Die Procter & Gamble (P&G) Gruppe ist ein Konsumgüterkonzern mit Stammsitz in Cincinnati, Ohio (USA). Das Unternehmen wurde mit einem Grundkapital von 7.192,24 US-$ am 31. Oktober 1837 von zwei Europäern gegründet, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert waren: William Procter, einem Kerzenzieher aus England und James Gamble, einem Seifensieder aus Irland (Schisgall 1985, S. 1). Die anfängliche Unternehmenstätigkeit bestand in der Verarbeitung von Fett zu Seife und Kerzen, wobei das Kerzengeschäft in den ersten Jahren die Haupteinnahmequelle darstellte (Schisgall 1985, S. 15). Der erste große Auftrag bestand aus der Belieferung der USArmee mit Kerzen und Seife während des US-Bürgerkrieges (1861-1865) (Schisgall 1985, S. 27). In dieser Zeit baute das Unternehmen seine bestehenden Produktionsanlagen aus und erwarb zusätzliche Gebäude in unmittelbarer Nähe der Fabrik. Die erweiterten Kapazitäten ermöglichten es P&G, auch in der Nachkriegszeit die Nachfrage der während des Krieges unterversorgten Zivilbevölkerung zu befriedigen (Schisgall 1985, S. 31). Mit der Erfindung der elektrischen Glühbirne (1879) stagnierte das Kerzengeschäft (Schisgall 1985, S. 32f.). Zu der Zeit stellte das Unternehmen bereits mehrere Seifensorten her (Schisgall 1985, S. 38). Da für P&G Innovationen schon immer eine große Rolle spielten (Decker 1999, S. 40ff.), war man stets bemüht, die Qualität der Seife zu verbessern. Schließlich gelang es durch jahrelanges Experimentieren mit verschiedenen Sorten von Talgmischungen und Pflanzenölen eine Formel für eine weiße und harte Seife zu erfinden. Ihren Namen „Ivory“ (aus dem Englischen übersetzt: Elfenbein) bekam diese Seife für ihre Reinheit und ihre Festigkeit (Schisgall 1985, S. 39ff.). Um sich von seinen Wettberbern abzugrenzen - zu der Zeit konkurrierte P&G mit anderen 300 Seifenherstellern in den USA - wollte man „die Öffentlichkeit über die erlesene Qualität dieses unverfälschten Produktes informieren“ (Schisgall 1985, S. 43). So entstand mit einem Werbebudget in Höhe von 11.000 US-$ für „Ivory“ das erste Markenprodukt des Unternehmens, das sogar als eines der ersten weltweiten Markenprodukte zählt (Schisgall 1985, S. 47).
Inhaltsverzeichnis
1. The Procter & Gamble Company
1.1. Geschichte
1.2. Unternehmensprofil Procter & Gamble
1.3. Bedeutung des Marketing bei Procter & Gamble
2. Internationalisierung von P&G und die Bearbeitung internationaler Märkte
2.1. Entwicklung des Unternehmens auf internationalen Märkten
2.2. Erste Phase: Nach dem Zweiten Weltkrieg bis Ende der 50er Jahre
2.3. Zweite Phase: Anfang der 60er Jahre bis Ende der 70er Jahre
2.4. Dritte Phase: Anfang der 80er Jahre bis Ende der 90er Jahre
2.5. Vierte Phase: 1999 bis 2005: Umstrukturierung des Unternehmens
2.5.1. Darstellung der „Organization 2005“
2.5.2. Zielsetzungen des Umstrukturierungsprogramms
2.5.3. Einzelne Elemente der „Organization 2005“
2.5.4. Bedeutung der „Organization 2005“ im Bereich Marketing
3. Aufgabenstellung
4. Fallstudienlösung
4.1. Begriffliche Abgrenzung, Zielsetzungen und Maßnahmen des Global Marketing
4.2. Global Marketing im Zuge der Globalisierung
4.3. Konzepte der internationalen Unternehmung
4.3.1. Konzept nach Bartlett/Ghoshal
4.3.2. Konzept nach Perlmutter
4.3.3. Grundtypen internationaler Marketingkonzepte
4.4. Vor- und Nachteile des Global Marketing
4.5. Beurteilung der „Organization 2005“ hinsichtlich des Marketingmanagements
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Strategien von Procter & Gamble im Bereich des Global Marketing vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Unternehmensumstrukturierung durch das Programm "Organization 2005". Ziel ist es, die Entwicklung der Managementorientierung und die Auswirkungen der globalen Standardisierung auf den lokalen Markterfolg zu untersuchen.
- Entwicklung und Internationalisierungsphasen von Procter & Gamble
- Theoretische Grundlagen des Global Marketing und der globalen Unternehmung
- Analyse des Umstrukturierungsprogramms "Organization 2005"
- Vor- und Nachteile globaler Marketingstrategien in der Praxis
- Beurteilung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit durch das Motto "Think global, act local"
Auszug aus dem Buch
1.1. Geschichte
Die Procter & Gamble (P&G) Gruppe ist ein Konsumgüterkonzern mit Stammsitz in Cincinnati, Ohio (USA). Das Unternehmen wurde mit einem Grundkapital von 7.192,24 US-$ am 31. Oktober 1837 von zwei Europäern gegründet, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert waren: William Procter, einem Kerzenzieher aus England und James Gamble, einem Seifensieder aus Irland (Schisgall 1985, S. 1). Die anfängliche Unternehmenstätigkeit bestand in der Verarbeitung von Fett zu Seife und Kerzen, wobei das Kerzengeschäft in den ersten Jahren die Haupteinnahmequelle darstellte (Schisgall 1985, S. 15). Der erste große Auftrag bestand aus der Belieferung der US-Armee mit Kerzen und Seife während des US-Bürgerkrieges (1861-1865) (Schisgall 1985, S. 27).
In dieser Zeit baute das Unternehmen seine bestehenden Produktionsanlagen aus und erwarb zusätzliche Gebäude in unmittelbarer Nähe der Fabrik. Die erweiterten Kapazitäten ermöglichten es P&G, auch in der Nachkriegszeit die Nachfrage der während des Krieges unterversorgten Zivilbevölkerung zu befriedigen (Schisgall 1985, S. 31).
Zusammenfassung der Kapitel
1. The Procter & Gamble Company: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Gründung und Entwicklung von P&G sowie eine Darstellung des aktuellen Unternehmensprofils inklusive der bedeutendsten Marken.
2. Internationalisierung von P&G und die Bearbeitung internationaler Märkte: Dieser Abschnitt beschreibt die vier Phasen der globalen Expansion von P&G und analysiert detailliert das Umstrukturierungsprogramm "Organization 2005".
3. Aufgabenstellung: Dieser Teil definiert den formalen Rahmen der Fallstudie und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Global Marketing-Strategie des Unternehmens.
4. Fallstudienlösung: Im Hauptteil der Arbeit werden die theoretischen Konzepte von Bartlett/Ghoshal und Perlmutter auf P&G angewandt, die Vor- und Nachteile globaler Strategien abgewogen und das Leitbild "Think global, act local" bewertet.
Schlüsselwörter
Procter & Gamble, Global Marketing, Internationalisierung, Organization 2005, Standardisierung, Global Business Units, Marktbearbeitung, Perlmutter, Bartlett/Ghoshal, Wettbewerbsvorteil, Markenmanagement, Lokalisierung, Effizienzsteigerung, Konsumgüterbranche, Unternehmensstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Procter & Gamble seine internationalen Marketingaktivitäten durch das Programm "Organization 2005" neu ausgerichtet hat, um den Spagat zwischen globaler Standardisierung und lokaler Marktanpassung zu meistern.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zu den zentralen Themen gehören die Unternehmensgeschichte, die verschiedenen Phasen der Internationalisierung, die theoretischen Ansätze der internationalen Unternehmungsführung und die praktische Umsetzung der "Organization 2005"-Struktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse der Auswirkungen einer globalen Marketingstrategie auf die Wettbewerbsposition von P&G und die kritische Würdigung des Erfolgs der Reorganisation seit 1999.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Es handelt sich um eine Fallstudie, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Geschäftsberichten und Branchenanalysen basiert, um die Unternehmensentwicklung theoretisch und praktisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (EPRG-Konzept, Bartlett/Ghoshal) sowie deren Anwendung auf P&G, gefolgt von einer Vor- und Nachteilsdiskussion globaler Marketingstrategien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Global Marketing, Standardisierung, globale Geschäftseinheiten (GBU) und das Leitmotiv "Think global, act local" geprägt.
Was unterscheidet das frühe P&G von der heutigen Struktur?
Früher agierten die Auslandsniederlassungen weitgehend autark und multinational, während P&G heute durch GBUs geozentrisch organisiert ist, bei denen die globale Koordination Vorrang hat.
Welche Bedeutung hat das Motto "Think global, act local"?
Es beschreibt bei P&G eine spezifische Form der Kooperation, bei der globale Strategien von den GBUs entwickelt und von den lokalen MDOs unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten implementiert werden.
- Citation du texte
- Alla Malkis (Auteur), 2006, Fallstudien zu neueren Entwicklungen im Internationalen Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113817