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Normativität und Normalisierung von Kindheit. Die Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter

Título: Normativität und Normalisierung von Kindheit. Die Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter

Trabajo Escrito , 2020 , 23 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Verena Dakota Krüger (Autor)

Pedagogía - Pedagogía en educación Pre-escolar
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Im Rahmen dieser Arbeit soll die Frage bearbeitet werden, wie die Früherkennungsuntersuchungen das Bild des ‚normalen‘ Kindes formen und beeinflussen und wie sich dieses auf das Aufwachsen von Kindern und das elterliche Sorgeverhalten auswirken.

Alle Kinder, die in Deutschland in einem Krankenhaus auf die Welt kommen, erhalten mit der Geburt des Kindes das Kinderuntersuchungsheft. Die Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter haben in Folge des Ausbaus von Früherkennung und Präventionsmaßnahmen für Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit in den letzten Jahren einen starken Institutionalisierungsschub erhalten.

Hierfür werden zuerst die Begriffe Normativität, Normalität und Normalisierung definiert und voneinander trennbar gemacht sowie die Funktion der Früherkennungsuntersuchung näher betrachtet. Hierfür wird das Untersuchungsheft sowie eine Informationsbroschüre für Eltern über die Früherkennung und Vorsorge ihres Kindes der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, herangezogen. Darauf folgt eine genauere Betrachtung des Spannungsfeldes der durch die Früherkennungsuntersuchungen entstehende Normativität und Normalisierung. Mithilfe einer qualitativen Studie von Früherkennungsuntersuchungen werden die Durchführung und mögliche Auswirkungen der Untersuchung ausführlich betrachtet. Im Anschluss wird näher auf die Prävention eingegangen sowie Messfehler und die mangelnde Standardisierung in den Untersuchungen kritisch begutachtet. Auch die Auswirkungen auf das elterliche Sorgeverhalten werden beleuchtet. Für eine multiperspektivische Betrachtung wird auch die Wichtigkeit der Früherkennungsuntersuchung veranschaulicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Normativität, Normalität und Normalisierung

3. Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter

4. Spannungsfelder der Früherkennungsuntersuchung

4.1 Normativität in der Früherkennungsuntersuchung

4.2 Prävention

4.3 Messfehler und mangelnde Standarisierung

4.4 Auswirkungen auf das elterliche Sorgeverhalten

4.5 Wichtigkeit der Früherkennungsuntersuchungen

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Früherkennungsuntersuchungen das gesellschaftliche Bild des „normalen“ Kindes formen und wie diese medizinischen Normsetzungen das Aufwachsen von Kindern sowie das Sorgeverhalten der Eltern beeinflussen.

  • Grundlagen von Normativität, Normalität und Normalisierung
  • Funktionsweise und Institutionalisierung von Früherkennungsuntersuchungen
  • Spannungsfelder zwischen medizinischer Statistik und Einzelfallbetrachtung
  • Auswirkungen der Entwicklungsdiagnostik auf das elterliche Sorgeverhalten
  • Bedeutung von Früherkennung für Prävention und Kinderschutz

Auszug aus dem Buch

4.2 Prävention

„Weil niemand daran zweifelt, dass Vorbeugen besser ist als Heilen, breiten sich präventive Semantiken und Technologien in nahezu alle Lebensbereiche aus“ (Bröckling 2008: 39).

Erst im 20. Jahrhundert wurden auch augenscheinlich gesunde Menschen in das Blickfeld der Medizin genommen, welche sich zuvor ausschließlich auf die Behandlung von erkrankten Menschen fokussierte. Unter dem Gesichtspunkt der Früherkennung und präventiven Medizin sind alle ‚Noch-nicht-Patient*innen‘ (vgl. Olin-Lauritzen/Sachs 2001: 499). „Prävention will nichts schaffen, sie will verhindern“ (Bröckling 2008: 38).

Auch Früherkennungsuntersuchungen haben nicht die Aufgabe, Störungen oder Krankheiten zu verhindern, sondern diese frühzeitig zu entdecken und anschließend zu behandeln. Demnach sind die Früherkennungsuntersuchungen der sekundären Prävention zuzuordnen, welche Maßnahmen bei bereits eingetretenen Störungen umfasst (vgl. Tröster 2009: 152, 36). Prävention richtet ihren Blick auf die Zukunft und mögliche eintretende Probleme. Die Behandlung hingegen ist auf akute Probleme, also auf die Gegenwart, ausgerichtet sowie auf Probleme, welche in der Vergangenheit entstanden sind (vgl. Bolling/Kelle 2009: 45). „Prävention transformiert Gefahren in Risiken, indem sie künftige Zustände an gegenwärtige Entscheidungen koppelt und auf diese Weise Zeit bindet.“ (Bröckling 2008: 40). Anders als Tröster positioniert Hafen die Früherkennung zwischen Prävention und Behandlung (vgl. 2007: 37) und beschreibt sie als „Schulung der Beobachtung von Anzeichen für die zu verhindernden Probleme“ (ebd.: 67). Wird durch die Früherkennung ein Problem gefunden, führt dies zwangsläufig zu einer Behandlung (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Institutionalisierung der Früherkennungsuntersuchungen und definiert die zentrale Forschungsfrage nach deren Einfluss auf das Bild des ‚normalen‘ Kindes und das elterliche Sorgeverhalten.

2. Normativität, Normalität und Normalisierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Begrifflichkeiten und unterscheidet zwischen deskriptiven statistischen Normalitätswerten und normativen Vorgaben.

3. Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter: Hier werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die medizinische Zielsetzung der institutionalisierten Vorsorgeuntersuchungen für Kinder bis zum 6. Lebensjahr dargelegt.

4. Spannungsfelder der Früherkennungsuntersuchung: Das Hauptkapitel analysiert kritisch die Probleme der Standardisierung, die elterliche Rolle sowie die Ambivalenzen zwischen Prävention und Stigmatisierung durch Normalitätsnormen.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse und fordert eine Sensibilisierung für die Auswirkungen der medizinischen Normalisierungsansprüche auf Eltern und Kind.

Schlüsselwörter

Früherkennungsuntersuchung, Normativität, Normalisierung, Kindesentwicklung, Prävention, Entwicklungsdiagnostik, Sorgeverhalten, Medizinische Normen, Kinderschutz, Kindheit, Normalbereich, Gesundheitsvorsorge, Standardisierung, Sozialverhalten, Stigmatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen medizinischer Früherkennung und der gesellschaftlichen Konstruktion von „normaler“ Kindheit sowie deren Auswirkungen auf Familien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Theorien des Normalismus, die Praxis der pädiatrischen Entwicklungsdiagnostik und das Spannungsfeld zwischen staatlicher Prävention und elterlicher Autonomie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, zu analysieren, wie durch die Früherkennungsuntersuchungen ein Bild des „normalen Kindes“ erzeugt wird und welche Folgen dies für die Wahrnehmung des Kindes und das elterliche Erziehungsverhalten hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung qualitativer Studien, unter anderem aus einem DFG-Projekt zur kinderärztlichen Beobachtungspraxis.

Was steht im Hauptteil im Fokus der Betrachtung?

Der Hauptteil befasst sich mit den Spannungsfeldern der Früherkennung, etwa dem Umgang mit Messfehlern, der Rolle der Prävention und der zunehmenden staatlichen Kontrollfunktion durch das „Wächteramt“.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe Normalisierung, Normativität, Entwicklungsdiagnostik und das Spannungsfeld der elterlichen Sorgeverantwortung.

Wie gehen Eltern laut der Arbeit mit „Auffälligkeiten“ in der Entwicklung um?

Oftmals versuchen Eltern, Abweichungen durch Relativierung oder den Verweis auf die Einzigartigkeit ihres Kindes zu normalisieren, da sie eine „Denormalisierungsangst“ verspüren.

Warum wird eine stärkere Standardisierung gefordert?

Eine Standarisierung ist laut der Arbeit notwendig, um die ärztlichen Einschätzungen objektiver, vergleichbarer und somit für Eltern sowie Fachpersonal besser nachvollziehbar zu machen.

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Detalles

Título
Normativität und Normalisierung von Kindheit. Die Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter
Universidad
University of Hildesheim  (Erziehungswissenschaft)
Calificación
1,0
Autor
Verena Dakota Krüger (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
23
No. de catálogo
V1165488
ISBN (PDF)
9783346573513
ISBN (Libro)
9783346573520
Idioma
Alemán
Etiqueta
Normativität Normalisierung Normierung Normen Kindheit Früherkennung U-Untersuchungen Früherkennungsuntersuchung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Verena Dakota Krüger (Autor), 2020, Normativität und Normalisierung von Kindheit. Die Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165488
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