Die Fähigkeiten, Kontakte zu knüpfen, Gespräche und neue Freundschaften zu initiieren, Interesse zu zeigen,
Gefühle und Wünsche anderer richtig einzuschätzen und adäquat
darauf zu reagieren, ohne dabei eigene Bedürfnisse zu vernachlässigen sowie Kritik zu äußern und konstruktiv damit umzugehen gehören zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben im Kindes- und Jugendalter. Defizite in diesen sozialen Fertigkeiten gehen mit einer Vielzahl von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen einher. Neuere Befunde der Interventionsforschung deuten darauf hin, dass diese Tatsache auch Implikationen für die Therapie von Kindern und Jugendlichen mit sozialer Phobie beinhaltet. Auf diese Thematik soll im Rahmen der Arbeit näher eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problematik
1.2 Fragestellung und Ziel der vorliegenden Arbeit
1.3 Methode
2 Inhaltliche Durchführung
2.1 Begriffsbestimmung und Definitionen
2.2 Bewertungskriterien
2.3 Theoretische Annahmen
2.4 Die soziale Effektivitätstherapie für Kinder
2.4.1 Empirische Befunde zur Effektivitätstherapie für Kinder
2.5 Die kognitive Verhaltenstherapie nach Spence et al.
2.5.1 Empirische Befunde zur Therapie nach Spence et al.
2.6 Metaanalytische Befunde
3 Zusammenfassung
4 Bewertung/Diskussion
5 Ausblick
6 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht theoretisch und empirisch die Wirksamkeit von sozialen Kompetenztrainings als Interventionsmöglichkeit bei Kindern und Jugendlichen mit diagnostizierter sozialer Phobie.
- Theoretische Fundierung des sozialen Ängstlichkeitszirkels
- Vorstellung der sozialen Effektivitätstherapie (SET-K)
- Analyse der kognitiven Verhaltenstherapie nach Spence et al.
- Bewertung der Effektivität durch empirische Studien und Metaanalysen
- Diskussion über zukünftige Forschungsbedarfe und Anwendungsbereiche
Auszug aus dem Buch
2.4 Die soziale Effektivitätstherapie für Kinder
Die soziale Effektivitätstherapie für Kinder (SET-K) ist ein multimodales Behandlungsprogramm, das von Beidel, Turner und Morris (1998, zitiert nach Beidel et al., 2000) entwickelt wurde. Es umfasst Edukation der Kinder und Eltern, ein soziales Kompetenztraining, Übungen mit Peers zur Generalisierung und Exposition. Das soziale Kompetenztraining steht im Mittelpunkt und findet in mehreren Sitzungen statt, wobei jeweils eine spezifische Fertigkeit thematisiert wird, zu der die Kinder auch Hausaufgaben erhalten. Geübt werden u.a. Begrüßung und Vorstellung, eine Konversation beginnen und aufrechterhalten, Fertigkeiten des Zuhörens und Erinnerns, einer Gruppe beitreten, positives und negatives assertives Verhalten sowie Telefonieren. Die nach jedem Training stattfindenden Generalisierungsübungen mit Kindern ohne Defizite in sozialen Fertigkeiten wurden in das Programm aufgenommen, da sich gezeigt hat, dass der Generalisierungsprozess nicht automatisch abläuft (Beidel & Morris, 1995). Die Interaktionen sollen dabei möglichst realistisch und alltäglich ablaufen. Es werden u.a. Gruppenaktivitäten wie Bowling, Pizza essen, Spiele oder Inline-Skating durchgeführt, bei denen die sozial phobischen Kinder ihre neu erlernten Fertigkeiten ausprobieren können. Die Expositionsübungen beinhalten Aktivitäten, bei welchen sich die jeweils spezifische soziale Furcht der Kinder äußert. So werden z.B. Reden oder Vorlesen vor Publikum oder Prüfungen simuliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung sozialer Fertigkeiten für das Kindesalter und führt in die Problematik der sozialen Phobie sowie deren Auswirkungen auf die soziale Teilhabe ein.
2 Inhaltliche Durchführung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe definiert, Bewertungskriterien für Interventionen festgelegt und theoretische Annahmen zum sozialen Ängstlichkeitszirkel sowie zwei spezifische Therapieansätze vorgestellt.
3 Zusammenfassung: Das Kapitel fasst die zentralen theoretischen und empirischen Befunde zur Effektivität von Kompetenztrainings bei sozial phobischen Kindern zusammen.
4 Bewertung/Diskussion: Hier werden die Ergebnisse der Interventionsprogramme kritisch evaluiert, die klinische Indikation diskutiert und offene Forschungsfragen adressiert.
5 Ausblick: Der Ausblick formuliert zukünftige Anforderungen an die Forschung, insbesondere hinsichtlich Längsschnittstudien und der Bedeutung der Elterninvolvierung sowie des Schulkontexts.
6 Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Studien auf.
Schlüsselwörter
Soziale Phobie, Soziale Kompetenz, Kompetenztraining, Kinder, Jugendliche, SET-K, Kognitive Verhaltenstherapie, Ängstlichkeitszirkel, Interventionsforschung, Soziale Fertigkeiten, Effektstärke, Elterninvolvierung, Angststörung, Exposition, Psychotherapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Interventionsmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen, die an einer sozialen Phobie leiden, mit einem besonderen Fokus auf soziales Kompetenztraining.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition sozialer Kompetenz, theoretische Erklärungsmodelle für soziale Ängstlichkeit sowie die Darstellung und Bewertung spezifischer Behandlungsprogramme.
Was ist das Ziel der vorliegenden Arbeit?
Ziel ist es, die Effektivität von sozialen Kompetenztrainings theoretisch und anhand empirischer Befunde für diese spezifische Zielgruppe zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin/der Autor wählte ein systematisches Literaturstudium mittels einschlägiger psychologischer Datenbanken (Psyclit, Psyndex, Medline), um relevante Interventionsstudien zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, die Vorstellung des Ängstlichkeitszirkels sowie eine detaillierte Analyse der "sozialen Effektivitätstherapie" und der "kognitiven Verhaltenstherapie nach Spence et al.".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Phobie, soziales Kompetenztraining, Interventionseffektivität und verhaltenstherapeutische Ansätze geprägt.
Warum ist das Modell des sozialen Ängstlichkeitszirkels relevant?
Es dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, wie defizitäre soziale Fertigkeiten zu Ängsten und Vermeidungsverhalten führen und wie ein Training diesen Zirkel durchbrechen kann.
Was unterscheidet die SET-K von anderen Ansätzen?
Die SET-K ist ein multimodales Programm, das neben Kompetenztraining auch Edukation, gezielte Generalisierungsübungen mit Peers und Exposition umfasst.
Welchen Einfluss hat die Einbeziehung der Eltern?
Die Befunde deuten auf einen Trend zu stärkeren und nachhaltigeren Effekten hin, wenn Eltern in den Therapieprozess involviert werden, wenngleich hierzu noch weitere Forschung nötig ist.
Wie effektiv sind die vorgestellten Interventionen?
Die Programme zeigen durchweg hohe Effektstärken bei der Reduktion von Angst und sozial phobischer Symptomatik, wobei signifikante Verbesserungen in sozialen Fertigkeiten nachgewiesen wurden.
- Citar trabajo
- Janusch Sieber (Autor), 2007, Förderung sozialer Kompetenzen: Interventionsmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit sozialer Phobie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115433