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Öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung

Title: Öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: David Liebelt (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Aufgrund der zunehmenden Beteiligung von Frauen an der industriell geprägten Erwerbstätigkeit und der damit verbundenen Trennung von Arbeits- und Lebensbereich, ergab sich im Zuge der industriellen Revolution die Notwendigkeit, zur Betreuung von Kindern während der Abwesenheit der Eltern. Erste Einrichtungen zur Betreuung der Kinder„wurden durch den sozialen und finanziellen Einsatz engagierter Bürger getragen, die bestrebt waren, dem „moralischen Verfall“ der unbeaufsichtigten Kinder entgegenzutreten.“ Im Vordergrund stand dabei zunächst nur die Aufbewahrung der Kinder während der Arbeitszeit der Eltern; weitergehende Erziehungsziele waren damit nicht verbunden.
Erst in den 60er Jahren wurde der Kindergarten als Regelinstitution anerkannt, die durch frühe vorschulische Erziehung und Bildung die Chancengleichheit der Kinder im Zuge der deutschen Bildungsreform unterstützen sollte. In Westdeutschland war der Kindergarten als „Sozialisationsinstitution“ zunächst vorwiegend auf die halbtägige Kinderbetreuung ausgerichtet. Dies korrespondierte mit der seinerzeit noch verbreiteten Einstellung, dass sich die Erwerbstätigkeit von Frauen allenfalls auf einen Hinzuverdienst beschränken solle, der Schwerpunkt für Frauen aber nicht in der Berufswelt liege, sonder in der Familienführung. Demgegenüber war in der DDR ––dem Ideal der gleichberechtigten Tätigkeiten von Männern und Frauen folgend, schon frühzeitig eine ganztägige Betreuung von Kindern aller Alterklassen üblich. Mittlerweile ist es weitgehend gesellschaftlicher Konsens, dass eine geschlechtsspezifische Trennung von Beruf und Kinderbetreuung nicht mehr zeitgemäß ist Mit der Neuregelung des Schwangeren- und Familienhilfegesetzes vom 01.01.1996 wurde jedem Kind im Vorschulalter ein „Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz“ im Kinder- und Jugendhilfegesetz gewährt. Mittlerweile gibt es in Westdeutschland ein fast flächendeckendes Halbtagsbetreuungsangebot Die ganztägige Betreuung inklusive Mittagessen - eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile - wird zwar als Ideal postuliert, ist aber noch immer die Ausnahme. Ein wesentlicher Grund für die geringe Verbreitung von ganztätigen Betreuungsangeboten liegt unter anderem in der strittigen Finanzierungsfrage.
Im Folgenden wird die öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung erläutert...

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung

2.1 Gründe öffentlicher Finanzierung

2.2 Die Finanzierung der institutionellen Kinderbetreuung

2.3 Problematik der gegebenen Finanzierung

3. Das Gutscheinsystem als Reformansatz im Bereich der Kindertagesstätten

3.1 Ziele des Gutscheinsystems

3.2 Voraussetzungen zur Zielerreichung

3.3 Finanzierungsmöglichkeiten des Gutscheinmodells

4. Bewertung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die bestehenden Strukturen der öffentlichen Finanzierung von Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland, identifiziert deren systembedingte Schwachstellen und analysiert das Gutscheinsystem als wettbewerbsorientierten Reformansatz zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Wahlmöglichkeiten.

  • Historische Entwicklung der institutionellen Kinderbetreuung
  • Ökonomische Begründung staatlicher Finanzierungseingriffe
  • Analyse der Mängel in der aktuellen Mittelallokation
  • Das Gutscheinsystem als Instrument der Subjektsubventionierung
  • Wettbewerbseffekte und Anforderungen an die Qualitätssicherung

Auszug aus dem Buch

2.1 Warum öffentliche Finanzierung

Die grundsätzliche Überlegung einer öffentlichen Finanzierung ist, dass bestimmte Güter und Dienstleistungen den Bedürfnissen der Nachfrager entsprechend bereitgestellt werden müssen. In einem marktwirtschaftlichen Prozess kann der Nachfrager seine Präferenzen über seine Zahlungsbereitschaft für das jeweilige Gut kundtun. Der Anbieter entscheidet anhand der Nachfrage ob und zu welchem Preis es lohnenswert ist ein Gut anzubieten und zu verkaufen. Der neoklassischen Markttheorie zufolge arbeitet der Markt über den Preismechanismus bei der Ressourcenallokation effizient und pareto-optimal.

Marktversagen entsteht dann wenn z.B. Informationsasymmetrien, externe Effekte oder Marktmacht (z.B. Monopol) eines Anbieters vorliegen. Durch die öffentliche Finanzierung von Kindertagesstätten greift der Staat in den Markt ein um allokative und distributive Ziele zu erreichen. Nach Kreyenfeld lässt sich eine öffentliche Förderung von Kindertageseinrichtungen insbesondere durch drei Hauptziele rechtfertigen:

a) Erzeugung von Startchancengleichheit für Kinder

b) Erzeugung von Chancengleichheit und Erwerbsförderung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

c) Unterstützung der Humankapitalallokation

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Wandel der Kinderbetreuung von der reinen Verwahrung hin zur vorschulischen Bildung und verdeutlicht die Notwendigkeit einer Reform angesichts strittiger Finanzierungsfragen.

2. Öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Gründe für staatliche Eingriffe in den Betreuungsmarkt und beschreibt das aktuelle, überwiegend kommunal steuerfinanzierte System sowie dessen strukturelle Problematiken.

3. Das Gutscheinsystem als Reformansatz im Bereich der Kindertagesstätten: Hier werden die Ziele, notwendigen Voraussetzungen und Finanzierungsmodelle des Gutscheinkonzepts als nachfrageorientierte Alternative zum bestehenden System detailliert analysiert.

4. Bewertung und Fazit: Das abschließende Kapitel diskutiert die Erfolgsaussichten und potenziellen Risiken des Gutscheinsystems und zieht Schlussfolgerungen aus ersten praktischen Erfahrungen.

Schlüsselwörter

Kinderbetreuung, Öffentliche Finanzierung, Gutscheinsystem, Kindertagesstätten, Chancengleichheit, Marktversagen, Subjektsubventionierung, Elternbeiträge, Humankapital, Wettbewerb, Bildungsreform, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kindertagesbetreuung, Finanzierungsmodell, Konsumentensouveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der öffentlichen Finanzierung von Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland und prüft, inwiefern ein Gutscheinsystem als Reformansatz zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Versorgungsqualität dienen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Rechtfertigung staatlicher Eingriffe, die Analyse der derzeitigen Finanzierungsdefizite im Sektor der Kindertagesstätten sowie die Funktionsweise und Auswirkungen von Gutscheinmodellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Umstellung auf eine subjektsubventionierte Finanzierung mittels Gutscheinen die Konsumentensouveränität der Eltern gestärkt und die Qualität durch Wettbewerb erhöht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung ökonomischer Markttheorien, der Untersuchung bestehender Finanzierungsstrukturen sowie der Betrachtung von Simulationsmodellen und Fallbeispielen basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der öffentlichen Finanzierung insbesondere die Mängel des aktuellen Status quo und die verschiedenen Ausgestaltungsmöglichkeiten von Gutscheinen (z.B. Zeit- vs. Wertgutscheine) erörtert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch die Begriffe Subjektsubventionierung, Chancengleichheit, Wettbewerb im Bildungssektor und die ökonomische Analyse von Betreuungsmärkten.

Warum wird im aktuellen System ein "Prinzipal-Agenten-Problem" gesehen?

Das Problem ergibt sich daraus, dass zwischen Eltern und den Betreuungseinrichtungen Informationsasymmetrien bestehen, wodurch nicht immer gewährleistet ist, dass die Qualität der erbrachten Bildungs- und Erziehungsleistung den Bedürfnissen entspricht.

Welche Rolle spielt die soziale Durchmischung bei der Finanzierung?

Die soziale Durchmischung gilt als sozialpolitisches Ziel, das durch einkommensabhängige Gutscheinwerte gefördert werden soll, um eine Segregation zu verhindern und allen Kindern gleiche Startchancen unabhängig vom Elternhaus zu ermöglichen.

Welche Herausforderungen identifiziert der Autor für das Gutscheinsystem?

Der Autor weist darauf hin, dass insbesondere in ländlichen Regionen durch Monopolstellungen der Wettbewerb eingeschränkt ist und das System bei mangelnder Budgetplanung die öffentlichen Haushalte finanziell stark belasten könnte.

Welche Rückschlüsse werden aus internationalen Beispielen wie Hamburg oder Großbritannien gezogen?

Diese Beispiele dienen als empirische Anhaltspunkte, um auf mögliche Systemfehler hinzuweisen, die bei einer theoretischen Planung oft übersehen werden, etwa die Auswirkungen von Kapazitätsdeckelungen auf die effektive Wahlfreiheit.

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Details

Title
Öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung
College
University of Freiburg  (Politikwissenschaftliches Seminar/ Wirtschaftspolitik)
Course
Gesundheitssysteme – Ökonomik und Politik sozialer Dienstleistungen
Grade
2,3
Author
David Liebelt (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V114180
ISBN (eBook)
9783640156559
ISBN (Book)
9783640156580
Language
German
Tags
Finanzierung Kinderbetreuung Gesundheitssysteme Politik Dienstleistungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Liebelt (Author), 2007, Öffentliche Finanzierung institutioneller Kinderbetreuung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114180
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