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Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Lehr- und Lerntheorien

Titel: Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Lehr- und Lerntheorien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stephanie Reuter (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der menschliche Lernprozess ist seit jeher Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschungen, zählt er doch zu den faszinierendsten und zugleich komplexesten Phänomenen überhaupt. Der Mensch ist von Geburt an lernfähig, so lernen Säuglinge beispielsweise sehr schnell, wie sie ihre Bedürfnisse mitteilen können. Das leistungsfähige Gehirn (gutes Gedächtnis, abstraktes Denken) und die natürliche Neugierde des Menschen unterstreichen diesen Umstand. Lernen geschieht nicht nur bewusst (z. B. in der Schule) sondern oftmals unbewusst (z. B. Spracherwerb von Kleinkindern). Trotzdem werden nicht alle Sinneseindrücke vom menschlichen Gehirn gespeichert – die Sinneswahrnehmungen werden selektiert und bewertet. Gerade für Lehrer stellt sich die Frage, wie ihre Schüler lernen, damit sie die Lernprozesse optimal unterstützen und begleiten können.

In der pädagogischen Diskussion haben sich in den letzten Jahrzehnten drei Lerntheorien herauskristallisiert, die den menschlichen Lernprozess sehr unterschiedlich erklären: Der Behaviorismus, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden ist und bis heute einen großen Einfluss in der wissenschaftlichen Diskussion hat, der Kognitivismus, der aus der Kritik am Behaviorismus hervorgegangen ist und schließlich der Konstruktivismus, der in den 1990er Jahren verstärkt Eingang in die Diskussion gefunden hat.

Beginnend mit einer Begriffsbestimmung von „Lernen“ und „Lerntheorien“ werden in einem zweiten Teil die drei Lerntheorien Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus vorgestellt. Anschließend werden die theoretischen Ausführungen durch drei Lernprogramme ergänzt, wobei jede Lernsoftware einer bestimmten Lerntheorie zugeordnet werden kann. Abschließend sollen die Vor- und Nachteile der drei Lerntheorien und ihre konkreten Einsatzmöglichkeiten im Unterricht diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Behaviorismus

3.1 Das klassische Konditionieren

3.2 Das operante Konditionieren

3.3 Lehr- und lerntheoretische Konsequenzen

4. Kognitivismus

4.1 Neurobiologische Grundlagen der Gehirnforschung

4.2 Drei theoretische Beiträge zu einer Psychologie des kognitiven Lernens

4.3 Lehr- und lerntheoretische Konsequenzen

5. Konstruktivismus

5.1 Was ist der Konstruktivismus?

5.2 Der radikale Konstruktivismus

5.3 Lehr- und lerntheoretische Konsequenzen

5.4 Vor- und Nachteile des Konstruktivismus

6. Zusammenfassung

7. Programmbeispiele

8. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den menschlichen Lernprozess durch die theoretische Linse des Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus, um deren jeweilige Einsatzmöglichkeiten und Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung zu analysieren.

  • Grundlagen des Behaviorismus und die Mechanismen von Reiz-Reaktions-Modellen.
  • Die kognitive Wende: Aktive Informationsverarbeitung und neurobiologische Basis.
  • Konstruktivistische Ansätze als Gegenentwurf zur objektiven Wissensvermittlung.
  • Vergleich der Lerntheorien anhand konkreter Softwarebeispiele.
  • Diskussion der Eignung verschiedener Lerntheorien für unterschiedliche Unterrichtsszenarien.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das klassische Konditionieren

Das Paradebeispiel für den Behaviorismus ist das Klassische Konditionieren oder auch Signallernen. Unter dem Begriff Konditionieren versteht man nun das Erlernen von neuen Reiz- Reaktions- Verbindungen, das bedeutet ein bestimmter Reiz führt dann auch zu einer ganz bestimmten Reaktion. Die Voraussetzung hierfür sind jedoch reflexartige Reaktionen, die einem von Natur aus angeboren sind. Im Verlauf dieses Konditionierungsprozesses wird dann schlussendlich ein neutraler Reiz zu einem bedingten Reiz, wodurch daraufhin dann auch eine bedingte Reaktion ausgelöst wird. Um diese theoretischen Ansätze etwas nachvollziehbarer zu machen, werde ich dies nun einmal konkret an Hand eines typischen Experimentes zur Klassischen Konditionierung verdeutlichen.

Als Begründer der Klassischen Konditionierung gilt der russische Physiologe Iwan Petrowitsch Pawlow (1848- 1936), der in Petersburg das physiologische Labor für experimentelle Medizin gegründet hat, in dem er dann auch den größten Teil seiner berühmten Forschungsarbeiten durchgeführt hat- so auch sein recht bekanntes Experiment zur Untersuchung zwischen dem Zusammenhang des Speichelflusses (Reaktion) und der Fütterung (Reiz) bei Hunden.

Für dieses Experiment ist ein Hund in einen besonderen Apparat gestellt worden, in dem die Intensität des Speichelflusses als Reaktion auf bestimmte Reize gemessen werden konnte. Der Hund hat sich in dieser Apparatur nicht sehr viel bewegen können, so dass sein Kopf geradeaus gerichtet gewesen ist und er immer nach vorne gesehen hat. Ein runder Auffangbehälter, der dem Hund seitlich unter das Maul gebunden worden ist, hat den abgesonderten Speichel des Hundes gesammelt; der Abfluss des Speichels ist mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffs durch eine Fistel nach außen geleitet worden. Direkt vor dem Hund hat eine Schale gestanden, die von außen je nach Belieben mit Futter gefüllt werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese führt in die Thematik des menschlichen Lernens ein und stellt die drei zentralen Lerntheorien vor, die das Fundament der wissenschaftlichen Untersuchung bilden.

2. Begriffsbestimmung: Hier werden die Kernbegriffe „Lernen“ und „Lerntheorien“ definiert, um eine gemeinsame Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.

3. Behaviorismus: Dieses Kapitel erläutert das Reiz-Reaktions-Modell, die Rolle des Lernenden als passive „Black-Box“ und die Bedeutung klassischer sowie operanter Konditionierung.

4. Kognitivismus: Hier wird der Fokus auf die aktive Informationsverarbeitung des Gehirns gelegt, einschließlich neurobiologischer Grundlagen und didaktischer Konzepte wie des entdeckenden Lernens.

5. Konstruktivismus: Dieses Kapitel thematisiert die subjektive Realitätskonstruktion des Lernenden und die damit verbundene Rolle des Lehrers als Berater anstelle eines Wissensvermittlers.

6. Zusammenfassung: Es folgt eine tabellarische Gegenüberstellung der drei Lerntheorien hinsichtlich ihrer Paradigmen, Lernziele und didaktischen Implikationen.

7. Programmbeispiele: Anhand von Vokabeltrainern, Tutorials und Hypertexten wird die praktische Anwendung der zuvor diskutierten Theorien in der Softwareentwicklung veranschaulicht.

8. Diskussion: Das Kapitel schließt mit dem Fazit, dass keine einzelne Lerntheorie universell ist, sondern die Wahl der Methode vom Lernstoff und den Bedürfnissen der Lernenden abhängt.

Schlüsselwörter

Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Lernen, Konditionierung, Informationsverarbeitung, Gehirnforschung, Lerntheorien, Wissenskonstruktion, Didaktik, Lernsoftware, Unterrichtspsychologie, kognitive Wende, Kompetenzentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der drei bedeutenden Lerntheorien Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus und deren Anwendung in modernen Lehr-Lern-Kontexten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der klassischen und operanten Konditionierung, die aktive Informationsverarbeitung sowie die Annahme einer subjektiven Realitätskonstruktion durch den Lernenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den drei Lerntheorien aufzuzeigen, ihre theoretischen Grundlagen zu beleuchten und ihre praktischen Konsequenzen für den Unterricht sowie die Gestaltung von Lernprogrammen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie einen vergleichenden Ansatz, um die Charakteristika der Lerntheorien herauszuarbeiten und diese anhand von praktischen Beispielen aus der Softwareentwicklung zu validieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des Behaviorismus, des Kognitivismus und des Konstruktivismus sowie deren Konsequenzen für das Lehren und Lernen, ergänzt durch eine tabellarische Zusammenfassung und konkrete Beispiele.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter dieser Publikation?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Lernprozesse, Wissenskonstruktion und didaktische Softwaregestaltung geprägt.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Lehrers im Behaviorismus von jener im Konstruktivismus?

Während der Lehrer im Behaviorismus als Autorität auftritt, die den Lernprozess starr steuert, nimmt er im Konstruktivismus die Rolle eines Beraters und Begleiters ein, der lediglich Lernanreize und Feedback gibt.

Welchen Einfluss hat das limbische System auf die kognitive Informationsverarbeitung?

Das limbische System ist maßgeblich für die emotionale Tönung von Prozessen verantwortlich; es verknüpft Informationen mit früheren Erfahrungen und sorgt so für eine kontextbezogene Bewertung, was das Speichern von Inhalten nachhaltig beeinflussen kann.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Lehr- und Lerntheorien
Hochschule
Universität Münster
Note
1,0
Autor
Stephanie Reuter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V113284
ISBN (eBook)
9783640137855
ISBN (Buch)
9783640137978
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lehr- Lerntheorien Behaviorismus Kognitivismus Konstruktivismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Reuter (Autor:in), 2005, Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Lehr- und Lerntheorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113284
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Leseprobe aus  26  Seiten
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