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Biographie und psychische Krankheit - Die depressive Erkrankung

Eine Einzelfallstudie

Title: Biographie und psychische Krankheit - Die depressive Erkrankung

Thesis (M.A.) , 2008 , 336 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: MA Nancy Gädeke (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Auszug des Gutachtens:

Nancy Gädeke stellt die Biographien von Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, in ihrer Gesamtheit in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung. Mit Methoden der Biographieanalyse (Fritz Schütze) untersucht sie das Krankheitsbild der Depression eingebettet in den Kontext des gesamten Lebenslaufs. Sie betrachtet Probleme der Lebensführung in unterschiedlichen Lebensphasen und beschreibt inneres und äußeres Erleben von depressiven Menschen im Kontext des gesamten Lebenslaufs. Die Magisterarbeit Nancy Gädekes ist theoretisch in der phänomenologischen Soziologie und im symbolischen Interaktionismus verankert. Methodologisch ist die Arbeit ein Beitrag zur qualitativ-rekonstruktiven Sozialforschung.
In ihrer Arbeit beschäftigt sich die Autorin differenziert mit dem Verfahren der autobiographischen Erzählanalyse auf der Grundlage narrativer Interviews. Das für die Fallstudie ausgewählte Interview stammt von einer Patientin, deren Erkrankung erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde, und die entsprechend erst nach einem völligen Zusammenbruch behandelt wird. Biographieanalytisch betrachtet handelt es sich bei der Informantin um eine Frau, die eine tiefgehende Verlaufskurve des Erleidens durchlebt hat und noch durchlebt, und die mit dem Einsetzen der Krankheitsdefinition und Behandlung in einem Prozess der biographischen Transformation steckt. Die Autorin stellt Prozessstrukturen des Lebensablaufs fest und bespricht das Interview im Lichte relevanter Kategorien der soziologischen Biographieanalyse. So entwickelt die Autorin z.B. Dimensionen von Fremdheit in der Lebensgeschichte ihrer Informantin. Neben der Darlegung der thematischen Entfaltung der Lebensgeschichte und ihrer Beschreibung in biographieanalytischer Hinsicht leistet die Autorin auch eine Beschreibung der sprachlichen Darstellungsprozesse im Verlauf des Interviews nach Verfahren der ethnomethodologischen Konversationsanalyse.
Einen weiteren Schwerpunkt der Fallstudie bilden die Entwicklung einer biographischen Gesamtformung und die differenzierte Beschreibung von Prozessen biographischer Arbeit. Hier verdichtet die Autorin die gewonnenen Analyseergebnisse zu einem komplexen Bild des Zusammenspiels von Lebenslauf, Beziehungsmustern, Verletzungsdispositionen, akkumuliertem Verlaufskurvenpotential und psychischer Krankheit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Forschungsprozess

1.1 Einführende Bemerkung zur depressiven Erkrankung

1.2 Entstehung und Wandel des Forschungsinteresses, Entwicklung des Forschungsdesigns

1.3 Stand der Forschung im untersuchten Feld

1.4 Durchführung der Interviews

1.4.1 Vorüberlegungen und Entscheidungen betreffend der Informantengewinnung

1.4.2 Vorgespräch und Verlauf des Interviews

2. Methodische und theoretische Überlegungen und Konzepte

2.1 Was bringt autobiographisch- narratives Interview hervor?

2.2 Technik des autobiographisch-narrativen Interviews

2.2.1 Gliederung des autobiographisch-narrativen Interviews

2.2.2 Schritte der Textanalyse

2.3 Das Konzept der Verlaufskurve

3. Fallstudie: Susanne Bräuer

3.1 Strukturelle Beschreibung

3.2 Biographische Gesamtformung

3.3 Biographische Arbeit: Theoretische Verarbeitung und handlungsschematische Bearbeitung der Verlaufskurve

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der vorliegenden Magisterarbeit ist die biographieanalytische Untersuchung von Erleidensprozessen psychiatrischer Patienten, mit einem spezifischen Fokus auf die depressive Erkrankung. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie betroffene Personen ihren Alltag und ihre Handlungsineffizienz erleben, welche Rolle die stationäre Therapie spielt und inwiefern der Klinikaufenthalt zu einem biographischen Wendepunkt werden kann.

  • Biographische Analyse von Depressionsverläufen
  • Anwendung und Technik des autobiographisch-narrativen Interviews
  • Konzeptualisierung und Stadien der Verlaufskurve nach Schütze
  • Detaillierte Einzelfallstudie von Susanne Bräuer
  • Theoretische Verarbeitung und handlungsschematische Restabilisierung der Lebenssituation

Auszug aus dem Buch

1.1 Einführende Bemerkung zur depressiven Erkrankung

Bei der vorliegenden soziologischen Studie handelt es sich um eine biographieanalytische Untersuchung zum Thema der psychischen Erkrankung auf der Grundlage narrativer Interviews. Mein Interesse an dem Entwickeln einer Forschungsarbeit zum Thema der psychischen Erkrankung, im Speziellen zu der depressiven Erkrankung, entstand während meiner Arbeit in einer psychiatrischen Klinik, in der ich für ungefähr drei Monate als Praktikantin auf der Depressionsstation angestellt war. Bevor ich genauer auf mein Forschungsvorhaben und den Forschungsprozess eingehe, seien zunächst erst einmal ein paar Informationen zu der psychischen Krankheit Depression gegeben:

Was Statistiken betrifft, so unterscheiden sich die Angaben – um einige Beispiele zu nennen: CHICHA (’03) zufolge gehört die Depression zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung. Es würde geschätzt, dass etwa jeder Fünfte im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. (S. 3) PLENDL (’06) gibt an, dass in Deutschland circa acht Prozent der Bevölkerung, also ungefähr 6,5 Millionen Menschen, an einer depressiven Erkrankung leiden (S. 5). RUDOLF u.a. (’06) ist zu entnehmen, dass von den Personen, die in Deutschland eine Allgemeinarztpraxis aufsuchen, circa zwölf Prozent an einer depressiven Störung leiden (S. B1503). Generell ist jedoch davon auszugehen, dass Frauen doppelt so häufig wie Männer betroffen sind (PLENDL ’06; S. 10 und RUDOLF u.a. ’06; S. B1503), wobei der Zeitpunkt der ersten Erkrankung bei 50 Prozent der Betroffenen vor dem 32. Lebensjahr liegt (RUDOLF ’06; S. B1503).

Was ein weitläufiges Problem darstellt, ist, dass das Vorliegen einer psychischen Erkrankung häufig lange unbemerkt bleibt. RUDOLF u.a. (’06) zufolge trifft dies auf ein Viertel der Betroffenen zu, die aufgrund ihrer Beschwerden einen Allgemeinmediziner aufsuchen (S. B1503). Ursachen für die geringe Erkennungsrate sind insbesondere, dass die Patienten die depressive Symptomatik nicht ansprechen, allein deshalb, weil sie sie selbst nicht erkennen und dass die Beschwerden, die geäußert werden, vom behandelnden Arzt als durch andere medizinische Störungen ausreichend begründet gesehen werden. (RUDOLF u.a. ’06; S. B1504).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Forschungsprozess: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Forschungsinteresses während eines Klinikpraktikums, die Auswahlkriterien für Informanten und die methodische Herangehensweise an die Datenerhebung.

2. Methodische und theoretische Überlegungen und Konzepte: Hier werden die theoretischen Grundlagen des autobiographisch-narrativen Interviews sowie das Konzept der Verlaufskurve nach Schütze ausführlich dargelegt und deren Eignung für die Analyse biographischer Erleidensprozesse begründet.

3. Fallstudie: Susanne Bräuer: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten strukturellen Beschreibung, der biographischen Gesamtformung und der Analyse der theoretischen sowie handlungsschematischen Verarbeitung von Frau Bräuers Lebensgeschichte.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Biographieanalyse, Depression, narratives Interview, Verlaufskurve, Orientierungszusammenbruch, Handlungskompetenz, Erleidensprozess, Psychische Erkrankung, Alltagsbewältigung, Identitätswandlung, Fallstudie, Psychiatrie, Biographische Arbeit, Qualitative Sozialforschung, Lebensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine biographieanalytische Untersuchung, die sich mit dem Erleben und der Verarbeitung psychischer Krankheiten, insbesondere der Depression, auf Basis von narrativen Interviews auseinandersetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Verlust der Handlungskompetenz bei depressiven Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Lebensführung und die Bedeutung therapeutischer Interventionen für die biographische Restabilisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, typische Strukturen des Erleidens und des Umgangs mit Depressionen in Biographien aufzudecken, ausgehend von der Erfahrung des Orientierungszusammenbruchs bis hin zur therapeutischen Aufarbeitung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt das autobiographisch-narrative Interview nach dem methodischen Ansatz von Schütze, um subjektive Wirklichkeiten und biographische Prozessstrukturen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird eine tiefgehende Fallstudie der Informantin „Susanne Bräuer“ präsentiert, die ihre Lebensgeschichte, ihre Erkrankung, den Zusammenbruch des Alltags und den therapeutischen Prozess chronologisch und analytisch aufarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Biographieanalyse, Depression, Verlaufskurve, Orientierungszusammenbruch, Identitätswandlung und qualitative Sozialforschung.

Wie unterscheidet sich der Fall von Frau Bräuer von anderen Patienten?

Frau Bräuer ist ein besonders reichhaltiger Fall, da ihre Biographie tiefgreifende Erleidensprozesse und einen totalen Zusammenbruch der Alltagsbewältigung widerspiegelt, was sie zu einer idealen Probandin für die Analyse von „Verlaufskurven“ macht.

Welche Bedeutung hat das Konzept der „Verlaufskurve“ für diese Studie?

Das Konzept hilft zu erklären, wie betroffene Menschen die Kontrolle über ihr Leben an fremdbestimmte, krankheitsbedingte Prozesse verlieren und wie sie versuchen, durch biographische Arbeit wieder eine neue Handlungsstruktur zu finden.

Warum spielt die Rolle der Angehörigen in dieser Analyse eine so große Rolle?

Die Analyse verdeutlicht, dass die Interaktion mit dem sozialen Umfeld – insbesondere dem Ehemann und den Kindern – maßgeblich dazu beiträgt, ob sich der Zustand stabilisiert oder weiter verschlechtert, was die psychische Belastung der Betroffenen unmittelbar beeinflusst.

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Details

Title
Biographie und psychische Krankheit - Die depressive Erkrankung
Subtitle
Eine Einzelfallstudie
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Soziologie / Fakultät für Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
MA Nancy Gädeke (Author)
Publication Year
2008
Pages
336
Catalog Number
V113910
ISBN (eBook)
9783640151844
ISBN (Book)
9783640154234
Language
German
Tags
Biographie Krankheit Erkrankung Depression narratives Interview Soziologie rekonstruktive Sozialforschung psychisch Einzelfallstudie qualitative Sozialforschung Verlaufskurve Biographieanalyse Gesprächsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Nancy Gädeke (Author), 2008, Biographie und psychische Krankheit - Die depressive Erkrankung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113910
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