Mit Hilfe der Forschungsfrage "Inwiefern erfordert Leistungsdifferenzierung einen höheren Arbeitsaufwand für Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen?" wird ein Forschungsdesign entwickelt, das eine Untersuchung dieser Thematik ermöglicht. Einleitend wird zunächst die Entwicklung der Gemeinschaftsschule aus dem Urkonzept, der Volksschule, wissenschaftlich erläutert, worauf im Anschluss wichtige begriffliche Klärungen vorgenommen werden. Fortführend wird das zur Forschungsfrage entwickelte Erhebungsinstrument vorgestellt und eine Begründung der gewählten Forschungsmethode erläutert. Ein Ausblick auf die mögliche Auswertung der Daten mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring wird anschließend charakterisiert.
Heterogenität ist das Stichwort, über welches in der aktuellen Bildungsreform mehr denn je gesprochen wird. Grund hierfür ist die Einführung der Gemeinschaftsschule und dadurch eine Anpassung der Schulreform an gesamtgesellschaftliche Veränderungen. Die Gemeinschaftsschule möchte jede/n Schülerin und Schüler gezielt fördern, wobei wiederum ein grundlegendes Verständnis von Heterogenität und neuer Lehr-/ Lernumgebungen Voraussetzung ist. Die Lehrerinnen und Lehrer stehen hierdurch neuen Herausforderungen gegenüber. Neue, andere Unterrichtskonzepte sollen umgesetzt werden. Im Rahmen eines „offenen Unterrichts“ und basierend auf dem Prinzip der Differenzierung sollen letztlich mehr Schüler erreicht werden. Jedem Schüler soll also die Möglichkeit gegeben sein, etwas zu finden, was seinem individuellen Leistungsniveau entspricht.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung (G.S.)
2) Theoretischer Teil
2.1 Von den Anfängen schulischer Entwicklung bis hin zur Gemeinschaftsschule (G.S.)
2.2 Prinzipien von Gemeinschaftsschulen (D.K. u. G.S.)
2.2.1 Begriffsdefinitionen
a) Arbeit/ Arbeitsaufwand (D.K.)
b) Leistungsdifferenzierung (D.K.)
2.2.2 Offener Unterricht als ein möglicher Lösungsansatz (G.S.)
3) Forschung
3.1 Aktueller Forschungsstand (G.S.)
3.2 Einführung in die Forschung (D.K.)
3.2.1 Hypothesen (D.K. u. G.S.)
3.3 Vorstellung und Begründung der angewandten Forschungsmethoden (D.K.)
3.3.1 Leitfragengeleitetes Interview (D.K.)
3.3.1.1 Instrument zur Erhebung von Arbeitsaufwand/-zeit (G.S.)
3.4 Pre-Test (D.K. u. G.S.)
3.4.1 Mögliche Auswertungsmethode (G.S.)
3.4.2 Auswertung (D.K. u. G.S.)
4) Fazit/ Schlussfolgerung (D.K.)
5) Anhang
5.1 Leitfragengeleitetes Interview (verbessert auf Basis der Pre-Test-Auswertung)
5.2 Leitfragengeleitetes Interview (ursprüngliche Version)
5.3 Instrument zur Erhebung von Arbeitsaufwand/ -zeit
Zielsetzung & Themen
Die Forschungsarbeit untersucht, inwiefern der durch Leistungsdifferenzierung geprägte Unterricht an Gemeinschaftsschulen zu einer erhöhten Arbeitsbelastung für Lehrkräfte führt, und vergleicht dies mit Erfahrungen aus dem klassischen dreigliedrigen Schulsystem.
- Entwicklung und Prinzipien der Gemeinschaftsschule
- Definitionen von Arbeitsaufwand und Leistungsdifferenzierung
- Rolle des offenen Unterrichts als Lösungsansatz
- Empirisches Forschungsdesign mittels leitfragengeleiteter Interviews
- Optimierung von Forschungsinstrumenten durch Pre-Tests
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Begriffsdefinitionen
Allgemeinhin kann Arbeit als zielgerichtete, planmäßige und bewusste, körperliche und geistige Tätigkeit definiert werden, deren Ursprung im Prozess der Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur zur Existenzsicherung liegt. Im Zuge der vorliegenden Forschungsfrage bezieht sich der Begriff des Arbeitsaufwands dabei auf die zeitliche Dimension, welche eine zu verrichtende Arbeit bzw. Aufgabe für eine Lehrkraft in Anspruch nimmt.
Es gilt also zu berücksichtigen, dass die Aufgabenfelder bzw. Tätigkeitsbereiche von Lehrkräften allgemein weit über das bloße Unterrichten bzw. die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts hinausgehen, ganz abgesehen von Projekttagen – oder wochen, Schulreisen oder Exkursionen, welche noch in die Kategorie der Unterrichtszeit miteinzuschließen sind. Zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts gehören dabei Absprachen mit anderen Lehrkräften/ Fachpersonal, die Vorbereitung von Prüfungen, Korrigieren, sowie eine kurzfristige Auswertung des Unterrichts und schließlich die Arbeitsmaterialienbeschaffung.
Dementsprechend sind die für Lehrerinnen und Lehrer anfallenden Aufgaben in verschiedene Kompetenzbereiche gegliedert, denen es gerecht zu werden gilt. Neben dem Kompetenzbereich des Unterrichtens kommen jene der Erziehung, Beurteilung und des Innovierens hinzu, wobei letzteres beinhaltet, dass Lehrkräfte ihren Beruf als ein öffentliches Amt mit besonderer Verantwortung und Verpflichtung wahrnehmen und als ständige Lernaufgabe sehen. Das bedeutet Lehrkräfte unterliegen einer ständigen individuellen und informellen Weiterbildung, die sowohl schulextern, als auch schulintern stattfinden kann. Des Weiteren fallen gemeinschaftliche Aufgaben für das Kollegium und die Schule an, wie beispielsweise Fachkonferenzen, Lehrerkonferenzen oder Schulentwicklungsprojekte etc.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung (G.S.): Die Arbeit führt in die Heterogenität und Bildungsreformen ein und formuliert die Forschungsfrage zum Arbeitsaufwand bei Leistungsdifferenzierung.
2) Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Schule, definiert zentrale Begriffe wie Arbeitsaufwand und Differenzierung und diskutiert offenen Unterricht.
3) Forschung: Das Kapitel stellt den Forschungsstand dar, formuliert Hypothesen und beschreibt das methodische Design der Datenerhebung durch Interviews sowie deren Pre-Test.
4) Fazit/ Schlussfolgerung (D.K.): Das Fazit fasst die methodischen Anpassungen der Interviewleitfragen basierend auf den Pre-Test-Ergebnissen zusammen und bestätigt das Forschungsdesign.
5) Anhang: Der Anhang enthält die finalen und ursprünglichen Interviewleitfragen sowie das Erhebungsinstrument zur Zeitmessung.
Schlüsselwörter
Gemeinschaftsschule, Leistungsdifferenzierung, Arbeitsaufwand, Lehrkräfte, Heterogenität, Offener Unterricht, Bildungsreform, Schulentwicklung, Interview, Qualitative Inhaltsanalyse, Pädagogische Kompetenz, Binnendifferenzierung, Belastung, Unterrichtsvorbereitung, Lernausgangslage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die Umsetzung von Leistungsdifferenzierung an Gemeinschaftsschulen zu einem höheren Arbeitsaufwand für Lehrkräfte im Vergleich zu traditionellen Schulformen führt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Geschichte der Gemeinschaftsschule, die begriffliche Klärung von Arbeitsaufwand und Differenzierung sowie die Herausforderungen des offenen Unterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Entwicklung eines Forschungsdesigns, das mittels Experteninterviews messbar macht, wie sich verschiedene Niveaustufen im Unterricht auf die Arbeitszeit und Belastung der Lehrkräfte auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen leitfragengeleitete Interviews in Kombination mit qualitativen Inhaltsanalysen nach Mayring, um empirische Daten zur Arbeitsbelastung zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Arbeitszeiten von Lehrern und die detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns inklusive Pre-Test-Auswertungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gemeinschaftsschule, Leistungsdifferenzierung, Arbeitsaufwand, Heterogenität und offener Unterricht.
Wie wurden die Interviewfragen optimiert?
Durch einen Pre-Test mit Probanden wurden Fragen umformuliert, um Suggestivfragen zu vermeiden und die Präzision bei der Erfassung von subjektiven Mehraufwänden zu erhöhen.
Warum wurde die "LAU-Studie" in der Forschungsarbeit erwähnt?
Die Studie dient als Referenz für die Lernausgangslage und zeigt, dass leistungsstärkere Schüler in heterogenen Gruppen nicht zwangsläufig benachteiligt werden.
- Citation du texte
- David Knobelspies (Auteur), 2017, Führt Leistungsdifferenzierung an Gemeinschaftsschulen zu einem höheren Arbeitsaufwand für Lehrer? Entwicklung eines Forschungsdesigns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163504