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Von der EWG über die EG zur EU: Entwicklungslinien der europäischen Integration

Title: Von der EWG über die EG zur EU: Entwicklungslinien der europäischen Integration

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Saager (Author)

Politics - Topic: European Union
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In diesem Jahr (2007) feiert die
Europäische Union den fünfzigsten Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge. Diese bildeten eine der wichtigsten Grundlagen dafür, dass der nach zwei Weltkriegen wirtschaftlich und moralisch am Boden liegende Kontinent Europa, zu einer der wichtigsten Wirtschaftsmächte des beginnenden 21. Jahrhunderts werden konnte. Glaubt man den Darstellungen der Festaktsredner, so gewinnt man den Eindruck, die europäische Integration sei ein kontinuierlicher Siegeszug der europäischen Idee gewesen. Dass dies nicht der Fall ist lässt sich schon an der momentan allgegenwärtigen Krise des europäischen Verfassungsvertrages erkennen. Aus diesem Grund möchte ich mich, nach einem chronologischen Überblick über die europäischen Entwicklung von 1945 bis in die heutige Zeit, den ich in drei Phasen eingeteilt habe, mit den Brüchen in der europäischen Integration auseinandersetzten. Dazu werde ich die „Krise des leeren Stuhls“ (1965/66) analysieren, die einen typischen, auf nationale Egoismen zurückzuführenden, Bruch dargestellt, und ihre Folgen für den Integrationsprozess aufzeigen. Anschließend soll ein kurzer Überblick über zukünftige Herausforderungen gegeben werden, welche meiner Ansicht nach, zukünftig zu solchen Brüchen führen könnten. Ich werde mich dabei auf die Europäische Union und ihre direkten Rechtsvorgänger beschränken. Andere Akteure, die ebenfalls wichtige Beiträge zur europäischen Integration geleistet haben (z.B. Europarat, Organisation for Economic Cooperation and Development
(OECD), European Free Trade Association (EFTA)) sollen nur am Rande Erwähnung finden. Während die allgemeine Quellenlage zur Geschichte der europäischen Integration als gut bezeichnet werden kann, fällt auf, dass, vor allem für die Zeit der 60er- bis 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts, Literatur nur in ungenügender Quantität vorhanden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

1.2 Begriffsklärung

2. Auferstanden aus Ruinen – Die europäische Entwicklung vom kriegszerstörten Kontinent zur bedeutenden Wirtschaftsmacht des beginnenden 21. Jahrhunderts

2.1 Die Gründungsphase 1945-1957

2.2 Erweiterung und Vertiefung 1958-1988

2.3 Der Weg zur politischen Union 1989-2007

3. Sackgasse Supranationalität? – Frankreichs „Politik des leeren Stuhls“ und der Luxemburger Kompromiss

3.1 Prolog

3.2 Der Weg in die Krise

3.3 Die Krise des leeren Stuhls

3.4 Der Luxemburger Kompromiss

3.5 Die Folgen der Krise für den europäischen Integrationsprozess

4. Quo vadis Europa? – Die Europäische Union vor neuen Herausforderungen

4.1 Modelle für die zukünftige Entwicklung

4.2 Demokratisierung der Union

4.3 Bürokratie – Europa als Selbstzweck?

4.4 Die Europäische Verfassung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die historische Entwicklung der europäischen Integration von 1945 bis 2007. Dabei wird untersucht, wie krisenhafte Ereignisse – insbesondere die „Politik des leeren Stuhls“ durch Frankreich – den Integrationsprozess maßgeblich beeinflusst und verzögert haben, sowie welche strukturellen Herausforderungen sich für die Europäische Union der Gegenwart stellen.

  • Chronologischer Überblick der drei Integrationsphasen von 1945 bis 2007
  • Analyse der „Krise des leeren Stuhls“ (1965/66) und ihre Auswirkungen auf die Supranationalität
  • Untersuchung des Luxemburger Kompromisses als Wendepunkt im Entscheidungsprozess
  • Diskussion zukunftsorientierter Integrationsmodelle und demokratischer Reformbedarfe
  • Evaluation des Einflusses nationaler Egoismen auf die Weiterentwicklung der EU

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Krise des leeren Stuhls

Der Ministerrat trat am 28. Juni 1965, drei Tage vor Ende der Einigungsfrist über die Agrarpolitik, zusammen. Bei dem Treffen in Brüssel zeigten sich zwei divergierende Positionen. Frankreich verlangte die Umsetzung der Beschlüsse, also eine Einigung über die Finanzierung der Agrarpolitik bis zum 30. Juni. Die anderen Kommissionsvorschläge standen für die französische Delegation nicht zur Debatte. Auf der anderen Seite forderten Deutschland, Italien und die Niederlande den gesamten Bericht der Kommission zu verhandeln und machten dabei „in ihren Erklärungen nicht den Eindruck völliger Ehrlichkeit“. Wären nämlich alle drei Vorschläge der Kommission als „Paket“ verhandelt worden, hätte eine Einigung unmöglich bis zum Ende des 30. Juni erzielt werden können. Deutschland, Italien und die Niederlande erweckten bei Frankreich den Eindruck, als würden sie die Situation nutzen um zugesagte Verpflichtungen (hohe Kosten zur Subventionierung der französischen Landwirtschaft) nicht erfüllen zu müssen, oder zumindest, als Ausgleich für diese Verpflichtungen, einen Schritt in Richtung Supranationalität zu gehen.

Für die These, dass auch die französische Delegation von Beginn der Brüsseler Verhandlungen auf ein Scheitern hinarbeitete, spricht das Verhalten des Ministerratsvorsitzenden Couve de Murville. Obwohl die schwierige Situation offensichtlich war, vermied er diese direkt anzusprechen und „brachte das Gespräch auf nebensächliche Dinge“. Dadurch verging wertvolle Zeit, in der sich das Klima zwischen den Delegationen von Frankreich und seinen drei Gegnern weiter verschlechterte. Nur Belgien und Luxemburg traten in dieser Situation als Vermittler auf.

Ein Kompromiss wurde nicht erzielt. Obwohl die Verhandlungen dadurch verlängert wurden, dass kurz vor Mitternacht die Uhr im Sitzungssaal abgestellt wurde, um so zu ermöglichen, eine Übereinkunft mit dem Datum des 30. Juni zu unterzeichnen, musste Couve de Murville in den frühen Morgenstunden des 1. Juli 1965 das Scheitern der Verhandlungen bekannt geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den zeitlichen Rahmen der Arbeit, begründet die thematische Fokussierung auf Integrationsbrüche und definiert die verwendeten Begrifflichkeiten.

2. Auferstanden aus Ruinen – Die europäische Entwicklung vom kriegszerstörten Kontinent zur bedeutenden Wirtschaftsmacht des beginnenden 21. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt bietet einen chronologischen Abriss der europäischen Integration von 1945 bis 2007, unterteilt in drei maßgebliche Phasen der Zusammenarbeit.

3. Sackgasse Supranationalität? – Frankreichs „Politik des leeren Stuhls“ und der Luxemburger Kompromiss: Das Kapitel analysiert den Konflikt zwischen Frankreich und den anderen EWG-Partnern 1965/66, die daraus resultierende Blockadepolitik und die Lösung durch den Luxemburger Kompromiss.

4. Quo vadis Europa? – Die Europäische Union vor neuen Herausforderungen: Es werden verschiedene Zukunftsmodelle der Union erörtert sowie aktuelle Problematiken hinsichtlich Demokratisierung, Bürokratie und des europäischen Verfassungsvertrages beleuchtet.

5. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert den langsamen und krisengeprägten Fortschritt der europäischen Integration und betont die Notwendigkeit, nationale Vorbehalte für den weiteren Erfolg abzubauen.

Schlüsselwörter

Europäische Integration, Europäische Union, EWG, Krise des leeren Stuhls, Luxemburger Kompromiss, Supranationalität, Charles de Gaulle, Agrarpolitik, Vertragsrevision, Binnenmarkt, Demokratisierung, Politische Union, Wirtschafts- und Währungsunion, Erweiterung, Europa der Regionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und die politischen Transformationsprozesse der europäischen Integration von 1945 bis zum Jahr 2007.

Was sind die zentralen Themenfelder des Dokuments?

Die zentralen Themen umfassen den Aufbau der europäischen Gemeinschaften, die Krisenanfälligkeit durch nationale Interessen und die Herausforderungen einer erweiterten Europäischen Union.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Integrationsprozess anhand historischer Phasen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie politisch motivierte Krisen die supranationale Entwicklung sowohl gehemmt als auch transformiert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse und Fallstudien-Methode, um den Verlauf der europäischen Integration sowie spezifische Krisenereignisse (insb. 1965/66) systematisch zu untersuchen.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die historischen Etappen der Integration, die tiefgehende Analyse der „Politik des leeren Stuhls“ und die Diskussion zukünftiger Herausforderungen wie der Demokratisierung und institutioneller Reformen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Supranationalität, Europäische Union, Luxemburger Kompromiss, Integration und nationale Egoismen maßgeblich geprägt.

Welche Rolle spielte Charles de Gaulle bei der Entstehung der Krise des leeren Stuhls?

De Gaulle agierte als Hauptakteur, der die supranationalen Bestrebungen der EWG-Kommission ablehnte und durch den Abzug französischer Vertreter versuchte, Macht auf der intergouvernementalen Ebene zu sichern.

Warum wird die „Krise des leeren Stuhls“ als präzedenzbildend für die EU bezeichnet?

Sie schuf einen Präzedenzfall, in dem nationale Interessen durch Blockadepolitik erfolgreich gegen supranationale Mehrheitsentscheidungen durchgesetzt wurden, was den „Geist“ der Zusammenarbeit nachhaltig veränderte.

Was ist das „Europa der Regionen“ als Zukunftsmodell?

Es ist ein Konzept, bei dem die politische Bedeutung der regionalen Ebene gestärkt wird, um die Bürgernähe zu erhöhen, wobei Kritiker jedoch eine Gefahr der Zersplitterung der Nationalstaaten sehen.

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Details

Title
Von der EWG über die EG zur EU: Entwicklungslinien der europäischen Integration
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
2,0
Author
Stefan Saager (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V116868
ISBN (eBook)
9783640190690
Language
German
Tags
Entwicklungslinien Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Saager (Author), 2007, Von der EWG über die EG zur EU: Entwicklungslinien der europäischen Integration , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116868
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