Selbstreguliertes Lernen bedeutet, dass ein Lerner sich selbständig Lernziele setzt und das Erreichen dieses Ziels konsequent zu verfolgen. Zu diesem Zweck werden sowohl kognitive als auch metakognitive Strategien angewandt. Den Fortschritt bei dieser Form des Lernens kontrolliert der Lernende selbst.
Auch für die Motivation vor Beginn und im Verlaufe des Lernprozesses ist der Lerner selbst verantwortlich. Diese ist abhängig „von der Leistungsmotivation, dem Interesse und der intrinsischen Motivation des Lerners“.
Das bedeutet also, dass bei hoher Motivation und großem Interesse von Seiten des Lernenden eine beständige, aber auch häufigere Lernaktivität zu erwarten ist als bei schwächerer Motivation.
Die oben erwähnte intrinsische Motivation bedeutet, dass der Lerner sozusagen aus sich selbst heraus motiviert ist und eine Aufgabe bewältigen möchte, so dass dementsprechend Lernstrategien ausgewählt werden, die zu einem tieferen Verstehen und behalten führen als solche, die aus einer von außen an den Lerner herangetragenen, extrinsischen Motivation hervorgehen.
Boekarts hat anhand dieser Merkmale das Drei-Schichten-Modell des selbstregulierten Lernens entwickelt, das die verschiedenen Strategien in Form eines Schaubilds verdeutlichen soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Definitionen von Selbstreguliertem Lernen
2. Selbstreguliertes Lernen in Bildungsstandards
3. Selbstreguliertes Lernen in der Schule
3.1 Möglichkeiten für Freiräume
3.2 Durchführungshäufigkeit
3.3 Durchführungshäufigkeit im internationalen Vergleich
4. Ergebnisse der Gruppenarbeitsphase
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung von selbstreguliertem Lernen im schulischen Kontext, mit dem Ziel, Möglichkeiten und Herausforderungen für eine stärkere Öffnung des Unterrichts aufzuzeigen.
- Theoretische Fundierung durch das Drei-Schichten-Modell
- Integration in deutsche Bildungsstandards
- Methodische Ansätze zur Öffnung des Unterrichts
- Praktische Anwendungsbeispiele in verschiedenen Schulfächern
- Empirische Erkenntnisse zur Durchführungshäufigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Möglichkeiten für Freiräume
Um die Klasse, wie in den Rahmenrichtlinien vorgesehen, an die Strategien des selbstregulierten Lernens heranzuführen, gibt es in jedem Unterrichtsfach eine Vielzahl von Möglichkeiten, die neuen Lernmethoden in den Unterricht zu integrieren, um somit einen höheren Grad von Selbständigkeit bei den Schülern zu erzeugen. Auf die Frage, ob und wie häufig diese Möglichkeiten in der Realität auch tatsächlich umgesetzt werden, soll unter den Punkten 3.2 und 3.3 näher eingegangen werden. Zunächst sollen aber die einzelnen Vorgehensweisen zur Einbindung selbstregulierter Lernstrategien in den Unterricht erläutert werden.
Im Idealfall sollen die Schüler an Entscheidungen über inhaltliche und/oder methodische Vorgehensweisen beteiligt werden. Allerdings sind die Auswirkungen dieses Mitbestimmungsrechts auf den Unterricht bisher noch nicht erforscht worden. Eine Öffnung des Unterrichts kann, wie bereits erwähnt, auf sehr vielen unterschiedlichen Wegen erreicht werden.
So kann beispielsweise die Bestimmung des Stundenthemas beziehungsweise der Unterrichtseinheit an die Klassengemeinschaft übergeben werden (vgl. Hartinger 2005, S.398). Bei dieser Methode sollte die Lehrkraft den Schülern möglichst eine Auswahl von Themen oder größeren Themengebieten präsentieren, aus denen sie wählen kann. Die Kinder können sich hierbei auf ihre Interessengebiete einigen. Allerdings ist von Seiten des Lehrers darauf zu achten, dass die Auswahlmöglichkeiten im Bereich dessen liegen, was im Laufe des Schuljahres bearbeitet werden muss.
Die freie Wahl von Aufgaben ist ebenfalls sehr gut dazu geeignet, den Schülern die Vorteile der Selbstregulierung näherzubringen (vgl. Hartinger 2005, S.398). Hierzu werden von dem Lehrenden eine dem Thema angepasste Auswahl von Aufgaben zusammengestellt. Allerdings müssen nicht von jedem Schüler alle Aufgaben bearbeitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definitionen von Selbstreguliertem Lernen: Erläutert die Grundlagen selbstregulierten Lernens und führt das Drei-Schichten-Modell nach Boekarts ein.
2. Selbstreguliertes Lernen in Bildungsstandards: Untersucht, wie Prinzipien des selbstregulierten Lernens in aktuellen Lehrplänen der Fächer Englisch, Geschichte und Kunst verankert sind.
3. Selbstreguliertes Lernen in der Schule: Diskutiert konkrete Methoden der Unterrichtsöffnung und analysiert deren Anwendungshäufigkeit sowie internationale Vergleiche.
4. Ergebnisse der Gruppenarbeitsphase: Präsentiert praxisorientierte Konzepte zur Umsetzung selbstregulierten Lernens in verschiedenen Schulfächern, die im Rahmen einer Seminararbeit entwickelt wurden.
5. Schlussbetrachtung: Reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen der Unterrichtsöffnung und betont die Notwendigkeit einer individuellen Anpassung sowie schrittweisen Heranführung.
Schlüsselwörter
Selbstreguliertes Lernen, Drei-Schichten-Modell, Unterrichtsöffnung, Metakognition, Lernstrategien, Bildungsstandards, Eigenverantwortung, Freiarbeit, Motivation, Lehrkraft, Schulentwicklung, Lernprozesse, Kompetenzerwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des selbstregulierten Lernens und wie dieses effektiv in den Schulunterricht integriert werden kann, um die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Drei-Schichten-Modell nach Boekarts, die Verankerung in Bildungsstandards, diverse Methoden der Unterrichtsöffnung sowie praktische Umsetzungsbeispiele.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch verschiedene Freiraummöglichkeiten den Unterricht öffnen können, um Schülern ein selbstständigeres Lernen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer Modelle und einer Auswertung empirischer Feldstudien zur Umsetzung von Unterrichtsöffnung in der Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse der Bildungsstandards, die Darstellung konkreter Strategien zur Unterrichtsöffnung sowie Ergebnisse einer seminarinternen Gruppenarbeitsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Selbstreguliertes Lernen, Unterrichtsöffnung, metakognitive Strategien, Eigenverantwortung der Schüler und didaktische Konzepte.
Warum ist die Lehrkraft bei der Einführung selbstregulierten Lernens so wichtig?
Die Lehrkraft ist entscheidend, da sie die Rahmenbedingungen schaffen muss und den Lernprozess individuell an die Bedürfnisse und das Niveau der Schüler anpassen muss, da selbstständiges Lernen erst erlernt werden muss.
Welche Rolle spielt die Motivation beim selbstregulierten Lernen?
Motivation ist eine zentrale Voraussetzung, da der Lernende selbst verantwortlich für den Prozess ist und eine intrinsische Motivation zu einem tieferen Verständnis und einer höheren Lernaktivität führt.
- Quote paper
- Daniela Garthaus (Author), Mareike Drexhage (Author), 2008, Selbstreguliertes Lernen in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114047