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Menschenbilder als Bezugssysteme für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung

Title: Menschenbilder als Bezugssysteme für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung

Diploma Thesis , 2003 , 95 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mag. Christoph Mauthner (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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„Unbestritten ist, dass gewandelte Anforderungen das Lehr- und Lernhandeln verändern werden. Rollen und Aufgaben von Lehrenden, von Lernenden und von Bildungseinrichtungen bekommen andere Akzente…neue Leitbilder sind gefragt“ (Heuer 2001, S. 14). Besonders im Bereich der Erwachsenenbildung (insbesondere im wirtschaftlichen Kontext) entsteht durch wirtschaftliche Dynamik, gesellschaftliche Veränderungen, politische Einflüsse und pluralisierte Lebensformen ein bildungsrelevantes Spannungsfeld. Aus Sicht der Pädagogik sollte diesem viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, da aufgrund einer hohen Komplexität der Sachverhalte zahlreiche Chancen, spannende Herausforderungen und beunruhigende Gefahren nebeneinander, kaum ausreichend systematisch geordnet, koexistieren. Vor allem die Auswirkungen der wirtschaftlichen Dynamik, die nicht zuletzt auch durch eine neoliberale Politik auch gezielt herbeigeführt wurden, reichen weit in den Gegenstand der Weiterbildung hinein. Bildungsprozesse, -programme und -konzepte werden verstärkt nach ökonomischen Kriterien bewertet – Bildung muss sich betriebswirtschaftlich rechnen! Inwieweit sich Bildung aber berechnen und berechenbar machen lässt, ist für zahlreiche Bildungsexperten fraglich, insbesondere da Auswirkungen und Ergebnisse von Bildung bei verschiedenen Bildungsempfängern verschieden lange Wirkungsdauer aufweist bzw. verschieden wirken kann – oft zeigen sich Resultate von Bildungsmaßnahmen erst über viele Jahre hinweg. Darüber hinaus fordern BildungsexpertInnen immer wieder auch ein ökonomisch zweckfreies Lernen, Bildung um des Menschen willen, ohne erst Legitimation durch wirtschaftliche Kennzahlen zu erhalten. Menschen lernen sehr verschieden, manchmal über Um- und Abwege. Bildung die gemanagt wird und sich in erster Linie an wirtschaftlichen Zahlen orientiert, tut sich schwer diese Tatsachen ausreichend zu berücksichtigen. So tut sich auf dem Gebiet der Bildung im wirtschaftlichen Kontext ein Spannungsfeld auf, zwischen pädagogischen, wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Interessen, das stark zwischen ökonomischen Sinn, Zweck und Effizienz von Bildung und der gesellschaftlichen Verantwortung von Bildung, jenseits einer wirtschaftlichen Verzweckung polarisiert.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung

2.1 Erläuterungen

2.2 Bildung

2.3 Weiterbildung

2.4 Bildungsmanagement

2.5 Berufliche Weiterbildung

2.6 Berufliche Weiterbildung und Bildungsmanagement: begriffliche Abgrenzung

2.7 Berufliche Weiterbildung und Bildungsmanagement – Zuständigkeitsbereiche der Betriebswirtschaftslehre oder der Pädagogik?

2.8 Zusammenfassung

3. Spannungsfelder

3.1 Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung als Spannungsfelder zwischen pädagogischen Idealen und wirtschaftlichen Anforderungen

3.1.1 Einflüsse bzw. Interessen der Erwachsenenbildung

3.1.2 Einflüsse bzw. Interessen der Wirtschaft

3.1.3 Einflüsse bzw. Interessen des Staates

3.1.4 Die „Vermarktlichung“ der Weiterbildung

3.2 Bildungscontrolling

3.3 Zugänge zur Konzeption von Bildungsprogrammen mit wirtschaftlichem Kontext

3.3.1 Wer konzipiert?

3.3.2 Zugänge aus pädagogischer Perspektive und Zugänge aus betriebswirtschaftlicher Perspektive

3.3.3 Das Bild von den BildungsempfängerInnen

3.4 Die Bedeutung einer grundlegenden Orientierung in der Betriebswirtschaft: Die normative Ebene des Managements

3.5 Zusammenfassung

4. Die Frage nach den neuen Leitbildern: Menschenbilder der BWL und der Pädagogik als Bezugspunkte für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung

4.1 Einführung/Überleitung

4.2 Menschenbilder

4.2.1 Menschenbilder als Bezugssysteme für theoretisches und praktisches Handeln

4.3 Die Frage nach den Menschenbildern von Bildungsmanagement und beruflicher Weiterbildung

4.4 Homo oeconomicus

4.4.1 Einführung in das Menschenbild homo oeconomicus

4.4.2 Dimensionen des Begriffs

4.4.3 Wissenschaftstheoretische Einordnung des homo oeconomicus

4.4.4 Zentrale Annahmen über den in der Wirtschaft tätigen Menschen – die Eigenschaften des homo oeconomicus

4.4.4.1 Präferenzen und Restriktionen

4.4.4.2 Die rationale Entscheidung

4.4.4.3 Das Eigennutzaxiom

4.4.4.4 Interaktionsstrategien des homo oeconomicus mit seinen Mitmenschen

4.4.5 Homo oeconomicus als Menschenbild für die berufliche Weiterbildung und das Bildungsmanagement

4.4.6 Die kritische Hinterfragung des homo oeconomicus auf axiomatischer Ebene

4.4.7 Die kritische Hinterfragung des homo oeconomicus auf phänomenologischer Ebene

4.4.8 Die kritische Hinterfragung des homo oeconomicus auf politisch-ethischer Ebene

4.4.9 Homo oeconomicus als Bezugspunkt für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung?

4.5 Menschenbilder der Pädagogik – pädagogische Anthropologie

4.5.1 Methodik und Systematik der pädagogischen Anthropologie

4.5.2 Methoden- und Theorienpluralismus in der pädagogischen Anthropologie – ein Überblick

4.5.2.1 Exkurs: Die Kritik der Frankfurter Schule am empirisch-analytischen Wissenschaftsmodell

4.5.3 Folgerungen über das Menschenbild des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung

4.6 Kein Menschenbild als eine Alternative – Hartmut von Hentig (1999)

4.7 Zusammenfassung

5. Perspektiven einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Pädagogik und Betriebswirtschaft auf den Gebieten Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung

5.1 Die Pädagogik im Bereich der beruflichen Weiterbildung – von Werten, Idealen und die Frage nach dem Ziel

5.2 Die Gefahren eines einseitigen Menschenbildes – praktische Implikationen

5.3 „Ganzheitliche Bildung“ – eine Utopie?

5.4 Die Frage nach der Leitdisziplin

5.5 Über das Engagement von PädagogInnen im Bildungsmanagement und in der beruflichen Weiterbildung

5.6 Moderne Prinzipien für das Bildungsmanagement und für die berufliche Weiterbildung nach Ulrich Gonschorrek (2003)

5.7 Konsequenzen für Betriebe und Unternehmen

5.8 Zusammenfassung

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das durch wirtschaftliche Dynamik und ökonomische Zielsetzungen geprägte Spannungsfeld im Bereich des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche zugrunde liegenden Menschenbilder die pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Positionen leiten und wie diese Orientierung zur Professionalisierung der interdisziplinären Zusammenarbeit beitragen kann.

  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen pädagogischen Idealen und ökonomischen Anforderungen
  • Untersuchung der Bedeutung von Menschenbildern als Bezugssysteme für das Bildungsmanagement
  • Kritische Reflexion des Modells "homo oeconomicus" in Theorie und Praxis
  • Gegenüberstellung pädagogischer Anthropologie und betriebswirtschaftlicher Managementansätze
  • Perspektiven für eine ganzheitliche Bildung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Einflüsse bzw. Interessen der Wirtschaft

Im Gegensatz zur Erziehungs- und Bildungswissenschaft ließen sich die Betriebswirtschaftslehre und die Managementwissenschaft von Wertediskussionen und pädagogischen Bedenken weit weniger verunsichern, „was zur Folge hatte, dass sich Bildungsmanagement als Begriff und Forschungsgebiet sehr viel leichter und erfolgreicher in der Betriebswirtschaftslehre als in der Pädagogik durchsetzen konnte“ (Geißler, 1994. S. 263).

Aus Sicht des wirtschaftlichen Interessenlagers soll Bildung vor allem profitabel sein, effizient sein und möglichst wenig Zeit und Geld kosten.

„Bildungsinvestitionen in das Humankapital wurden zur betriebswirtschaftlichen Größe“ und Bildung zu einem Investitionsgut, das sich „individuell, betrieblich und gesellschaftlich rentieren muss, indem es kurz- oder langfristig Gewinne verspricht (Gruber 1997, S. 280). Da Bildung tatsächlich wirtschaftliche Gewinne versprach und verspricht, wurden und werden – jenseits aller pädagogischen Bedenken – berufliche Weiterbildung und Management von Bildung im Unternehmen, von Unternehmen als Wettbewerbsvorteil erkannt und durchgeführt. Berufliche Weiterbildung wurde in vielen Unternehmen in Form von Personal und Organisationsentwicklung oder auch als Wissens- und Informationsmanagement integriert (vgl. Merk 1998, S. 7).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen pädagogischen Idealen und ökonomischen Anforderungen in der Erwachsenenbildung.

2. Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe und grenzt Bildungsmanagement von der pädagogischen Kernpraxis ab.

3. Spannungsfelder: Hier werden die widerstreitenden Interessen von Wirtschaft, Politik und Erwachsenenbildung sowie die Problematik des Bildungscontrollings thematisiert.

4. Die Frage nach den neuen Leitbildern: Dieses Kapitel analysiert Menschenbilder als normative Bezugspunkte, mit besonderem Fokus auf den "homo oeconomicus" und pädagogische Anthropologie.

5. Perspektiven einer interdisziplinären Zusammenarbeit: Das Kapitel erörtert Ansätze für eine ganzheitliche Bildung und die Möglichkeiten einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Pädagogik und Betriebswirtschaft.

6. Resümee: Das Resümee fasst die Notwendigkeit einer reflexiven Auseinandersetzung mit Menschenbildern für eine nachhaltige Bildungsarbeit zusammen.

Schlüsselwörter

Bildungsmanagement, berufliche Weiterbildung, Menschenbild, homo oeconomicus, pädagogische Anthropologie, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Bildungscontrolling, ökonomische Rationalität, pädagogische Ideale, Personalentwicklung, Bildungsphilosophie, Lernselbstbestimmung, Unternehmensführung, betriebliche Didaktik, Bildungskonzept

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie pädagogische Ideale und betriebswirtschaftliche Interessen im Bildungsmanagement aufeinandertreffen und welche Rolle dabei unterschiedliche Menschenbilder spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Verzweckung und pädagogischem Bildungsanspruch, Bildungscontrolling sowie die normative Ebene des Managements.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Standpunkte von Pädagogik und Betriebswirtschaft zu entwickeln, um eine tragfähige Basis für interdisziplinäre Konzepte zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine explorative Auseinandersetzung, die den Ist-Zustand beschreibt und den theoretischen Diskurs anhand von Literatur und verschiedenen Menschenbildern systematisch aufarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der kritischen Analyse des "homo oeconomicus", den verschiedenen Menschenbildern der pädagogischen Anthropologie und den Möglichkeiten ganzheitlicher Bildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den Kernbegriffen gehören Bildungsmanagement, homo oeconomicus, berufliche Weiterbildung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und pädagogische Anthropologie.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der Pädagogik von dem der Betriebswirtschaft in dieser Studie?

Die Betriebswirtschaft strebt nach Effizienz und Quantifizierbarkeit, während die Pädagogik den Fokus auf individuelle Entfaltung, Emanzipation und die Kritik an einer rein funktionalen Verzweckung des Menschen legt.

Welche Rolle spielt Hartmut von Hentig für die Argumentation des Autors?

Von Hentig dient als wichtige Referenz, um die Gefahr von vorgefertigten Menschenbildern aufzuzeigen und stattdessen für eine Stärkung der Selbstverantwortung der Lernenden zu plädieren.

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Details

Title
Menschenbilder als Bezugssysteme für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung
College
University of Graz
Grade
2,0
Author
Mag. Christoph Mauthner (Author)
Publication Year
2003
Pages
95
Catalog Number
V115737
ISBN (eBook)
9783640171002
ISBN (Book)
9783640172856
Language
German
Tags
Menschenbilder Bezugssysteme Konzepte Bildungsmanagements Weiterbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Christoph Mauthner (Author), 2003, Menschenbilder als Bezugssysteme für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115737
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