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„Die Koalitionspolitik der FDP - machiavellistische Machtpolitik?“

Title: „Die Koalitionspolitik der FDP - machiavellistische Machtpolitik?“

Seminar Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Böde (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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„Wir sind immer und zuerst die Liberale Partei in Deutschland und erst in zweiter Linie Koalitionspartei.“ mahnte wiederholt Hans-Dietrich Genscher auf Parteitagen. Inwieweit dieser Satz der historischen Realität entspricht, soll an dieser Stelle keine Rolle spielen. Entscheidend dabei ist aber, dass das Wort „Koalition“ darin vorkommt. Koalitionen erfüllen im demokratischen System eine wichtige Funktion: Sie sind der Zugang zur Regierungsmehrheit und damit zur Macht. Wer Koalitionen eingeht, will, neben allen altruistischen, ökonomischen und politischen Motiven seines Regierens, Macht erringen oder zumindest erhalten.
Um Macht geht es auch in den Schriften Niccolo Machiavellis. Der florentinische Politiker und Philosoph hat die Anleitung schlechthin zum Umgang mit der Macht zu Papier gebracht. Die Intention dieser Schriften, dass Politik durch Menschen gestaltbar ist und nicht mehr nur von höheren Mächten abhängt, war zum Ausgang des Mittelalters revolutionär.
Gleichwohl an die Stelle der Fürsten Demokratie und Parteien getreten sind, lassen sich dennoch Parallelen erkennen. Am Beispiel der FDP soll untersucht werden, wie sich eine solche Partei beim Eingehen von Regierungsbündnissen verhalten hat.
Die FDP mit ihrer spezifisch ausgerichteten Programmatik vertritt eine bestimmte Wählerklientel. Sie konnte somit nie zu einer großen Volkspartei werden, wie es die CDU oder SPD sind. Das wollte sie aus ihrem Selbstverständnis heraus auch gar nicht. Dennoch hat es die FDP geschafft, seit Gründung der Bundesrepublik 1949 immer ein wichtiger Teil des politischen Systems zu sein. Ihre häufige Regierungsbeteiligung ist Beleg dafür.
Des weiteren hat sich die Parteienlandschaft der Bundesrepublik im Laufe ihres Bestehens erheblich verändert. In den Anfangsjahren existierten noch viele kleinere Parteien, welche jedoch durch Abnahme ihrer Bedeutung immer mehr gezwungen waren, sich den „großen“ Parteien anzuschließen oder sich aufzulösen. Die Folge war ein Konzentrationsprozess, der darin mündete, dass lange Zeit nur drei relevante Parteien (CDU, SPD und FDP) übrig blieben. Zu Beginn der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts begann sich dieser Prozess jedoch umzukehren: Mit Gründung der „Grünen“ setzte wieder ein Ausdifferenzierungsprozess ein, welcher seine Fortsetzung mit dem Aufkommen der PDS, der heutigen Linken, fand.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Koalitionen der FDP

1. Der Anfang: Die Ära Adenauer

2. Der erste „Umfall“ – Übergang von Adenauer zu Erhard

3. Die sozialliberale Koalition

4. Die doppelte „Wende“

III. Machiavelli

1. Zentrale Begriffe Machiavellis

2. Das Bündnis bei Machiavelli

IV. Machiavellistische Machtpolitik?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Koalitionspolitik der FDP unter Anwendung der politischen Theorie von Niccolò Machiavelli. Dabei wird analysiert, ob das Agieren der FDP bei der Bildung von Regierungsbündnissen als strategische, „machiavellistische“ Machtpolitik interpretiert werden kann oder ob sie anderen Gesetzmäßigkeiten folgte.

  • Historische Aufarbeitung der Regierungsbündnisse der FDP seit 1949.
  • Analyse der zentralen Machtbegriffe Machiavellis (Virtù, Fortuna, Occasione).
  • Untersuchung der theoretischen Auffassung des „Bündnisses“ bei Machiavelli.
  • Vergleich zwischen den historischen Handlungsweisen der FDP und machiavellistischen Prinzipien.

Auszug aus dem Buch

2. Das Bündnis bei Machiavelli

Niccolo Machiavelli steckt mit seiner Begriffsentwicklung von fortuna, virtu und occasione den Rahmen des herrschaftlichen Handelns ab und leitet hieraus Anweisungen ab, die zu einer erfolgreichen Herrschaft führen sollen. Vor diesem Hintergrund muss auch seine Vorstellung von einem Bündnis gesehen werden. Entscheidend ist dabei für Machiavelli vor allem der Erfolg einer solchen Verbindung.

Im Grundsatz ist das Eingehen eines Bündnisses für Machiavelli ein notwendiges Übel, welches, soweit möglich, vermieden werden sollte. Ausschlaggebend dafür sind zwei Faktoren: die Schlechtigkeit der Menschen einerseits, andererseits virtu und fortuna. Denn nur die virtu ist dasjenige Element, welches durch den Menschen selbst beeinflusst werden kann. Wer also ein Bündnis eingeht, gibt einen Teil seiner Handlungssouveränität ab und macht sich somit mehr von fortuna abhängig. Das Handeln des „Freundes“ ist nämlich nicht zu beeinflussen.

Die andere Komponente, das negative Bild des Menschen bei Machiavelli, führt dazu, dass der Verbündete sich eher nach seinen ambiziones richten wird. Insbesondere bei der Eroberung einer Herrschaft wird dies nach Machiavelli der Fall sein. Er führt dies im Kapital „Von vermischten Herrschaften“ aus: „ (...) und kannst doch nicht die zu Freunden behalten, die dir dazu verholfen haben, weil du sie nicht so zu befriedigen vermagst, wie sie erwartet haben, noch auch kräftige Mittel gegen sie anwenden darfst, da du ihnen Dank schuldest.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Koalitionen im demokratischen System ein und stellt die Forschungsfrage, ob das Agieren der FDP als machiavellistische Machtpolitik zu verstehen ist.

II. Die Koalitionen der FDP: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Regierungsbeteiligungen der FDP von der Ära Adenauer bis zur Wende 1982/83.

III. Machiavelli: Hier werden die theoretischen Grundlagen Machiavellis, insbesondere die Begriffe Virtù, Fortuna und Occasione, sowie seine Auffassung über politische Bündnisse erläutert.

IV. Machiavellistische Machtpolitik?: Das abschließende Kapitel führt die historische Analyse und die theoretischen Erkenntnisse zusammen, um die Ausgangsfrage zu beantworten.

Schlüsselwörter

FDP, Koalitionspolitik, Niccolò Machiavelli, Machtpolitik, Regierungsbündnis, Bundesrepublik Deutschland, Politische Theorie, Virtù, Fortuna, Parteienlandschaft, Liberale Partei, Machtstreben, Umfallerpartei, Regierungsbeteiligung, Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Koalitionspolitik der FDP und setzt diese in Bezug zur politischen Philosophie von Niccolò Machiavelli, um die Machtstrategien der Partei kritisch zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die deutsche Parlamentsgeschichte, das Koalitionsverhalten von Kleinparteien und die klassische politische Machttheorie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob das Verhalten der FDP bei der Wahl ihrer Koalitionspartner als bewusste machiavellistische Machtpolitik klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse der Regierungsbeteiligungen sowie eine theoretische Textanalyse der Werke Machiavellis, um diese miteinander zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen detaillierten historischen Abriss der FDP-Koalitionen und eine intensive Auseinandersetzung mit Machiavellis Begriffen wie Virtù und Fortuna.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem FDP, Koalitionspolitik, Machiavellismus, Machtpolitik, Virtù und deutsche Parlamentsgeschichte.

Wie bewertet der Autor den Begriff der „Umfallerpartei“ im Kontext der Theorie?

Der Autor ordnet dieses öffentliche Image in die machiavellistische Logik ein und hinterfragt, ob das Brechen von Versprechen oder das Eingehen von Bündnissen als notwendiges Mittel zum Machterhalt interpretiert werden kann.

Welche Rolle spielt die „Sozialliberale Koalition“ in der Argumentation?

Die sozialliberale Koalition dient als Beispiel für eine bewusste Entscheidung der FDP, ihre Rolle als „Zünglein an der Waage“ zu nutzen, um liberale Politik zu gestalten und eigene Machtansprüche durchzusetzen.

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Details

Title
„Die Koalitionspolitik der FDP - machiavellistische Machtpolitik?“
College
Free University of Berlin
Course
Machiavellis Begründung der Politikwissenschaften und der Machiavellismus in der gegenwärtigen Politik
Grade
1,0
Author
Markus Böde (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V113084
ISBN (eBook)
9783640133055
Language
German
Tags
Koalitionspolitik Machtpolitik Machiavellis Begründung Politikwissenschaften Machiavellismus Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Böde (Author), 2008, „Die Koalitionspolitik der FDP - machiavellistische Machtpolitik?“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113084
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