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Die Globalisierung als große Erzählung des 21. Jahrhunderts

Philosophische Betrachtung eines globalen Phänomens

Titre: Die Globalisierung als große Erzählung des 21. Jahrhunderts

Mémoire (de fin d'études) , 2007 , 117 Pages , Note: 1 - Sehr gut

Autor:in: Dipl.-Ing. Mag. Ulrike Pailer (Auteur)

Philosophie - Divers
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Alle Versuche, die Globalisierung mit einer einzigen Theorie zu bewerten, zu ordnen, zu loben, zu verdammen müssen Schiffbruch erleiden. Sie ist als weltumgreifendes Phänomen zu groß und zu komplex, um sich in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen. Sie widersetzt sich ihrer Katalogisierung durch ihren Facettenreichtum. Der Blick aus einer bestimmten Warte ist immer perspektivisch verzerrt und übersieht mehr als er erfassen kann. Somit ist das Unterfangen, eine Arbeit über Globalisierung schreiben zu wollen, zum Scheitern verurteilt.
Ich möchte stattdessen versuchen, Ideen zu sammeln, aufzubereiten und zu kommentieren, um einen Einblick zu bekommen, wie über Globalisierung gedacht wird. Dabei sind Diskurse nachzuzeichnen, die unser Denken beherrschen und die Welt verändern. Auch wenn sich das Phänomen als solches einer umfassenden Betrachtung entzieht, so ist es doch in unserer Zeit allgegenwärtig. Damit sind wir mitten im Thema der Philosophie: Denken über eine sich verändernde Welt im Zeitalter der Globalisierung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. ANFANG

2. DAS PHÄNOMEN GLOBALISIERUNG

GLOBALISIERUNG?

Prozess oder Projekt?

Globalität und Systemtheorie

ALTE UND NEUE GRENZEN

Glokalisierung – Globalität und Lokalität

Entbettung, Hybridkultur und neue Lebensformen

Alles zu negativ?

NEOLIBERALISMUS

IMMER WIEDER KEHRENDE THEMEN UND THESEN

HÖCHST TENDENZIÖS: DER IMF

URSACHEN

Die flache Welt

SEIT WANN SPRICHT MAN VON GLOBALISIERUNG?

3. PHILOSOPHIEREN IN EINER GLOBALEN WELT

ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT

Landkarten und Identität

Der Untergang des Abendlandes

Metaphern für die Erdgestalt und Welterklärungen

DAS GLOBALE ZEITALTER

Das Projekt der Moderne

Eine neue Deutung der Gegenwart: die Globalität

Die Begrifflichkeit der Globalisierung

Neue Wege im Globalen

ALTERNATIVEN ZUR ODER INNERHALB DER GLOBALISIERUNG?

Systemalternativen

Offene Fragen

Eine frühe Analyse der westlichen Industriegesellschaft

Haben-Orientierung

Sein-Orientierung

Fromms Utopien

Kritik von unten

Alternativen im gegebenen institutionellen Rahmen

Der Realitätsverlust in der heutigen Wirtschaft

Widerstand gegen die Finanzinstitutionen

Der Nationalstaat als Raum für die Demokratie

Die abhanden gekommene Alternative zum Kapitalismus

4. JEAN-FRANÇOIS LYOTARDS GROßE ERZÄHLUNG

DIE POSTMODERNE

Die Krise der großen Erzählungen

WISSENSCHAFTLICHES UND NARRATIVES WISSEN

POSTMODERNE WISSENSPRODUKTION

DIE GEGENWÄRTIGE FORSCHUNGSPRAXIS

BILDUNG UND DATENBANKEN

5. GANZ UND GAR NICHT POSTMODERN: DIE IDEEN DER EINHEIT UND DER ORDNUNG IN DER CHINESISCHEN UND DER WESTLICHEN PHILOSOPHIE

CHINA UND DIE GLOBALISIERUNG

Die chinesische Philosophie?

Das Ordnungsprinzip

Das Dreieck Staat-Bürger/-innen-Religion

Das Spannungsfeld zwischen Individualrechten und Gemeinschaft

Globale gesellschaftliche Harmonie

Kulturseparatismus versus Verwestlichung.

Die Aufholjagd in Wirtschaft und Technik

Die Konfuzianische Staatstheorie im Kontext der Globalisierung

SYSTEMTHEORETISCHE BETRACHTUNGEN DER GLOBALISIERUNG

6. ALTERNATIVEN ZUM KONZEPT DER POSTMODERNE

GESCHICHTSPHILOSOPHIE

KRITIK AN DER POSTMODERNE

Die Idee der globalen Gerechtigkeit

Transversale Vernunft

DIE SEHNSUCHT NACH ORDNUNG

7. ANFANG UND ENDE: DIE GLOBALISIERUNG ALS GROßE ERZÄHLUNG DES 21. JAHRHUNDERTS

EINE NEUE ERZÄHLUNG

DAS ENDE DIESER ERZÄHLUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen der Globalisierung nicht als einen einzelnen, abgeschlossenen Prozess zu bewerten, sondern sie als eine "große Erzählung" des 21. Jahrhunderts philosophisch zu hinterfragen und die vielfältigen Diskurse nachzuzeichnen, die unser Denken und unsere Weltwahrnehmung maßgeblich beeinflussen.

  • Philosophische Auseinandersetzung mit Globalisierung und Globalität
  • Systemtheoretische und kritische Perspektiven auf den Neoliberalismus
  • Vergleich westlicher und chinesischer Philosophiekulturen in Bezug auf Ordnung und Einheit
  • Analyse der post-modernen Wissensproduktion und ihre Auswirkungen
  • Suche nach Alternativen innerhalb und außerhalb der globalisierten Strukturen

Auszug aus dem Buch

Die flache Welt

Die technisch überwundene Kugelgestalt der Erde hat Thomas Friedman als Titel seines Globalisierungsbestsellers „The World is Flat“ gewählt. Die Erde ist nun ein ebenes Spielfeld, auf dem sich alle Teilnehmer/-innen mehr oder minder gleichberechtigt miteinander messen und in Konkurrenz treten können und müssen. Vorbei die Zeit der verwinkelten Häuser mit ihren bequemen Nischen und ungünstigen geografischen Gefängnissen. In einer flachen Welt ist alles offen, alte Regeln gelten nicht mehr, Indien und China sind am Weltmarkt ebenso präsent wie die USA. Friedman sieht neben weltpolitischen Veränderungen vor allem die Entwicklung der technischen Infrastruktur als Motor für die Globalisierung an.

Er definiert 10 unübersetzbare „Flattener“, die jeder für sich und besonders in ihrem Zusammenwirken die Globalisierung stark befördert haben und die Welt „flach“ gemacht haben, in dem Sinne, dass das Spielfeld jetzt eingeebnet ist und lokale Rückzugsgebiete, in denen man vor Konkurrenz und Wettbewerb geschützt wäre, nicht mehr existieren. Begonnen hat für ihn der Prozess mit dem Fall der Berliner Mauer und der Ausbreitung des westlichen, demokratischen, kapitalistischen Lebensstils über die ganze Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ANFANG: Eine Einleitung, die das Scheitern des Versuchs einer umfassenden Theorie der Globalisierung konstatiert und stattdessen den Fokus auf die philosophische Reflexion der Diskurse legt.

2. DAS PHÄNOMEN GLOBALISIERUNG: Eine detaillierte Untersuchung der Definitionen, Akteure und systemischen Bedingungen der Globalisierung, ergänzt durch eine kritische Betrachtung wirtschaftlicher Institutionen.

3. PHILOSOPHIEREN IN EINER GLOBALEN WELT: Eine philosophische Analyse der durch Globalisierung ausgelösten Orientierungslosigkeit und die Suche nach neuen ethischen Rahmenbedingungen.

4. JEAN-FRANÇOIS LYOTARDS GROßE ERZÄHLUNG: Eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Postmoderne, der Krise der Metaerzählungen und der veränderten Wissensproduktion.

5. GANZ UND GAR NICHT POSTMODERN: DIE IDEEN DER EINHEIT UND DER ORDNUNG IN DER CHINESISCHEN UND DER WESTLICHEN PHILOSOPHIE: Ein Vergleich chinesischer und westlicher Denkansätze zur Harmonie, Ordnung und gesellschaftlichen Organisation im Kontext globaler Entwicklungen.

6. ALTERNATIVEN ZUM KONZEPT DER POSTMODERNE: Eine Diskussion alternativer geschichtsphilosophischer Ansätze und der Suche nach globaler Gerechtigkeit jenseits postmoderner Beliebigkeit.

7. ANFANG UND ENDE: DIE GLOBALISIERUNG ALS GROßE ERZÄHLUNG DES 21. JAHRHUNDERTS: Eine abschließende Reflexion darüber, warum die Globalisierung als große Erzählung fungiert und welche Bedeutung dies für die Zukunft der Menschheit hat.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Globalität, Philosophie, Moderne, Postmoderne, Neoliberalismus, Ethik, Systemtheorie, Identität, Wissensgesellschaft, Sozioökonomie, Gerechtigkeit, Interkulturalität, Kulturvergleich, Zivilisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung der Globalisierung und betrachtet diese als eine "große Erzählung" des 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische und ökonomische Definition von Globalisierung, die postmoderne Philosophie, der Vergleich von westlichem und chinesischem Denken sowie Ansätze zu Alternativen und globaler Gerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie über Globalisierung gedacht wird und welche Diskurse unser Handeln in dieser Ära beherrschen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine diskursive Analyse und eine vergleichende philosophische Betrachtung verschiedener Theorien zur Globalisierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Theorien der Globalisierung (wie Projekt vs. Prozess), die Rolle des Neoliberalismus, die Krise der Postmoderne und die chinesische Philosophie in Bezug auf Ordnung und Harmonie diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Systemtheorie, Postmoderne, Ethik, interkulturelle Philosophie und soziale Gerechtigkeit.

Welche Rolle spielt die chinesische Philosophie?

Sie dient als interessanter Kontrastpunkt zum westlichen Denken, insbesondere im Hinblick auf das Bedürfnis nach Harmonie und Ordnung, und bietet alternative Anknüpfungspunkte für gesellschaftliches Zusammenleben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des IWF?

Sie betrachtet den Internationalen Währungsfonds als eine tendenziöse Institution, deren neoliberale Politik oft zu sozialen Missständen in Entwicklungsländern beiträgt, anstatt Armut effektiv zu mindern.

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Résumé des informations

Titre
Die Globalisierung als große Erzählung des 21. Jahrhunderts
Sous-titre
Philosophische Betrachtung eines globalen Phänomens
Université
University of Vienna  (Institut für Philosophie)
Cours
Diplomarbeit/Masterthesis
Note
1 - Sehr gut
Auteur
Dipl.-Ing. Mag. Ulrike Pailer (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
117
N° de catalogue
V113088
ISBN (ebook)
9783640129263
ISBN (Livre)
9783640130627
Langue
allemand
mots-clé
Globalisierung Erzählung Jahrhunderts Diplomarbeit/Masterthesis
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl.-Ing. Mag. Ulrike Pailer (Auteur), 2007, Die Globalisierung als große Erzählung des 21. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113088
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Extrait de  117  pages
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