Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie ein textloses Bilderbuch im Hinblick auf die unterrichtlichen Ziele und Methoden so eingesetzt werden kann, dass es bei den Schülerinnen und Schülern (SuS) zu literarischem Lernen führt. Dafür wurde das textlose Bilderbuch "Das Baumhaus" von Tolman & Tolman (2010) ausgewählt.
Zahlreiche Eltern sind der Meinung, dass textlose Bilderbücher lediglich für Kindergartenkinder geeignet sind. Auch manche Lehrkräfte stehen, laut einiger Studien, solchen Bilderbüchern teilweise skeptisch gegenüber. Das liegt unter anderem daran, dass sie im Umgang mit ihnen relativ unerfahren sind und deshalb nicht wissen, welche sie auswählen sollen. Daneben vertreten einige Lehrpersonen die Ansicht, dass sie für ältere Kinder keine Herausforderung darstellen.
Ein textloses Bilderbuch wird nach Arizpe (2014) als "text where the visual image carries the weight of the meaning" definiert. Dabei ist das Fehlen von Wörtern kein "simple feat of artistry", sondern "totally relevant and in keeping with topic".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begründung der Buchauswahl und Analyse des Buches
2.1 Begründung der Buchauswahl
2.2 Analyse des Buches
3. Ziel für den Einsatz des Buches im Unterricht
3.1 Einordnung in eine didaktische Konzeption
3.2 Methodisches Vorgehen, Aufgaben und Differenzierungsangebote
4. Zusammenfassung und Bezugnahme zur Fragestellung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial textloser Bilderbücher im Deutschunterricht, insbesondere mit Blick auf die Förderung des literarischen Lernens bei hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern durch eine handlungs- und produktionsorientierte Unterrichtskonzeption.
- Didaktischer Einsatz textloser Bilderbücher
- Literarisches Lernen in der Grundschule
- Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
- Förderung hörgeschädigter Kinder
- Mediale Umsetzung (Vertonung) von Bildinhalten
Auszug aus dem Buch
2.2 Analyse des Buches
Beim Bilderbuch handelt es sich, wie der Name bereits impliziert, um ein Buch, welches Bilder beinhaltet. Nach Maier (1996) ist das „erste kennzeichnende Merkmal des Bilderbuchs [die Tatsache, dass] nicht das Wort, sondern das Bild“ (1996, 1) dominiert. Darum muss der Rezipient eines Bilderbuchs die Inhalte den Bildern entnehmen. Dies ist in besonderem Maße bei textlosen Bilderbüchern der Fall. Somit ist es unbedingt notwendig, „dass die Bilder eine über das reine Illustrieren hinausgehende narrative Funktion wahrnehmen“ (Hollstein & Sonnenmoser 2006, 1), da durch sie die Handlung vorangetrieben wird. Die Autorinnen betrachten Bilderbücher als literarische Werke, welche von jeder Altersgruppe rezipiert werden können (vgl. ebd. 2ff.). Im Vergleich zu nichtliterarischen Werken bedeutet das, dass sie fiktional sind und Mögliches beziehungsweise Vorgestelltes beschreiben (vgl. Frederking 2016). Textlose Bilderbücher stellen dabei eine Sonderform innerhalb der Gattung der Bilderbücher dar. Obwohl sich diese Hausarbeit hinsichtlich der Rezipienten auf Schulkinder bezieht, plädieren Hollstein und Sonnenmoser dafür, Bilderbücher als „gleichermaßen für jung und alt gedacht“ (2006, 3) anzusehen.
Die Autoren des textlosen Bilderbuchs „Das Baumhaus“ sind die Niederländerin Marije Tolman und ihr Vater Ronald Tolman. Marije Tolman fertigte die Illustration an, ihr Vater war für die Radierungen verantwortlich. Laut Nord-Süd Verlag ist Marije Tolman 1976 geboren und studierte Grafik und Typografie in Den Haag sowie Illustration und Design in Edinburgh. Sie gewann bereits zahlreiche Preise, unter anderem den Bologna Ragazzi Award oder den Troisdorf Bilderbuchpreis (vgl. Nord-Süd Verlag, o. J.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz textloser Bilderbücher für den Unterricht und definiert die Forschungsfrage bezüglich ihres Einsatzes bei Schülern mit Hörschädigung.
2. Begründung der Buchauswahl und Analyse des Buches: Dieses Kapitel rechtfertigt die Wahl von „Das Baumhaus“ durch seine barrierearme, visuelle Gestaltung und analysiert die narrativen Eigenschaften des Werks.
3. Ziel für den Einsatz des Buches im Unterricht: Hier wird das handlungs- und produktionsorientierte Unterrichtskonzept vorgestellt und die konkrete methodische Umsetzung in einer vierten Klasse detailliert geplant.
4. Zusammenfassung und Bezugnahme zur Fragestellung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Unterrichtseinheit und setzt diese in Bezug zur initialen Forschungsfrage.
5. Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil würdigt den Wert textloser Bilderbücher für inklusive Settings und gibt Anregungen für fächerübergreifende Unterrichtsprojekte.
Schlüsselwörter
textlose Bilderbücher, literarisches Lernen, handlungsorientierter Unterricht, produktionsorientierter Unterricht, Hörschädigung, visuelle Wahrnehmung, Medienkompetenz, "Das Baumhaus", Grundschule, Inklusion, Narrativität, Unterrichtskonzeption, Vertonung, Erzählkompetenz, Sprachförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Eignung und den Einsatzmöglichkeiten textloser Bilderbücher im Deutschunterricht der Grundschule.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Mittelpunkt stehen das literarische Lernen, die handlungs- und produktionsorientierte Didaktik sowie die spezifische Förderung von hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie textlose Bilderbücher gezielt eingesetzt werden können, um bei Kindern, insbesondere mit Hörschädigung, literarisches Lernen anzuregen.
Welche methodische Vorgehensweise wird in der Arbeit angewandt?
Die Autorin entwickelt ein didaktisches Konzept, das auf theoretischen Ansätzen des literarischen Lernens basiert und durch ein konkretes Unterrichtsbeispiel zur Vertonung eines Bilderbuchs illustriert wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Analyse des gewählten Bilderbuchs sowie in eine detaillierte Ausarbeitung einer Unterrichtsplanung, die Schritte für eine 45-minütige und eine 90-minütige Unterrichtseinheit enthält.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die zentralen Aspekte sind textlose Bilderbücher, Inklusion, handlungsorientierter Literaturunterricht und die visuelle Narrativität.
Warum sind textlose Bilderbücher besonders für Kinder mit Hörschädigung geeignet?
Durch den Verzicht auf Text entfällt eine sprachliche Barriere, was den Zugang zu Literatur erleichtert und den Fokus auf die visuelle Interpretation und eigene gestalterische Produktion legt.
Welche Rolle spielt die "Vertonung" im entwickelten Unterrichtskonzept?
Die Vertonung dient als mediale Umsetzungsmethode, um Schüler zur intensiven Auseinandersetzung mit den visuellen Details des Buches zu bewegen und sie handlungsaktiv in den narrativen Prozess einzubinden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Kann ein textloses Bilderbuch zu literarischem Lernen führen? "Das Baumhaus" von Marije und Ronald Tolman (Unterrichtsentwurf 4. Klasse Deutsch), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153875