Der vorliegende Beitrag legt den Fokus auf die Chancen und Risiken von Pflegerobotern. Circa 23 Tage im Jahr sind Deutschlands Pflegekräfte laut dem TK-Gesundheitsreport 2019 „Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften“ nicht arbeitsfähig. Im Alltag werden die Pflegenden mit immer wieder neuen beruflichen Herausforderungen konfrontiert. Sei es der Umgang mit provozierenden oder verängstigten als auch zum Teil aggressiven Patienten. Der Umgang mit Gefühlen bei Patientenschicksalen bei schweren Diagnosen, ebenso wie der Kontakt mit dem Tod. Konflikte im Team, aufgrund von steigender Arbeitsverdichtung oder der aktuellen Covid-19-Pandemie stellen für einige Arbeitnehmer*innen eine weitere Schwierigkeit dar.
Pflegekräfte arbeiten seit einer geraumen Zeit am Limit. Dabei wünschen sich nicht nur die Pflegekräfte, sondern auch viele Patienten eine ausführliche Interaktionen und Kommunikation miteinander, häufig bleibt diese auf der Strecke. Die Bereitstellung von Pflegerobotern im Betreuungs- und Pflegebereich, kann einen Teil der anfallenden Arbeit kompensieren.
Pflegerobotik hat ein enormes Potenzial, indem sie etwa das selbstständige Leben verlängert und Pflegekräften durch die Übernahme von körperlich schweren Tätigkeiten, sowie Transportdiensten eine Mithilfe bietet. Ein Potenzial, welches von Pflegenden oft noch verachtet wird. Seit der Corona-Pandemie, erlebt die Entwicklung von Servicerobotern in der Medizinbranche einen rasanten Trend und immer breitere Einsatzmöglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Problemdarstellung
2 Begriffserklärung
2.1 Serviceroboter
2.2 Pflegeroboter
3 Bedeutung der Service Robotik im Gesundheitswesen
3.1 Einsatzfelder der Pflegerobotik
3.2 Akzeptanz und Chance der Pflegerobotik
3.3 Risiko: Privatsphäre und Datenschutz
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Potenziale und Herausforderungen des Einsatzes von Service-Robotik im Gesundheitswesen, um dem wachsenden Personalmangel und der physischen sowie psychischen Belastung in der Pflege zu begegnen.
- Technologische Grundlagen der Servicerobotik
- Einsatzmöglichkeiten von Assistenzrobotern in der Patientenpflege
- Akzeptanzforschung bei Patienten und Pflegepersonal
- Ethische und rechtliche Herausforderungen durch Datenschutz und Privatsphäre
- Perspektiven der Robotik als Unterstützung statt als Ersatz menschlicher Pflege
Auszug aus dem Buch
3.1 Einsatzfelder der Pflegerobotik
Das anerkannte Operationssystem Da Vinci ist bereits in etwa 100 deutschen Kliniken fest etabliert und unterstützt die Operateure etwa in der Thorax- oder Allgemein- und Viszeralchirurgie, es dient dem Operateur als verlängerter Operationsarm. Das zwei Millionen Euro teure Operationssystem bringt für den Patienten Vorteile, so kommt es zu einem geringeren Blutverlust, einer besseren Wundheilung sowie äußerlich kleinen Schnittwunden. Künftig sollen nicht nur im OP Roboter eingesetzt werden, sondern auch auf den peripheren Stationen. Das Frauenhofer-Institut forscht seit einigen Jahren gezielt an der Frage, ob Roboter eine Option bieten, Personal im Pflegealltag zu entlasten.
Als Vorbild dient Japan, hier existiert seit 2015 „Robear“. Der Bär-ähnlich gestaltete Assistenzroboter ist fähig Patienten aus dem Bett in einen Rollstuhl zu heben. Jeder zweite Mitarbeiter in der Pflege gibt an unter chronischen Rückenschmerzen zu leiden, der „Robear“ kann die körperlich schwere Aufgabe eines Transfers übernehmen und stärkt somit zeitgleich die Rückengesundheit der Pflegekräfte. Ein ähnliches Konzept will das Frauenhofer IPA mit „Elevon“ etablieren. Dieser Ansatz beschreibt einen multifunktionalen Personenlifter, welcher mit ergänzenden Assistenzfunktionen ausgestattet ist. Die Pflegekraft kann „Elevon“ elektronisch anfordern und die Technik erkennt anhand von Sensoren, wie er seine Aufnahmesysteme entsprechend positionieren muss, um einen angenehmen Transfer zu verrichten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Einzug von Servicerobotern in den Alltag und adressiert den wachsenden Personalmangel im Gesundheitswesen sowie die Notwendigkeit innovativer Ansätze in der Pflege.
2 Begriffserklärung: In diesem Kapitel werden die technischen Definitionen von Servicerobotern sowie deren spezifische Einordnung als Pflegeroboter zur Unterstützung menschlicher Fachkräfte vorgenommen.
3 Bedeutung der Service Robotik im Gesundheitswesen: Dieses Kapitel erörtert konkrete Einsatzszenarien wie den Pflegeroboter „Robear“, analysiert die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Robotik und diskutiert kritische Risiken bezüglich des Datenschutzes.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Pflegeroboter eine wertvolle Ergänzung bei physischer Entlastung darstellen können, jedoch keinesfalls die menschliche, sozio-emotive Komponente in der Pflege ersetzen dürfen.
Schlüsselwörter
Pflegerobotik, Serviceroboter, Gesundheitswesen, Pflegemanagement, Patientenversorgung, Technikakzeptanz, Datenschutz, Personalknappheit, Assistenzsysteme, Medizintechnik, Patientenwohl, Arbeitsentlastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Servicerobotern im Gesundheitswesen und analysiert dabei sowohl die technologischen Chancen für die Pflege als auch die damit verbundenen Risiken für Patienten und Personal.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Klassifizierung von Pflegerobotern, ihren praktischen Einsatzfeldern, der Akzeptanz dieser Technologien sowie den ethischen Aspekten des Datenschutzes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den potenziellen Nutzen von Pflegerobotern zur Entlastung des Pflegepersonals bei gleichzeitigem Erhalt der Qualität der menschlichen Patientenbetreuung kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die aktuelle Berichte, Studien und Forschungsprojekte von Institutionen wie dem Frauenhofer-Institut und gesundheitspolitische Analysen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit existierenden Systemen wie „Robear“ und „Elevon“, untersucht die Einstellung der Bevölkerung zu diesen Technologien und diskutiert die sensiblen Themen der Privatsphäre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Pflegerobotik, Serviceroboter, Personalentlastung, Technikakzeptanz und Datenschutz.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Servicerobotern und Pflegerobotern?
Während Serviceroboter als allgemeine, frei programmierbare Bewegungseinrichtungen definiert werden, sind Pflegeroboter spezialisierte Systeme, die direkt bei der Versorgung, Lagerung oder Überwachung von Patienten unterstützen.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des „Pflexit“?
Die Autorin stellt fest, dass Roboter allein den Personalmangel nicht beheben können und bei einseitigem Fokus auf Technologie die Gefahr besteht, dass sich Fachkräfte noch weniger wertgeschätzt fühlen, was den Fachkräftemangel durch den sogenannten „Pflexit“ sogar verschärfen könnte.
- Citation du texte
- Linda Bödefeld (Auteur), 2020, Service Robotic im Gesundheitswesen. Analyse der Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134871