Das folgende Essay setzt sich mit der Frage auseinander, wodurch Eliten sich auszeichnen. Dazu wird das sogenannte LEO-Modell erläutert, welches sich aus den Begriffen Leistung, Einfluss und Orientierung zusammensetzt. Danach werden verschiedene existierende Eliten aufgezählt und beschrieben.
Vorab sollte kurz der Begriff der Elite geklärt werden. Zur Elite gehören diejenigen, die sich durch Selektion anderen Angehörigen der Gesellschaft in irgendeiner Hinsicht als überlegen erwiesen haben. Dies kann sportlich, bildungstechnisch, finanziell, politisch, wirtschaftlich... sein. Im folgenden Abschnitt wird das LEO-Modell behandelt, welches die drei Leitbegriffe aufführt, die Eliten in den Augen unserer Gesellschaft zu erfüllen haben. Diese wären Leistung, Einfluss und Orientierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das LEO-Modell
2.1 Leistung
2.2 Der Einfluss
2.3 Die Orientierung
3. Unterschiedliche Formen der Elite
3.1 Leistungselite
3.2 Positionselite
3.3 Wertelite
3.4 Fremdeinschätzungselite
3.5 Selbsteinschätzungselite
3.6 Machtelite
3.7 Funktionselite
4. Schlussworte
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Charakteristika von Eliten zu definieren und aufzuzeigen, wie diese innerhalb einer Gesellschaft funktionieren und wahrgenommen werden. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Kriterien ein Individuum erfüllen muss, um als Teil einer Elite zu gelten, und inwiefern verschiedene Elitebegriffe soziologisch Anwendung finden.
- Etablierung des LEO-Modells (Leistung, Einfluss, Orientierung) als Bewertungsrahmen.
- Analyse der Bedeutung von Leistungsfähigkeit als Zugangsberechtigung zu Eliten.
- Untersuchung der Machtdynamiken und des Einflusses von Führungsgruppen.
- Diskussion der Vorbildfunktion und der gesellschaftlichen Orientierung durch Eliten.
- Kritische Gegenüberstellung verschiedener Elite-Klassifizierungen von der Leistungselite bis zur Funktionselite.
Auszug aus dem Buch
3.1 Leistungselite
Die Leistungselite stellt einen klassischen Ansatz unter den Elitebegriffen dar. Man zählt zur Elite die Personen, die nach diversen Kriterien für eine Gesellschaft die höchsten Leistungen erbringen können. Um zur Leistungselite zu zählen genügt die Fähigkeit zur Leistung, nicht deren Betätigung. Als Beispiele kann man zum Beispiel Sportler nennen. So zählt Michael Schumacher zur sportlichen Leistungselite (er ist derjenige mit den meisten Weltmeistertiteln in der Formel 1), ebenso wie der Golfspieler Tiger Woods oder der Basketballer Dirk Nowitzki (einer der Topscorer der NBA).
Ein Problem, das hier auftaucht ist die Frage, wie man Leistung und Leistungsfähigkeit skalieren kann. Hier kommt Pareto ins Spiel. Er macht den Vorschlag, jedem Menschen einen Wert zwischen 0-10 zuzuschreiben. Diesen Wert misst man dann zum Bespiel daran, ob ein Arzt durch seinen Beruf zum Millionär wurde oder verarmte. Oder ob ein Unternehmenschef es von unten dazu brachte oder ob er die Firma aus Familienbesitz vererbt bekam. Umso mehr aus Selbstleistung besteht und umso mehr Erfolg dabei herauskommt, desto mehr Punkte bekommt man. Dieser Idee von Pareto sollte man allerdings nicht überbewerten, da er damit keine gesamtgesellschaftliche Elite (sondern lediglich eine Branchenelite) ermitteln kann. Er unterteilt zwar zwischen der herrschenden und der nicht-herrschenden Branchenelite, doch sagt er nicht, wie man die herrschende Gesamtelite aus der Branchenelite herausfiltern könnte. Dies zeigt also, dass der Begriff der Leistungselite auch Schwächen aufweist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Definition von Eliten ein und stellt das LEO-Modell als theoretisches Gerüst vor.
2. Das LEO-Modell: Dieses Kapitel erläutert die drei Säulen Leistung, Einfluss und Orientierung, die als konstituierende Merkmale für den Status als Elite fungieren.
2.1 Leistung: Es wird dargelegt, dass außergewöhnliche Leistungsbereitschaft und Qualität die primäre Eintrittskarte in gesellschaftliche Eliten darstellen.
2.2 Der Einfluss: Dieser Abschnitt behandelt die Notwendigkeit von Machtbewusstsein und die Verantwortung, die Eliten gegenüber der Allgemeinheit tragen.
2.3 Die Orientierung: Die Vorbildfunktion von Eliten wird hier als zentrales Element identifiziert, um innerhalb einer Gesellschaft Leitwerte zu vermitteln.
3. Unterschiedliche Formen der Elite: Hier erfolgt ein Überblick über die theoretische Vielfalt der Elitebegriffe, die in der aktuellen Soziologie verwendet werden.
3.1 Leistungselite: Das Kapitel analysiert den klassischen Leistungsbegriff anhand von Sportlerbeispielen und Paretos Skalierungsansatz.
3.2 Positionselite: Es wird die Definition über eingenommene Schlüsselpositionen beleuchtet sowie die Kritik an der mangelnden Erfassung sozialer Prozesse.
3.3 Wertelite: Dieser Teil betrachtet Eliten, die sich durch die Repräsentation von Leitwerten oder moralische Qualität auszeichnen.
3.4 Fremdeinschätzungselite: Hier wird der Ansatz verfolgt, dass Elitenzugehörigkeit primär durch die Wahrnehmung durch Dritte oder Medien definiert wird.
3.5 Selbsteinschätzungselite: Das Kapitel kritisiert Ansätze, bei denen die Selbsteinstufung der Akteure als maßgebliches Kriterium dient.
3.6 Machtelite: Diese Form wird über den innehabenden Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse und die Durchsetzung von Willen gegen Widerstände definiert.
3.7 Funktionselite: Der Abschnitt schließt das Kapitel mit der funktionalen Definition ab, die in der Soziologie am weitesten verbreitet ist.
4. Schlussworte: Die Arbeit resümiert, dass keine singuläre Definition existiert und der Funktionselitebegriff für wissenschaftliche Zwecke am geeignetsten erscheint.
Schlüsselwörter
Elite, LEO-Modell, Leistung, Einfluss, Orientierung, Machtelite, Funktionselite, Positionselite, Wertelite, Soziologie, Leistungsfähigkeit, Vorbildfunktion, Gesellschaft, Machtmissbrauch, Sozialsystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen "Elite" aus soziologischer Sicht und untersucht, wodurch sich Eliten charakterisieren und welche verschiedenen Ausprägungen es gibt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Strukturierung von Eliten durch das LEO-Modell sowie die differenzierte Betrachtung verschiedener Elitebegriffe wie Leistungs-, Macht- und Funktionseliten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage ist, wie man Eliten definieren kann und welche Kriterien (Leistung, Einfluss, Orientierung) eine Rolle spielen, um den Elitestatus soziologisch zu greifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine essayistische Auseinandersetzung, die verschiedene soziologische Theorieansätze und Modelle synthetisiert und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des LEO-Modells und die detaillierte Beschreibung verschiedener Eliteformen wie Leistungs-, Positions-, Wert-, Macht- und Funktionseliten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind das LEO-Modell, Leistung, Einfluss, Orientierung, Macht, sowie verschiedene Elitekategorien wie die Funktions- oder Leistungselite.
Welchen Stellenwert nimmt die Orientierung innerhalb des LEO-Modells ein?
Die Orientierung fungiert als dritte Säule und beschreibt die Vorbildfunktion, die Eliten übernehmen, um das Wertesystem der Bevölkerung zu prägen.
Warum kritisiert die Autorin den Begriff der Selbsteinschätzungselite?
Die Autorin stuft diesen Begriff als soziologisch unbrauchbar ein, da Personen sich subjektiv als Elite wahrnehmen können, ohne dass eine reale gesellschaftliche Leistung oder Funktion vorliegt.
Was ist die Schlussfolgerung der Autorin bezüglich der "richtigen" Elite-Definition?
Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es keine universelle Definition gibt, sondern der Begriff je nach Forschungsproblem gewählt werden muss, wobei sie den Funktionselitebegriff als am praktikabelsten für die Soziologie hervorhebt.
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- M.A. Stephanie Frimmer (Author), 2006, Wodurch zeichnen sich Eliten aus und welche unterschiedlichen Eliten gibt es überhaupt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114690