Der finanzielle Druck steigt seit einigen Jahren aufgrund verschiedenster Einflüsse auf die Krankenhauslandschaft in Deutschland.
Gerade der Personalsektor als größter Kostenfaktor jeder stationären Einrichtung steht im Fokus des Interesses, Kosten einzusparen.
Der(regionale) Ärztemangel, führt ebenso wie der immer wiederkehrende Personalmangel in der Pflege, zu immer offensichtlicheren Defiziten in der patientenorientierten Gesundheitsversorgung.
Weiteren Grund zur Sorge bereitet die schlechte Zusammenarbeit der einzelnen Professionen.
Diese einschneidenden Veränderungen, haben unterschiedliche
Krankenhausträger in Deutschland auf die Idee gebracht, eine Neustrukturierung der Aufgabenverteilung in Anlehnung an europäische und angloamerikanische Modelle vorzunehmen.
Primäres Ziel ist die Entlastung des ärztlichen Sektors durch
Pflegepersonal bei gleichzeitiger Übernahme von Tätigkeiten aus dem pflegerischen Bereich durch kostengünstigere Hilfskräfte.
Diese Übernahmen haben jedoch weniger den Charakter von Delegation, vielmehr soll eine Aufgabenverteilung ärztlicher Tätigkeiten auf die Pflege und pflegerischer Tätigkeiten auf einen unterstützendes Personal im Rahmen einer Allokation mit juristischer Verantwortungsverlagerung stattfinden.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen attestiert hierzu im Sachverständigengutachten 2007 „Die Diskussion um neue Kooperationsformen und Kompetenzen von Gesundheitsberufen ist nicht primär aus der Perspektive der Berufsgruppen, sondern auf der Basis der zukünftigen Anforderungen
an das Gesundheitssystem – das heißt aus der Patientenperspektive – zu führen“(WILLE, 2007, S.22)
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Klapper)
2. Grundlagen der aktuellen stationären Versorgung
2.1 Strukturen (Real)
2.2 Ärzteschaft (Klapper)
2.3 Pflege (Klapper)
2.4 Finanzierung (Real)
3. Zielsetzungen dieser Empirischen Studie (Klapper)
3.1 Formulierung der Fragestellung (Klapper)
3.2 Formulierungen der Hypothesen (Klapper)
4. Forschungsdesign
4.1 Entwicklung des Forschungsdesigns (Real)
4.2 Fragebogen (Klapper)
5. Rahmenbedingungen (Real)
5.1 Untersuchungsfeld (Real)
5.1.1 Ärzte (Real)
5.1.2 Pflege (Real)
5.2 Ein- und Ausschlusskriterien (Real)
6. Ethische Überlegungen (Klapper)
7. Überprüfung des Erhebungsinstruments
7.1 Pretest (Klapper)
7.2 Reliabilität, Validität und Objektivität (Klapper)
8. Datenerhebung (Real)
9. Auswertung der Daten (Real)
9.1 Zahlen- und Datengliederung (Real)
9.2 Falsifikation / Bestätigung der Hypothesen (Klapper)
10. Fazit (Real)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die berufsspezifische Akzeptanz einer Neustrukturierung der Aufgabenverteilung zwischen ärztlichem und pflegerischem Personal in deutschen Krankenhäusern, um durch eine effizientere Ressourcenallokation den wachsenden Belastungen und dem Fachkräftemangel zu begegnen.
- Analyse der aktuellen stationären Versorgungsstrukturen und Finanzierungssysteme (DRG).
- Untersuchung des Personalmischverhältnisses und der Arbeitsbelastung von Ärzten und Pflegekräften.
- Empirische Erhebung zur Bereitschaft für neue Aufgabenverteilungen und die Etablierung unterstützender Berufsgruppen.
- Überprüfung von Hypothesen zu Arbeitsstruktur, Qualifikationswahrnehmung und rechtlicher Abgrenzung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der finanzielle Druck steigt seit einigen Jahren aufgrund verschiedenster Einflüsse auf die Krankenhauslandschaft in Deutschland.
Gerade der Personalsektor als größter Kostenfaktor jeder stationären Einrichtung steht im Fokus des Interesses, Kosten einzusparen.
Der (regionale) Ärztemangel, führt ebenso wie der immer wiederkehrende Personalmangel in der Pflege, zu immer offensichtlicheren Defiziten in der patientenorientierten Gesundheitsversorgung.
Weiteren Grund zur Sorge bereitet die schlechte Zusammenarbeit der einzelnen Professionen.
Diese einschneidenden Veränderungen, haben unterschiedliche Krankenhausträger in Deutschland auf die Idee gebracht, eine Neustrukturierung der Aufgabenverteilung in Anlehnung an europäische und angloamerikanische Modelle vorzunehmen.
Primäres Ziel ist die Entlastung des ärztlichen Sektors durch Pflegepersonal bei gleichzeitiger Übernahme von Tätigkeiten aus dem pflegerischen Bereich durch kostengünstigere Hilfskräfte.
Diese Übernahmen haben jedoch weniger den Charakter von Delegation, vielmehr soll eine Aufgabenverteilung ärztlicher Tätigkeiten auf die Pflege und pflegerischer Tätigkeiten auf einen unterstützendes Personal im Rahmen einer Allokation mit juristischer Verantwortungsverlagerung stattfinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung (Klapper): Darstellung der Problematik durch steigenden finanziellen Druck und Personalmangel im Gesundheitswesen sowie die Zielsetzung einer möglichen Aufgaben-Neustrukturierung.
2. Grundlagen der aktuellen stationären Versorgung: Analyse der strukturellen Gegebenheiten, der Situation der Ärzteschaft und Pflege sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Finanzierung durch DRGs.
3. Zielsetzungen dieser Empirischen Studie (Klapper): Herleitung der Fragestellung aus dem demographischen Wandel und dem Wunsch nach einer effizienteren Aufgabenallokation inklusive Hypothesenbildung.
4. Forschungsdesign: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, der Entwicklung des standardisierten Fragebogens und der Durchführung der Vollerhebung in zwei Kliniken.
5. Rahmenbedingungen (Real): Definition der Untersuchungsfelder für Ärzte und Pflegekräfte sowie Festlegung der Ein- und Ausschlusskriterien für die Studienteilnahme.
6. Ethische Überlegungen (Klapper): Darstellung der ethischen Standards, insbesondere im Hinblick auf Freiwilligkeit, Anonymität und Datenschutz innerhalb der Studie.
7. Überprüfung des Erhebungsinstruments: Validierung des Fragebogens durch einen Pretest und Prüfung der Gütekriterien Reliabilität, Validität und Objektivität.
8. Datenerhebung (Real): Dokumentation des Zeitraums der Befragung und der erreichten Rücklaufquoten aus den beteiligten Krankenhäusern.
9. Auswertung der Daten (Real): Detaillierte deskriptive Analyse der erhobenen Daten sowie Interpretation zur Falsifikation oder Bestätigung der vorab aufgestellten Hypothesen.
10. Fazit (Real): Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit der Erkenntnis, dass trotz grundsätzlicher Offenheit keine sofortige Akzeptanz für Umstrukturierungen aufgrund hoher Belastung besteht.
Schlüsselwörter
Krankenhausmanagement, Aufgabenverteilung, Personalmangel, DRG, Pflegekräfte, Ärzteschaft, Empirische Studie, Arbeitsbelastung, Neustrukturierung, Allokation, Delegation, Qualifikation, Gesundheitswesen, Pflegemanagement, Fallpauschalen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und die Akzeptanz einer Neustrukturierung der Aufgabenverteilung zwischen Ärzten und Pflegekräften in Krankenhäusern angesichts wirtschaftlicher Zwänge.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Themen umfassen die Personalsituation, die finanziellen Rahmenbedingungen des stationären Sektors sowie die subjektive Einstellung der Mitarbeiter zu neuen Kooperationsmodellen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, wie die berufsspezifische Akzeptanz gegenüber einer Umverteilung von Aufgaben in der ärztlichen und pflegerischen Versorgung eingeschätzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autoren nutzten ein induktives Vorgehen mit einer quantitativen empirischen Vollerhebung mittels standardisierter Fragebögen in zwei Kliniken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen der Krankenhausversorgung, das Forschungsdesign, die Erhebung und die detaillierte Auswertung der Daten zur Hypothesenprüfung ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aufgabenverteilung, DRG, Personalmangel, Akzeptanz und Pflegemanagement.
Wie reagieren die Mitarbeiter auf die angedachte Aufgabenübernahme?
Die Ergebnisse zeigen eine ambivalente Haltung: Während Strukturen als nicht zeitgemäß empfunden werden, verhindert die derzeit hohe Arbeitsbelastung die Akzeptanz weiterer Aufgaben.
Wie bewertet die Ärzteschaft die Qualifikation der Pflege?
Im Gegensatz zu einer der Hypothesen zeigt die Auswertung, dass die Ärzteschaft das Pflegepersonal mehrheitlich für ausreichend qualifiziert hält.
Was sagt die Studie über das Wissen zu rechtlichen Grundlagen aus?
Es konnte bestätigt werden, dass das Wissen über die rechtliche Zulässigkeit bestimmter Handlungen (z.B. Delegation von i.v.-Injektionen) bei den Beschäftigten mangelhaft ist.
- Quote paper
- Christian Real (Author), Martin Klapper (Author), 2008, Stationäre, ärztliche und pflegerische Versorgung. Neustrukturierung, Aufgabenverteilung und berufsspezifische Akzeptanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114857