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Fiktion und Emotion - Kendall L. Waltons `Quasi-Emotionen´

Title: Fiktion und Emotion - Kendall L. Waltons `Quasi-Emotionen´

Seminar Paper , 2008 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Kulewatz (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Wie ist es möglich, dass fiktionale Ereignisse emotionale Reaktionen hervorrufen können? Sind es dieselben emotionalen Reaktionen, die wir leben, wenn wir auf ein nicht fiktives Ereignis reagieren? Ist Kendall L. Waltons Theorie von sogenannten „Quasi- Emotionen“, einem „So-tun-als-ob“, in das sich der Rezipient fügt, tatsächlich haltbar? Empfinden wir beim Lesen fiktionaler Literatur nicht mehr als, um es mit Waltons Worten zu formulieren, „Quasi- Anteilnahme"? Oder hat sich der Rezipient mit Hilfe derartiger Empfindungen bereits innerhalb der Fiktion verloren und ist unfähig, Realität von Fiktion zu unterscheiden? - Die Philosophie der Literatur sucht nach klärenden Ansätzen. Diese Arbeit soll dazu beitragen, den Zusammenhang von Fiktion und Emotion näher zu erläutern. Außerdem untersucht sie den Lösungsansatz Waltons, der nicht von genuinen emotionalen Reaktionen, sondern von „Quasi- Emotionen“, ausgeht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Prolog

1. Fiktion in Philosophie und Literatur

2. Literarisch konstruierte Emotionen

3. Kendall L. Waltons „Quasi- Emotionen“

Epilog

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung, wie fiktionale Literatur emotionale Reaktionen hervorrufen kann, obwohl sich der Rezipient der Fiktionalität bewusst ist. Dabei wird insbesondere der Erklärungsansatz von Kendall L. Walton analysiert, der von sogenannten „Quasi-Emotionen“ ausgeht, um das Phänomen der affektiven Teilhabe an fiktiven Welten zu erläutern.

  • Verhältnis von Fiktion und Wahrheit in der Philosophie
  • Psychologische und neuronale Grundlagen emotionaler Reaktionen
  • Analyse des „So-tun-als-ob“-Spiels nach Kendall L. Walton
  • Abgrenzung zwischen realen Emotionen und „Quasi-Emotionen“
  • Reflexion über die Faszination fiktionaler Literatur

Auszug aus dem Buch

3. Kendall L. Waltons Quasi- Emotionen“

Nach Alex Neill sind Emotionen eng mit Überzeugungen verbunden. Um Angst empfinden zu können, muss glaubhaft vermittelt werden, dass tatsächlich Gefahr droht. Die Fragen, wie wir emotionalen Anteil an fiktiven Personen, Gegenständen oder Ereignissen innerhalb der Literatur nehmen, und warum, sind derzeitig viel diskutiert. Kendall L. Waltons Erklärung besteht darin, von einer „Quasi- Emotion“ auszugehen. Gingen wir erneut auf unser Fallbeispiel aus Kapitel zwei ein, so würde Julia kein tatsächliches Mitleid mit dem Mädchen empfinden. Walton äußert sich dazu folgendermaßen:

„Physische Interaktion ist nur mit Dingen möglich, die tatsächlich existieren.“

Das Mädchen, welches auf dem Mond tanzt ist natürlich fiktiv, existiert nicht wirklich. Wäre Julias Interaktion somit nicht real? Walton geht bei dieser Frage von einer „undurchdringlichen Barriere gegen physische Interaktionen zwischen fiktionalen Welten und der realen Welt“ aus. Seiner Auffassung nach, ließe sich Julia auf ein „So- tun- als- ob- Spiel“ ein. Matthias´ emotionale Reaktion würde wiederum real, denn seine Reaktion wird durch das für ihn wirkliche Weinen Julias ausgelöst. Natürlich gesteht auch Walton der Fiktion die Fähigkeit zu, emotionale Anteilnahme zu provozieren, allerdings geht er von einer Anteilnahme aus, die nicht den uns gekannten Emotionen entsprechen, die sich in der realen Welt abspielen.

Zusammenfassung der Kapitel

Prolog: Einführung in die Problematik, wie fiktionale Ereignisse emotionale Reaktionen auslösen können, und Vorstellung der Fragestellung bezüglich Waltons „Quasi-Emotionen“.

1. Fiktion in Philosophie und Literatur: Untersuchung des Begriffs der Fiktion im philosophischen Kontext und ihre Funktion als notwendiges Element zur Veranschaulichung von Wahrheiten.

2. Literarisch konstruierte Emotionen: Analyse der menschlichen emotionalen Reaktion auf fiktive Szenarien mittels eines Fallbeispiels sowie Betrachtung der neuronalen und evolutionstheoretischen Grundlagen.

3. Kendall L. Waltons „Quasi- Emotionen“: Detaillierte Darstellung von Waltons Theorie des „So-tun-als-ob“-Spiels und die Abgrenzung zu realen Empfindungen beim Rezipienten.

Epilog: Abschließende Reflexion über die offene Frage nach der Motivation des Menschen, sich gezielt fiktionalen Emotionen auszusetzen.

Schlüsselwörter

Fiktion, Emotionen, Quasi-Emotionen, Kendall L. Walton, Literaturphilosophie, So-tun-als-ob, Rezipient, Wahrscheinlichkeit, Wahrnehmung, Phänomenologie, neuronale Erregung, Affektivität, Realitätsverlust, Glaubwürdigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der emotionalen Wirkung, die fiktionale Literatur auf ihre Leser ausübt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, die Natur von Emotionen und die spezifische Theorie des „So-tun-als-ob“ nach Kendall L. Walton.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen fiktiven Inhalten und emotionalen Reaktionen zu erläutern und kritisch zu prüfen, ob es sich hierbei um genuine Gefühle handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die theoretische Konzepte mit einem illustrativen Fallbeispiel verknüpft, um abstrakte Begriffe wie „Quasi-Emotionen“ verständlich zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Definition von Fiktion, die Analyse psychologischer Reaktionsmuster bei der Lektüre und die detaillierte Vorstellung der Waltonschen „Quasi-Emotionen“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fiktion, Emotion, Quasi-Emotionen, Walton, So-tun-als-ob-Spiel und Literaturphilosophie.

Warum unterscheidet Walton zwischen realen Emotionen und Quasi-Emotionen?

Walton argumentiert, dass physische Interaktion nur mit tatsächlich existierenden Dingen möglich ist; da das fiktive Objekt nicht real existiert, können auch die ausgelösten Gefühle nicht mit realen, objektbezogenen Emotionen gleichgesetzt werden.

Welche Rolle spielt das „So-tun-als-ob-Spiel“?

Das Spiel dient dem Rezipienten als Rahmen, innerhalb dessen er sich bewusst auf eine fiktive Welt einlässt und dabei „instinktiv“ auf die fiktiven Gegebenheiten reagiert, ohne den Realitätsverlust auf einer intellektuellen Ebene voll zu vollziehen.

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Details

Title
Fiktion und Emotion - Kendall L. Waltons `Quasi-Emotionen´
College
University of Erfurt
Course
Philosophie der Literatur
Grade
1,3
Author
Julia Kulewatz (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V116098
ISBN (eBook)
9783640182428
ISBN (Book)
9783640182527
Language
German
Tags
Fiktion Emotion Kendall Waltons Philosophie Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kulewatz (Author), 2008, Fiktion und Emotion - Kendall L. Waltons `Quasi-Emotionen´, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116098
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