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Verzerrte Wahrnehmung - Wie mediales Framing die Erinnerung an real erlebte Ereignisse beeinflusst

Title: Verzerrte Wahrnehmung - Wie mediales Framing die Erinnerung an real erlebte Ereignisse beeinflusst

Bachelor Thesis , 2008 , 36 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Färber (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Summary Excerpt Details

Der Prozess des Erinnerns ist uns allgegenwärtig. Alles, was wir erleben, wird in unserem Gedächtnis gespeichert und lässt uns jederzeit auf unsere Erlebnisse zurückgreifen, so meint man. Doch wenn man genauer hinsieht, stellt man schnell fest,dass unsere Erinnerung wohl doch nicht so gefestigt ist, wie man meistens denkt. Vielen Menschen fällt es schon schwer, sich zu erinnern, was sie vor einigen Tagen gemacht haben, wenn nichts Besonderes passiert ist. Kaum jemand ist in der Lage, darüber Auskunft zu geben, was sich an einem beliebig herausgegriffenen Tag vor längerer Zeit ereignet hat. Aber auch besondere Ereignisse hinterlassen keine bleibenden Erinnerungen. Zuerst verschwimmen die faktischen Umstände, wie Datum, Uhrzeit, oder Wochentag, dann immer weitere Details. Mit der Zeit bleiben nur die zentralen Bestandteile eines Erlebnisses bestehen. Mit etwas Hilfe können wir jedoch unser Gedächtnis auffrischen und ein Erlebnis rekonstruieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Informationsverarbeitung und Erinnerung

3 Framing

4 Veränderung der Erinnerung durch mediales Framing

4.1 Aktivierung von Schemata

4.2 Transformation von Schemata

4.3 Faktoren der Schema- Transformation

5 Probleme der Schema- Theorie

6 Mögliche Alternativen zur Schema- Theorie

7 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob und unter welchen Umständen mediales Framing die eigene Erinnerung an real selbst erlebte Ereignisse beeinflussen und verzerren kann, indem sie Erkenntnisse der Kognitionspsychologie mit medienwissenschaftlichen Framing-Ansätzen verknüpft.

  • Grundlagen der menschlichen Informationsverarbeitung und Gedächtnisbildung
  • Theoretische Konzeption von Frames und deren Abgrenzung zu Schemata
  • Mechanismen der schemageleiteten Erinnerungsrekonstruktion
  • Einflussfaktoren wie Medienvertrauen und Zeitabstände auf die Veränderung von Erinnerungen

Auszug aus dem Buch

4.2 Transformation von Schemata

Diese Überlegungen bedeuten, dass die Vorstellungen, Bewertungen und Entscheidungen von Rezipienten langfristig dadurch beeinflusst werden, dass Medien einerseits kumulativ primen, indem sie wiederholt prominent über ein Thema berichten und andererseits dieses Thema auf immer die selbe Art und Weise darstellen, es also konsonant framen (Scheufele, 2004: 38). Hängt ein erlebtes Ereignis also mit einem Thema zusammen, das in Medienberichten ständig gleich geframed wird, wird zur Rekonstruktion der Erinnerung dasselbe Schema herangezogen wie zur Verarbeitung der Medieninformation. Die Aktivierung eines Schemas beim Rezipienten ist der erste Schritt, aber wenn eine Erinnerung verändert werden soll, muss sie falsch rekonstruiert werden. Damit dies geschieht, müssen durch konstantes Framing bestehende Schemata beim Rezipienten verändert bzw. neue Schemata geschaffen werden.

Um die Veränderung bisheriger und die Etablierung völlig neuer Schemata zu erklären, bieten sich laut Scheufele Theorien mentaler Modelle (Johnson- Laird, 1983, 1989 zit. gem. Scheufele, 2004: 38) oder situationaler Modelle (van Dijk, 1988 zit. gem. Scheufele, 2004: 38) an. Solche Modelle werden als Repräsentationen der Situation verstanden, die in einem Medienbeitrag erwähnt wird und damit auch einem Medien- Frame unterliegt. Wer z.B. einen Artikel über einen fremdenfeindlichen Anschlag liest, hat schon ein Bild von der dortigen Situation, ausgehend von seinen Schemata, die damit zusammenhängen. Beim Rezipieren des Medienbeitrages wird es aber kontinuierlich validiert, erweitert oder neu konstruiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Erinnerungsrekonstruktion und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur Beeinflussung durch mediales Framing.

2 Informationsverarbeitung und Erinnerung: Erläuterung der kognitionspsychologischen Schema-Theorie als Modell für die Speicherung und den Abruf von Informationen.

3 Framing: Definition des Framing-Begriffs in der Kommunikationswissenschaft und Abgrenzung zu kognitiven Schemata.

4 Veränderung der Erinnerung durch mediales Framing: Systematische Untersuchung, wie Medienberichte bestehende Schemata aktivieren und transformieren können, inklusive einer Analyse der Einflussfaktoren.

5 Probleme der Schema- Theorie: Kritische Reflexion der Schwächen der Schema-Theorie, insbesondere hinsichtlich ihrer statischen Konzeption und Operationalisierung.

6 Mögliche Alternativen zur Schema- Theorie: Vorstellung alternativer Erklärungsansätze wie der nicht-strukturellen Schema-Theorie und dem Konnektionismus.

7 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Möglichkeiten zukünftiger Modellbildungen.

Schlüsselwörter

Mediales Framing, Schema-Theorie, Erinnerungsrekonstruktion, Kognitionspsychologie, Medienwirkung, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Transformation von Schemata, Medienvertrauen, Priming, Mentaler Modelle, Sozialpsychologie, Rezipientenforschung, Ereignisschemata, Urteilsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie mediale Berichterstattung – sogenanntes Framing – unsere persönlichen Erinnerungen an Ereignisse, die wir selbst miterlebt haben, verändern oder verzerren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die kognitive Psychologie (wie unser Gehirn Informationen speichert) und die Kommunikationswissenschaft (wie Medien Frames konstruieren und vermitteln).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob ein Medien-Frame die Schemata, aus denen wir unsere Erinnerungen rekonstruieren, derart beeinflussen kann, dass wir uns an ein real erlebtes Ereignis anders erinnern, als es tatsächlich stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung kognitionspsychologischer Modelle auf kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Schema-Theorie, die Definition von Framing, die Analyse der Wirkungsmechanismen (Aktivierung und Transformation von Schemata) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen der Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind mediales Framing, Schema-Theorie, Erinnerungsrekonstruktion, Priming und die Stabilität der Informationsverarbeitung.

Was bedeutet "Schema-Transformation" im Kontext dieser Arbeit?

Damit ist gemeint, dass mediale Frames bestehende Wissensstrukturen beim Rezipienten verändern oder neue hinzufügen, was dazu führen kann, dass bei einem späteren Erinnerungsabruf das Ereignis nicht mehr authentisch, sondern angepasst an den Medien-Frame rekonstruiert wird.

Warum ist das Vertrauen in Medien ein entscheidender Faktor?

Das Vertrauen in die Selektivität und Richtigkeit medialer Inhalte bestimmt, ob ein Rezipient die angebotenen Frames akzeptiert und in seine eigenen Denkmuster integriert oder ihnen kritisch gegenübersteht und sie ablehnt.

Welche Rolle spielt die Zeitspanne zwischen Ereignis und Medienkonsum?

Je mehr Zeit vergeht, desto mehr verblassen detaillierte, inkonsistente Erinnerungen. Dadurch steigt der Einfluss von Schemata und damit die Anfälligkeit, dass eine Erinnerung durch spätere mediale Informationen verzerrt wird.

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Details

Title
Verzerrte Wahrnehmung - Wie mediales Framing die Erinnerung an real erlebte Ereignisse beeinflusst
College
LMU Munich  (Institut für Kommunkationswissenschaft und Medienforschung)
Grade
2,0
Author
Stefan Färber (Author)
Publication Year
2008
Pages
36
Catalog Number
V116310
ISBN (eBook)
9783640183050
ISBN (Book)
9783640183296
Language
German
Tags
Verzerrte Wahrnehmung Framing Erinnerung Ereignisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Färber (Author), 2008, Verzerrte Wahrnehmung - Wie mediales Framing die Erinnerung an real erlebte Ereignisse beeinflusst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116310
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