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Affektmodellierung - Motoren, Entwicklung und Selbstkontrolle

Title: Affektmodellierung - Motoren, Entwicklung und Selbstkontrolle

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Eva Kirchschläger (Author)

Cultural Studies - European Studies
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Unser Affektgefüge besteht aus einzelnen Triebäußerungen mit verschiedenen Funktionen, die wir unterschiedlich nennen. Wir sprechen z.B. von Hunger, dem Geschlechtstrieb, dem Geltungstrieb, dem Bedürfnis zu spucken und vielem mehr. Wir beherbergen ein ganzes Bündel von verschiedenen Trieben, welche wir im Laufe der Jahrhunderte zu beherrschen gelernt haben. Meine Hausarbeit behandelt den Prozess der Affektmodellierung. Dargestellt werden zum einen Motoren, wie z.B. die Angst vor sozialer Deklassierung. Zum anderen wird die Entwicklung hin zu einer gefühlskontrollierten Gesellschaft geschildert, z.B. im Rahmen eines kurzen historischen Abrisses und ich gehe auf die Bedeutung der Selbstkontrolle im Zusammenhang mit der Affektmodellierung ein. Neben Norbert Elias lauten zitierte Autoren Erving Goffman, Peter L. Berger und Thomas Luckmann. In „Über den Prozeß der Zivilisation“ beschreibt Norbert Elias anhand von Manierbüchern, langfristige Wandlungen der Trieb- und Affektmodellierung in den europäischen Oberschichten. Die anderen erwähnten Autoren bieten weitere Sichtweisen bzw. andere Zugänge zum Verhältnis Individuum und Gesellschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedingungen der Entstehung unserer „gefühlskontrollierten“ Kultur

2. 1 „Courtoisie“, „Civilitè“, „Civilisation“ - Drei Abschnitte gesellschaftlicher Entwicklung

2. 2 Der Königsmechanismus und die höfische Gesellschaft

3. Affektmodellierung

3. 1 Motoren für Affektkontrolle

3. 2 Die Bedeutung der Begriffe „Psychogenese“ und „Soziogenese“

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Prozess der Affektmodellierung und die damit einhergehende Entwicklung hin zu einer gefühlskontrollierten Gesellschaft. Dabei wird analysiert, wie sich menschliches Verhalten unter dem Einfluss von gesellschaftlichem Wandel, Zentralisierung und steigenden Interdependenzen verändert hat.

  • Der Zivilisationsprozess und die Wandlung von Fremd- zu Selbstzwängen.
  • Historische Etappen der Affektregulation: Von „Courtoisie“ über „Civilité“ zu „Civilisation“.
  • Die Rolle des „Königsmechanismus“ in der höfischen Gesellschaft.
  • Die theoretische Unterscheidung zwischen Psychogenese und Soziogenese.
  • Soziale Selbstdarstellung im Alltag nach Erving Goffman.

Auszug aus dem Buch

3. 1 Motoren für Affektkontrolle

Wenn in einem Gebiet, in welchem Menschen unter verschiedenen Umständen zusammenleben die Zentralgewalt wächst, verändern sich laut Elias auch langsam die Affektmodellierung und das Triebverhalten. Unter anderem ist das Gewaltverhalten anders geregelt. Die Gewaltbereitschaft sinkt, vor allem gegenüber Mitgliedern der eigenen Gesellschaft. Nur berechtigte Personen, z.B. Polizisten, dürfen Gewalt ausüben. Der Lust am Kämpfen kann nur in einem gewissen Rahmen nachgegeben werden, z.B. in erlaubten sportlichen Wettkämpfen. Affektentladungen finden ebenfalls in einem gemäßigten und geregelten Raum statt, z.B. als Zuseher eines Sportereignisses oder als Kinobesucher.

Durch die zunehmende Differenzierung von immer mehr Teilfunktionen nehmen auch die Abhängigkeits- und Wirkungsketten zu. Das Verhalten wird vorhersehbarer, geregelter und kontrollierter. Elias’ Untersuchungen erläutern, wie sich menschliches Verhalten im Laufe der Jahrhunderte wandelt, wie aus affektgesteuertem Verhalten zunehmend ein affektkontrolliertes Verhalten entsteht. D.h. Elias zeigt auf wie aus „Fremdzwängen“ „Selbstzwänge“ werden, die unser Verhalten regulieren. Elias sieht einen starken Motor dieser Umwandlung in der Angst vor sozialer Deklassierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Prozess der Affektmodellierung und Darstellung der theoretischen Ausgangslage sowie der zentralen Forschungsaspekte.

2. Bedingungen der Entstehung unserer „gefühlskontrollierten“ Kultur: Erörterung der zivilisationstheoretischen Grundlagen, des sozialen Wandels und der geschichtlichen Entwicklung von Verhaltensstandards.

2. 1 „Courtoisie“, „Civilitè“, „Civilisation“ - Drei Abschnitte gesellschaftlicher Entwicklung: Detaillierte Betrachtung der historischen Phasen gesellschaftlicher Verhaltensweisen und deren jeweiliger Bedeutung für die Oberschicht.

2. 2 Der Königsmechanismus und die höfische Gesellschaft: Analyse der Machtkonzentration und der daraus resultierenden Notwendigkeit zur fehlerfreien Affektkontrolle am Hof.

3. Affektmodellierung: Theoretische Herleitung der Verhaltensänderung durch Monopolisierung körperlicher Gewalt und zunehmende Interdependenzketten.

3. 1 Motoren für Affektkontrolle: Untersuchung der Faktoren, die zur internen Triebregulierung führen, insbesondere im Kontext von sozialer Abhängigkeit und Deklassierungsängsten.

3. 2 Die Bedeutung der Begriffe „Psychogenese“ und „Soziogenese“: Definition und wechselseitige Erläuterung der Kernkonzepte von Norbert Elias zur Erklärung gesellschaftlicher Strukturen und Persönlichkeitsentwicklung.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ergänzung durch die rollentheoretischen Ansätze von Erving Goffman.

Schlüsselwörter

Affektmodellierung, Zivilisation, Norbert Elias, Soziogenese, Psychogenese, Selbstkontrolle, Triebregulierung, Fremdzwang, Selbstzwang, höfische Gesellschaft, Interdependenzgeflecht, Zivilisationstheorie, Erving Goffman, Verhaltensstandards, Gesellschaftsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem soziologischen Prozess der Affektmodellierung und untersucht, wie sich das menschliche Verhalten im Laufe der europäischen Geschichte durch gesellschaftliche Entwicklungen gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Zivilisationstheorie, der Wandel von Verhaltensnormen, die Ausbildung von Affektkontrolle sowie das Wechselspiel zwischen individueller Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlichen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den historischen Prozess aufzuzeigen, durch den der Mensch gelernt hat, seine Triebe und Affekte zu beherrschen, und wie sich dieser Wandel in den Strukturen unserer heutigen Gesellschaft widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse und stützt sich dabei maßgeblich auf die zivilisationstheoretischen Konzepte von Norbert Elias sowie auf ergänzende Theorien von Autoren wie Erving Goffman, Peter L. Berger und Thomas Luckmann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Etappen der Verhaltensentwicklung (Courtoisie bis Civilisation), der Königsmechanismus, die Rolle der Angst vor sozialer Deklassierung sowie die Begriffe Psychogenese und Soziogenese analysiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Affektmodellierung, Selbstzwang, Interdependenz, Zivilisationsprozess und Triebkontrolle charakterisiert.

Was bedeutet der Begriff „Fremdzwänge“ im Kontext von Norbert Elias?

Fremdzwänge bezeichnen soziale Erwartungen und Regeln, die dem Einzelnen von außen auferlegt werden, um ein bestimmtes Benehmen in der Gesellschaft zu erzwingen, was sich mit der Zeit zu inneren Selbstzwängen entwickelt.

Wie unterscheidet sich die „Psychogenese“ von der „Soziogenese“?

Psychogenese beschreibt die langfristige Entwicklung der menschlichen Persönlichkeitsstruktur, während die Soziogenese die langfristige Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen wie Machtverhältnisse und soziale Schichtung untersucht.

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Details

Title
Affektmodellierung - Motoren, Entwicklung und Selbstkontrolle
College
University of Hagen
Grade
2,3
Author
Eva Kirchschläger (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V116569
ISBN (eBook)
9783640186686
ISBN (Book)
9783640188383
Language
German
Tags
Affektmodellierung Motoren Entwicklung Selbstkontrolle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Kirchschläger (Author), 2007, Affektmodellierung - Motoren, Entwicklung und Selbstkontrolle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116569
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