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Entwicklungspolitik als Form kulturellen Austauschs

„Kulturelle Verträglichkeit“ von Entwicklungspolitik am Beispiel der Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den AKP-Staaten im Rahmen der Abkommen von Lomé

Title: Entwicklungspolitik als Form kulturellen Austauschs

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christin Kießling (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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Schon immer standen Kulturen in Kontakt und Austausch mit anderen Kulturen, so dass es zu Berührungen, Überlagerungen und Vermischungen kam, die schließlich auch die geschichtliche Entwicklung der einzelnen Völker beeinflusste und voranbrachte. Auch heute kommen viele Entwicklungsimpulse für Kulturen von außen. Durch kulturellen Austausch wachsen Gemeinsamkeiten und Verständnis gegenüber anderen Kulturen, die helfen können Konfliktpotentiale zu verringern und Kompromisse zu erarbeiten.
Auch Entwicklungspolitik ist eine Form kulturellen Austauschs, bei der es durch interkulturellen (politischen) Dialoge zum Austausch von Wissen, Technologien, handelspolitischen Strategien aber auch Werten, wie beispielsweise der Demokratie und Rechtstaatlichkeit, kommt. Aus diesem Austausch resultiert schließlich ein kultureller Wandel (in der Empfängerkultur), bei dem es wichtig ist, dass er von der Gesellschaft getragen und mitbestimmt wird. Nach über einem halben Jahrhundert Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik besteht heute ein allgemeiner Konsens darüber, dass kein Kulturexport und –import betrieben werden darf, sondern eine nachhaltige Entwicklungspolitik einer angepassten Strategie und Geschwindigkeit bedarf, so dass die betroffene Bevölkerung den Veränderungen folgen kann und sie schließlich effektiv integrieren kann, denn „eine Gesellschaft, die zwar imstande ist, Farbfernseher zu produzieren, für diese dann aber keine eigenen Programme zustande bringt, dürfte auf die Dauer nicht als entwickelt gelten können“. Wirtschaftliche Entwicklung muss mit kultureller Entwicklung Hand in Hand gehen. Um dieses Ziel von Entwicklungspolitik zu erreichen, muss die Zusammenarbeit verschiedenen Kriterien gerecht werden. Diese Angepasstheit von entwicklungspolitischen Maßnahmen bezeichne ich im folgenden mit dem Ausdruck „kulturelle Verträglichkeit“.
Ziel dieser Arbeit ist es, einige grundlegende dieser Kriterien zu erfassen und zu untersuchen, inwieweit die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union und den AKP-Staaten innerhalb der Lomé-Abkommen diesen Kriterien gerecht wird. Dabei werde ich mich aufgrund des Rahmens dieser Arbeit auf die Verfahrensvorschriften des IV. Lomé-Abkommens von 1990 beschränken. Zuvor soll Entwicklungspolitik allgemein als eine Form kulturellen Austauschs charakterisiert und dabei die Besonderheiten herausgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungspolitik als Rahmen kulturellen Austauschs

2.1. Formen Kulturellen Austauschs

2.2. Kultureller Austausch im Rahmen von Entwicklungspolitik

2.2.1. Art und Weise des kulturellen Austauschs

2.2.2. Situationen und Schauplätze kulturellen Austauschs

2.2.3. Kurzfristige und langfristige Reaktionen und Konsequenzen für die betroffene

3. Die „kulturelle Verträglichkeit“ der Abkommen von Lomé

3.1. Förderung kleinflächiger Projekte

3.2. Örtliche Leitung der Projekte

3.3. Flexible Durchführung

3.4. Beteiligung der betroffenen Bevölkerung

3.5. Beachtung soziokultureller Faktoren

3.6. Evaluation

3.7. Dezentralisierung von Macht und Entscheidungsbefugnissen

3.8. Rahmenbedingungen der Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Lomé Abkommen

3.9. Kurzfristige und langfristige Leistungen der Lomé-Abkommen

4. Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den AKP-Staaten im Rahmen der Lomé-Abkommen die Kriterien einer „kulturellen Verträglichkeit“ erfüllt, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

  • Kultureller Austausch als zentrales Element der Entwicklungspolitik
  • Analyse der „kulturellen Verträglichkeit“ von Entwicklungsprojekten
  • Bedeutung der Partizipation lokaler Akteure und Basisgruppen
  • Untersuchung institutioneller Rahmenbedingungen und Verfahrensvorschriften
  • Bewertung der Effektivität von Evaluierungsmechanismen

Auszug aus dem Buch

2.2. Kultureller Austausch im Rahmen von Entwicklungspolitik

Entwicklungspolitik ist die „Gesamtheit aller Institutionen, Mittel, Maßnahmen, und Bestrebungen, die vorrangig mit dem Anspruch eingesetzt werden, die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung von Dritte-Welt-Staaten zu fördern.“ Im Gegensatz zum Begriff Entwicklungshilfe, der bis Anfang der achtziger Jahre gebräuchlich war und im wesentlichen nur die Tätigkeiten der Geberländer oder –organisationen berücksichtigte, bezieht sich der Begriff Entwicklungspolitik auf die Entwicklungszusammenarbeit und umfasst damit die Tätigkeiten von sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländern.

Entwicklungshilfe ist daher kultureller Austausch in eine Richtung, nämlich von Geber- zu Empfängerland und somit als Akkulturation, Entwicklungspolitik im heutigen Sinn jedoch als Transkulturation, als eine Art institutionalisierter Austausch zwischen den entwicklungspolitischen Hemisphären, mit dem Ziel, Lebens- und Produktivitätsstandards in den schwächer entwickelten Regionen der Erde zu verbessern, zu verstehen. Dafür spricht auch, dass nicht allein die Interessen der Empfänger, sondern auch gebereigene Interessen im entwicklungspolitischen Dialog vertreten werden, denn Entwicklungszusammenarbeit ist kein Ausdruck von Altruismus, sondern zielt auch auf eigene Gewinne ab, wie beispielsweise die Schaffung neuer Absatzmärkte oder die Sicherung von Rohstoffen.

Im Rahmen von Entwicklungspolitik stellt kultureller Austausch einen fruchtbaren (politischen) Dialog zwischen verschiedenen Kulturen bzw. Kulturkreisen, einschließlich eines daraus hervorgehenden Lernprozesses dar. Diesem Dialog sollten zwei Grundüberzeugungen zu Grunde liegen: zum einen müssen sich die Akteure der Unterschiedlichkeit der einzelnen Kulturen und deren Unverwechselbarkeit als Ausdruck der Geschichte der jeweiligen Völker bewusst sein, zum anderen von der Gleichwertigkeit aller Kulturen überzeugt sein.

Nur indem versucht wird die jeweils fremde Weltanschauung zu begreifen, können Lösungen für Probleme gefunden werden, die mit dem jeweiligen gesellschaftlichen Modell vereinbar sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert Entwicklungspolitik als Form des kulturellen Austauschs und führt den Begriff der „kulturellen Verträglichkeit“ als zentrales Bewertungskriterium für die Lomé-Abkommen ein.

2. Entwicklungspolitik als Rahmen kulturellen Austauschs: Dieses Kapitel theoretisiert kulturellen Austausch als Transkulturation und erörtert, warum moderne Entwicklungsstrategien kulturelle Eigenheiten und Kontexte berücksichtigen müssen.

3. Die „kulturelle Verträglichkeit“ der Abkommen von Lomé: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Kriterien wie Projektgröße, lokale Leitung, Partizipation und Evaluation innerhalb der Lomé-Strukturen auf ihre nachhaltige Wirksamkeit.

4. Ergebnisse: Das Fazit bestätigt, dass die Lomé-Abkommen zwar fortschrittliche Mechanismen zur Wahrung kultureller Verträglichkeit aufweisen, jedoch Schwächen bei der verpflichtenden Evaluation und der Kontrolle langfristiger Leistungen bestehen.

Schlüsselwörter

Entwicklungspolitik, kultureller Austausch, Lomé-Abkommen, kulturelle Verträglichkeit, Entwicklungszusammenarbeit, AKP-Staaten, Partizipation, Transkulturation, Nachhaltigkeit, Soziokulturelle Faktoren, Projektmanagement, Evaluierung, interkultureller Dialog, Wirtschaftsbeziehungen, institutionelle Rahmenbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung entwicklungspolitischer Maßnahmen der Europäischen Union gegenüber den AKP-Staaten und deren Anpassung an kulturelle Gegebenheiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der kulturelle Austausch im entwicklungspolitischen Kontext, die Partizipation betroffener Bevölkerungsgruppen und die Nachhaltigkeit von Projekten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die Entwicklungszusammenarbeit der Lomé-Abkommen die Kriterien der „kulturellen Verträglichkeit“ erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse von Fachliteratur sowie die Untersuchung der offiziellen Verfahrensvorschriften des IV. Lomé-Abkommens von 1990.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil evaluiert Kriterien wie die Förderung kleinflächiger Projekte, die örtliche Leitungsstruktur, flexible Durchführung sowie Beteiligungs- und Evaluierungsmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind kulturelle Verträglichkeit, Entwicklungszusammenarbeit, AKP-Staaten, Partizipation und nachhaltige Entwicklung.

Warum wird der Begriff „kulturelle Verträglichkeit“ verwendet?

Der Begriff dient als analytisches Werkzeug, um die Angepasstheit entwicklungspolitischer Maßnahmen an lokale soziokulturelle Traditionen zu bewerten.

Welche Rolle spielen die Außenstellen der EU in den AKP-Staaten?

Die Außenstellen ermöglichen eine größere Nähe zur lokalen Bevölkerung, fördern den Informationsfluss und unterstützen die Einbeziehung soziokultureller Faktoren vor Ort.

Wie bewertet der Autor die Evaluierungsverfahren der Lomé-Abkommen?

Der Autor kritisiert, dass keine Pflicht zur Evaluation aller Maßnahmen besteht und meist nur kurzfristige Wirkungen betrachtet werden, obwohl institutionell unabhängige Gutachter vorgesehen sind.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Lomé-Abkommen?

Die Abkommen werden als bemüht eingestuft, die kulturelle Verträglichkeit zu wahren, wobei die langfristige Effektivität aufgrund fehlender Kontrollmechanismen schwer abschätzbar bleibt.

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Details

Title
Entwicklungspolitik als Form kulturellen Austauschs
Subtitle
„Kulturelle Verträglichkeit“ von Entwicklungspolitik am Beispiel der Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den AKP-Staaten im Rahmen der Abkommen von Lomé
College
Technical University of Chemnitz  (Interkulturelle Kommunikation)
Course
(Inter-) Nationale Organisationen im Austausch
Grade
1,7
Author
Christin Kießling (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V113103
ISBN (eBook)
9783640133130
Language
German
Tags
Entwicklungspolitik Form Austauschs Nationale Organisationen Austausch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christin Kießling (Author), 2005, Entwicklungspolitik als Form kulturellen Austauschs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113103
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