Wo liegt die Ursache für gewalttätiges Verhalten? Welchen Teil kann die Schule oder KiTa dazu beitragen, die Gewalt in der Schule und letztendlich auch in der Gesellschaft zu minimieren?
Für diese Arbeit stelle ich folgende These: Könnte die Stärkung der emotionalen Persönlichkeit (emotionales Verständnis, emotionale Regulierung) beziehungsweise die Förderung der emotionalen oder sozialen Kompetenzen die Gewaltprävention in Schulen positiv beeinflussen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wird in dieser Arbeit der "Emotional literacy" Ansatz erläutert. Dafür wird erst die Gewalt in (Grund-) Schulen betrachtet und zwischen Aggression und Gewalt differenziert, um ein genaueres Bild der Gewalt in Schulen zu bekommen. In der Betrachtung der emotionalen Persönlichkeitsentwicklung werden die Grundlagen von Emotionen erarbeitet und anschießend wird ein Projekt von Petermann et al., "Emotionstraining in der Schule", vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gewalt an (Grund-)Schulen
2.1. Forschung über Gewalt an Schulen
2.2. Definition von Gewalt und Aggression
2.3. Formen von Gewalt
2.4. Mögliche Ursachen von Gewalt
3. Emotionen von der Entwicklung bis zu Forschung
3.1. Grundverständnis von Emotionen
3.2. Die Entwicklung der emotionalen Persönlichkeit
3.3. Grundzüge der Emotionsentwicklung von Grundschulkindern
4. Prävention negativer Entwicklung bei der Förderung von sozialer Kompetenz
4.1. Emotional literacy
4.2. Emotionstraining in der Schule
4.3. Empirische Fundierung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit untersucht, ob die Förderung der emotionalen Persönlichkeit und sozialer Kompetenzen von Grundschulkindern als effektives Mittel der Gewaltprävention dienen kann. Im Zentrum steht die Frage, wie durch pädagogische Ansätze wie "Emotional literacy" aggressives Verhalten reduziert werden kann.
- Analyse der Gewaltformen und Ursachen im schulischen Kontext
- Grundlagen der emotionalen Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern
- Theoretische Verknüpfung von Emotionsverständnis und Gewaltprävention
- Vorstellung praxisorientierter Konzepte wie das "Emotionstraining in der Schule"
Auszug aus dem Buch
3.1. Grundverständnis von Emotionen
„Lächeln wir, weil wir glücklich sind, oder sind wir glücklich, weil wir lächeln?“ (Seel 2015, S.394). Viele Emotionen oder Gefühle lassen sich an unserem Gesicht scheinbar erkennen. Je nach Gesichtsausdruck verstehen wir, wie unser gegenüber sich wohl fühlen mag. Seel (2015) führt an, dass der Begriff Emotion mit Stimmung, Affekt, Gefühlen und psychischer Erregung oft gleichgesetzt wird. Doch was ist der Unterschied? Diese Frage stellen wir ans Ende dieses Kapitels und schauen uns erst einmal eine Definition von Emotionen nach Seel (2015) an.
Emotion ist eine komplexe, physiologisch vermittelte Wechselwirkung von personalen und umweltbezogenen Faktoren, die Affekte bewirken und kognitive Prozesse hervorrufen, um eine Bewertung und Interpretation der Situation herbeizuführen. Affekte und ihre Interpretation setzen ausgedehnte physiologische Anpassungen an die erregungsauslösenden Bedingungen in Gang und führen zu Verhalten, das expressiv, zielgerichtet und adaptiv ist. (S. 395)
Mees (2006) führt Gefühle als Synonym von Emotionen als Oberbegriff an, welche er in Nicht affektive Gefühle und affektive Gefühle untergliedert. Hierbei ist der Begriff Affekt als Repräsentation einer Bewertung, gut oder schlecht, gemeint.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung von Gewalt in der Gesellschaft und in Schulen und formuliert die These, dass die Förderung emotionaler Kompetenzen präventiv gegen Gewalt wirken kann.
2. Gewalt an (Grund-)Schulen: Dieses Kapitel definiert Gewalt und Aggression wissenschaftlich, differenziert zwischen verschiedenen Formen und analysiert die Ursachen sowie den Forschungsstand zu Gewalt unter Schülern.
3. Emotionen von der Entwicklung bis zu Forschung: Der theoretische Teil befasst sich mit Emotionstheorien, der Entwicklung der emotionalen Persönlichkeit und den spezifischen Emotionsentwicklungsphasen im Grundschulalter.
4. Prävention negativer Entwicklung bei der Förderung von sozialer Kompetenz: Hier werden pädagogische Interventionsmöglichkeiten wie "Emotional literacy" und das "Emotionstraining in der Schule" vorgestellt und ihre empirische Basis diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der schulischen Emotionsförderung zusammen und weist auf die Notwendigkeit hin, auch das familiäre Umfeld stärker einzubeziehen.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Grundschule, emotionale Persönlichkeit, Aggression, Emotional literacy, Emotionsregulation, Empathie, soziale Kompetenz, Persönlichkeitsentwicklung, Emotionstraining, Verhaltensprävention, Pädagogik, Identitätsentwicklung, Mobbing, Kindesentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch die Förderung der emotionalen Persönlichkeit und des Verständnisses für Emotionen bei Grundschulkindern gewalttätigem Verhalten vorgebeugt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Gewalt, die Grundlagen der Emotionspsychologie, die emotionale Entwicklung von Kindern sowie spezifische pädagogische Trainingsprogramme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine gezielte Stärkung emotionaler Kompetenzen in der Schule das Gewaltpotenzial nachhaltig senken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung von Fachkonzepten zur Gewaltprävention und Emotionsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemanalyse (Gewalt an Schulen), die theoretische Fundierung (Emotionsentwicklung) und die Vorstellung von Interventionsprogrammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Gewaltprävention, emotionale Kompetenz, Emotional literacy, Grundschulkind und Emotionsregulation.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Bullying und Mobbing?
Während Bullying eine gezielte, oft asymmetrische Einzelattacke beschreibt, involviert Mobbing eine ganze Gruppe, die über einen längeren Zeitraum gegen ein Opfer agiert.
Warum betont der Autor die Rolle der Familie?
Die Familie gilt als Fundament für die Persönlichkeitsstruktur; mangelnde emotionale Kommunikation zu Hause kann die Entstehung aggressiver Verhaltensmuster begünstigen.
Welche Bedeutung hat das "Emotionstraining in der Schule" von Petermann et al.?
Es dient als praxisnahes Interventionsprogramm, das in drei Phasen emotionale Wahrnehmung, Verständnis und Regulation bei Schülern fördert.
- Citar trabajo
- Tobias Zimmermann (Autor), 2019, Gewalt an Grundschulen. Prävention durch die Förderung und Entwicklung der emotionalen Persönlichkeit von Kindern im Alter von 6-11 Jahren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153874