Wie ist es möglich, dass fiktionale Ereignisse emotionale Reaktionen hervorrufen können? Sind es dieselben emotionalen Reaktionen, die wir leben, wenn wir auf ein nicht fiktives Ereignis reagieren? Ist Kendall L. Waltons Theorie von sogenannten „Quasi- Emotionen“, einem „So-tun-als-ob“, in das sich der Rezipient fügt, tatsächlich haltbar? Empfinden wir beim Lesen fiktionaler Literatur nicht mehr als, um es mit Waltons Worten zu formulieren, „Quasi- Anteilnahme"? Oder hat sich der Rezipient mit Hilfe derartiger Empfindungen bereits innerhalb der Fiktion verloren und ist unfähig, Realität von Fiktion zu unterscheiden? - Die Philosophie der Literatur sucht nach klärenden Ansätzen. Diese Arbeit soll dazu beitragen, den Zusammenhang von Fiktion und Emotion näher zu erläutern. Außerdem untersucht sie den Lösungsansatz Waltons, der nicht von genuinen emotionalen Reaktionen, sondern von „Quasi- Emotionen“, ausgeht.
Inhaltsverzeichnis
- Prolog
- Fiktion in Philosophie und Literatur
- Literarisch konstruierte Emotionen
- Kendall L. Waltons „Quasi-Emotionen“
- Epilog
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Beziehung zwischen Fiktion und Emotion. Sie untersucht, wie fiktionale Ereignisse emotionale Reaktionen hervorrufen können und ob es sich dabei um dieselben emotionalen Reaktionen handelt, die wir in realen Situationen erleben. Die Arbeit analysiert insbesondere die Theorie von Kendall L. Walton zu „Quasi-Emotionen“ und untersucht, ob diese Theorie die Komplexität der emotionalen Reaktion auf Fiktion adäquat beschreibt.
- Der Zusammenhang zwischen Fiktion und Emotion
- Die Rolle von „Quasi-Emotionen“ in der Literatur
- Die Fähigkeit des Rezipienten, Realität von Fiktion zu unterscheiden
- Die Bedeutung von Glaubwürdigkeit in der fiktionalen Welt
- Die Funktion von Fiktion in der Philosophie und Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Der Prolog führt in die Thematik ein und stellt die Fragestellung der Arbeit vor. Das erste Kapitel beleuchtet den Begriff der Fiktion in der Philosophie und Literatur und untersucht die historische Entwicklung des Verhältnisses zwischen Mythos und Philosophie. Das zweite Kapitel widmet sich der Frage, wie Emotionen in der Literatur konstruiert werden und welche Rolle die Glaubwürdigkeit der fiktionalen Welt dabei spielt. Das dritte Kapitel analysiert die Theorie von Kendall L. Walton zu „Quasi-Emotionen“ und diskutiert ihre Relevanz für das Verständnis der emotionalen Reaktion auf Fiktion.
Schlüsselwörter
Fiktion, Emotion, Quasi-Emotionen, Literatur, Philosophie, Mythos, Logos, Glaubwürdigkeit, Rezipient, Wahrheit, Wirklichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was sind "Quasi-Emotionen" nach Kendall L. Walton?
Walton argumentiert, dass wir bei Fiktion keine echten Emotionen empfinden, sondern uns in einem "So-tun-als-ob"-Zustand befinden, der körperliche Reaktionen hervorruft.
Warum weinen wir bei traurigen Filmen, obwohl wir wissen, dass sie fiktiv sind?
Die Philosophie untersucht dieses Paradoxon. Walton erklärt dies durch die Teilnahme an einem imaginativen Spiel, in dem wir quasi-emotionale Zustände erleben.
Können Rezipienten Realität von Fiktion unterscheiden?
Normalerweise ja. Die Arbeit untersucht, ob die emotionalen Reaktionen darauf hindeuten, dass wir uns zeitweise in der Fiktion "verlieren".
Welche Rolle spielt die Glaubwürdigkeit einer Geschichte?
Glaubwürdigkeit innerhalb der fiktionalen Welt ist Voraussetzung dafür, dass der Rezipient sich auf das imaginative Spiel einlässt und emotionale Reaktionen zeigt.
Wie unterscheidet sich Mythos von Logos in der Philosophie?
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung vom mythischen Erzählen zur rationalen philosophischen Analyse (Logos) im Kontext von Fiktion.
- Citar trabajo
- Julia Kulewatz (Autor), 2008, Fiktion und Emotion - Kendall L. Waltons `Quasi-Emotionen´, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116098