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Wirtschaftliches Handeln für die Gesellschaft. Die ökonomische Bildung zwischen neoklassischen Ansätzen und sozioökonomischen Perspektiven

Eine exemplarische Analyse anhand des Ausbildungsberufes "Bankkaufmann/ -frau"

Title: Wirtschaftliches Handeln für die Gesellschaft. Die ökonomische Bildung zwischen neoklassischen Ansätzen und sozioökonomischen Perspektiven

Master's Thesis , 2021 , 103 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Mikat (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Die Untersuchung richtet sich am Wirtschaftsunterricht der Berufsschule (Sekundarstufe II) aus. Nach einer theoretischen Erarbeitung sollen mit Hilfe von Experteninterviews Gestaltungsstrategien entwickelt werden. Auseinandergesetzt wird sich außerdem mit den strukturellen, didaktischen und inhaltlichen Vorgaben des Rahmenlehrplans. So sollen die Anknüpfungspunkte der sozioökonomischen Kerngedanken, Prinzipien und Inhalte an die Elemente und Prinzipien des Lernfeldkonzepts sowie an die Inhalte der betriebswirtschaftlichen Bildung untersucht werden. Intention ist es, den Rahmenlehrplan (RLP) sowie inhaltliche Schwerpunktthemen des Ausbildungsberufs sowie Gemeinsamkeiten, Ergänzungsmöglichkeiten und Innovationspotentiale zu analysieren.

Erörtert wird, auf welche Konzepte/ Methoden zurückgegriffen werden sollte, um bei Berufsschülern eine eigenständige Urteilsbildung zu fördern, sodass sie ökonomische Fragestellungen in sozialen, ökologischen, politischen, ethisch-moralischen und kulturellen Zusammenhängen diskutieren können. Um sich diesem Vorhaben nähern zu können, lautet
die Forschungsfrage: Inwiefern sollten zeitgemäße Lehr-/ Lernarrangements – im Zusammenhang der Neoklassik und der Sozioökonomie – gestaltet sein und wie gehen Lehrkräfte damit um?

Nach der Einleitung wird im zweiten Kapitel ein theoretischer Überblick über die ökonomische Bildung und die Konzepte "Neoklassicher Mainstream" sowie "Sozioökonomische Bildung" erörtert. Aufgezeigt werden Grundgedanken, Prinzipien, Kritiken und inhaltliche Ansätze. Im dritten Abschnitt wir die Bedeutung der Sozioökonomie für die Wirtschaftspädagogik
diskutiert, bevor Kapitel vier den Ausbildungsberuf "Bankauffrau/-mann" vorstellt. Eingegangen wird neben einer pluralen Lehrausrichtung auf den RLP und auf Strukturmerkmale.

In Kapitel fünf wird das Forschungsvorhaben erläutert und Experteninterviews ausgewertet bzw. analysiert. Im sechsten Kapitel werden mit Hilfe der Literaturrecherche und der Praxiserfahrungen der befragten Lehrkräfte Umgangs- und Bewältigungsstrategien für einen zeitgemäßen ökonomischen Unterricht im Bankbereich verfasst. Es folgt eine kritische
Reflexion und die Arbeit wird mit einer Schlussbetrachtung beendet, die einen zusammenfassenden Ausblick für eine entsprechende berufliche Bildung enthält.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

1.2 Zielsetzung

1.3 Gang der Untersuchung

2 Ökonomische Bildung

2.1 Neoklassischer Mainstream

2.1.1 Begriffliche Herleitung

2.1.2 Entwicklung und Kernidee

2.2 Kritik an der konventionellen ökonomischen Bildung

2.3 Sozioökonomische Bildung

2.2.1 Entstehungsgeschichte

2.2.2 Grundgedanken

2.2.2.1 Pluralismus/ Multiperspektivität/ Diversität (Objektbezug)

2.2.2.2 Kontroversität, Urteilsbildung und Kritik

2.2.2.3 Subjektorientierung bzw. -zentrierung

2.2.2.4 Exemplarischer Lebensweltbezug bzw. -orientierung

2.2.2.5 (Sozial-) Wissenschaftsbezug – Kontextualisierung und Komplexität

2.4 Gegenüberstellung der Sozioökonomischen und Neoklassischen Bildung

3 Bedeutung der Sozioökonomie für die Wirtschaftspädagogik

4 Der (neu geordnete) Ausbildungsberuf ‚Bankkaufmann/ -frau‘

4.1 Plurale Wirtschaftslehre für die Bildung für Bankkaufleute

4.2 Rahmenlehrplan

4.3 Strukturmerkmale des Curriculums

5 Empirische Bildungsforschung

5.1 Forschungsdesign

5.1.2 Methodisches Vorgehen

5.1.2.1 Auswahl der Lehrkräfte

5.1.2.2 Leitfadengestütztes Experteninterview

5.1.2.3 Analyseverfahren

5.2 (Inhalts-) Analyse und Auswertung der Ergebnisse

5.2.1 Kategorie ‚Ökonomische Ausrichtungen und Denkweise‘

5.2.2 Kategorie ‚Curriculare Orientierung‘

5.2.3 Kategorie ‚Pädagogische/ Methodische Umsetzung‘

5.2.4 Kategorie ‚Herausforderungen/ Besonderheiten Berufsschule Bank‘

5.2.5 Fazit der Interviews

6 (Didaktische) Umgangs- und Bewältigungsstrategien

6.1 Prinzipien und Kompetenzen

6.2 Ausbildung der Lehrkräfte

6.3 Haltungen und Leitmotive

7 Kritische Reflexion

7.1 Reflexion der Theorie

7.2 Reflexion der Interviews

7.3 Reflexion des persönlichen Forschungsinteresses

8 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern zeitgemäße Lehr-/Lernarrangements im Spannungsfeld zwischen neoklassischen Ansätzen und sozioökonomischer Bildung gestaltet sein sollten und wie Lehrkräfte der beruflichen Ausbildung im Bankwesen mit diesen Anforderungen umgehen, um eine umfassende Urteils- und Handlungskompetenz zu fördern.

  • Vergleich von neoklassischem Mainstream und sozioökonomischer Bildung
  • Analyse des Rahmenlehrplans für den Ausbildungsberuf Bankkaufmann/-frau
  • Empirische Untersuchung mittels leitfadengestützter Experteninterviews mit Lehrkräften
  • Reflexion von Gestaltungsmöglichkeiten und didaktischen Umgangsstrategien
  • Förderung kritischer Urteils- und Handlungskompetenz im Wirtschaftsunterricht

Auszug aus dem Buch

1.1 Ausgangssituation

In der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre dominiert die „neoklassische Schule“. Ihr wird vorgeworfen, die Ökonomisierung der realen Welt durch ihr menschliches Modell eines nach Eigennutz strebenden homo oeconomicus verursacht zu haben (vgl. Thole 2017: 116f., 118). Spätestens seit der Finanzkrise 2008, mit der Erweiterung zur Wirtschaftskrise, steht das neoklassische ökonomische Paradigma u. a. in der Kritik, weil eine am homo oeconomicus orientierte Praxis systematisch Gewinner1 und Verlierer produziere und Krisen nicht prophezeien konnte. Abseits der eng definierten Pfade der Mainstreamökonomie2 existieren auch in den Wirtschaftswissenschaften theoretische Strömungen, für die Pluralismus grundlegend ist, z. B. in der Sozioökonomie, der Verhaltensökonomie oder der Neuroökonomie (= heterodoxe Ökonomie) (vgl. Zurstrassen 2014: 13; vgl. Steffestun & Graupe 2020: 161).

In Frage gestellt wird das Paradigma, dass sich wirtschaftliche Entscheidungsprozesse ausschließlich am Prinzip der kurzfristigen Gewinn- und Nutzenmaximierung orientieren. Herkömmliche wirtschaftliche Ziele wie Marktanteil, Umsatz, Gewinn, Wachstum bleiben relevant, sie stellen aber keine finalen Ziele mehr dar, sondern werden durch gesellschaftliche und soziale Ziele aus ganzheitlicher Sicht differenziert (vgl. Dubs 2001: 2). Für den lernfeldorientierten Berufsschulunterricht ist von einer praktizierten Loslösung des Gegenstandsbereichs Wirtschaft aus seiner gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Verankerung die Rede. Gefordert wird ein neues ökonomisches Denken, hin zum Wagnis zu mehr Pluralismus, Persönlichkeits- sowie Handlungskompetenzförderung und Interdisziplinarität (vgl. Fischer & Hantke 2019: 105); damit bekommen alternative, plurale und sozioökonomische Ansätze eine Chance, aus dem Nischendasein hervorzudringen (vgl. Göpel 2021: 19).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung einer ökonomisierten Gesellschaft ein und begründet die Notwendigkeit, ökonomische Bildung zwischen neoklassischen und sozioökonomischen Ansätzen zu diskutieren.

2 Ökonomische Bildung: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über den neoklassischen Mainstream sowie die sozioökonomische Bildung, inklusive ihrer Entstehungsgeschichte und Grundgedanken wie Pluralismus und Lebensweltbezug.

3 Bedeutung der Sozioökonomie für die Wirtschaftspädagogik: Hier wird diskutiert, warum eine reflexive Wirtschaftspädagogik über das rein ökonomische Fachwissen hinausgehen und soziale sowie ethisch-moralische Aspekte integrieren muss.

4 Der (neu geordnete) Ausbildungsberuf ‚Bankkaufmann/ -frau‘: Dieses Kapitel stellt das aktuelle Berufsbild sowie den Rahmenlehrplan und die Strukturmerkmale des Curriculums unter Berücksichtigung der Kundenorientierung vor.

5 Empirische Bildungsforschung: Der Abschnitt erläutert das Forschungsdesign und das methodische Vorgehen mittels Experteninterviews mit Lehrkräften, um deren Praxiserfahrungen und Bewältigungsstrategien zu analysieren.

6 (Didaktische) Umgangs- und Bewältigungsstrategien: Hier werden auf Basis der Theorie und der Experteninterviews Strategien abgeleitet, wie Lehrkräfte den Wirtschaftsunterricht pluralistischer und kritischer gestalten können.

7 Kritische Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert den Forschungsprozess, die gewonnenen Erkenntnisse aus der Theorie und den Interviews sowie das persönliche Forschungsinteresse des Autors.

8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Weiterentwicklung einer sozioökonomisch orientierten beruflichen Bildung.

Schlüsselwörter

Ökonomische Bildung, Sozioökonomie, Neoklassik, Bankkaufmann/ -frau, Rahmenlehrplan, Wirtschaftspädagogik, Multiperspektivität, Lebensweltorientierung, Handlungskompetenz, empirische Bildungsforschung, Experteninterviews, Lernfeldkonzept, Pluralismus, Kritische Reflexion, berufliche Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem dominanten neoklassischen Bildungsansatz und der sozioökonomischen Bildung im Kontext der beruflichen Ausbildung von Bankkaufleuten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Grundlegung ökonomischer Bildung, die Analyse des Rahmenlehrplans für Bankkaufleute sowie die empirische Untersuchung der Sichtweisen und Unterrichtspraxis von Berufsschullehrkräften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern sollten zeitgemäße Lehr-/Lernarrangements – im Zusammenhang der Neoklassik und der Sozioökonomie – gestaltet sein und wie gehen Lehrkräfte damit um?“

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine qualitative empirische Bildungsforschung durch, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit sechs Lehrkräften, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Auseinandersetzung mit Bildungsparadigmen, eine detaillierte Betrachtung des Curriculums für Bankkaufleute und eine umfangreiche Auswertung der geführten Interviews zu den Herausforderungen im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Ökonomische Bildung, Sozioökonomie, Multiperspektivität, Bankenausbildung, Handlungskompetenz und Rahmenlehrplan definieren.

Wie bewerten die befragten Lehrkräfte den neuen Rahmenlehrplan?

Die Lehrkräfte sind zwar weitgehend zufrieden, kritisieren jedoch die immer noch starke neoklassische Ausrichtung sowie den Zeitdruck, der eine tiefergehende sozioökonomische Auseinandersetzung im Unterricht erschwert.

Welche besondere Rolle spielt die „pädagogische Freiheit“ für die Lehrkräfte?

Sie wird als entscheidendes Instrument genannt, um trotz vorgegebener Lehrpläne eigene Schwerpunkte zu setzen, aktuelle Themen wie die Pandemie einzubinden oder alternative, sozioökonomische Perspektiven in den Unterricht zu integrieren.

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Details

Title
Wirtschaftliches Handeln für die Gesellschaft. Die ökonomische Bildung zwischen neoklassischen Ansätzen und sozioökonomischen Perspektiven
Subtitle
Eine exemplarische Analyse anhand des Ausbildungsberufes "Bankkaufmann/ -frau"
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
1,3
Author
Christoph Mikat (Author)
Publication Year
2021
Pages
103
Catalog Number
V1163760
ISBN (PDF)
9783346567802
ISBN (Book)
9783346567819
Language
German
Tags
wirtschaftliches handeln gesellschaft bildung ansätzen perspektiven eine analyse ausbildungsberufes bankkaufmann sozioökonomie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Mikat (Author), 2021, Wirtschaftliches Handeln für die Gesellschaft. Die ökonomische Bildung zwischen neoklassischen Ansätzen und sozioökonomischen Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163760
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