In unzähligen literarischen Werken kann man feststellen, dass einige Worte aus anderen Sprachen in den Text aufgenommen wurden. Oft geschah dies aufgrund der Vorherrschaft einer Nation, die zu einem Einfluss in verschiedensten Gebieten andere Nationen führte. In anderen Fällen, kann Grund für die Aufnahme von Wörtern einer bestimmten Sprache, deren Beliebtheit zu einer bestimmten Epoche sein.
Théophile Gautier verwendet in seinem Werk „Jettatura“ zahlreiche italienische Wörter, die er genauso gut in seiner Muttersprache, nämlich dem Französischen hätte ausdrücken können. Nun stellt sich schließlich die Frage, warum er dies tut.
In der folgenden Arbeit sollen die Verwendung italienischer Wörter und Wendungen in Gautiers Erzählung „Jettatura“ im Mittelpunkt stehen. Hierbei soll als Erstes der Grund für die Auswahl von Neapel als Schauplatz dieser phantastischen Erzählung genannt werden.
Danach wird im Allgemeinen auf Erklärungen italienischer Wörter eingegangen. Im Vordergrund werden hierbei zunächst die Begriffe „Jettatura“ und „Forestier“ stehen. Daraufhin werden Gründe für das Vorkommen der italienischen Sprache in der „Jettatura“ veranschaulicht und kontextorientierte Deutungen italienischer im Alltag verwendeter Worte folgen.
Hiernach wird zur Symbolik zweier Familien- und einem Personennamen übergegangen werden.
Abschließend soll eine Interpretation des im Roman vorkommenden Zitats „Vedi Napoli e poi mori“ folgen.
Der Arbeit liegt der Originaltext von Théophile Gautiers „Jettatura“ zugrunde. An einigen Stellen greife ich jedoch auf die Übersetzung ins Deutsche von Alastair zurück.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ansiedlung der Handlung in Neapel
3. Begriffserklärungen
3.1. „Jettatura“
3.2. „Forestier“
4. Vermittlung einer italienischen Atmosphäre
4.1. Geographische Bezeichnungen
4.2. Italienische Anreden und Namen
4.3. Italienische Personenbezeichnungen
4.4. Italienische Wörter aus dem Alltag
5. Symbolik von Personennamen
5.1. Paul d’Aspremont
5.2. Don Felipe Altavilla
5.3. Vicè
6. Symbolik der „Rue de la Fortune“
7. „Vedi Napoli e poi mori“
8. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Funktion und Wirkung italienischer Wörter und Wendungen in Théophile Gautiers phantastischer Erzählung „Jettatura“, um zu ergründen, wie diese sprachlichen Elemente zur Authentizität und Glaubwürdigkeit des neapolitanischen Schauplatzes beitragen.
- Die Bedeutung von Aberglauben und Schauplatzwahl für phantastische Literatur.
- Semantische und kontextuelle Analyse spezifischer italienischer Begriffe.
- Die symbolische Aufladung von Personennamen und Örtlichkeiten.
- Die Interpretation zentraler kultureller Zitate im Kontext der Erzählung.
Auszug aus dem Buch
5.1. Paul d’Aspremont
Der Franzose Paul d’Aspremont ist die Hauptfigur des Romans Gautiers. Er ist der Besitzer des „bösen Blicks“ und somit Urheber der Kette von Ereignisse, die sich in Neapel zutragen.
Im Hinblick auf die Herkunft des Nachnamens Aspremont handelt es sich um eine Abwandlung des französischen Wortes „âprement“ bzw. des italienischen Wortes „aspremente“. Beide Worte, die der gleichen Familie angehören, bedeuten „hart“, „streng“ oder „grob“.
Auch auf Paul d’Aspremonts Persönlichkeit und Charakter trifft in übertragenem Sinne das Wort „hart“ zu. Von allen in der Erzählung vorkommenden Personen, Alicia Ward ausgenommen, wird er als kalter, liebloser und emotionsloser Mensch geschildert. Schon zu Beginn der Handlung, ist D’Aspremont der einzige, der sich auf dem in Neapel ankommenden Schiffes befindenden Passagiere, der unter Deck bleibt, und scheinbar keine Übelkeit auf hoher See verspürte.
Neben seinen persönlichen Eigenschaften, macht Paul d’Aspremont sein Besitz des „bösen Blickes“ auch auf körperlicher Ebene hart. Außer dem Tragen zahlreicher Amulette, Dornen und Talismane kann einen nichts vor seinen Unglück bringenden Augen schützen. Er wird zu einer unbesiegbaren Person. Nichts in der Welt scheint ihn stoppen zu können, und niemand, außer er selbst, ist in der Lage, dieser unheilvollen Begabung ein Ende zu setzten. Selbst Altavilla, ein begabter Duellant, scheitert; er schafft es nicht, D’Aspremont zu bezwingen, und der Leser hat den Eindruck, dass selbst der scheinbar faire Zweikampf mit verbundenen Augen zu Gunsten des Jettatore war. Man hat das Gefühl, dass trotz Augenbinde D’Aspremonts Augen ihre Wirkung nicht verfehlten und seinen Sieg herbeiführten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus der Untersuchung auf den Einsatz italienischer Sprachelemente in Gautiers Erzählung und definiert den methodischen Ansatz.
2. Ansiedlung der Handlung in Neapel: Dieses Kapitel erörtert, warum Neapel als Schauplatz gewählt wurde, um die Glaubwürdigkeit des Aberglaubens innerhalb der Erzählung zu untermauern.
3. Begriffserklärungen: Es werden zentrale Begriffe wie „Jettatura“ und „Forestier“ definiert und ihre spezifische Rolle für den Kontext der Geschichte erläutert.
4. Vermittlung einer italienischen Atmosphäre: Dieses Kapitel analysiert, wie geographische Begriffe, Anreden und Alltagsbezeichnungen zur Konstruktion eines italienischen Milieus dienen.
5. Symbolik von Personennamen: Die Namen der Hauptfiguren wie Paul d’Aspremont, Don Felipe Altavilla und Vicè werden auf ihre tiefere, symbolische Bedeutung hin untersucht.
6. Symbolik der „Rue de la Fortune“: Hier wird die symbolische Bedeutung der zentralen Straße im Kontext der Erzählung und ihrer Schicksalhaftigkeit dargelegt.
7. „Vedi Napoli e poi mori“: Eine Interpretation dieses zentralen Zitats im Hinblick auf die Themen Schönheit, Vergänglichkeit und Tod in der Erzählung.
8. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie das geschickte Einstreuen italienischer Elemente die phantastische Handlung realitätsnah erscheinen lässt.
Schlüsselwörter
Théophile Gautier, Jettatura, Italienische Literatur, Neapel, Aberglaube, Böser Blick, Symbolik, Fremdheit, Literaturanalyse, Sprachverwendung, Romananalyse, Phantastik, Kulturtransfer, Namenssymbolik, Narratologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Verwendung italienischer Sprachelemente, wie Wörter, Wendungen und Namen, im Werk „Jettatura“ von Théophile Gautier und deren Funktion für die Atmosphäre der Erzählung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Einbettung der Erzählung in den neapolitanischen Aberglauben, die sprachliche Gestaltung des Schauplatzes und die Symbolik von Namen und zentralen Zitaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gautier durch die Integration italienischer Begriffe die Glaubwürdigkeit seiner phantastischen Erzählung erhöht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Originaltextes unter Berücksichtigung von Übersetzungen und biographischen sowie kulturellen Kontexten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit Begriffsdefinitionen, der Schauplatzwahl, der Atmosphäre durch sprachliche Mittel, einer Symbolanalyse der Charaktere und einer Interpretation des Romanschlusses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jettatura, Aberglaube, Neapel, Symbolik, Literaturanalyse und kulturelle Authentizität definiert.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Dienstmädchens Vicè von anderen Figuren?
Vicè fungiert als Stellvertreterin für die abergläubische Bevölkerung und erkennt die Gefahr durch den Jettatore intuitiv und ohne rationale Hinterfragung.
Welche Bedeutung hat das Zitat „Vedi Napoli e poi mori“ für den Roman?
Das Zitat dient als Schlüsselwendung, die die Schönheit Neapels mit der Unausweichlichkeit des Todes verknüpft, was sich in der Tragik der Hauptfiguren widerspiegelt.
Warum spielt die „Rue de la Fortune“ eine so entscheidende Rolle?
Die Straße ist sowohl der Schauplatz des zentralen Duells als auch ein symbolischer Ort, dessen Name sowohl Glück als auch Unglück impliziert.
Wie trägt die Wahl des Schauplatzes Neapel zur Wirkung der Erzählung bei?
Neapel wird als Ort des Aberglaubens eingeführt, an dem das Übernatürliche – wie der „böse Blick“ – als alltäglich akzeptiert wird, was die phantastische Erzählung glaubwürdig macht.
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- Sarah Breitkopf (Author), 2005, Italienische Wörter und Wendungen in Théophile Gautiers Werk "Jettatura" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116439