Im Bildungsplan nehmen die prozessbezogenen Kompetenzen einen hohen Stellenwert ein, wobei sich der Erwerb dieser Kompetenzen über alle Klassen des Bildungsgangs erstreckt. Eine prozessbezogene Kompetenz von Schüler*innen ist der Kompetenzbereich Schreiben, welcher die Ausbildung aller schulischen und privaten Schreibformen umfasst. Einen klaren Konsens innerhalb der Fachdidaktik, was unter Schreibkompetenz zu verstehen ist, gibt es derzeit nicht, weshalb verschiedene Definitionen der Schreibkompetenzen nach Hayes, Becker-Mrotzek und Fix erläutert und miteinander verglichen werden sollen. Im Anschluss wird der Bezug zum Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg für die Sekundarstufe 1 im Fach Deutsch hergestellt. Des Weiteren soll ein Überblick über die Schreibdidaktischen Konzeptionen nach Schäfer gegeben werden, wobei im Folgenden das kreative Schreiben in das Modell eingeordnet und genauer erläutert wird. Das kreative Schreiben soll definiert und samt seiner verschiedenen Formen vorgestellt und zum traditionellen Aufsatzunterricht abgegrenzt werden. Auch sollen sechs Schreibanlässe und Schreibimpulse für das Kreative Schreiben nach Böttcher dargestellt und die Erkenntnisse zur Wirksamkeit des kreativen Schreibens nach Winter erläutert werden. Im nächsten Schritt wird auf die Potenziale der Förderung der Schreibkompetenzen von Schüler*innen durch das Kreative Schreiben eingegangen. Andererseits werden einhergehende Schwierigkeiten des Kreativen Schreibens mit Blick auf die Förderung der Schreibkompetenz dargelegt und reflektiert. Am Ende dieser Hausarbeit soll ein Resümee gezogen und die Frage beantwortet werden, ob und wie sich die Schreibkompetenzen von Schüler*innen in der Sekundarstufe 1 durch kreatives Schreiben fördern lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Schreibkompetenz
2.1. Definition der Schreibkompetenz nach Hayes
2.2. Definition der Schreibkompetenz nach Becker-Mrotzek
2.3. Definition der Schreibkompetenz nach Fix
3. Bezug zum Bildungsplan
4. Überblick zu den Schreibdidaktischen Konzeptionen nach Schäfer
5. Kreatives Schreiben
5.1. Definition kreatives Schreiben
5.2. Verschiedene Formen kreativen Schreibens und Abgrenzung zum traditionellen Aufsatzunterricht
5.3. Schreibanlässe und –impulse nach Böttcher
5.4. Erkenntnisse zur Wirksamkeit des kreativen Schreibens nach Winter
6. Förderung der Schreibkompetenzen durch kreatives Schreiben
6.1. Möglichkeiten der Schreibkompetenzen durch kreatives Schreiben
6.2. Schwierigkeiten der Förderung durch kreatives Schreiben
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das kreative Schreiben zur Förderung der Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe 1 beitragen kann, wobei die methodische Einordnung in den Prozess des Schreibens und die Abgrenzung zum traditionellen Aufsatzunterricht im Zentrum stehen.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Schreibkompetenz
- Einordnung des kreativen Schreibens in die moderne Schreibdidaktik
- Vergleich kreativer Methoden mit traditionellen Aufsatzformen
- Analyse der Wirksamkeit kreativen Schreibens anhand empirischer Erkenntnisse
- Förderpotenziale und didaktische Grenzen kreativer Schreibmethoden
Auszug aus dem Buch
5.1. Definition kreatives Schreiben
Das kreative Schreiben ist seit der aufkommenden Schüler*innen-Fokussierung Mitte der 80er Jahre in den meisten Lehrplänen fest verankert. Vor allem gilt das kreative Schreiben als Gegenpol zum traditionellen Aufsatzunterricht. Dieser diente vornehmlich dazu, die Formen Erzählung, Bericht, Beschreibung, Schilderung und Erörterung einzuüben. Durch die subjektive Herangehensweise an die Textproduktion wird eine größere Schreibmotivation erwartet, wodurch „auch die Qualität der Texte besser und die Entwicklung von Kreativität gefördert“ wird. Im Zusammenhang mit den Subjektivierungstendenzen in den 80er Jahren tritt der Kreativitätsbegriff auf, wobei kreatives Schreiben das Verarbeiten autobiographischer Erfahrungen meint und die ganze Person und Individualität umfasst. Kreativität zeichnet sich nach Brodbeck dadurch aus, dass ein Produkt neuartig und wertvoll ist oder durch einen neuartigen Weg, welcher zum Produkt führt oder dadurch, dass etwas auf neuartige Weise wahrgenommen, gefühlt, erkannt oder gedacht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema, erläutert die Bedeutung der prozessbezogenen Schreibkompetenz und gibt einen Ausblick auf die Struktur der Arbeit.
2. Definition der Schreibkompetenz: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff der Schreibkompetenz durch den Vergleich kognitionspsychologischer und pädagogischer Modelle nach Hayes, Becker-Mrotzek und Fix an.
3. Bezug zum Bildungsplan: Es wird dargestellt, wie der Bildungsplan Baden-Württemberg das Schreiben als Prozess und zentrale Kommunikationsform für die Sekundarstufe 1 definiert.
4. Überblick zu den Schreibdidaktischen Konzeptionen nach Schäfer: Das Kapitel ordnet verschiedene schreibdidaktische Ansätze in das Raster von Schäfer ein und betont die Verschiebung von Produktorientierung hin zu Prozessorientierung.
5. Kreatives Schreiben: Dieser Hauptteil definiert kreatives Schreiben, stellt dessen Prinzipien vor, grenzt es vom traditionellen Unterricht ab und diskutiert Schreibmethoden nach Böttcher sowie die Wirksamkeitsstudie von Winter.
6. Förderung der Schreibkompetenzen durch kreatives Schreiben: Hier werden die spezifischen Möglichkeiten des kreativen Schreibens zur Kompetenzförderung reflektiert und gleichzeitig die Schwierigkeiten und Grenzen dieser Methode kritisch analysiert.
7. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass kreatives Schreiben als sinnvolle methodische Ergänzung, jedoch nicht als vollständiger Ersatz für den traditionellen Aufsatzunterricht anzusehen ist.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Kreatives Schreiben, Schreibprozess, Schreibdidaktik, Prozessorientierung, Bildungsplan, Aufsatzunterricht, Schreibmotivation, Textproduktion, Schreibimpulse, Schreibanlässe, Grundschulkindern, Sekundarstufe 1, Schreibentwicklung, Kreativität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern durch kreative Schreibmethoden gezielt gefördert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Schreibkompetenz, der Bezug zum aktuellen Bildungsplan und die fachdidaktische Einordnung kreativer Schreibprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob und wie kreatives Schreiben die Entwicklung von Schreibkompetenz in der Sekundarstufe 1 unterstützen kann, ohne dabei grundlegende textproduzierende Fähigkeiten zu vernachlässigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Literaturanalyse, die zentrale Theorien renommierter Didaktiker (u.a. Hayes, Fix, Becker-Mrotzek) zusammenführt und durch empirische Forschungsergebnisse von Winter ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Schreibkompetenz, die Analyse didaktischer Konzeptionen, die Vorstellung verschiedener Formen des kreativen Schreibens sowie die kritische Reflexion von dessen Wirksamkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Schreibkompetenz, Schreibprozess, Kreatives Schreiben, Schreibdidaktik und Prozessorientierung.
Inwiefern unterscheidet sich kreatives Schreiben vom traditionellen Aufsatzunterricht?
Während der traditionelle Aufsatzunterricht stark auf standardisierte Textformen und Produktbewertung fokussiert, stellt das kreative Schreiben die Subjektivität und den individuellen Schreibprozess in den Vordergrund.
Ist ein ausschließlicher Einsatz von kreativem Schreiben im Unterricht zu empfehlen?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein rein kreativer Ansatz, wie von Winter untersucht, die für Lernende notwendige Struktur und Klarheit vermissen lässt und somit eher als methodische Ergänzung sinnvoll ist.
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- Samuel Haug (Autor), 2021, Förderung der Schreibkompetenzen durch Kreatives Schreiben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168089