Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit Veranstalter von organisierten Reisen zu fremden Kulturen die Sozialverträglichkeit ihrer unternehmerischen Tätigkeit im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern können.
Im ersten Teil der Arbeit sollen nach der Definition der zentralen Begriffe die grundlegenden Erkenntnisse bezüglich der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Reisen für die Bevölkerung der touristischen Zielgebiete skizziert werden. Dabei sollen Möglichkeiten einer nachhaltigen Gestaltung des Tourismus sowie Wege zum Erreichen einer positiven Bilanz für dessen Gastgeber gezeigt werden.
Ausgehend von dieser Betrachtung sollen die typischen Merkmale des organisierten Kulturtourismus sowie aktuelle Marktforschungsergebnisse bezüglich seiner Zielgruppe dargestellt werden. Es soll erörtert werden, welche besonderen Chancen, aber auch welche Probleme bei dieser Reiseform gegeben sind. Schließlich sollen die Konsequenzen für eine sozialverträglichere Gestaltung der Reisen und das Handlungspotenzial für Reiseveranstalter verdeutlicht werden.
Die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Maßnahmen bilden die Grundlage für den zweiten Teil der Arbeit. Am Beispiel von Studiosus soll untersucht werden, inwieweit die Förderung der Sozialverträglichkeit in der Praxis eines Kulturtourismusveranstalters umgesetzt werden kann. In einem ersten Schritt soll das bisherige Engagement von Studiosus zur Verbesserung der Sozialverträglichkeit der angebotenen Reisens sowie die Erfahrungen des Veranstalters beschrieben werden.
Anschließend soll die Arbeit von Studiosus unter Berücksichtigung der theoretischen Erkenntnisse analysiert und bewertet werden. Es sollen Stärken, Erfolge und gute Ansätze herausgestellt, aber auch Grenzen des Engagements aufgezeigt werden. Schließlich sollen mögliche Verbesserungen und neue Wege zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im organisierten Kulturtourismus erarbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung der Arbeit
2. Nachhaltigkeit im Kulturtourismus
2.1. Definitionen
2.1.1. Zum Begriff des Kulturtourismus
2.1.2. Zum Begriff der Nachhaltigkeit
2.2. Auswirkungen von Reisen zu fremden Kulturen
2.2.1. Allgemeine Aspekte
2.2.2. Kulturelle Aspekte
2.2.3. Ökonomische und soziale Aspekte
2.3. Sozialverträglichkeit im organisierten Kulturtourismus
2.3.1. Merkmale des organisierten Kulturtourismus
2.3.2. Das Interesse an der Kultur
2.3.3. Unterkunft und Lebensstil
2.3.4. Interkulturelles Verstehen
2.3.5. Reiseleitung
2.4. Chancen für Reiseveranstalter
3. Das Beispiel des Kulturtourismusveranstalters Studiosus
3.1. Das bisherige Engagement von Studiosus
3.1.1. Das UmweltManagementSystem
3.1.2. Projektförderung
3.1.3. Foren der Bereisten
3.1.4. Interne Kommunikation und Reiseleiterausbildung
3.1.5. Reisekonzeption und Zusammenarbeit mit Leistungsträgern
3.1.6. Kommunikation mit Gästen und Öffentlichkeit
3.1.7. Engagement in internationalen Initiativen und Verbänden
3.2. Bewertung und Potenziale des Engagements
3.2.1. Internes Management und Erfolgskontrolle
3.2.2. Sensibilisierung der Beteiligten
3.2.3. Zusammenarbeit mit den Zielgebieten
3.2.4. Produktmanagement
3.2.5. Grenzen des Engagements
3.3. Resümee und Zukunftsperspektiven
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Reiseveranstaltern für organisierten Kulturtourismus, die Sozialverträglichkeit ihrer unternehmerischen Tätigkeiten im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von theoretischen Grundlagen sowie einer praktischen Untersuchung des Veranstalters Studiosus.
- Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit im Kulturtourismus
- Die Rolle des organisierten Kulturtourismus bei der Förderung interkultureller Begegnungen
- Analyse des Nachhaltigkeitsengagements von Studiosus (UmweltManagementSystem, Projektförderung)
- Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme von Reiseveranstaltern auf Zielgebiete
Auszug aus dem Buch
2.2.2. Kulturelle Aspekte
Kulturelle Einflüsse des Tourismus auf die Menschen und Gesellschaften der touristischen Gastgeberländer werden gemeinhin mit dem Begriff der Akkulturation beschrieben. Nach LÜEM ist darunter die "spezielle, auf direkter Begegnung von Trägern verschiedenartiger Kulturen basierende Form des Kulturwandels" zu verstehen (LÜEM 1985: 87). Die im Tourismus stattfindende Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise kann demnach einen Kulturwandel im Sinne der gegenseitigen Beeinflussung von Verhaltens- und Denkweisen auslösen oder verstärken. In der Realität ist jedoch der Einfluss der Kultur der Reisenden auf die Kultur der bereisten Länder ungleich stärker als umgekehrt. Dies ist zunächst einmal durch die unterschiedliche Intensität des Kulturkontaktes im Tourismus bedingt. Während die Gäste lediglich kurze Zeit in Berührung mit einer fremden Kultur kommen, sind die Gastgeber das ganze Jahr oder zumindest die touristische Saison hindurch diesem Einfluss ausgesetzt.
Vor allem in wirtschaftlich unterentwickelten Zielgebieten und Regionen spielt zum anderen das starke materielle Gefälle zwischen Gästen und Gastgebern eine große Rolle. Mit zunehmender Diskrepanz des Lebensstandards ist weniger das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen als vielmehr die Begegnung unterschiedlicher sozioökonomischer Klassen für den Akkulturationsprozess von Bedeutung. Als zentraler Einfluss auf die Kulturen der Gastgeber des Tourismus wird häufig deren Verwestlichung genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zielsetzung der Arbeit: Diese Einleitung beschreibt das Vorhaben, die Förderung der Sozialverträglichkeit im Kulturtourismus theoretisch zu beleuchten und am Fallbeispiel Studiosus praktisch zu evaluieren.
2. Nachhaltigkeit im Kulturtourismus: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kulturtourismus und Nachhaltigkeit und erörtert die kulturellen, sozialen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen von touristischen Reisen auf fremde Kulturen.
3. Das Beispiel des Kulturtourismusveranstalters Studiosus: Dieser Teil analysiert detailliert das bisherige Engagement des Unternehmens Studiosus, bewertet die Wirksamkeit der Maßnahmen und leitet daraus Potenziale sowie Grenzen für zukünftige Entwicklungen ab.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die theoretischen Ergebnisse und die praktische Untersuchung und betont die Vorbildrolle sowie die Handlungsspielräume für Reiseveranstalter.
Schlüsselwörter
Kulturtourismus, Nachhaltigkeit, Sozialverträglichkeit, Studienreise, Studiosus, Akkulturation, interkulturelle Begegnung, Reiseveranstalter, Projektförderung, UmweltManagementSystem, Tourismusmanagement, soziokulturelle Auswirkungen, Zielgebiete, Reiseleitung, nachhaltige Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, inwieweit Veranstalter organisierter Kulturreisen durch unternehmerische Maßnahmen die Sozialverträglichkeit ihrer Aktivitäten fördern können.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Nachhaltigkeit im Kulturtourismus, die soziokulturellen Auswirkungen von Reisen, die Gestaltung von Begegnungen und das strategische Engagement von Reiseveranstaltern.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für Reiseveranstalter aufzuzeigen, um negative soziokulturelle Einflüsse zu minimieren und positive Aspekte für die Bevölkerung in Zielgebieten zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und kombiniert diese mit einer praktischen Evaluierung des Unternehmens Studiosus als Fallbeispiel.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung soziokultureller Tourismusfolgen und eine Analyse der Maßnahmen von Studiosus, wie das UmweltManagementSystem und die Projektförderung.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Kulturtourismus, Sozialverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Studiosus, Interkulturelle Begegnung, Projektförderung, Tourismusmanagement.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Reiseleiters?
Der Reiseleiter wird als zentrale Integrationsfigur und Vermittler zwischen den Kulturen angesehen, dessen Sensibilisierung für eine sozialverträgliche Reisegestaltung essentiell ist.
Welche Rolle spielen die "Foren der Bereisten"?
Diese Foren dienen als Instrument für Studiosus, um den Dialog mit der einheimischen Bevölkerung zu suchen, Informationen zu gewinnen und Entscheidungsprozesse in den Zielgebieten mitzugestalten.
Was sind die Hauptkritikpunkte an der sozialen Auswirkung des Tourismus?
Kritisiert werden insbesondere Verwestlichungstendenzen, Kommerzialisierung der Kultur, das materielle Gefälle und die Gefahr touristischer Monokulturen.
- Quote paper
- Magister Artium Peter Lenke (Author), 2004, Nachhaltigkeit im Kulturtourismus am Beispiel des Engagements von Studiosus: Bestandsaufnahme, Grenzen und Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114974