Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Professionelle Strukturierung und Steuerung mit den Adressaten


Hausarbeit, 2021

15 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesprächssteuerung in der Sozialen Arbeit
2.2 Definition Kommunikation
2.3 Professionelle Kommunikation

3. Professionelle Gesprächsführung in der Mediation
3.1 Definition Mediation
3.2 Professionelle Gesprächsführung
3.3 Struktur einer Mediation (Phasenmodell)
3.4 Prinzipien der Mediation

4. Reflexion

5. Abschlussdiskussion

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es eine Antwort auf die Fragestellung „Wie können Gespräche mit Adressaten der Sozialen Arbeit professionell geführt werden? Wie werden die Gespräche strukturiert und gesteuert?“, zu finden. Diese Fragestellung die Kommunikation ist ein Grundbestanteil der Sozialen Arbeit, um Konfliktsituationen lösen zu können. Um die Fragestellung beantworten zu können, wird im ersten Teil dieser Hausarbeit auf das Thema Kommunikation eingegangen und näher beleuchtet in welchem Kontext diese zur Sozialen Arbeit steht. Es ist zunächst wichtig die Definition von Kommunikation zu klären, um deutlich zu machen, wozu diese dient. Kommunikation kann in verschiedenen Bereichen erfolgen. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen der Alltagskommunikation und der professionellen Kommunikation. Letztere ist für Arbeitende im sozialen Bereich essenziell. Die Unterschiede der beiden werden in dieser näher beleuchtet. Um die professionelle Kommunikation im beruflichen Kontext anwenden zu können ist es wichtig zu verstehen wie diese Aufgebaut ist und in welchen Situationen sie anwendbar ist.

Im zweiten Teil dieser Hausarbeit wird auf den Mediationsprozess eingegangen. Zunächst ist es wichtig die Definition von Mediation zu klären. Weiter wird auf die professionelle Gesprächsführung in Bezug auf die Mediation eingegangen. Hierfür wird auf die Struktur von Carl Rogers eingegangen, diese besteht aus den drei Hauptkomponenten: Aktives Zuhören, Paraphrasieren und Spiegeln. Diese drei Hauptkomponenten werden genauer erörtert. Im nächsten Kapitel wird die Struktur der Mediation erläutert, dazu wird das „Fünf – Phasen-Modell“ von Rabe und Wode genutzt. Dieses besteht aus den Komponenten: Mediationsvereinbarung, Konfliktschilderung, Bedürfnisermittlungsphase, Teillösungsoption und Abschlussvereinbarung. Diese fünf Phasen während näher erläutert, um den Mediationsprozess zu verstehen. Im letzten Teil geht es um die sieben Prinzipien der Mediation. Diese werden aufgezählt und im Einzelnen beschrieben. Eine erfolgreiche Mediation kann nur stattfinden, wenn die Struktur der Mediation sowie die Prinzipien der Mediation eingehalten werden.

2. Gesprächssteuerung in der Sozialen Arbeit

Im nachfolgenden Kapitel soll der Begriff Kommunikation genauer beleuchtet werden. Außerdem soll der Bezug von Kommunikation zur Sozialen Arbeit deutlich gemacht werden. Dazu ist es wichtig die Definition von Kommunikation zu verstehen, um nachfolgend auf die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten und vor allem auf die Professionelle Kommunikation die in der Sozialen Arbeit hauptsächlich Anwendung findet, einzugehen.

2.1 Definition Kommunikation

Unter Kommunikation wird der Informationsaustausch von mindestens zwei Interakteuren bezeichnet. Die Kommunikation findet in einem wechselseitigen Prozesse statt. Damit man von einer Kommunikation sprechen kann, muss es immer einen Sender und einen Empfänger geben. Der Sender spricht oder signalisiert eine Nachricht und der Empfänger muss diese hören, lesen oder deuten.1

Die Kommunikation kann auf verschiedene Weise erfolgen: Verbal, non-verbal und para-verbal.

Als verbale Kommunikation wird alles verstanden welches in gesprochener oder geschriebener Sprache erfolgt. Paraverbal wird die Ausdrucksweise, Betonung oder das Sprachtempo bezeichnet. Als non-verbale Sprache wird die Körpersprache bezeichnet diese äußert sich in Gestik und Mimik. Außerdem erfolgt die Körpersprache zum größten Teil unbewusst.2

Kommunikation dient hauptsächlich dazu Informationen wie Bedürfnisse, Wohlbefinden, Gefühle und Wünsche an die andere Partei weiterzugeben. Es gibt jedoch wie schon beschrieben verschiedenen Arten von Kommunikation, die auch zur gleichen Zeit verwendet werden, können. Wie z.B Verbale und non-verbale Kommunikation. Hier könnte der Fall auftreten, dass etwas Positives gesagt wird, jedoch die Körpersprache etwas Negatives ausstrahlt. In diesem Fall müsste der Empfänger zwischen den Zeilen lesen oder Nachfragen, um eine Fehlinterpretation zu vermeiden.

Nach der allgemeinen Definition der Kommunikation wird nun auf die Alltagskommunikation eingegangen. Diese kann für das Verständnis von Mediation, die im nachfolgenden Kapitel beleuchtet wird, sehr wichtig sein.

Als Alltagskommunikation wird die Kommunikation bezeichnet, die wir täglich im privaten Gebraucht führen. Sie zielt darauf ab Informationen mit zwei bis drei Interakteuren auszutauschen. Hauptsächlich entsteht die Alltagskommunikation aus der Situation heraus und wird nicht vorher geplant. Diese Kommunikationsart ist sehr offen und nachlässig, denn hier steht die Information der Nachricht im Vordergrund. Sie passt sich immer der Zeit an, alte Wörter werden verändert oder ersetzt. Signifikant ist auch, dass die Rollenverteilung nicht eindeutig ist. Dadurch wird der freie Sprachwechsel ermöglicht, der sich im Laufe des Gesprächs entwickelt. Jedoch ist die Alltagskommunikation durch ihre Offenheit und Freiheit sehr anfällig für Missverständnisse und somit auch für Konflikte. Mit Offenheit ist vor allem gemeint, dass diese Kommunikationsart sehr abhängig von Sympathie und Empathie der Beteiligten ist. Dies lässt auch mehr Platz für Emotionen, die oft der Auslöser eines Konfliktes sind. Diese Konfliktsituationen eskalieren oft in der Alltagskommunikation, da sie einen dynamischen Verlauf annehmen.3 Die Gründe für diese Eskalation sind oft Emotionen oder Fehlinterpretationen. Außerdem kann ein weiterer Grund für die Zuspitzung der Situation sein, dass der Sender in diesem Prozess eine bestimmte Reaktion von seinem Gegenüber erwartet. Trifft diese Reaktion nicht zu, wird die oft negativ aufgefasst, da Menschen meist negativ auf nicht Erfüllte Erwartungen reagieren und diese negative Energie kann sich weiter hochschaukeln und zu einer Eskalation des Konfliktes führen. Wie weiter oben erwähnt, wird genau dieser Konflikt, der in einer Alltagskommunikation entsteht, sehr häufig zum Bestandteil einer Mediation.

2.2 Professionelle Kommunikation

Unter Professioneller Kommunikation wird eine Kommunikationstechnik verstanden, die der Gegensatz zur Alltagskommunikation ist. Eine professionelle Kommunikation ist gut vorbereitet und erfolgt auf fachlicher Ebene. Bei der professionellen Kommunikation wird meistens ein Ziel verfolgt, weshalb bestimmte Regeln und Techniken verwendet werden, um dieses Ziel zu erreichen. Außerdem ist diese Kommunikationstechnik nicht so sehr für Konflikte anfällig, da diese durch verschiedene Ansätze und Modelle vermieden werden kann. Weitere Merkmale der professionellen Kommunikation sind, dass die Rollenverteilung zwischen Sender und Empfänger von Anfang an klar ist. Außerdem sind alle Interakteure auf das Gespräch vorbereitet und verfolgen zum größten Teil die gleichen Interessen und Ziele. Bei dieser Art von Kommunikation wird auf einen sachlichen und fachbezogenen Sprachgebrauch geachtet. Kurz zusammen gefasst bedeutet dies, dass eine professionelle Kommunikation gut vorbereitet und strukturiert ist. Die professionelle Kommunikation wird sehr häufig in der Sozialen Arbeit verwendet. Beispiele hierfür wären: Elterngespräche, Beurteilungsgespräche, Mediationsgespräche…

Hier ist eine professionelle Kommunikation sehr wichtig. Das Gespräch wird vom Gesprächsführer gründlich vorbereitet, in dem die nötigen Informationen aufgeschrieben werden. Das schriftliche Vorbereiten ist wichtig um das Gespräch ruhig, sachlich und zielbewusst zum Erfolg führen zu können. Außerdem sollte vorher ein klares Gesprächsziel definiert werden. Es ist ein wichtiger Bestandteil sich an dem Gesprächspartner zu orientieren. Die bedeutet, dass bewusst auf die Körpersprache des Gegenübers geachtet wird, um diese richtig deuten zu können. Wenn sich der Gesprächspartner unwohl fühlt, führt das Gespräch oft nicht zum Ziel. Durch das richtige deuten der Körpersprache kann dagegen vorgebeugt werden. Jedoch ist es genauso wichtig richtig zuzuhören und das Gesagte zu wiederholen, um zu signalisieren, dass sie die wesentlichen Aussagen erfasst haben. Außerdem sollen dadurch Missverständnisse vermieden werden. Nicht nur das Zuhören ist bei der professionellen Gesprächsführung essenzielle, sondern auch das aktive Zuhören. Das aktive Zuhören ist eine Steigerung des Zuhörens, denn hier wird nicht nur das gesagte unter die Lupe genommen, sondern auch wie es gesagt wurde. Denn oft werden Wünsche und Gefühle nicht direkt angesprochen, sondern zwischen den Zeilen erwähnt. Durch gezieltes Nachfragen kann zum Ausdruck gebracht werden, dass die Emotionen richtig gedeutet wurden. Dafür können Sätze wie „Sie befürchten jetzt, dass..“ oder „Sie ärgern sich, weil..“ verwendet werden. Zu berücksichtigen ist auch das es verschiedene Seiten einer Mitteilung gibt. Dies bedeutet, dass jede Mitteilung unabhängig davon, ob sie gesendet oder Empfangen wurde aus vier Informationen besteht.

- Sachebene
- Aufforderung
- Beziehung
- Selbstaussage4

Am häufigsten kommt es auf der Beziehungsebene zu Konflikten. Als letzter wichtiger Punkt ist das eigene Gesprächsverhalten zu beobachten. In einem professionellen Gespräch sollte mit der Mimik und Gestik das gesprochene unterstützt werden. Dies signalisiert, dass sie die bedenken verstehen und auf diese eingehen wollen. Außerdem sollte vermittelt werden, dass die bestmögliche Lösung für alle gefunden werden möchte und nicht das z.B. Kritik ausgeübt werden möchte. Als Hauptziel ist es zu einem Ergebnis zu gelangen mit welchem alle Parteien zufrieden sind.

„Wie können Gespräche mit Adressaten der Sozialen Arbeit professionell geführt werden?“ Diese Frage wurde hier nun zum Teil geklärt. Um Gespräche in der Sozialen Arbeit professionell führen zu können, muss die Methode der professionellen Kommunikationstechnik angewendet werden. Die Rahmenbedingungen für eine professionelle Kommunikationstechnik wurden näher erläutert und geklärt. Außerdem wurde erwähnt, wie die Professionelle Kommunikation strukturiert und gesteuert ist.

3. Professionelle Gesprächsführung in der Mediation

Im ersten Teil wurde das Thema Kommunikation und professionelle Kommunikation erarbeitet. Nun soll auf das Thema Mediation eingegangen werden und es soll verdeutlicht werden, wie eine professionelle Kommunikation in der Mediation umgesetzt werden kann. Zunächst ist es wichtig die Definition von Mediation zu verstehen, um danach die professionelle Gesprächsführung in der Mediation, die Struktur der Mediation und die Prinzipien der Mediation zu verstehen.

3.1 Definition Mediation

Unter Mediation wird eine Methode verstanden, die einen Streit oder einen Konflikt außergerichtlich lösen soll. Sie wird auch zu den „Alternativen Konfliktlösungen“ gezählt.5 Im Mediationsgesetz wird die Mediation wir folgt beschrieben: „Als vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konfliktes anstreben.“6 Die Mediation unterscheidet sich von anderen außergerichtlichen Verfahren, da die Parteien Selbstverantwortlich und autonom handeln. Der Mediator fungiert als der allparteiliche Dritte, der das Verfahren strukturiert und zur Lösung des Konfliktes beiträgt.7 Meditation kann überall angewendet werden, wo es Streit oder Konflikte gibt.

[...]


1 Vgl. Zuschlag & Thielke, 1998 (S. 21)

2 Vgl. Emrich 2008 (S.19f)

3 Vgl. Zuschlag & Thielke, 1998 (S. 37)

4 Vgl. Bühler 1999 (S.97)

5 Vgl. Marx 2016 (S.34)

6 §1Abs.1 MediationsG (Verfügbar 01.11.2021)

7 Vgl. Schäfer 2017 (S.37)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Professionelle Strukturierung und Steuerung mit den Adressaten
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,8
Autor
Jahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1163344
ISBN (Buch)
9783346570550
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesprächsführung, sozialen, arbeit, professionelle, strukturierung, steuerung, adressaten
Arbeit zitieren
Ivana Matic (Autor:in), 2021, Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Professionelle Strukturierung und Steuerung mit den Adressaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163344

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