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Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

Title: Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

Bachelor Thesis , 2006 , 38 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Tobias Nolteklocke (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Der in dieser Arbeit behandelte geografische Raum umfasst die Steinkohlenreviere Ruhrgebiet, Ibbenbüren, den Aachener Raum und das Saargebiet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen all diese Reviere unter preußische Herrschaft. Da die Koksproduktion des Ruhrgebietes im Untersuchungsraum mit Abstand die umfangreichste war und auch im Bereich der Nebenproduktgewinnung entscheidende Impulse von dieser Region ausgingen, erfolgt die Darstellung im Wesentlichen an Beispielen aus dieser Region. Der Fokus der Arbeit liegt vor allem auf der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Frühe Ausprägungen der Kokereiindustrie wie Eisenbahn- und Privat-Kokereien ohne eigene Rohstoffgrundlage werden in dieser Arbeit ebenso ausgeklammert wie der Bereich Umweltschutz. Nach einer begrifflichen Erläuterung der für die Kokereiindustrie wichtigen Grundlagen folgt eine Darstellung über die Entwicklung der für die Verkokung eingesetzten Heizsysteme. Ein Überblick über das Wirken und Entstehen der Firma Dr. C. Otto & Comp. führt zunächst in das Thema der Nebenproduktgewinnung ein, bevor beispielhaft die Gewinnung und Bedeutung einzelner Nebenprodukte besprochen wird. Im Kapitel 5 „Mechanisierung“ werden einige in gewisser Weise „Randbereiche der Kokereitechnik“ behandelt, die allerdings für eine wirtschaftlichere Produktion in den Kokereibetrieben von großer Bedeutung waren. Im Fazit werden die herausgearbeiteten allgemeinen Entwicklungstrends zusammengeführt und anhand der gewonnenen Ergebnisse weiterführende Fragen und Forschungsmöglichkeiten formuliert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDLAGEN

2.1 HOLZ

2.2 STEINKOHLE

2.2.1 Chemische Grundlagen

2.2.2 Historische Entwicklung

2.3 VERKOKUNG

3. KOKEREITECHNIK

3.1 MEILER

3.2 SCHAUMBURGER ÖFEN

3.3 BIENENKORBÖFEN

3.4 FLAMMÖFEN

3.5 REGENERATIV-ÖFEN

3.6 VERBUNDÖFEN

3.7 FAZIT KOKEREITECHNIK

4. KOKEREINEBENPRODUKTE

4.1 GAS

4.2 TEER

4.3 AMMONIAK

4.4 BENZOL

5. MECHANISIERUNG

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die technische und wirtschaftliche Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ziel ist es, den Transformationsprozess von frühen, handwerklichen Methoden hin zu mechanisierten und industrialisierten Verfahren nachzuvollziehen sowie die Bedeutung der Nebenproduktgewinnung für das wirtschaftliche Wachstum und den Rohstoffbedarf zu analysieren.

  • Entwicklung technischer Ofensysteme (vom Meiler bis zum Verbundofen)
  • Bedeutung von Steinkohle und Verkokungsprozessen für die Schwerindustrie
  • Rolle der Nebenproduktgewinnung (Gas, Teer, Ammoniak, Benzol)
  • Mechanisierung der Kokereibetriebe zur Steigerung der Produktionseffizienz
  • Einfluss von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Innovationen, beispielhaft dargestellt an der Firma Dr. C. Otto & Comp.

Auszug aus dem Buch

3.3 Bienenkorböfen

Die Verkokung in diesem Backofen, der nach seiner anfänglichen Ähnlichkeit mit der Form eines Bienenkorbes benannt wurde, entwickelte sich in England und verbreitete sich ab 1765. Es kam im Laufe der Zeit zu Weiterentwicklungen und verschiedenen Formen, so dass unter Bienenkorböfen eher eine Gruppe von Öfen zu verstehen ist.

Gemeinsam ist allen, dass sie vollständig ummauert waren, einen Rauchabzug meist in der Mitte der Ofendecke besaßen und mindestens eine verschließbare Öffnung aufwiesen. Der geometrische Grundriss war recht unterschiedlich und wandelte sich vom ovalen oder runden zum rechteckigen Grundriss. Die Öffnung wurde entweder vermauert oder mit einer eisernen Tür verschlossen; über Kontrollöffnungen konnte die Luftzufuhr in den Ofen reguliert werden. Nach vollendeter Verkokung zog bzw. hob man den Koks mithilfe von Hacken und eisernen Gabeln aus dem Ofen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert den Untersuchungsgegenstand, die geografische Eingrenzung auf westdeutsche Steinkohlenreviere und legt den Fokus auf die technische sowie wirtschaftliche Entwicklung der Industrie bis 1918.

2. GRUNDLAGEN: Erläutert die Rohstoffe Holz und Steinkohle, deren chemische Eigenschaften sowie die historische Entwicklung der Steinkohleverkokung bis hin zum industriellen Durchbruch.

3. KOKEREITECHNIK: Beschreibt die Evolution verschiedener Ofentypen, wie Meiler, Bienenkorböfen, Regenerativ- und Verbundöfen, und deren jeweilige Bedeutung für die Effizienz der Koksherstellung.

4. KOKEREINEBENPRODUKTE: Analysiert den technologischen Wandel der Nebenproduktgewinnung und die wirtschaftliche Verwertung von Gas, Teer, Ammoniak und Benzol am Beispiel der Firma Dr. C. Otto & Comp.

5. MECHANISIERUNG: Untersucht den Ersatz manueller Tätigkeiten durch mechanische Verfahren bei der Befüllung und Entleerung der Öfen sowie bei der Ablöschung des Kokses.

6. FAZIT: Fasst die Entwicklungen zusammen und hebt die enge Verflechtung der Kokereiproduktion mit der Hütten- und Chemieindustrie sowie dem ständigen Innovationsdruck hervor.

Schlüsselwörter

Kokereiindustrie, Westdeutschland, Steinkohle, Verkokung, Meiler, Bienenkorböfen, Regenerativöfen, Verbundöfen, Nebenproduktgewinnung, Gas, Teer, Ammoniak, Benzol, Mechanisierung, Dr. C. Otto & Comp.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit behandelt die technologische und wirtschaftliche Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland von ihren Anfängen bis zum Abschluss des Ersten Weltkrieges.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Ofentechnik, die chemischen Grundlagen der Verkokung, die zunehmende Bedeutung der Nebenprodukte und der Mechanisierungsprozess in der Produktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklungslinien der Kokereitechnik anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen und die ökonomische Relevanz der Kokserzeugung und Nebenproduktgewinnung für die deutsche Industrie zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine historisch-technische Untersuchung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Firmenbeständen und statistischen Daten beruht.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Ofenevolution, die wirtschaftliche Nutzung von Nebenprodukten sowie den schrittweisen Übergang zur Mechanisierung der Arbeitsabläufe.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Zu den zentralen Begriffen zählen Kokereitechnik, Industriegeschichte, Nebenproduktgewinnung, Steinkohle und der Strukturwandel in der westdeutschen Schwerindustrie.

Warum war der Übergang von der Handarbeit zur Mechanisierung so schleppend?

Die Mechanisierung erforderte hohe Investitionen und bauliche Veränderungen an den Öfen. Zudem waren viele manuelle Verfahren lange Zeit wirtschaftlich ausreichend, bis Arbeitskräftemangel im Ersten Weltkrieg den Innovationsdruck erhöhte.

Welche Rolle spielte die Firma Dr. C. Otto & Comp. in diesem Kontext?

Das Unternehmen fungierte als Pionier, insbesondere bei der Entwicklung von Nebenproduktanlagen und der Errichtung kompletter Kokereien, was maßgeblich zur technologischen Weiterentwicklung beitrug.

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Details

Title
Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland bis zum Ende des Ersten Weltkrieges
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,6
Author
Tobias Nolteklocke (Author)
Publication Year
2006
Pages
38
Catalog Number
V113227
ISBN (eBook)
9783640139965
ISBN (Book)
9783640140077
Language
German
Tags
Entwicklung Kokereiindustrie Westdeutschland Ende Ersten Weltkrieges Dr. C. Otto & Comp. Koksofenbau Nebenprodukte Ruhrgebiet Oberschlesien Saarland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Nolteklocke (Author), 2006, Entwicklung der Kokereiindustrie in Westdeutschland bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113227
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