Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Politique - Région: Russie

Neues altes Feindbild? Identitätspolitik von Wladimir Putin

Konstruiert Putin ein amerikanisches Feindbild?

Titre: Neues altes Feindbild? Identitätspolitik von Wladimir Putin

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2015 , 25 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Hamm (Auteur)

Politique - Région: Russie
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Strahlen der Ukraine-Konflikt und die erneuten Spannungen mit dem Westen auch auf die Identitätspolitik Putins aus? Nutzt er gar den Konflikt, um alte Feindbilder aus dem vergangenen Kalten Krieg neu aufzubauen und damit die russische Identität zu bestärken? Diesen Fragen wird in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring am Beispiel zweier Reden nachgegangen. Die theoretischen Ansätze und Argumentationen sind dabei aktueller denn je.

Das Ende des Ost-West-Konflikts leitete eine Phase der Entspannung in den Beziehungen zwischen Russland und der westlichen Welt ein. Doch mit der politischen Auflösung der UdSSR ist dieser Wandel nicht vollzogen. Denn Identitäten, die sich hinter dem politischen Konstrukt verbergen, sind recht stabil. Ihre Veränderung nimmt einen langen und konfliktreichen Prozess ein. So auch die Neugestaltung einer nationalen Identität des russischen Volkes, die bis heute andauert. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 verfolgt Russlands Präsident Putin eine gezielte Identitätspolitik mit sowjetischen Traditionen, die dem russischen Volk ein neues Selbstbewusstsein verleihen soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretisches Modell

2.1 Kollektive Identität in der Krise: Kampf um Identität im Globalisierungsprozess

2.2 Feindbilder

2.2.1 Entstehung und Entwicklung von Feindbildern: Ein Überblick

2.2.2 Funktionen von Feindbildern

3. Fallauswahl und Entstehungssituation der ausgewählten Reden

4. Methode

4.1 Auswahl der Analysemethode: Die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

4.2 Ablaufmodell und Kategorisierungen

5. Analyse: Konstruiert Putin ein amerikanisches Feindbild?

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern Russlands Präsident Wladimir Putin durch seine Rhetorik in ausgewählten Reden ein Feindbild gegenüber den USA konstruiert, um damit eine spezifische Identitätspolitik vor dem Hintergrund einer russischen Identitätskrise zu stützen.

  • Identitätspolitik und die Rolle von kollektiver Identität in der Krise
  • Theoretische Grundlagen und Funktionen von Feindbildern
  • Vergleichende Analyse der Münchener Sicherheitskonferenz-Rede (2007) und der Rede zur Krim-Annexion (2014)
  • Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring auf politisches Kommunikationsmaterial
  • Untersuchung der instrumentellen Nutzung von Feindbildern zur innenpolitischen Stabilisierung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Entstehung und Entwicklung von Feindbildern: Ein Überblick

Feindbilder sind eine besondere Form des sogenannten „Belief System“. Es ordnet Wahrnehmungen in feste kognitive Kategorien ein, anhand derer der Mensch seine Meinung bildet. Aufgrund dessen sind Feindbilder auch dem Identitätsprozess zuzuordnen, die ebenfalls über solche Wahrnehmungsmuster verlaufen. Dem Belief System liegt der psychologische Effekt der kognitiven Konsistenz zu Grunde, wonach der Mensch Wahrnehmungen vermeidet, die ihm gegensätzlich erscheinen. Um diesen Konflikt zu entgehen, entscheidet er sich für eine mögliche Interpretation einer Wahrnehmung und versucht auch alle weiteren Wahrnehmungen vor dem Hintergrund dieser Interpretation zu deuten.

An diesen Prozess setzen Feindbilder gezielt an. Ihr Belief System ist durch eine besonders einfache Kategorienordnung geprägt, die auch als Schwarz Weiß Denken benannt wird. Hiernach werden komplexe Zusammenhänge erst gar nicht als solche erkannt, sondern in immer eindeutige Kategorien eingeteilt. Diese stark selektive Wahrnehmung hat zur Folge, dass Tatsachen falsch wahrgenommen werden und Personen ihre Handlungsentscheidungen auf Basis einer unzureichenden Wissensgrundlage treffen. Ihre Wahrnehmung ist kognitiv verzerrt. Die Bildung von Feindbildern hat also seinen Ursprung insbesondere dort, wo Komplexität von Wahrnehmungen durch kognitive Prozesse reduziert werden.

So werden beispielweise jegliche Handlungen des ernannten „Feindes“ als Angriff und Bedrohung gedeutet. Damit geht eine hohe emotionale Empfindlichkeit einher, die zu einer Abschottung führt. Jede Kontaktmöglichkeit mit dem „Feind“ wird vermieden. Bestehende Denkmuster verfestigen sich, weil sie der ständigen Prüfung durch neue Wahrnehmungen entzogen werden. Stattdessen wird die selbstkritische Beurteilung der individuellen Perspektive durch psychische Phänomene wie der Projektion ersetzt. Eigene schlechte Eigenschaften werden dabei auf Außenstehende projiziert. Die damit verbundene Befreiung von eigener Verantwortlichkeit, oder gar Schuld an einer feindlich gesinnten Situation, wird von den Feindbildträgern als Entlastung wahrgenommen.

Der Umstand, dass Denkmuster von Feindbildern die Wahrnehmungen viel stärker vorbestimmen, als das die Wahrnehmungen die Denkmuster in einem ausgewogenen Verhältnis mitgestalten, wie es bei normalen Identitätsprozessen der Fall ist, macht Feindbilder zu einem autonomen und stabilen Belief System.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Phase der Identitätssuche Russlands nach dem Ende der UdSSR und führt in die Fragestellung ein, ob der Ukraine-Konflikt zur Konstruktion eines Feindbildes gegenüber den USA genutzt wird.

2. Theoretisches Modell: Dieses Kapitel definiert den Begriff der kollektiven Identität in der Globalisierungskrise und erläutert die psychologischen Mechanismen sowie Funktionen von Feindbildern als stabiles „Belief System“.

3. Fallauswahl und Entstehungssituation der ausgewählten Reden: Hier wird die Auswahl der zwei Reden Putins (2007 und 2014) begründet und in ihren jeweiligen historischen sowie politischen Kontext der internationalen Beziehungen eingeordnet.

4. Methode: Dieses Kapitel stellt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als methodischen Rahmen vor und beschreibt das Ablaufmodell sowie die Kategorisierung der zu untersuchenden Redetextstellen.

5. Analyse: Konstruiert Putin ein amerikanisches Feindbild?: Der Hauptteil vergleicht die Äußerungen Putins in beiden Reden und arbeitet die Verschiebung von einer latenten Kritik hin zu einer konfrontativen Haltung sowie die Nutzung sowjetischer Identitätsmotive heraus.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Putin kein klassisches Feindbild aufbaut, sondern ein Gegnerbild instrumentell einsetzt, um die russische Identitätspolitik zu legitimieren.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Identitätspolitik, Russland, Wladimir Putin, Feindbild, USA, Ukraine-Konflikt, Qualitative Inhaltsanalyse, Politische Psychologie, Kollektive Identität, Globalisierung, Konstruktivismus, Rüstung, Außenpolitik, Systemtheorie, Identitätskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rhetorik des russischen Präsidenten Wladimir Putin in zwei ausgewählten Reden, um zu analysieren, ob er die USA als Feindbild konstruiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Identitätspolitik, die psychologische Funktion von Feindbildern, die russische Außenpolitik gegenüber dem Westen und die Analyse politischer Kommunikationsmaterialien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie sich Putins Äußerungen über die USA zwischen 2007 und 2014 verändert haben und ob daraus auf eine bewusste Feindbildkonstruktion zur Stärkung der russischen Identität geschlossen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, speziell die Analysetechnik der Explikation, um die Reden systematisch auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt die detaillierte Analyse der Reden von 2007 und 2014, wobei insbesondere die Kategorisierung von Textstellen, die Kritik an den USA und der Bezug zu sowjetischen Motiven im Zentrum stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identitätspolitik, Feindbild, Gegnerbild, Russland, USA, Ukraine-Konflikt und die qualitative Inhaltsanalyse.

Wie unterscheidet sich die Rhetorik Putins in der zweiten Rede gegenüber der ersten?

In der zweiten Rede (2014) agiert Putin deutlich konfrontativer, adressiert Anschuldigungen direkt an die USA und verzichtet auf die in der ersten Rede (2007) noch erwähnten Kooperationsprojekte.

Kommt die Autorin zu dem Schluss, dass Putin ein Feindbild konstruiert?

Nein, die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass kein klassisches Feindbild vorliegt, sondern eher ein instrumentalisiertes „Gegnerbild“, das zur Kompensation der russischen Identitätskrise dient.

Fin de l'extrait de 25 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Neues altes Feindbild? Identitätspolitik von Wladimir Putin
Sous-titre
Konstruiert Putin ein amerikanisches Feindbild?
Université
University of Duisburg-Essen
Note
1,3
Auteur
Tobias Hamm (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
25
N° de catalogue
V1160778
ISBN (PDF)
9783346560735
ISBN (Livre)
9783346560742
Langue
allemand
mots-clé
Putin Sicherheitspolitik Identitätspolitik Redenanalyse Feindbilder Russland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Hamm (Auteur), 2015, Neues altes Feindbild? Identitätspolitik von Wladimir Putin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160778
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint