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Die Rolle von Supervision in der Ausbildung von Verhaltenstherapeuten

Titre: Die Rolle von Supervision in der Ausbildung von Verhaltenstherapeuten

Mémoire (de fin d'études) , 2008 , 108 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Dr. med. Claudia Loens-Meßtorff (Auteur)

Travail Social
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Um die Rolle der Supervision in der Ausbildung von Verhaltenstherapeuten näher bestimmen zu können, sind zwei Untersuchungsschritte geplant:
Die Rolle der Supervision wird von zahlreichen Erwartungen des Umfeldes, in dem sie stattfindet, geprägt. Die Therapieschule, die für das Menschenbild und die therapeutische Haltung bestimmend ist, hat hierauf maßgeblichen Einfluss. Daher besteht der erste Untersuchungsschritt darin, das Profil der Erwartungen an die Supervision zu erheben: Neben der gesellschaftlich geteilten Erwartung an das Ergebnis der Psychotherapieausbildung (nämlich kompetente Therapeuten hervorzubringen) und der in diesem Rahmen stattfindenden Ausbildungssupervisionen, gibt es weitere Erwartungen an die Supervision. Sie soll befähigen, die Berufsrolle entsprechend der gesetzlichen Rahmenbestimmungen, der Berufsordnung, der Kammern, des Sozialgesetzes und des kassenärztlichen Vertragsrechtes wahrzunehmen. Hinzu kommen die Erwartungen der Ausbildungsinstitute als Arbeitgeber der Supervisoren und Erwartungen seitens der Patienten. Sie alle erwarten, dass die Ausbildungssupervisoren die Therapieprozesse der Ausbildungskandidaten mit einer hohen Mitverantwortung begleiten, so dass die Therapieprozesse während der Ausbildung erfolgreich sind. Darüber hinaus wird gemäß des Anspruchs, die eigene Qualität zu sichern und zu verbessern, auch erwartet, dass eine Evaluation der Supervisionsprozesse erfolgt. Nicht zuletzt sind die vielfältigen Ansprüche der Supervisanden zu nennen, die Zeit und erhebliche finanzielle Mittel in die Ausbildungssupervision investieren und Lösungen für die unterschiedlichsten Probleme erwarten.
Der zweite Untersuchungsschwerpunkt beschäftigt sich damit, wie die Rolle der verhaltenstherapeutischen Supervision in der Praxis wahrgenommen wird: Drei Konzepte werden untersucht.
Der Sicherung von Lernprozessen soll dabei besondere Aufmerksamkeit bei der Auswertung gelten, weil hierdurch der Erfolg der Supervision bestimmt wird.

Ferner werden die Grenzen und Fehlerquellen der Ausbildungssupervision kritisch beleuchtet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Historische Wurzeln der Supervision und Ausbildungssupervision

1.2. Aktuelle Verortung der Ausbildungssupervision in der VT-Ausbildung

1.3. Lernen in der Supervision

1.4. Beschreibung der Untersuchung

2. Einflüsse auf die Ausbildungssupervision

2.1. Was ist Verhaltenstherapie

2.1.1. Lernen in der Verhaltenstherapie

2.1.2 Therapiekonzept in der Verhaltentherapie

2.1.3. Methoden

2.1.4. Bedeutung für die Supervision

2.2. Die Patient-Therapeut-Beziehung

2.2.1. Das Therapeutenverhalten

2.2.2. Bedeutung für die Supervision

2.3. Die Gesetzlichen Rahmenbedingungen

2.3.1. Das Psychotherapeutengesetz

2.3.2. Qualitätsmanagement

2.3.3. Der Kassenantrag

2.3.4. Bedeutung für die Supervision

2.4. Das Ausbildungsinstitut

2.4.1. Rahmenbedingungen der Ausbildung

2.4.2. Bedeutung für die Supervision

2.5. Erwartungen der Supervisanden

2.5.1. Ausbildungszertifikat

2.5.2. Fachliche Anliegen

2.5.3. Persönliche Anliegen

2.5.3.1 Die berufliche Identität

2.5.3.2. Arbeitsspezifische Belastungen

2.5.4. Bedeutung für die Supervision

2.6. Erwartungen der Patienten

2.7. Die Supervisoren

2.8. Zusammenfassung

3. Anwendungskonzepte der Supervision

3.1. Konzept nach Lieb

3.2. Programm nach Lohmann

3.3. Konzept nach Schmelzer

3.4. Auswertung

3.4.1. Das Verständnis von Supervision

3.4.2. Die Supervisoren

3.4.3. Supervisoren - Supervisandenbeziehung

3.4.4. Leitgedanken

3.4.5. Lernen in der Supervision

3.4.6. Programmstruktur

3.4.7. Messung des Sitzungserfolges und Transfer

4. Diskussion

4.1. Auseinandersetzung der Programme mit den Erwartungen

4.2. Grenzen und Misserfolgsquellen

4.2.1 Therapeutenkompetenz und Selbsteinschätzung

4.2.2. Programmstruktur

4.2.3. Kontrollfunktion des Supervisors

4.2.4. Lernatmosphäre in der Supervisionsgruppe

4.2.5. Weitere Misserfolgsquellen

4.3. Grenzen der Supervisionskonzepte

4.3.1. Setting

4.3.2. Selbstfürsorge

4.3.3. Ebenen der Reflexion

4.4. Erfolgsmessung

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Supervision in der Ausbildung von Verhaltenstherapeuten, indem sie Erwartungen verschiedener Akteure analysiert und etablierte Supervisionskonzepte vergleichend bewertet, um Ansätze zur Optimierung von Lernprozessen und zur Qualitätssicherung aufzuzeigen.

  • Erwartungsprofil an die Ausbildungssupervision (Institute, Patienten, Gesetzgeber)
  • Verhaltenstherapeutische Ansätze und deren Relevanz für Supervisionsmodelle
  • Einfluss der therapeutischen Beziehung und Selbstfürsorge
  • Vergleich der Supervisionskonzepte nach Lieb, Lohmann und Schmelzer
  • Umgang mit Belastungen und Grenzen in der Supervisionspraxis

Auszug aus dem Buch

1.1. Historische Wurzeln der Supervision und Ausbildungssupervision

Supervision wurzelt historisch in der Entwicklung der sozialen Arbeit Nord-Amerikas. Die Veränderung der Arbeitsbedingungen und die zunehmende Armut im Zuge der Industrialisierung motivierte die Bildung sozialer Wohlfahrtsverbände und die Organisation ehrenamtlicher Unterstützung der Betroffenen (Belardi, 2000, S. 275 ff.). Zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich bei der Ausübung supervisorischer Tätigkeit um Anleitung, Motivation und Kontrolle ehrenamtlicher Helfer (Effinger, 2002, Belardi, 2000). Damit verfolgte Supervision, historisch betrachtet, zwei sehr unterschiedliche Ziele, zum einen die Unterstützung der Mitarbeiter und zum anderen gleichzeitig auch deren Überwachung. Liberalisierung und gesellschaftskritisches Klima in der Mitte des letzten Jahrhunderts beeinflussten auch die Sichtweise und Durchführung von Supervision, so dass zunehmend mehr der selbstreflexive Aspekt zu Lasten der Kontrollfunktion in den Vordergrund trat (Schmelzer, 1997 S. 13 ff.; Oeffner, 2005).

Das Verständnis der Beziehung in reflexiven Berufen entwickelt sich fortwährend weiter: Während früher der Klient Rezipient der Dienstleistung war, wird er heute auch als deren Ressource wahrgenommen. Die Gegenseitigkeit der Beziehung wird zunehmend wichtiger (Buchinger, 1999).

Die Supervision ist heutzutage in der universitären Ausbildung von Sozialarbeitern als intensive und effektive Lernform fest verankert. Die Kontrollfunktion ist nach wie vor unumgänglich (Effinger, 2002), da sie zur Absicherung der Qualitätsstandards einer Profession dient. Inhaltlich existieren zahlreiche Überschneidungen zu weiteren Qualifizierungsformen (Methodenunterricht, Praxisanleitung, Praxisberatung, Ausbildungssupervision, Fortbildungssupervision, kollegiale Supervision). Die Lernformen unterscheiden sich darin, wie Schwerpunkte hinsichtlich der Aneignungs- und Anleitungsfunktion, der Selbst- und Fremdreflexion und der Übung (Effinger, 2002) gesetzt werden. In seiner Untersuchung extrahiert der Autor folgendes Verständnis von Ausbildungssupervision innerhalb der universitären Ausbildung: Sie ist ein „Sammelbegriff für Lehrveranstaltungen, die sich überwiegend mit der Reflexion beruflichen bzw. berufsbezogenen Handelns im Rahmen der Ausbildung befassen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation für die Arbeit dar, die aus der Diskrepanz ihrer eigenen beruflichen Erfahrung als Verhaltenstherapeutin und ihrer Studienzeit resultiert, und führt in das Thema der Supervision ein.

2. Einflüsse auf die Ausbildungssupervision: Dieses Kapitel erhebt das Umfeld der Supervision, definiert die Verhaltenstherapie und analysiert die verschiedenen Anforderungen, die von Gesetzgebern, Patienten, Ausbildungsinstituten und Supervisanden an den Prozess gestellt werden.

3. Anwendungskonzepte der Supervision: Hier werden drei spezifische Supervisionskonzepte (nach Lieb, Lohmann und Schmelzer) detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Programmstrukturen, Zielsetzungen und Methoden verglichen.

4. Diskussion: Das Kapitel diskutiert kritisch die Eignung der Programme zur Erfüllung der erhobenen Erwartungen und beleuchtet Grenzen sowie potenzielle Misserfolgsquellen, wie etwa die Kontrollfunktion des Supervisors.

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei betont wird, dass der Erfolg der Supervision maßgeblich von der Lernatmosphäre und der supervisorischen Haltung abhängt.

Schlüsselwörter

Supervision, Ausbildungssupervision, Verhaltenstherapie, Psychotherapeutenausbildung, Therapeut-Patient-Beziehung, Lernprozesse, Psychohygiene, Qualitätsmanagement, Berufsordnung, Selbsterfahrung, Interaktionsanalyse, Burnout-Prävention, Supervisionskonzepte, therapeutische Kompetenz, Lernatmosphäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und Ausgestaltung der Supervision innerhalb der Ausbildung zum Verhaltenstherapeuten unter Berücksichtigung gesetzlicher, fachlicher und persönlicher Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung, das Erwartungsprofil an Supervisoren, die Gestaltung von Lernprozessen, die Bedeutung der therapeutischen Beziehung und der Umgang mit berufsspezifischen Belastungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Rolle der Supervision als integralen Bestandteil der Verhaltenstherapie-Ausbildung durch den Vergleich verschiedener Konzepte näher zu bestimmen und für die Praxis nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche und eine vergleichende Analyse von drei spezifischen Supervisionsansätzen (Lieb, Lohmann, Schmelzer).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Verhaltenstherapie, den gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Erwartungen der Beteiligten sowie dem detaillierten Vergleich der angewandten Supervisionskonzepte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Supervision, Verhaltenstherapie, Ausbildungssupervision, therapeutische Beziehung, Psychohygiene und professionelle Identität.

Wie gehen die untersuchten Supervisionsmodelle mit dem Aspekt der Kontrolle um?

Die Modelle anerkennen die notwendige Kontrollfunktion des Supervisors (Absicherung von Standards), betonen jedoch gleichzeitig die Bedeutung einer vertrauensvollen Lernpartnerschaft, um die Offenheit der Supervisanden nicht zu gefährden.

Warum ist die Abgrenzung von Berufs- und Privatleben für Therapeuten so bedeutsam?

Aufgrund der hohen emotionalen Involviertheit bei der Arbeit mit Patienten ist die Gefahr der emotionalen Erschöpfung (Burnout) hoch; Supervision dient hier als schützender Raum für Reflexion und Psychohygiene.

Welche Rolle spielen die verschiedenen Supervisionsprogramme bei der Qualitätssicherung?

Sie dienen als strukturierte Leitfäden, die Transparenz schaffen, Lernziele definieren und durch die Analyse von Fallmaterial die methodische Sicherheit und Reflexionsfähigkeit der Therapeuten erhöhen.

Fin de l'extrait de 108 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Rolle von Supervision in der Ausbildung von Verhaltenstherapeuten
Université
University of Kassel
Note
1,3
Auteur
Dr. med. Claudia Loens-Meßtorff (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
108
N° de catalogue
V113128
ISBN (ebook)
9783640136520
ISBN (Livre)
9783640136957
Langue
allemand
mots-clé
Rolle Supervision Ausbildung Verhaltenstherapeuten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. med. Claudia Loens-Meßtorff (Auteur), 2008, Die Rolle von Supervision in der Ausbildung von Verhaltenstherapeuten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113128
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Extrait de  108  pages
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