.
Warum wird ein Gerichtsurteil als Einstieg gewählt?
Ein authentisches Urteil dient als situative Repräsentation, um komplexe Rechts Sachverhalte praxisnah und schülergerecht für den Unterricht aufzubereiten.
Wie erfolgt die Erfolgskontrolle in der Unterrichtsplanung?
Die Erfolgskontrolle orientiert sich an den Kriterien von Mager, indem beobachtbares Verhalten, klare Lernbedingungen und explizite Bewertungsmaßstäbe definiert werden.
Welche Rolle spielt das Internet in diesem Lehrkonzept?
Das Internet fungiert als primäres mediales Hilfsmittel zur selbstständigen Informationsbeschaffung, wobei die kritische Prüfung der Quellen eine zentrale Lernkompetenz darstellt.
- Quote paper
- Timm Ahfeldt (Author), 2008, Umrissplanung der Unterrichtseinheit „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ im Lernfeld 7 des Ausbildungsberufs Industriekaufmann/Industriekauffrau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112713