Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung bekommen Fremdsprachenkenntnisse eine zunehmende Bedeutung, sie werden gar in vielen Fällen zur Grundvoraussetzung für eine moderne Berufsausbildung. Im europäischen Raum ist eine 3- Sprachenformel aufgestellt worden. Nach dieser sollen alle Schüler bis zum Ende der Pflichtschulzeit drei Sprachen, die Erstsprache (L1) sowie zwei Fremdsprachen (L2) so weit erlernen, dass sie für künftige sprachliche Anforderungen ausreichend sind (Möller, Jens & Zaunbauer- Womelsdorf, 2008).
Um diesem Ziel zu näher zu kommen, ist der Englischunterricht an Grundschulen in Deutschland eingeführt worden. Hierbei handelt es sich in der Regel um klassischen Englischunterricht. Es gibt allerdings auch Schulen, in denen die Kinder immersiv unterrichtet werden. Aber was ist Immersion? Wo liegt der Unterschied zwischen Fremdsprachenlernen und Zweitspracherwerb? Nach welchen Prinzipien erfolgt Immersionsunterricht?
Mit diesen Fragen werde ich mich in der vorliegenden Arbeit beschäftigen. Dafür stelle ich zunächst das Fremdsprachenlernen dem Zweitspracherwerb gegenüber. Darauf folgend werde ich einen Überblick über verschiedene Fachbegriffe im Zusammenhang mit dem Englischlernen geben um mich dann mit der Immersion im allgemeinen, dem Immersionsunterricht und diesbezüglichen Studien zu beschäftigen. Bevor ich zu einem Resümee komme, zeige ich aktuelle Probleme im Zusammenhang mit dem Englischunterricht an Grundschulen auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Unterschied von Fremdsprachenlernen und Zweitspracherwerb
3. Definitionen
3.1 Bilingualer Unterricht
3.2 CLIL
3.3 Die 3- Sprachenformel
4. Immersion
4.1 Grundsätze des Immersionsunterrichts
5. Forschungen zur Immersion
5.1 DESI - Studie
5.2 Muttersprachliches Leseverständnis immersiv unterrichteter Kinder
5.3 Schulleistungen monolingual und immersiv unterrichteter Kinder am Ende des ersten Schuljahres
6. Weitere Forschungsergebnisse
7. Aktuellen Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des Englischunterrichts an Grundschulen
8. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung des Englischunterrichts an Grundschulen unter besonderer Berücksichtigung des immersiven Lernens. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen herkömmlichem Fremdsprachenlernen und dem natürlichen Zweitspracherwerb herauszuarbeiten und die Eignung der Immersionsmethode als effektives Sprachlehrverfahren kritisch zu bewerten.
- Grundlagen des Fremdsprachenlernens versus Zweitspracherwerb
- Definition und didaktische Prinzipien der Immersion (Sprachbad)
- Analyse aktueller Studien (u.a. DESI-Studie) zu Leistungsentwicklungen
- Herausforderungen bei der Implementierung von Englischunterricht in der Grundschule
- Qualifikationsbedarf des pädagogischen Personals
Auszug aus dem Buch
4.1 Grundsätze des Immersionsunterrichts
Der Immersionsunterricht sollte nach bestimmten Prinzipien erfolgen, damit die Schüler in der Lage sind, sowohl die Inhalte des Sachunterrichts an sich zu verstehen als auch die L2 zu erlernen. Hierfür ist es von Bedeutung, dass „sich die Planung und Durchführung des Unterrichts grundsätzlich nach den jeweiligen Sachfachanforderungen richtet und auf den didaktischen Prinzipien eines modernen Grundschulunterrichts basiert“ (Burmeister 2006, S. 201). Das fachliche Niveau der Sachfächer darf nicht gesenkt werden (Wode, 2002). Burmeister (2006), die sich insbesondere auf Immersionsprojekte in Norddeutschland, speziell auf das der Claus- Rixen- Schule in Altenholz bezieht, führt zu dem aus, dass vor allem wichtig ist, die Kinder in den ersten Wochen mit dem Kontakt zur L2 zum Lernen der Fremdsprache zu motivieren. Unterstützung erfahren die Kinder von der Lehrkraft bzw. der Erzieherin u.a. dahingehend, dass diese sich ihnen verständlich mitteilt und ihnen sowohl ein sprachliches als auch ein organisatorisches Gerüst bereitet, wie die Kinder es auch aus dem L1- Erwerb kennen.
Grundsätzlich stellt Burmeister (2006, S. 202f) folgende grundsätzliche Prinzipien für den Immersionsunterricht auf:
Anschaulichkeit: Der Unterrichtsinhalt wird mit Hilfe von eindeutiger Gestik, Mimik, Körpersprache sowie Medien aller Art so präsentiert, dass das jeweilige Geschehen, ähnlich wie ein Stummfilm, auch „ohne Worte“ verständlich wäre (zitiert nach Lorenz & Met 1989; Snow, 1990).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, Einbettung in die europäische 3-Sprachenformel und Skizzierung der Zielsetzung.
2. Zum Unterschied von Fremdsprachenlernen und Zweitspracherwerb: Gegenüberstellung von klassischem, explizitem Unterricht und dem impliziten Erwerb in authentischen Situationen.
3. Definitionen: Abgrenzung von Begriffen wie bilingualem Unterricht, CLIL und der 3-Sprachenformel.
4. Immersion: Erläuterung des Immersionskonzepts sowie der methodischen Grundsätze wie Anschaulichkeit und kontextualisiertes Lernen.
5. Forschungen zur Immersion: Darstellung empirischer Befunde, insbesondere der DESI-Studie und Untersuchungen zum Leseverständnis.
6. Weitere Forschungsergebnisse: Analyse kognitiver Variablen und der Wechselwirkung zwischen Mehrsprachigkeit und geistiger Entwicklung.
7. Aktuellen Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des Englischunterrichts an Grundschulen: Kritische Betrachtung der Umsetzungspraxis und des Mangels an fachspezifischer Ausbildung.
8. Resümee: Fazit zur Eignung der Immersion und Forderung nach qualitativ besserer Lehrerausbildung.
Schlüsselwörter
Englischunterricht, Grundschule, Immersion, Zweitspracherwerb, Fremdsprachenlernen, Bilingualer Unterricht, CLIL, 3-Sprachenformel, DESI-Studie, Sprachbad, Mehrsprachigkeit, Kognitive Entwicklung, Lehrerausbildung, Unterrichtsmethodik, Schulleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Englischunterricht an Grundschulen und untersucht dabei insbesondere die Wirksamkeit der Immersionsmethode.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt den Spracherwerb im Kindesalter, die methodischen Grundlagen von Immersionsprogrammen, die Auswertung einschlägiger Schulleistungsstudien sowie die Herausforderungen der Lehrerausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Immersionskonzept als effektive, wenn auch in Deutschland noch wenig verbreitete Form des Zweitspracherwerbs vorzustellen und dessen didaktische Eignung für den Grundschulbereich zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung empirischer Forschungsergebnisse zu fremdsprachlichen Kompetenzen im Grundschulalter.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Definitionen, die Prinzipien des Immersionsunterrichts (wie Anschaulichkeit und strukturelle Gerüste), verschiedene Forschungsergebnisse zur kognitiven Entwicklung und die aktuellen organisatorischen Probleme bei der Einführung des Englischunterrichts analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Immersion, Englischunterricht, Grundschule, Zweitspracherwerb, Bilingualer Unterricht, Fremdsprachendidaktik und Lehrerausbildung.
Was unterscheidet den Zweitspracherwerb vom klassischen Fremdsprachenlernen laut Autorin?
Beim Zweitspracherwerb findet das Lernen vorwiegend durch Kontakt in authentischen Situationen statt, was zu implizitem, prozeduralem Regelwissen führt, während beim Fremdsprachenlernen explizite Grammatikregeln im Vordergrund stehen.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der Lehrkräfte für den Erfolg des Englischunterrichts?
Die Autorin betont, dass der Erfolg des frühen Fremdsprachenlernens maßgeblich von der sprachlichen Kompetenz der Lehrkräfte abhängt, weshalb eine systematische universitäre Ausbildung für diesen Bereich zwingend erforderlich ist.
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- Iris Busch (Autor), 2008, Englischunterricht an Grundschulen – Zum Erwerb fremdsprachlicher Kompetenzen unter besonderer Berücksichtigung der Immersion , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114201