In öffentlichen Verwaltungen haben sich - angetrieben von der New Public Management-Bewegung – Benchmarking-Ansätze verbreitet. Das Benchmarking zur Feststellung und Förderung der Leistungsfähigkeit in öffentlichen Verwaltungen ist für Bund und Länder seit der Föderalismusreform II in Art. 91d GG legitimiert. Fraglich ist, wie ein Instrument aus der Privatwirtschaft im öffentlichen Sektor erfolgreich angewandt werden kann. Öffentliche Verwaltungen nehmen komplexe Aufgaben wahr, sind grundsätzlich keinem Wettbewerb ausgesetzt und weder finanziell noch personell darauf eingestellt. Ziel der zugrunde liegenden Hausarbeit ist es, im Rahmen einer Literaturrecherche Erfolgsfaktoren für Benchmarking-Studien in öffentlichen Verwaltungen zu eruieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriff und Ziele des Benchmarkings
3 Benchmarking-Formen
4 Ablauf des Benchmarking-Prozesses
4.1 Benchmarking-Prozess nach Camp
4.1.1 Planung
4.1.2 Analyse
4.1.3 Integration
4.1.4 Aktion
4.1.5 Reife
4.2 Angepasster Benchmarking-Prozess nach Camp
5 Erschwernisse für Benchmarking in öffentlichen Verwaltungen
6 Erfolgsfaktoren für Benchmarking in öffentlichen Verwaltungen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, im Rahmen einer Literaturrecherche die spezifischen Erfolgsfaktoren für die Durchführung von Benchmarking-Studien innerhalb öffentlicher Verwaltungen zu identifizieren und zu eruieren. Dabei wird der Fokus besonders auf die Konzeption solcher Studien gelegt, um Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
- Grundlagen, Begriffe und Ziele von Benchmarking
- Differenzierung verschiedener Benchmarking-Formen und -Prozesse
- Analyse der spezifischen Erschwernisse im öffentlichen Sektor
- Ableitung kritischer Erfolgsfaktoren für die Projektkonzeption
- Vergleich von privatwirtschaftlichen Ansätzen und öffentlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Analyse
In der Analysephase werden Daten beschafft und analysiert. Es gilt die aktuelle Leistungslücke zu bestimmen. Diese ist die Differenz der eigenen Leistung und der Leistung des verglichenen Unternehmens. Zum Bestimmen dieser sind Fragen wie „Sind die Benchmarking-Partner besser? Warum sind sie besser? Wie viel sind sie besser? Wie können ihre Praktiken an unsere Verhältnisse angepasst oder übernommen werden?“ zu beantworten. Die jeweilige Ausgestaltung des Benchmarking-Objektes in der eigenen Organisation und beim Benchmarking-Vergleichspartner ist detailliert zu beschreiben, sodass Unterschiede sowie deren Ursachen erkennbar werden. Sobald die Leistungslücke zum Zeitpunkt der Analyse identifiziert wurde, muss eine Projektion des zukünftigen Leistungsniveaus vorgenommen werden, da sich die Leistungslücke durch Entwicklungen sowohl in der eigenen Organisation, als auch beim Benchmarking-Vergleichspartner verändert und nicht statisch bleiben wird. Um die Leistungsfähigkeit ständig anpassen zu können, muss Benchmarking kontinuierlich durchgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Benchmarking als Controllinginstrument ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Erfolgsfaktoren für Benchmarking in öffentlichen Verwaltungen zu untersuchen.
2 Begriff und Ziele des Benchmarkings: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Benchmarkings sowie die unterschiedlichen Zielsetzungen zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor erläutert.
3 Benchmarking-Formen: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Arten des Benchmarkings anhand von Objekten, Zielgrößen und Vergleichspartnern.
4 Ablauf des Benchmarking-Prozesses: Das Kapitel beschreibt den strukturierten Prozess nach Camp in fünf Phasen sowie eine für den kontinuierlichen Prozess optimierte Variante.
5 Erschwernisse für Benchmarking in öffentlichen Verwaltungen: Hier werden die spezifischen Hürden und Barrieren analysiert, die den Einsatz von Benchmarking im öffentlichen Sektor erschweren.
6 Erfolgsfaktoren für Benchmarking in öffentlichen Verwaltungen: Dieses Kapitel leitet konkrete Faktoren ab, die eine effiziente und erfolgreiche Durchführung von Benchmarking-Studien trotz der identifizierten Erschwernisse begünstigen.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und reflektiert die notwendigen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Einsatz von Leistungsvergleichen.
Schlüsselwörter
Benchmarking, Öffentliche Verwaltung, Controlling, Verwaltungsmanagement, Best-Practice, Leistungslücke, Prozessmanagement, Erfolgsfaktoren, Strategisches Controlling, Leistungsvergleich, Organisationsanalyse, Balanced Scorecard, Kennzahlensysteme, Verwaltungsreform, Qualitätsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das aus der Privatwirtschaft stammende Instrument des Benchmarkings erfolgreich auf die spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten öffentlicher Verwaltungen übertragen werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet die Definition und Ziele des Benchmarkings, verschiedene Prozessmodelle sowie die besonderen Hindernisse und kritischen Erfolgsfaktoren bei der Anwendung im öffentlichen Sektor.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch eine Literaturrecherche Erfolgsfaktoren für die Konzeption von Benchmarking-Studien in der öffentlichen Verwaltung herauszuarbeiten, um so eine effiziente Leistungsverbesserung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten literarischen Untersuchung, die Fachzeitschriften, Studien und Standardwerke zum Thema Controlling und öffentliches Verwaltungsmanagement auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Benchmarking-Methodik, die Darstellung der Prozessphasen nach Camp, die Analyse der Barrieren im öffentlichen Sektor sowie die Ableitung von Erfolgsfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Benchmarking, öffentliche Verwaltung, Controlling, Best-Practice, Prozessmanagement und Erfolgsfaktoren.
Warum ist Benchmarking im öffentlichen Sektor komplexer als in der Privatwirtschaft?
Öffentliche Verwaltungen operieren oft in einem nicht-wettbewerblichen Umfeld, verfügen über komplexere, qualitative Leistungsstrukturen und haben häufig mit knappen finanziellen und personellen Ressourcen zu kämpfen.
Welche Bedeutung hat das Modell von Camp für diese Arbeit?
Das von Robert C. Camp entwickelte Fünf-Phasen-Modell dient als theoretisches Gerüst für den Ablauf von Benchmarking-Studien, welches für die Zwecke der öffentlichen Verwaltung kritisch hinterfragt und angepasst wird.
Welche Rolle spielt die KGSt bei Benchmarking-Projekten in Deutschland?
Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) fungiert als wichtige Unterstützung, indem sie standardisierte Kennzahlen entwickelt und als zentraler Akteur Benchmarking-Projekte für Kommunen koordiniert.
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- Anonym (Autor), 2020, Erfolgsfaktoren für Benchmarking in der öffentlichen Verwaltung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169298