Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Kooperation von Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen der Integration. Es geht dabei um die theoretische Klärung der Grundbegriffe und die praktischen Erfahrungen der beteiligten Lehrerinnen/Lehrer. Der erste Teil dieser Arbeit widmet sich dem theoretischen Hintergrund von Kooperation und ihren Ausformungen. Nach einer Begriffsklärung, erfolgt die Darstellung der Bedingungen von Kooperation und Teamarbeit in Integrationsklassen. Danach werden die Organisationsstrukturen in der Sekundarstufe I erläutert, wobei hauptsächlich auf die Strukturen der „Kooperativen Mittelschule“ eingegangen wird. Im zweiten Teil wird das Strukturmodell zur Betrachtung kooperativer Arbeitsbeziehungen erklärt. Im Anschluss daran, werden die Erfahrungen und Einschätzungen der Pädagoginnen/Pädagogen von Kooperation und Teamarbeit im Rahmen von Integrationsklassen an vier Wiener Schulen dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1 ZUM VERSTÄNDNIS VON INTEGRATION
1.1 DER BEGRIFF INTEGRATION
1.2 INTEGRATIVE SCHULPÄDAGOGIK
1.3 SCHULISCHE INTEGRATION IN ÖSTERREICH
1.4 INTEGRATION AUF DER SEKUNDARSTUFE I
1.4.1 Der Sonderpädagogische Förderbedarf (SpF)
1.4.2 Kriterien und Strukturen der Integration auf der Sekundarstufe I
1.5 ZUSAMMENFASSUNG
2 DIMENSION DES BEGRIFFES KOOPERATION
2.1 DER BEGRIFF KOOPERATION
2.2 DEFINITION VON KOOPERATION
2.3 KOOPERATION UND TEAMARBEIT
2.4 KOOPERATIONS- UND TEAMENTWICKLUNG
2.4.1 Forming
2.4.2 Storming
2.4.3 Norming
2.4.4 Performing
2.5 RAHMENBEDINGUNGEN VON KOOPERATION UND TEAMARBEIT
2.5.1 Eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung
2.5.2 Ein klares Ziel
2.5.3 Kommunikation in der Gruppe
2.5.4 Wechselnde Leitung der Gruppe
2.5.5 Autonomie und Rahmensetzung der Gruppe
2.5.6 Unterstützung
2.5.7 Erfolgserlebnisse
2.6 WIRKSAMKEIT VON KOOPERATION UND TEAMARBEIT
2.7 EFFEKTIVE UND INEFFEKTIVE KOOPERATION UND TEAMARBEIT
2.8 KOOPERATION ALS PROBLEM
2.9 ZUSAMMENFASSUNG
3 ORGANISATIONSSTRUKTUREN IN DER SEKUNDARSTUFE I
3.1 STRUKTUREN DER AHS (ALLGEMEIN BILDENDEN HÖHEREN SCHULE)
3.2 STRUKTUREN DER HS (HAUPTSCHULE)
3.3 STRUKTUREN DER KMS (KOOPERATIVE MITTELSCHULE)
3.3.1 Kooperation im Rahmen der KMS
3.3.2 Kooperative Mittelschule – Der Schulversuch
3.3.3 Kooperative Mittelschule – Das Projekt
3.4 RAHMENBEDINGUNGEN UND STRUKTUREN DER AHS, HS UND KMS (ALLGEMEINER PFLICHTSCHULBEREICH - SEKUNDARSTUFE I)
3.4.1 Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen
3.4.2 Kooperation
3.4.3 Mittleres Management
3.4.4 Jahrgangsteams und Teamplanung
3.4.5 Soziales Lernen
3.4.6 Berufs- und Schullaufbahnorientierung
4 EBENEN DER BETRACHTUNG KOOPERATIVER ARBEIT ZWISCHEN REGELSCHULLEHRERN UND SONDERPÄDAGOGEN
4.1 ORGANISATIONSEBENE UND ORGANISATIONSPROBLEME
4.2 SACHEBENE UND SACHPROBLEME
4.3 BEZIEHUNGSEBENE UND BEZIEHUNGSPROBLEME
4.4 PERSÖNLICHKEITSEBENE UND PERSÖNLICHKEITSPROBLEME
4.5 DIE ROLLE VON SONDERPÄDAGOGEN
4.6 ZUSAMMENFASSUNG
5 FORSCHUNGSMETHODE
5.1 VORBEMERKUNG ZUM VERFAHREN
5.2 ERHEBUNGSVERFAHREN „SCHRIFTLICHER FRAGEBOGEN“
5.3 FRAGEBOGENKONSTRUKTION
5.4 AUSWAHL DER BEFRAGTEN
5.5 AUSWERTUNGSVERFAHREN
6 BETRACHTUNG KOOPERATIVER ARBEIT VON REGELSCHULLEHRERN UND SONDERPÄDAGOGIEN AN WIENER SCHULEN
6.1 ORGANISATIONSEBENE
6.1.1 Organisatorisches Modell
6.1.2 Räumliche Ausstattung der Schule
6.1.3 Kommunikation mit der Schulleitung
6.1.4 Gemeinsame Zielsetzung für die Kooperation
6.1.5 Einstellung der Schulleitung gegenüber Kooperation
6.1.6 Teambildung
6.1.7 Weiterbildung
6.1.8 Supervision
6.2 SACHEBENE
6.2.1 Rollen- und Aufgabenverteilung im Team
6.2.2 Rollen- und Aufgabenverteilung im Unterricht
6.2.3 Konkrete Aufgaben- und Rollenverteilung
6.3 BEZIEHUNGSEBENE
6.3.1 Kooperationsbeziehung im Team
6.3.2 Beziehungskultur im Team
6.3.3 Hilfestellung und gegenseitige Unterstützung
6.3.4 Harmonieren im Unterricht
6.3.5 Leistungen und Fortschritte der Schüler
6.3.6 Gleichberechtigte Ansprechpartner
6.4 PERSÖNLICHKEITSEBENE
6.4.1 Persönliches Kommunikationsverhalten
6.4.2 Persönliche Bewertung von Kooperation und Teamarbeit
6.4.3 Zufriedenheit mit den Aufgaben und Rollenverteilung im Team
6.5 ZUSAMMENFASSUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
7 SCHLUSSBEMERKUNG
8 LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Kooperation von Regelschullehrern und Sonderpädagogen bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Sekundarstufe I in Wien. Ziel ist es, den Begriff der pädagogischen Kooperation theoretisch zu klären, die benötigten Rahmenbedingungen zu identifizieren und die praktischen Erfahrungen der Lehrkräfte mittels einer schriftlichen Befragung an vier Wiener Schulen zu evaluieren.
- Theoretische Fundierung von Kooperation und Teamarbeit im integrativen Kontext
- Analyse der Organisationsstrukturen in der Sekundarstufe I, insbesondere der "Kooperativen Mittelschule"
- Betrachtung von Kooperation auf vier Ebenen: Organisation, Sache, Beziehung und Persönlichkeit
- Empirische Untersuchung (Fragebogen) zur Kooperationspraxis an Wiener Integrationsklassen
Auszug aus dem Buch
Die Enthüllung der Rolle
Der wesentliche Unterschied der Arbeitssituation einer/eines Teamlehrerin/-lehrers im Vergleich zur/zum Lehrerin/Lehrer der alleine unterrichtet ist, dass sie/er eben nicht alleine ist. Immer, in jeder Stunde und Situation ist mindestens eine/ein zweite/zweiter Lehrerin/Lehrer anwesend. Dadurch bleibt nichts unbeobachtet. Pädagogisches Handeln bleibt kaum mehr im ganz persönlichen und intimen Bereich eines Einzelnen. Das Pädagogische Handeln im Team gibt die Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder preis.
Während die/der Einzellehrerin/-lehrer im isolierten Klassenzimmer sich nach subjektiven Kriterien als gute/guter Lehrerin/Lehrer definieren kann, ist im Team die Selbstbewertung der eigenen beruflichen Professionalität dem kritischen Urteil der Teamkolleginnen/-kollegen ausgesetzt. Tatsächliche Fähigkeiten werden deshalb im Team bzw. durch die Teammitglieder bekräftigt, Mängel beruflicher Qualifikation hingegen werden gnadenlos offenbart. Basiert das Selbstbild eigener Professionalität eines Teammitgliedes auf manipulativen Selbstzuschreibungen und irrealen Selbsttäuschungen, dann kann die Teamarbeit zu schmerzlichen Erfahrungen führen.
Die künstlichen Hüllen, die in Schonräumen als Hilfskonstruktionen beruflicher Identität und persönlichen Selbstwertgefühls zur Verfügung standen, fallen. Übrig bleibt die nackte Wahrheit darüber, was der einzelne kann und was er nicht kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ZUM VERSTÄNDNIS VON INTEGRATION: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Integration aus gesellschaftlicher, pädagogischer und psychologischer Sicht und beschreibt die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die schulische Integration in Österreich.
2 DIMENSION DES BEGRIFFES KOOPERATION: Hier wird der Begriff der Kooperation theoretisch beleuchtet, die Verbindung zu Teamarbeit geklärt und die Phasen der Teamentwicklung sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für effektive Zusammenarbeit dargestellt.
3 ORGANISATIONSSTRUKTUREN IN DER SEKUNDARSTUFE I: Dieses Kapitel beschreibt die Strukturen der verschiedenen Schultypen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Zielen, dem Schulversuch und dem Projekt der „Kooperativen Mittelschule“.
4 EBENEN DER BETRACHTUNG KOOPERATIVER ARBEIT ZWISCHEN REGELSCHULLEHRERN UND SONDERPÄDAGOGEN: Auf Basis eines Modells von Wocken wird Kooperation in vier Komplexe gegliedert: die organisatorische Ebene, die Sachebene, die Beziehungsebene und die Persönlichkeitsebene.
5 FORSCHUNGSMETHODE: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Untersuchung, die Wahl des schriftlichen Fragebogens, dessen Konstruktion und die Auswahl der befragten Lehrkräfte an den Wiener Schulen.
6 BETRACHTUNG KOOPERATIVER ARBEIT VON REGELSCHULLEHRERN UND SONDERPÄDAGOGIEN AN WIENER SCHULEN: Hier werden die Ergebnisse der schriftlichen Befragung anhand der vier Ebenen dargestellt, grafisch veranschaulicht und interpretiert.
Schlüsselwörter
Integration, Kooperation, Teamarbeit, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Sekundarstufe I, Kooperative Mittelschule, Lehrerteam, Schulentwicklung, Teamteaching, Heterogenität, Pädagogik, Unterrichtsgestaltung, Organisation, Beziehungsarbeit, pädagogisches Handeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit von Regelschullehrkräften und Sonderpädagogen im Rahmen der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Wiener Sekundarstufe I.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von Integration und Kooperation, die Analyse von Organisationsstrukturen (insbesondere der Kooperativen Mittelschule) sowie die Bewertung der praktischen Teamarbeit durch Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Verständnis von Kooperation im pädagogischen Kontext zu schärfen und durch eine empirische Befragung herauszufinden, welche Erfahrungen und Einschätzungen Lehrkräfte zu ihrer Teamarbeit in Integrationsklassen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datenerhebung genutzt?
Die Autorin nutzt ein schriftliches Fragebogenverfahren, welches auf dem Modell der „Strukturanalyse kooperativer Arbeit“ von Hans Wocken basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kooperation und Organisationsstrukturen sowie eine detaillierte Auswertung der Befragungsergebnisse, unterteilt in die vier Ebenen: Organisation, Sache, Beziehung und Persönlichkeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Integration, Kooperation, Teamarbeit, Heterogenität, sonderpädagogischer Förderbedarf und Schulentwicklung.
Warum wird Kooperation in Integrationsklassen oft als problematisch empfunden?
Kooperation wird oft durch unterschiedliche berufliche Identitäten, verschiedene Ausbildungsqualifikationen, hohe zeitliche Belastung und die „Enthüllung“ der eigenen professionellen Rolle vor den Kollegen als herausfordernd oder konfliktbehaftet erlebt.
Welche Rolle spielen räumliche Bedingungen für die Teamarbeit?
Räumliche Gegebenheiten, wie etwa das Fehlen eines geeigneten Besprechungszimmers, werden von der Autorin als wesentliche Faktoren identifiziert, die die Qualität und Ruhe der gemeinsamen Planung und Reflexion im Team beeinflussen können.
- Quote paper
- Mag. Birgit Fordinal (Author), 2006, Die Kooperation von Regelschullehrern und Sonderpädagogen bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Sekundarstufe I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115497