Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit ethnischer Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und einer möglichen Lösung des Problems auseinander. Dabei stehen denkbare wirtschaftliche Folgen für Deutschland im Fokus. Die Darstellung erfolgt mit besonderem Bezug auf die Namensdiskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund des Landes. Es werden ökonomische Auswirkungen auf den Erfolg von Betrieben untersucht und Nachteile der Homogenität von Ausbildungsbetrieben erläutert. Darüber hinaus wird die Verbindung zwischen Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit, und die Gefahr der Abwanderung von Deutschtürken vor Augen geführt. Anschließend wird das anonymisierte Bewerbungsverfahren als geeignete Möglichkeit vorgestellt, um Diskriminierung am Anfang des Bewerbungsverfahrens gar nicht erst entstehen zu lassen.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es mögliche Folgen der ethnischen Arbeitsmarktdiskriminierung auf die Wirtschaft aufzuzeigen und eine Maßnahme gegen Benachteiligung im Bewerbungsverfahren zu präsentieren. Dieses Ziel wird erreicht durch die Interpretation von Korrespondenztests unterschiedlicher Länder und die Einbeziehung diverser Untersuchungen der Bundesszentrale für politische Bildung (bpb), sowie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).
Auf der Grundlage von Studien aus aller Welt werden in Kapitel 2 zunächst die wichtigsten Forschungsergebnisse zusammengefasst und die Relevanz des Problems sichtbar gemacht. Anschließend werden in Kapitel 3 die wirtschaftlichen Folgen in Betrieben und Probleme auf dem Ausbildungsmarkt behandelt. Im selben Kapitel geht es außerdem um Zusammenhänge zwischen Diskriminierung und Arbeitslosigkeit, und Abwanderung aus Deutschland. Danach wird in Kapitel 4 das anonymisierte Bewerbungsverfahren als mögliche Lösung des Problems vorgestellt. Die Arbeit endet mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bisherige Forschungsergebnisse
3 Ethnische Diskriminierung und Wirtschaft in Deutschland
3.1 Betriebswirtschaftliche Folgen
3.2 Probleme von Ausbildungsbetrieben
3.3 Diskriminierung und Arbeitslosigkeit
3.4 Abwanderung
4 Anonymisierte Bewerbungen als Maßnahme
4.1 Ziel der anonymisierten Bewerbungen
4.2 Wie sehen anonymisierte Bewerbungsverfahren aus?
4.3 Pilotprojekt in Deutschland
4.4 Positive Effekte
4.5 Mögliche Nachteile
4.6 Anwendbarkeit im Hinblick auf ethnische Diskriminierung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen ethnischer Diskriminierung im Bewerbungsprozess, insbesondere im Hinblick auf Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, und evaluiert die Eignung anonymisierter Bewerbungsverfahren als Gegenmaßnahme zur Sicherung wirtschaftlichen Erfolgs.
- Wirtschaftliche Folgen von Namensdiskriminierung in Unternehmen
- Herausforderungen für Ausbildungsbetriebe durch Diskriminierung
- Zusammenhänge zwischen Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit und Abwanderung
- Anonymisierte Bewerbungsverfahren als Instrument zur Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
3.1 Betriebswirtschaftliche Folgen
Unabhängig von den Motiven, die Unternehmen bei ihrer Wahl von Angestellten antreiben, haben sie doch ein Ziel gemeinsam: Sie wollen qualifizierte Fachkräfte, die ihrer Arbeit engagiert nachgehen. Der Ökonom Gary Becker geht davon aus, dass Diskriminierung in einer Marktwirtschaft nicht vorkommen dürfte - wenn diese doch auftritt, dann aufgrund von persönlichen Präferenzen der Arbeitgeber. Bevorzugt das Unternehmen deutschstämmige Bewerber, bringt es sich um potenziell besser geeignete und qualifizierte Angestellte.
Nach Milton Friedmann haben diskriminierende Unternehmen Nachteile auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen, die eine vielfältige Belegschaft zulassen. Nach der Studie von Kaas und Manger (2010) tritt in kleineren Unternehmen mit 24 % mehr Diskriminierung von Bewerbern mit türkischen Namen auf als in Großunternehmen wo sie bei 14% liegt. Den Autoren nach liegt das daran, dass Großunternehmen häufiger auf standardisierte Auswahlverfahren mit weniger Raum für subjektive Einschätzung zurückgreifen. In kleineren Unternehmen rücken so viel eher die wirtschaftlichen Interessen in den Hintergrund. Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen, z.B. wenn aufgrund der subjektiv ausgewählten Belegschaft die Produktion eines Gutes oder die Ausführung einer Dienstleistung verhältnismäßig geringwertig erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der ethnischen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt ein und erläutert die wirtschaftlichen Folgen für die deutsche Wirtschaft.
2 Bisherige Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel fasst internationale Studien zu Korrespondenztests zusammen, die eine systematische Benachteiligung von Bewerbern mit ausländisch klingenden Namen nachweisen.
3 Ethnische Diskriminierung und Wirtschaft in Deutschland: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen, Probleme bei der Ausbildungssuche, sowie der Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Abwanderung von Fachkräften beleuchtet.
4 Anonymisierte Bewerbungen als Maßnahme: In diesem Kapitel wird das Konzept der anonymisierten Bewerbung als Methode vorgestellt, um Diskriminierung am Anfang des Auswahlprozesses zu verhindern.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, ethnische Diskriminierung zur Stärkung der Wirtschaft und zur Förderung einer einigen Gesellschaft abzubauen.
Schlüsselwörter
Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Bewerbungsverfahren, Migrationshintergrund, Anonymisierte Bewerbung, Wirtschaftswachstum, Namensdiskriminierung, Fachkräftemangel, Integration, Chancengleichheit, Betriebswirtschaft, Korrespondenztest, Ausbildungsmarkt, Diversität, Humankapital
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den negativen ökonomischen Auswirkungen von ethnischer Diskriminierung im Bewerbungsprozess auf die deutsche Wirtschaft und untersucht Lösungsansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Diskriminierung auf Unternehmenserfolge, der Ausbildungsmarkt, Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel sowie die Anonymisierung von Bewerbungsunterlagen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen ethnischer Arbeitsmarktdiskriminierung aufzuzeigen und zu evaluieren, wie anonymisierte Bewerbungsverfahren zur Reduzierung dieser Benachteiligung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Interpretation und Analyse bereits vorhandener internationaler Korrespondenztests sowie Untersuchungen der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Forschungsergebnisse, ökonomische Folgen für Betriebe, Probleme am Ausbildungsmarkt, die Verbindung zu Arbeitslosigkeit und Abwanderung sowie das Verfahren anonymisierter Bewerbungen detailliert besprochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Anonymisierte Bewerbung, Migrationshintergrund, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Folgen.
Warum spielt die Namensdiskriminierung eine so große Rolle für Unternehmen?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Unternehmen durch die Bevorzugung bestimmter Namen potenziell besser geeignete, qualifizierte Fachkräfte übersehen und sich damit Wettbewerbsnachteile einhandeln.
Was zeigt das Pilotprojekt zu anonymisierten Bewerbungen in Deutschland?
Das Projekt zeigte, dass Anonymisierung den Zugang zum Arbeitsmarkt für benachteiligte Gruppen erleichtern kann, indem sie den Fokus auf Qualifikation statt auf persönliche Merkmale lenkt.
- Citar trabajo
- Karina Eifert (Autor), 2019, Mögliche ökonomische Auswirkungen ethnischer Diskriminierung im Bewerbungsverfahren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159980