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Der "Tractatus logico-philosophicus" des Philosophen Ludwig Wittgenstein

Title: Der "Tractatus logico-philosophicus" des Philosophen Ludwig Wittgenstein

Seminar Paper , 2005 , 7 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sigrid Lang (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Der Tractatus logico-philosophicus ist das wohl bedeutendste und größte Werk des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Durch dieses Werk war er von großer Bedeutung für den logischen Positivismus oder logischen Empirismus. Diese Denkrichtung war eine von zweien, zu denen er den Anstoß gegeben hatte. (vgl. Wright 1986, S. 23)
Begonnen hatte Wittgenstein sein Werk bereits vor 1914, vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und vor seinem 26. Lebensjahr. Der älteste Teil ist der der Logik. Dann, an der Ostfront im Herbst 1914, beschäftigte er sich mit dem Wesen eines sinnvollen Satzes. Auf die Idee dazu kam Ludwig Wittgenstein durch einen Zeitungsartikel über einen Autounfall, wo vor Gericht ein Miniaturmodell des Unfalls gezeigt wurde. Dadurch kam er darauf, den Satz als Modell oder Bild zu sehen. Seine Struktur ist Wittgensteins Ansicht nach ein Bild einer möglichen Verbindung von Elementen der Wirklichkeit. Während er im August 1918 auf Heimaturlaub war, vollendete er das Werk. Als er im Oktober 1918 gefangen genommen wurde und in ein italienisches Lager kam, hatte er sein Manuskript bei sich. Noch während er dort war, setzte er sich in Verbindung mit Russell, einem Freund und ließ ihm die Seiten zu kommen.
Gewidmet ist der Text David Pinsents, einem Freund Wittgensteins, der im Krieg gefallen ist. (vgl. ebd., S. 29 f.)
Der Titel des Tractatus war ursprünglich Logisch-philosophische Abhandlung. Wittgenstein selbst hatte seinem Manuskript diesen Namen gegeben. Erst durch die zweisprachige Ausgabe wurde der lateinische Titel bekannt. Vorgeschlagen hatte ihn G.E. Moore. Ludwig Wittgenstein benutzte ihn nie, sondern sprach immer nur von der Logisch-philosophischen Abhandlung. Trotzdem etablierte sich der fremdsprachige Name und wurde beibehalten (vgl. Vossenkuhl 2001, S. 2)
Bis heute ist der Tractatus das bekannteste der Werke Ludwig Wittgensteins. Auch weil es das einzige Buch ist, das er selbst veröffentlicht hat. Heute gilt der Tractatus als wichtigster Text zur philosophischen Logik.
Die Veröffentlichung dieser Abhandlung gestaltete sich als schwierig. Bereits kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begann Wittgenstein das Manuskript mehreren Verlagen anzubieten.
(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Entstehung und historischer Kontext des Tractatus

2. Struktur und Aufbau des Werkes

3. Die Unterscheidung von Sagen und Zeigen

4. Denken, Sprache und Philosophie

5. Reflexion über die Absicht Wittgensteins

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Ludwig Wittgensteins „Tractatus logico-philosophicus“ auseinander. Ziel ist es, die zentralen philosophischen Konzepte des Werkes – insbesondere das Verhältnis von Sprache, Denken und Welt – zu analysieren und die Intention Wittgensteins hinsichtlich der Abgrenzung des Sagbaren vom Unsagbaren zu hinterfragen.

  • Historische Entstehungsbedingungen des Tractatus
  • Strukturelle Besonderheiten der Gedankenführung
  • Die fundamentale Unterscheidung zwischen Sagen und Zeigen
  • Sprache als Grenze des Denkbaren
  • Kritische Würdigung der philosophischen Zielsetzung Wittgensteins

Auszug aus dem Buch

Struktur und Aufbau des Werkes

Etwas, das auch für jeden Leser wichtig ist, ist der Aufbau seiner Werke. Die Struktur des Buches ist bei ihm keine alltägliche. Wittgensteins Texte bilden kein logisches System wie die meisten Bücher, die wir kennen. Seine Werke hingegen sind Systeme von Sätzen, Gedanken, Schlussfolgerungen, die definitionsartig aufgebaut sind. Er erzählt im Grunde genommen keine Geschichte, sondern reiht Gedanken auf, und zwar so, dass sie sich nacheinander definieren. Deshalb ist es auch fast nicht möglich, einzelne Passagen des Textes getrennt von den anderen zu behandeln oder zu interpretieren. Jeder Satz ist mit allen davor und danach verbunden und ist Teil des Ganzen.

Das Buch kann man laut Georg H. v. Wright als Synthese bezeichnen. Die Synthese wird aus der Theorie der Wahrheitsfunktionen und der Annahme, die Sprache wäre ein Bild der Wirklichkeit gebildet. Aus diesen zwei Gedankengängen entsteht der dritte Teil des Werkes. Dieser ist die Lehre von dem, was nicht gesagt, sondern nur gezeigt werden kann.

Wittgenstein legt am Anfang dar, wie und dass sich die Welt aus Tatsachen zusammensetzt, die von der Sprache abgebildet werden. In dem Werk gibt es eine zentrale Unterscheidung zwischen Sagen und Zeigen. Diese Unterscheidung war für Wittgenstein so wichtig, dass er es auch als „Hauptproblem der Philosophie“ bezeichnete. Später allerdings spielte sie für ihn keine besonders große Rolle mehr. Das, was nicht gesagt werden kann, kann nur gezeigt werden. Nach diesem Gedanken lässt sich der Tractatus in 3 Teile aufteilen: in den ersten drei Sätzen geht es um die begrifflichen Grundlagen, in 4 und 5 führt er den Gedanken ihn dann aus und in den letzten zwei Sätzen folgert er daraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entstehung und historischer Kontext des Tractatus: Dieses Kapitel beleuchtet den biografischen Hintergrund Wittgensteins und die schwierigen Umstände der Publikation seines Hauptwerkes.

2. Struktur und Aufbau des Werkes: Hier wird analysiert, wie Wittgenstein durch eine nicht-lineare, aphoristische Schreibweise eine logische Verbindung seiner Sätze erzielt.

3. Die Unterscheidung von Sagen und Zeigen: Das Kapitel erläutert Wittgensteins Kernkonzept, wonach sich die Struktur der Welt zwar zeigt, aber sprachlich nicht direkt abgebildet werden kann.

4. Denken, Sprache und Philosophie: Die Untersuchung zeigt die enge Kopplung von Denken und Sprache auf, die für Wittgenstein die Grundlage für das Verständnis philosophischer Probleme bildet.

5. Reflexion über die Absicht Wittgensteins: Der letzte Teil hinterfragt kritisch, ob Wittgenstein mit seinem Werk tatsächlich philosophische Probleme lösen wollte oder ob er lediglich an deren Ursprung durch gestörte Sprache appellieren wollte.

Schlüsselwörter

Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Sprachphilosophie, Sagen und Zeigen, Abbildtheorie, Logischer Positivismus, Philosophie, Denken, Logik, Grenzziehung, Unsagbares, Sprachanalyse, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit bietet eine grundlegende Einführung in Wittgensteins „Tractatus logico-philosophicus“, indem sie die Entstehung, Struktur und die wesentlichen philosophischen Thesen des Werkes zusammenfasst.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen sagbaren und unsagbaren Sachverhalten, das Verhältnis zwischen Sprache und Welt sowie die Rolle der Philosophie bei der Analyse von Sprachstörungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Ziel ist es, das Konzept von „Sagen und Zeigen“ zu erläutern und kritisch zu prüfen, wie Wittgenstein die Grenze des Denkbaren durch die Sprache festlegt.

Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, basierend auf der Interpretation von Primärtexten und einschlägiger Sekundärliteratur zu Wittgenstein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Werkstruktur, die Erläuterung der Sprach-Denken-Relation und eine kritische Auseinandersetzung mit Wittgensteins Intention.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachphilosophie, Abbildtheorie, Logik und das „Hauptproblem der Philosophie“ charakterisieren.

Warum hält Wittgenstein eine Grenze zwischen Sagbarem und Unsagbarem für notwendig?

Weil er davon überzeugt ist, dass viele philosophische Probleme auf ein Missverständnis der logischen Struktur unserer Sprache zurückzuführen sind.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Widersprüchlichkeit des Werkes?

Die Autorin weist darauf hin, dass Wittgenstein das Paradoxon hinterlässt, über das „Unsagbare“ in einem Werk zu schreiben, obwohl seine eigene Theorie besagt, man müsse darüber schweigen.

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Details

Title
Der "Tractatus logico-philosophicus" des Philosophen Ludwig Wittgenstein
College
University of Innsbruck  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Course
Logik und Hermeneutik – Zur Methodenfrage in den Geistes- und Sozialwissenschaften
Grade
2
Author
Sigrid Lang (Author)
Publication Year
2005
Pages
7
Catalog Number
V114825
ISBN (eBook)
9783640169092
ISBN (Book)
9783656872825
Language
German
Tags
Tractatus Logik Hermeneutik Methodenfrage Geistes- Sozialwissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sigrid Lang (Author), 2005, Der "Tractatus logico-philosophicus" des Philosophen Ludwig Wittgenstein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114825
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