Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Geschlechterverteilung in der Corona Berichterstattung auf Instagram anhand der Kanäle von ZDFheute und dem Spiegel. Ziel der Arbeit ist die Beantwortung der forschungsleitenden Fragen: Wie sieht die Geschlechterverteilung in der Corona Berichterstattung auf den Instagram Kanälen von ZDFheute und dem Spiegel aus? In welchem Kontext sind Frauen und Männer besonders unter- bzw. überrepräsentiert?
Für die Beantwortung der beiden aufgestellten Forschungsfragen wurde eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt. Untersucht wurden alle Instagram Beiträge mit Corona Bezug, die zwischen dem 1. und 14. März 2021 auf den Instagram Kanälen von ZDFheute und dem Spiegel hochgeladen wurden.
In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Studien mit der Geschlechterverteilung in den Medien beschäftigt und festgestellt, dass Männer in diesen deutlich häufiger vorkamen als Frauen. Diese Erkenntnis konnte ebenfalls für die Corona Berichterstattung im Fernsehen und in Online Printmedien bestätigt werden. Die Untersuchungen vor und auch während der Covid-19-Pandemie betrachteten jedoch überwiegend die "klassischen" Medien, obwohl in den jüngeren Generationen vor allem auch soziale Netzwerke und speziell die App Instagram als Informationsmedium genutzt werden. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen, die im theoretischen Teil dieser Arbeit beleuchtet werden, wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, die diese Forschungslücke schließen soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen und aktueller Forschungsstand
2.1 Journalismus auf Instagram
2.2 Die Covid-19 Krise und die Rolle der Medien
2.2.1 Definition Covid-19
2.2.2 Das Informationsverhalten der Deutschen und die Rolle der Medien in der Krise
2.3 Frauen in den Medien
2.3.1 Kommunikationswissenschaftliche Geschlechterforschung
2.3.1.1 Der Gleichheitsansatz
2.3.1.2 Der Differenzansatz
2.3.1.3 Der (De-)Konstruktivismus
2.3.2 Die Repräsentation der Frau in den letzten Jahren bis heute
2.3.2.1 Informationssendungen im Fernsehen
2.3.2.2 Presse
2.3.2.3 Online Nachrichten und Social Media
2.3.3 Die Relevanz der Frau in den Medien
2.4 Aktueller Forschungsstand zur Geschlechterverteilung in der Corona Berichterstattung
2.4.1 Fernsehen
2.4.2 Online Printmedien
2.5 Zwischenfazit
3 Empirische Untersuchung
3.1 Forschungsfragen und Hypothesen
3.2 Methodik
3.3 Pretest
3.4 Auswertung der Forschungsergebnisse
3.5 Diskussion der Forschungsergebnisse
3.6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschlechterverteilung in der journalistischen Corona-Berichterstattung auf den Instagram-Kanälen von „ZDFheute“ und „der Spiegel“. Ziel ist es zu analysieren, ob die traditionelle Unterrepräsentation von Frauen in den Medien auch auf den untersuchten Social-Media-Plattformen fortbesteht und in welchen inhaltlichen Kontexten Männer und Frauen primär dargestellt werden.
- Analyse der Geschlechterrepräsentation auf Bildern und in Videos
- Untersuchung der Namensnennungen und Zitate in Texten
- Vergleich der Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen
- Themenspezifische Auswertung (z.B. Politik, Medizin, Bildung)
- Vergleich der Ergebnisse mit existierender Forschung zu klassischen Medien
Auszug aus dem Buch
2.3.1.1 Der Gleichheitsansatz
Der Gleichheitsansatz ist der älteste der drei Ansätze, da dieser bereits in den siebziger Jahren als Basis mehrerer Untersuchungen diente (Klaus, 2005, S. 31).
Dieser Ansatz geht im Sinne der Aufklärung davon aus, dass das Individuum einen Anspruch auf Freiheit und Gleichheit hat (Thiele, 2019, S. 262). Das Ausmaß dessen steht jedoch in einer Abhängigkeit zu den Geschlechterrollen, denen Frauen und Männer „durch die Machtverhältnisse zugewiesen werden“ (Röben, 2013, S. 71). In diesem Machtverhältnis bilden die Männer die Norm, während die Frauen als „Defizitwesen“ gesehen werden (Klaus, 2005, S. 47).
Die Tatsache, dass sich Frauen und Männer unterscheiden und somit auch ihre Stellung in der Gesellschaft, wird im Gleichheitsansatz nicht auf das biologische Geschlecht (sex) zurückgeführt, sondern auf das soziale (gender) (Klaus, 2005, S. 46). Männer und Frauen seien demnach grundsätzlich gleich, ausgenommen lediglich die Unterschiede, die mit der Fähigkeit der Frau, Kinder zu bekommen, einhergehen (Scheu, 1977, S. 13). Die unterschiedlichen Geschlechterrollen sind folglich nicht von der Natur gegeben, sondern ein „individuell erworbenes und kulturell bestimmtes Verhaltensrepertoire von Männern und Frauen“ (Klaus, 2005, S. 46).
Ein zentrales Ziel des Gleichheitsansatzes ist es, auf die Diskriminierung der Frauen aufmerksam zu machen (Klaus, 2002, S. 25). Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, dass Frauen durch diese Diskriminierung „in der umfassenden Entwicklung ihrer Fähigkeit behindert werden“, da davon ausgegangen wird, dass sie aufgrund ihres Geschlechts grundsätzlich weniger Möglichkeiten und Chancen haben als Männer (Klaus, 2005, S. 46). Klaus (2005) beschreibt Frauen deshalb als „Opfer patriarchaler Verhältnisse“ (S.46).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Vorstellung der Relevanz der Geschlechterforschung in den Medien im Kontext der Corona-Pandemie und Formulierung der zentralen Forschungsfragen.
2 Theoretische Grundlagen und aktueller Forschungsstand: Erläuterung der theoretischen Rahmenbedingungen und Darstellung des Stands der Forschung zur Geschlechterrepräsentation in verschiedenen Mediengattungen.
3 Empirische Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der quantitativen Inhaltsanalyse, der Hypothesenbildung und der Analyse der erhobenen Instagram-Beiträge.
Schlüsselwörter
Geschlechterverteilung, Corona-Pandemie, Instagram, ZDFheute, Der Spiegel, Inhaltsanalyse, Unterrepräsentation, Mediennutzung, Journalismus, Expertinnen, Gender, Geschlechterrollen, Repräsentation, Online-Nachrichten, Social Media
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Männer und Frauen in der journalistischen Berichterstattung zur Corona-Pandemie auf Instagram repräsentiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Geschlechterverteilung bei den Akteuren auf Bildern, in Videos sowie in Texten (Zitate und namentliche Erwähnungen) der Instagram-Kanäle von ZDFheute und dem Spiegel.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Wie sieht die Geschlechterverteilung in der Corona-Berichterstattung auf den Instagram-Kanälen von ZDFheute und dem Spiegel aus und in welchem Kontext werden Frauen und Männer jeweils unter- oder überrepräsentiert?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt, bei der Instagram-Beiträge im Zeitraum vom 1. bis 14. März 2021 codiert und statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Geschlechterforschung und Mediennutzung sowie eine detaillierte empirische Untersuchung mit Hypothesenprüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Geschlechterverteilung, Corona-Pandemie, Instagram, Inhaltsanalyse und Medienrepräsentation.
Wie unterscheidet sich diese Studie von früheren Untersuchungen?
Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich primär auf klassische Medien wie Fernsehen oder Print konzentrierten, analysiert diese Arbeit speziell journalistische Inhalte auf der Social-Media-Plattform Instagram.
Zu welchem zentralen Ergebnis kommt die Autorin?
Die Analyse bestätigt, dass die traditionelle Unterrepräsentation von Frauen in den Medien fortgesetzt wird; Männer dominieren sowohl als Akteure in Bildern und Videos als auch als Experten in Texten deutlich.
Gibt es Unterschiede in der Darstellung je nach Themenbereich?
Ja, die Studie zeigt, dass Frauen in thematischen Kontexten wie „Bildung“ häufiger als Experten genannt werden, während Themen wie „Politik“ und „Medizin“ von männlichen Experten dominiert werden.
- Arbeit zitieren
- Nele Wortmann (Autor:in), 2021, Die Geschlechterverteilung in der Corona-Berichterstattung von ZDFheute und dem Spiegel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130526