Soziale Konflikte entstehen überall, vor allem, wo manchmal Ungerechtigkeit herrscht. Die Plebejer proben den Aufstand von Günter Grass zeigt einen in einen Konflikt verwickelten Intellektuellen. Durch das Plebejer-Drama wird gezeigt, wie der Intellektuelle in diesem sozialen Konflikt, an dem sein Volk beteiligt, reagiert. Ursprünglich ist der Intellektuelle jemand, der Initiativen, Visionen beziehungsweise Konzepte verdeutlicht, die zur Lösung von konkreten gesellschaftspolitischen Problemen führen könnten. Dieser Artikel soll zeigen, wie sich die ambivalente Haltung des Intellektuellen manifestiert und letztlich zur Verzweiflung eines ganzen Volks führen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Intellektuelle: Geschichtliche Entwicklung, Auffassung und Bestimmungen
1.1 Der Begriff des Intellektuellen im Mittelalter und in der Moderne
1.2 Auffassung und Aufgabe des Intellektuellen
2. Die ambivalente Attitüde des Intellektuellen
2.1 Über das Verhältnis des Intellektuellen zum Volk
2.2 Über das Verhältnis des “Intellektuellen” zu den Machthabenden
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen intellektuellem Anspruch und politischem Handeln am Beispiel von Günter Grass' Drama "Die Plebejer proben den Aufstand". Ziel ist es, die ambivalente Haltung des Intellektuellen aufzuzeigen, der einerseits soziale Missstände kritisiert, sich jedoch im entscheidenden Moment aus der praktischen politischen Verantwortung zurückzieht.
- Historische Entwicklung und Definition des Intellektuellenbegriffs.
- Analyse der Rolle des Intellektuellen als gesellschaftlicher "Entwicklungshelfer".
- Konfliktsituation zwischen Theorie (Kunst) und gelebter revolutionärer Praxis.
- Die ambivalente Distanzierung des "Chefs" gegenüber den Nöten des Volkes.
- Verhältnisbestimmung zwischen intellektueller Freiheit und politischer Macht.
Auszug aus dem Buch
Die ambivalente Attitüde des Intellektuellen
Der soziale Konflikt in Grass’ Drama enthüllt eine ambivalente Attitüde des Intellektuellen in der Haltung des Chefs seinem Volk als auch dem Staat gegenüber. Unter seiner doppeldeutigen Haltung versteht man die zugleich positiven und negativen Bewertungen in seinen Haltungen (Vgl. C. Leygue, 2009, S. 22-23).
In seinem Plebejer-Stück sieht Günter Grass im Intellektuellen eine “fiktive Figur”, deren teilweise Bestandteile man aber gar nicht besser erfinden könne (Vgl. V. Neuhaus, 1992, S. 202). Es wird beobachtet, wie sich diese Intellektuellenfigur in einer Situation verhält, in der sich die Arbeiter gegen eine Regierung erheben, die angeblich die Interessen gerade dieser Arbeiter in einem Arbeiter-und Bauern – Staat verritt (Vgl. T. Pelster, 1999, S. 46-47). Die Bewegung der Arbeiter im Stück wird von den Demonstranten selbst nicht als einen Aufstand, sondern als Demonstration zur Erlangung der Befriedigung von ihren Forderungen aufgefasst. Der Chef selbst erkennt die Gründe der Demonstration.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Intellektuelle: Geschichtliche Entwicklung, Auffassung und Bestimmungen: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft des Intellektuellenbegriffs vom Mittelalter bis in die Moderne und definiert die zentralen Aufgaben des Intellektuellen als gesellschaftliche Instanz.
2. Die ambivalente Attitüde des Intellektuellen: Hier wird anhand des Dramas "Die Plebejer proben den Aufstand" das zwiespältige Verhalten des Protagonisten ("der Chef") in Bezug auf das Volk und die Machthaber analysiert, wobei das Scheitern der Verbindung von Theorie und Praxis im Vordergrund steht.
Schlüsselwörter
Intellektuelle, Ambivalenz, soziales Engagement, Günter Grass, Die Plebejer proben den Aufstand, Gesellschaftskritik, soziale Konflikte, Theorie und Praxis, politische Macht, Machtverhältnisse, Verantwortung, Revolution, Aufstand, Literaturanalyse, werkimmanente Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhalten von Intellektuellen in sozialen Konfliktsituationen, konkret dargestellt durch die Figur des "Chefs" in Günter Grass’ Drama "Die Plebejer proben den Aufstand".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die historische Definition des Intellektuellen, die Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch und praktischem Handeln sowie die ambivalente Position des Intellektuellen zwischen dem Volk und der staatlichen Macht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie sich die ambivalente Haltung des Intellektuellen im Drama manifestiert und wie diese Ambivalenz zum Scheitern revolutionärer Bestrebungen beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine werkimmanente Analyse angewandt, auch als "formalistische" Methode bekannt, die den Text als in sich geschlossenes Produkt künstlerischer Konstruktion betrachtet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung des Intellektuellenbegriffs und die konkrete Fallanalyse des "Chefs", wobei dessen Verhalten zu den Plebejern und der politischen Macht untersucht wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Intellektualität, Ambivalenz, gesellschaftliches Engagement, Machtkritik, soziales Gleichgewicht und die literarische Auseinandersetzung mit Aufständen.
Warum wird der "Chef" im Drama als "Chamäleon" bezeichnet?
Die Bezeichnung resultiert aus seinem schwankenden Verhalten, bei dem er einerseits vorgibt, für die Interessen des Volkes einzutreten, sich aber gleichzeitig aus Angst und theoretischer Distanz der aktiven Unterstützung der Arbeiter entzieht.
Welche Bedeutung kommt der "Kunst" der Revolution im Stück zu?
Der "Chef" betrachtet Revolution primär als intellektuelles oder ästhetisches "Lehrstück" oder "Kunst", was zu einem massiven Missverständnis mit den real leidenden Arbeitern führt und deren Aufstand letztlich schwächt.
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- Aka Fabrice (Autor), 2018, Die ambivalente Attitüde des Intellektuellen in sozialen Konflikten am Beispiel "Die Plebejer proben den Aufstand" von Günter Grass, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134946