Seit dem im Jahr 1992 von den vereinten Nationen der Weltwassertag proklamiert wurde, findet dieser jedes Jahr am 22. März statt. An diesem Tag versucht man auf die weltweit katastrophale Wassernot in vielen Ländern dieser Erde hinzuweisen. Betrachtet man die jüngsten Schätzungen haben derzeit 1,3 Milliarden keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und im Jahr 2050 besagen Prognosen, dass ein Viertel der Menschen unter Wassernot leiden werden. Wasserknappheit wird in 30 Staaten dieser Erde herrschen und die Hauptursache für Infektionskrankheiten und die Kindersterblichkeit ist heute schon verseuchtes Wasser.
Das Bevölkerungswachstum und der steigende globale Ressourcenverbrauch sind die Hauptursache für die fortschreitende Umweltzerstörung. Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 70 Jahren verdreifacht und der Wasserverbrauch ist auf 54 % des verfügbaren Süßwassers angestiegen. Er hat sich somit versechsfacht, was eine große ökologische Bedrohung darstellt, da die Stabilität einiger Staaten und Regionen durch Konflikte um Wasserressourcen gefährdet ist. Der neueste UN-Umweltbericht, GEO 3 genannt, entwickelt Szenarien für den zukünftigen Zustand der Erde in 30 Jahren. Dabei unterscheidet man:
- „Dominanz des Marktes“ – der Anteil der Menschen, die in Gebieten mit schwerem Wassermangel leben steigt überall auf dem Erdball an. Betroffen sind dabei 55 % der Erdbevölkerung. 95 % davon werden in Westasien und 65 % im Asien-Pazifik-Raum leben.
- „Dominanz der Nachhaltigkeit“ – dabei bleibt der Wassermangel in den meisten Regionen konstant oder nimmt ab. Grundlage dafür ist eine effizientere Wassernutzung. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde beim Weltgipfel 1992 in Rio de Janeiro mit dem globalen Aktionsprogramm „Agenda 21“ unternommen. Beim Nachfolgegipfel in Johannesburg in Südafrika 2002 wurde eine Bestandsaufnahme gemacht. Die Schwerpunktsetzung liegt bei:
- Ressourcenschutz und Ressourceneffizienz insbesondere nachhaltige Energiepolitik und Wasserwirtschaft
- Armutsbekämpfung und Umweltschutz
- Globalisierung und nachhaltige Entwicklung
- Stärkung der UN-Strukturen in den Bereichen Umwelt und nachhaltige Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1 DER STOFF „WASSER“ – BETRACHTET ANHAND VERSCHIEDENER GESICHTSPUNKTE
1.1 physikalische Eigenschaften
1.2 Physikochemische Eigenschaften
1.3 Chemische Eigenschaften
1.4 Wasser und die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus
2 WIE VIEL WASSER GIBT ES?
3 DIE UNTERSCHIEDLICHEN ORGANISATIONSFORMEN DER WASSERVERSORGUNGSUNTERNEHMEN
3.1 Der Regiebetrieb oder „Régie directe“
3.2 Der Eigenbetrieb
3.3 Wassergenossenschaften und -verbände
3.4 Kommunale Eigengesellschaften
3.5 Das „Niedersächsische“ Betreibermodell
3.6 Der Pachtvertrag oder „Affermage“
3.7 Konzessionsmodell oder „Concession“
3.8 Kooperationsmodell
4 WASSERRAHMENRICHTLINIE DER EUROPÄISCHEN UNION
5 REPUBLIK ÖSTERREICH
5.1 Der rechtliche Rahmen
5.2 Der institutionelle Rahmen
5.3 Der wirtschaftliche Rahmen
6 BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
6.1 Der rechtliche Rahmen
6.2 Der institutionelle Rahmen
6.3 Der wirtschaftliche Rahmen
7 FRANZÖSISCHE REPUBLIK
7.1 Der rechtliche Rahmen
7.2 Der institutionelle Rahmen
7.3 Der wirtschaftliche Rahmen
8 VEREINIGTES KÖNIGREICH VON GROßBRITANNIEN UND NORDIRLAND
8.1 Der rechtliche Rahmen
8.2 Der institutionelle Rahmen
8.3 Der wirtschaftliche Rahmen
9 PRINZIPIEN EINER NACHHALTIGEN WASSERVERSORGUNG
10 KENNZAHLENVERGLEICHE UND BENCHMARKINGSYSTEME
10.1 Bestehende Systeme zum Leistungsvergleich in der Wasserversorgung
10.1.1 ISO-Richtlinie zu Qualitäts- und Leistungskriterien für Wasserdienstleistungen
10.1.2 IWA-Kennzahlensystem
10.1.2.1 Österreich
10.1.2.2 Deutschland
10.1.3 Benchmarking der Weltbank
10.1.4 Benchmarkting in den Niederlanden
10.1.5 Kennzahlenvergleiche in England und Wales
10.1.5.1 Bericht: Tarifstruktur und Gebühren
10.1.6 Kennzahlenvergleich sechs skandinavischer Städte
10.1.7 Transaktionskostenansatz
10.1.8 Data Envelopment Analyse (DEA)
10.1.8.1 Einführung in die DEA
10.1.8.1.1 Das äquiproportionale Effizienzmaß
10.1.8.2 Ein DEA-Vergleich zwischen ausgewählten Wasserversorgern in Deutschland und Österreich
10.1.8.2.1 Monetäres Modell
10.1.8.2.2 Reales Modell
10.1.8.2.3 Reales Modell mit Inputpreisen
10.1.8.2.4 Erkenntnisse auf Grund des Vergleichs
11 DIE ZUKUNFT DER WASSERVERSORGUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist ein vergleichender Überblick über die rechtlichen, institutionellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wasserversorgung in Österreich, Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich sowie eine Analyse von Effizienzmessungsmöglichkeiten bei Wasserversorgungsunternehmen mittels Data Envelopment Analysis.
- Struktur und physikalisch-chemische Eigenschaften von Wasser
- Vergleichende Analyse der Organisationsformen der Wasserversorgung
- Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen in vier europäischen Ländern
- Prinzipien der nachhaltigen Wasserwirtschaft
- Methoden des Benchmarking und der Effizienzmessung (DEA)
Auszug aus dem Buch
1.1 physikalische Eigenschaften
Ein Wassermolekül mit der chemischen Formel H2O besteht aus zwei Elementen Wasserstoff (H) und einem Element Sauerstoff (O). Diese Elemente binden sich freiwillig aneinander und bilden das so genannte Wassermolekül.
Die Wasserstoffbrückenbindung, dabei kommt es zu Wechselwirkungen zu Nachbarmolekülen, bewirkt das ungewöhnliche Verhalten des Wassers beim Phasenübergang. Der Phasenübergang beschreibt den Übergang von einem Zustand in den nächsten. Die drei möglichen Zustandsformen sind fest (Eis), flüssig (Wasser) und gasförmig (Dampf). Die zuvor genannte Brückenbindung führt bei flüssigem Wasser zu Molekülaggregationen, auch Cluster genannt, ständig wechselnder Größe ohne Struktur.
Zusammenfassung der Kapitel
1 DER STOFF „WASSER“ – BETRACHTET ANHAND VERSCHIEDENER GESICHTSPUNKTE: Dieses Kapitel behandelt die physikalischen, chemischen Eigenschaften von Wasser sowie dessen Bedeutung für den menschlichen Körper.
2 WIE VIEL WASSER GIBT ES?: Es erfolgt eine Analyse der weltweiten Wasservorkommen und deren Verteilung zwischen Salz- und Süßwasser.
3 DIE UNTERSCHIEDLICHEN ORGANISATIONSFORMEN DER WASSERVERSORGUNGSUNTERNEHMEN: Hier werden diverse Organisationsmodelle wie Regie- und Eigenbetriebe, Wasserverbände und private Konzessionsmodelle erläutert.
4 WASSERRAHMENRICHTLINIE DER EUROPÄISCHEN UNION: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle der EU-Gesetzgebung für die Wasserwirtschaft und die Bedeutung der Daseinsvorsorge.
5 REPUBLIK ÖSTERREICH: Eine detaillierte Untersuchung der österreichischen Wasserversorgung unter Berücksichtigung rechtlicher, institutioneller und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
6 BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Darstellung der Strukturen der deutschen Wasserwirtschaft, inklusive der rechtlichen Grundlagen und der Selbstverwaltung durch Kommunen.
7 FRANZÖSISCHE REPUBLIK: Analyse des zentralistisch geprägten französischen Wasserwirtschaftssystems und der Rolle privater Akteure.
8 VEREINIGTES KÖNIGREICH VON GROßBRITANNIEN UND NORDIRLAND: Untersuchung der Wasserversorgung in England und Wales, insbesondere der Privatisierung und der Regulierungsbehörden.
9 PRINZIPIEN EINER NACHHALTIGEN WASSERVERSORGUNG: Erläuterung der neun Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung der Wasserwirtschaft.
10 KENNZAHLENVERGLEICHE UND BENCHMARKINGSYSTEME: Dieses Kapitel behandelt die Anwendung von Kennzahlensystemen und die Data Envelopment Analyse zur Effizienzmessung.
11 DIE ZUKUNFT DER WASSERVERSORGUNG: Ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung, globale Trends und die Bedeutung strategischer Positionierung für Wasserversorgungsunternehmen.
Schlüsselwörter
Wasserversorgung, Wasserwirtschaft, Benchmarking, Data Envelopment Analyse, Nachhaltigkeit, Organisationsformen, Wasserrecht, Privatisierung, Effizienzmessung, Daseinsvorsorge, Wasserrahmenrichtlinie, Wasserpreise, Leistungsvergleich, Regiebetrieb, Wasserverband
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit vergleicht die Wasserversorgung in vier europäischen Ländern (Österreich, Deutschland, Frankreich, UK) hinsichtlich ihrer Organisation, rechtlichen Rahmenbedingungen und Effizienz.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben technischen Grundlagen des Wassers stehen Organisationsformen, gesetzliche Rahmenbedingungen auf nationaler und EU-Ebene sowie Methoden zur Effizienzsteigerung im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die unterschiedlichen Strukturen der Wasserversorgung zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Kennzahlenvergleiche und Benchmarking-Systeme zur Steigerung der Effizienz beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Data Envelopment Analyse (DEA) für einen quantitativen Effizienzvergleich von Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte länderweise Betrachtung der Wasserversorgung und eine tiefgehende Analyse von Prinzipien nachhaltiger Wasserwirtschaft sowie Benchmarking-Systemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wasserversorgung, Wasserwirtschaft, Benchmarking, Data Envelopment Analyse, Nachhaltigkeit und Privatisierung.
Inwiefern unterscheiden sich die Regulierungsmodelle zwischen England und Frankreich?
Während England auf eine starke Privatisierung mit privatrechtlichen Monopolen und einer zentralen Preisregulierung (OFWAT) setzt, zeichnet sich Frankreich durch eine zentralstaatliche Struktur aus, in der oft private Betreiber im Rahmen von kommunalen Pacht- oder Konzessionsmodellen agieren.
Welche Rolle spielt die Data Envelopment Analyse in dieser Untersuchung?
Die DEA dient als mathematische Methode, um die Effizienz von Wasserversorgungsunternehmen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen objektiv zu vergleichen und Ineffizienzen in den Produktionsprozessen zu identifizieren.
- Quote paper
- Mag. Maria Leitgeb (Author), 2004, Die Wasserversorgung vier europäischer Länder im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114737