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Das hybride autobiographische Subjekt - Rebecca Walker und Yvette Melanson

Title: Das hybride autobiographische Subjekt - Rebecca Walker und Yvette Melanson

Examination Thesis , 2008 , 72 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sabine Kandziora (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Der Titel dieser Arbeit drängt zu Beginn bereits eine Frage auf: Was ist ein
hybrides Subjekt bzw. was macht ein hybrides Subjekt aus? Der Begriff
„Hybridität“ kann, neben seiner biologischen und technischen Bedeutung1,
auch auf die kulturelle Ebene transferiert werden. Reckwitz spricht in
diesem Zusammenhang von „einer kulturellen Logik der Hybridität“2, die er
allen Subjektkulturen zuspricht. Damit meint er „eine Kopplung und
Kombination unterschiedlicher Codes verschiedener kultureller Herkunft in
einer Ordnung des Subjekts“ (Ebd.). „Hybridität“ suggeriert somit generell
die Vorstellung von „Zwitterhaftigkeit“, aber auch von Pluralität.
Entscheidend für den Hybriditäts-Begriff ist, dass immer zwei oder mehrere
verschiedene Merkmale in eine Person oder einen Gegenstand münden.
Inwiefern es sich bei den Protagonistinnen der zu behandelnden
Autobiographien Rebecca Walkers3 und Yvette Melansons4 um hybride
autobiographische Subjekte handelt und wie sie ihrer Hybridität begegnen,
wird in dieser Arbeit zu klären sein. Um aber überhaupt das
autobiographische Subjekt, aber auch die narrative Struktur jener Texte
untersuchen zu können, muss ihre Entwicklung in der Autobiographie-
Tradition berücksichtigt werden. Im ersten Teil soll deshalb zunächst die
Theorieforschung der Autobiographie betrachtet werden. Dabei steht
zunächst ein Modell der männlichen Autobiographie im Vordergrund, das
bis heute die gattungstheoretische Diskussion beeinflusst. Welches sind die
Merkmale männlichen Schreibens? Inwiefern wurde dieses männliche
Modell kritisiert? Welche Rolle ist dem Gedächtnis des Autobiographen
zuzuordnen? Worin liegen die Beweggründe eines Menschen, seine
Lebensgeschichte niederzuschreiben? Dies sind Fragen, die im
theoretischen Teil beantwortet werden sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Zur Theorie der Autobiographie

2.1) Georges Gusdorf und Philippe Lejeune, oder die Erfolgsstory des weißen männlichen Autobiographen

2.2) Zur Kritik am traditionellen Modell nach Gusdorf und Lejeune

2.3) Erinnerung, Gedächtnis und die subjektive Wirklichkeit des autobiographischen Subjekts

2.4) “Our need for story“: Gründe für das Bedürfnis nach Autobiographie

3) Rebecca Walker: Black, White and Jewish. Autobiography of a Shifting Self

3.1) Identitätssuche des hybriden autobiographischen Subjekts

3.2) Erinnerung und Gedächtnis bei Rebecca Walker

3.3) Zur narrativen Struktur in Black, White and Jewish

4) Yvette Melanson: Looking for Lost Bird. A Jewish Woman Discovers Her Navajo Roots

4.1) Identitätssuche des hybriden autobiographischen Subjekts

4.2) Erinnerung und Gedächtnis bei Yvette Melanson

4.3) Zur narrativen Struktur in Looking for Lost Bird

5) Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "hybriden autobiographischen Subjekts" anhand der Lebensgeschichten von Rebecca Walker und Yvette Melanson. Dabei wird analysiert, wie diese Autorinnen ihre Identität in einer von kultureller Pluralität geprägten Umwelt konstruieren und welche Rolle dabei Erinnerung und narrative Strukturen spielen.

  • Theoriebildung der Autobiographie und Kritik am männlich-bürgerlichen Modell
  • Analyse hybrider Identitätssuche und Zugehörigkeitsproblematiken
  • Die Funktion von Gedächtnis, Erinnerung und Traumaverarbeitung in Lebensgeschichten
  • Narrative Strategien zur Darstellung fragmentierter und diskontinuierlicher Lebensverläufe
  • Wechselbeziehung zwischen persönlicher Identität, kultureller Herkunft und kollektivem Gedächtnis

Auszug aus dem Buch

Identitätssuche des hybriden autobiographischen Subjekts

Der Titel der zu behandelnden Autobiographie suggeriert einen Zwiespalt des multikulturellen autobiographischen Subjekts hinsichtlich seiner familiären Zugehörigkeit. Diese Zerrissenheit wird schon zu Beginn dieser Autobiographie deutlich, wenn Rebecca Walker sich fragt “Who am I and why am I here? I cannot remember how we all are related“. Die hiermit ausgedrückte Ungewissheit der eigenen Person, wurzelt vor allem, so wird kurz darauf deutlich, in der unbekümmerten Erziehung ihrer Eltern: “My parents did not hold me tight, but encouraged me to go. They did not buffer, protect, watch out for, or look after me. I was watered, fed, admired, stroked, and expected to grow. I was mostly left alone to discover the world and my place in it. [...] I remember coming and going, going and coming. That, for me, was home”.

Die Sorglosigkeit der Eltern und die damit einhergehende Disharmonie des autobiographischen Subjekts, manifestieren sich jedoch erst nach der elterlichen Scheidung. Zuvor beschreibt Rebecca ihre Mutter und ihren Vater als aufopfernde Menschen, die sich heroisch in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) engagierten und die, mit ihrer Eheschließung, den Integrationssinn symbolisierten.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des hybriden Subjektbegriffs ein und definiert den methodischen Rahmen der Untersuchung autobiographischer Traditionen.

2) Zur Theorie der Autobiographie: In diesem Kapitel werden klassische gattungstheoretische Ansätze (Gusdorf/Lejeune) diskutiert und durch feministische sowie poststrukturalistische Gegenentwürfe kritisch hinterfragt.

3) Rebecca Walker: Black, White and Jewish. Autobiography of a Shifting Self: Hier erfolgt eine Analyse von Rebeccas Walker Werk, wobei insbesondere ihre Identitätssuche zwischen verschiedenen ethnischen Zugehörigkeiten sowie die narrative Verarbeitung ihrer Kindheit beleuchtet werden.

4) Yvette Melanson: Looking for Lost Bird. A Jewish Woman Discovers Her Navajo Roots: Dieser Abschnitt widmet sich Yvette Melansons Prozess der Identitätsfindung, nachdem sie im Erwachsenenalter von ihrer indianischen Herkunft erfährt.

5) Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Walker und Melanson durch ihre assoziative Schreibweise und den Fokus auf relationale Identität das traditionelle Modell der Autobiographie maßgeblich erweitern.

Schlüsselwörter

Autobiographie, Hybrides Subjekt, Identitätssuche, Gedächtnis, Erinnerung, Narrativität, Rebecca Walker, Yvette Melanson, Poststrukturalismus, Feministische Literaturtheorie, Ethnische Identität, Gemeinschaftsbildung, Diskontinuität, Traumaverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich das autobiographische Schreiben verändert, wenn Autoren nicht mehr in ein traditionelles, autonomes und männlich geprägtes Modell passen, sondern eine hybride Identität repräsentieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen Hybridität, die Konstruktion von Identität in multikulturellen Kontexten, die Rolle des Gedächtnisses und die Bedeutung der narrativen Struktur für den Prozess der Selbstfindung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das autobiographische Subjekt durch das Schreiben eine Aufarbeitung der eigenen Geschichte betreibt und wie individuelle Erfahrungen mit kollektiven Traditionen verknüpft werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, bei der gattungstheoretische Modelle der Autobiographie auf die spezifischen Texte von Walker und Melanson angewandt und kritisch evaluiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie in detaillierte Werkanalysen, die die Zerrissenheit der Protagonistinnen zwischen verschiedenen Kulturen und die Suche nach einem integrierten Selbst untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Hybridität, Relationalität, Identitätskonflikt, kollektives Gedächtnis, narrative Diskontinuität und die Abkehr vom klassischen "autobiographischen Pakt".

Warum spielt der Begriff "Movement Child" bei Rebecca Walker eine solche Rolle?

Er symbolisiert sowohl die politische Herkunft aus der Bürgerrechtsbewegung als auch die psychologische Rastlosigkeit und die ständigen Ortswechsel, die Walkers frühe Entwicklung und ihre Zerrissenheit prägten.

Welche Bedeutung kommt der "Reinigungszeremonie" bei Yvette Melanson zu?

Sie markiert einen entscheidenden rituellen Schritt in der indianischen Navajo-Kultur, um die Harmonie zwischen einer belasteten Vergangenheit und einer neuen, indigenen Identität wiederherzustellen.

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Details

Title
Das hybride autobiographische Subjekt - Rebecca Walker und Yvette Melanson
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,3
Author
Sabine Kandziora (Author)
Publication Year
2008
Pages
72
Catalog Number
V116712
ISBN (eBook)
9783640183609
Language
German
Tags
Subjekt Rebecca Walker Yvette Melanson
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Kandziora (Author), 2008, Das hybride autobiographische Subjekt - Rebecca Walker und Yvette Melanson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116712
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