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Die Darstellung der Osterweiterung in der politikwissenschaftlichen Debatte: Rationalismus versus Konstruktivismus

Título: Die Darstellung der Osterweiterung in der politikwissenschaftlichen Debatte: Rationalismus versus Konstruktivismus

Trabajo Escrito , 2008 , 16 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Manuela Paul (Autor)

Política - Tema: Unión Europea
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Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit knüpft an die Überlegungen zur Osterweiterung anhand rationalistischer
und konstruktivistischer Theorien an und stellt die Frage, warum die Mitgliedsstaaten der Osterweiterung
zustimmten, obwohl mit einer Erweiterung negative Effekte wie hohe wirtschaftliche,
institutionelle als auch sicherheitspolitische Kosten verbunden waren. Außerdem
ist zu ergründen, welcher theoretische Ansatz in Bezug auf die Fragestellung mehr Argumentationskraft
besitzt. Dabei befasst sich die Arbeit weniger mit den eigentlichen Theorien, sondern
versucht anhand der Fragestellung Sichtweisen, die auf den vorgestellten Konzepten
basieren, gegenüberzustellen und zu vergleichen. Ebenso sieht es die Arbeit nicht vor, die
Osterweiterungspräferenzen der einzelnen Mitgliedsstaaten zu betrachten, sondern geht von
einer allgemeinen Meinungstendenz der Mitgliedsstaaten der EU-15 aus.
Die vorhandene Literatur signalisiert, dass scheinbar keine der beiden Theorien den
Anspruch für sich erheben kann, die Osterweiterung ganzheitlich darzustellen. Daraus wird
geschlossen, dass die Akteure bei der Erweiterungsentscheidung sowohl rationalistisch als
auch konstruktivistisch gelenkt wurden. Um herauszufinden, welche Denkschule sich besser
zur Erklärung der Osterweiterung eignet, werden die Argumente beider Seiten anhand dreier
Beobachtungspunkte gegenübergestellt. Hierbei stehen all die Kriterien des folgenden Diskurses
im Vordergrund, denen auch in den analysierten Texten eine hohe Relevanz zuteil wurde:
der Bedeutung der Kosten im Erweiterungsprozess, den Erweiterungskriterien (mit Hauptaugenmerk
auf die Kopenhagener Kriterien) und der Erweiterungsentscheidung, besonders im
Europäischen Rat in Kopenhagen 1993.

[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Osterweiterung in der politikwissenschaftlichen Debatte: Rationalismus versus Konstruktivismus

2.1 Die Bedeutung der Kosten im Erweiterungsprozess

2.2 Erweiterungskriterien

2.3 Die Entscheidung für eine Erweiterung

3. Eigenes Argument

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Beweggründe für die EU-Osterweiterung 2004 und analysiert, warum die Mitgliedsstaaten dieser Expansion trotz hoher wirtschaftlicher und institutioneller Kosten zustimmten. Im Zentrum steht dabei die Frage, welcher politikwissenschaftliche Erklärungsansatz – Rationalismus oder Konstruktivismus – mehr Argumentationskraft besitzt, um diesen Prozess ganzheitlich zu deuten.

  • Politikwissenschaftliche Debatte zwischen Rationalismus und Konstruktivismus
  • Ökonomische und sicherheitspolitische Kosten-Nutzen-Analysen
  • Bedeutung der Kopenhagener Kriterien im Erweiterungsprozess
  • Rolle von Identität, Werten und Normen in europäischen Institutionen
  • Synthese rationalistischer Interessenpolitik und konstruktivistischer Identitätsargumentation

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Bedeutung der Kosten im Erweiterungsprozess

Von Anfang an war die Debatte um die Osterweiterung auch eine Auseinandersetzung mit den Kosten, die sowohl in wirtschaftlicher und institutioneller als auch sicherheitspolitischer Hinsicht auf die EU zukommen würden. Die Tatsache, dass die Erweiterung hohe finanzielle Belastungen für den EU-Haushalt zur Folge hatte, ist unumstritten. Richard E. Baldwin et al. sprachen in ihrer 1997 veröffentlichten Kosten-Nutzen-Analyse einer Osterweiterung von einem Nettoaufwand von ca. 8 Billionen ECU für die Europäische Union.

Der Konstruktivismus argumentiert, dass die kurzfristigen, hohen Kosten der Erweiterung nicht das Verhalten der Mitgliedsstaaten erklären könne, dieser zugestimmt zu haben. Gegen eine rationalistische Logik der Kosten-Nutzen-Maximierung spreche außerdem, dass die Kosten kein Grund waren, die Erweiterung zu stoppen. Es wird aus konstruktivistischer Sicht davon ausgegangen, dass kollektive Werte, Normen und Identitäten bzw. eine moralische Verpflichtung gegenüber den MOEL eine größere Relevanz im Integrationsprozess der MOEL besaßen. Am Beispiel der deutschen Ratspräsidentschaft ab 1999 verdeutlichten Katrin Fierke und Anja Wiener, dass eine Debatte um die Verteilung der Kosten unter den Mitgliedsstaaten allgegenwärtig war, aber gleichzeitig von einer Rhetorik der moralischen Verpflichtung der EU begleitet wurde.

Der Rationalismus konzentriert sich im Gegensatz zum Konstruktivismus nicht nur auf die kurzfristige Betrachtung der Kosten, sondern bezieht in seine Überlegungen auch die längerfristigen Gewinne einer Osterweiterung ein. Er behauptet, die langfristigen Gewinne überstiegen die Kosten einer Erweiterung und bestätigt somit das rationalistische Konzept des nutzenmaximierenden Akteurs mit festen Interessen und Zielen. Die langfristigen Gewinne einer Osterweiterung belaufen sich auf ca. 10 Billionen €.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den historischen Kontext der EU-Osterweiterung ein und skizziert die politikwissenschaftliche Kontroverse zwischen rationalistischen und konstruktivistischen Erklärungsansätzen.

2. Die Osterweiterung in der politikwissenschaftlichen Debatte: Rationalismus versus Konstruktivismus: Dieses Kapitel vergleicht die Ansätze anhand der Kosten-Nutzen-Abwägung, der Rolle der Kopenhagener Kriterien sowie der Entscheidungsprozesse im Europäischen Rat.

2.1 Die Bedeutung der Kosten im Erweiterungsprozess: Es wird analysiert, wie kurzfristige ökonomische Belastungen gegen langfristige strategische Gewinne und moralische Verpflichtungen abgewogen wurden.

2.2 Erweiterungskriterien: Das Kapitel untersucht die Kopenhagener Kriterien sowohl als Instrument der Interessendurchsetzung für die EU-15 als auch als Mittel zur Vermittlung liberaldemokratischer Normen.

2.3 Die Entscheidung für eine Erweiterung: Der Fokus liegt auf dem moralischen Druck der MOEL und der sicherheitspolitischen Strategie der EU, die Erweiterung als Mittel zur europäischen Stabilisierung zu nutzen.

3. Eigenes Argument: Die Autorin argumentiert, dass die Osterweiterung am besten durch eine Verknüpfung beider Theorien erklärt werden kann, da materielle Interessen nur im Rahmen identitätsstiftender Werte erfolgreich verhandelt werden konnten.

4. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass eine rein interessenorientierte Strategie allein die Dynamik der Erweiterungsentscheidung nicht erklären kann, sondern erst die Kombination aus rationalem Kalkül und konstruktivistischer Normenförderung das Ergebnis ermöglichte.

Schlüsselwörter

Osterweiterung, Europäische Union, Rationalismus, Konstruktivismus, Kopenhagener Kriterien, MOEL, Kosten-Nutzen-Analyse, Politische Identität, Europäische Integration, Regierungsentscheidungen, Intergouvernementalismus, Sicherheitsdimension, Demokratieförderung, Erweiterungspolitik, Gemeinschaftswerte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die theoretischen Hintergründe der EU-Osterweiterung von 2004 und analysiert, warum die Mitgliedsstaaten der Erweiterung trotz hoher finanzieller Belastungen zustimmten.

Welche zwei zentralen Theorieansätze werden miteinander verglichen?

Die Arbeit stellt den Rationalismus (insbesondere den liberalen Intergouvernementalismus) dem Konstruktivismus gegenüber, um die Argumentationskraft beider Denkschulen zu prüfen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, herauszufinden, welcher theoretische Ansatz besser zur Erklärung der Osterweiterung geeignet ist, oder ob eine Verbindung beider Ansätze die Entscheidung der EU am treffendsten beschreibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Debattenanalyse, bei der Sichtweisen anhand der drei Beobachtungspunkte Kosten, Erweiterungskriterien und Entscheidungsfindung gegenübergestellt und verglichen werden.

Welche inhaltlichen Themenfelder stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden die Bedeutung finanzieller Kosten, die Funktion der Kopenhagener Kriterien sowie die Entscheidung im Europäischen Rat 1993 als zentrale Analyseebenen behandelt.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Osterweiterung, Europäische Union, Rationalismus, Konstruktivismus sowie die Kopenhagener Kriterien.

Warum war der ökonomische Aspekt für die Mitgliedsstaaten ein schwieriges Argument für die Erweiterung?

Da die Beitrittskandidaten wirtschaftlich deutlich schwächer waren als die EU-15, stellten sie eine finanzielle Belastung für den Haushalt dar, was rationalistisch betrachtet gegen eine Aufnahme sprach.

Welche Rolle spielten die Kopenhagener Kriterien aus konstruktivistischer Sicht?

Konstruktivisten sehen in diesen Kriterien nicht nur ein Machtinstrument der EU, sondern ein Mittel zur Übertragung europäischer Werte, Normen und einer gemeinsamen liberalen Identität auf die Beitrittsstaaten.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin bezüglich der Theorieansätze?

Die Autorin kommt zum Schluss, dass die Ansätze einander ergänzen und die Entscheidung für die Erweiterung am besten durch die Verknüpfung von rationalem Eigeninteresse und konstruktivistischer Identitätskonstruktion erklärt werden kann.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Darstellung der Osterweiterung in der politikwissenschaftlichen Debatte: Rationalismus versus Konstruktivismus
Universidad
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Die institutionelle Ordnung der Europäischen Union
Calificación
1,3
Autor
Manuela Paul (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
16
No. de catálogo
V116930
ISBN (Ebook)
9783640187539
ISBN (Libro)
9783640188901
Idioma
Alemán
Etiqueta
Darstellung Osterweiterung Debatte Rationalismus Konstruktivismus Ordnung Europäischen Union
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Manuela Paul (Autor), 2008, Die Darstellung der Osterweiterung in der politikwissenschaftlichen Debatte: Rationalismus versus Konstruktivismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116930
Leer eBook
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