„Das Südburgenland rückt mehr und mehr ins Zentrum. Wir sind in der Mitte zwischen dem Wirtschaftsraum Graz und jenem in Westungarn. Unternehmer wissen ihre Chancen zu nützen, sie erkennen Marktpotentiale“, stellt einer der Experten in dieser Arbeit, fest. Aktuelle Entwicklungen bieten neue Perspektiven für einen ländlichen Unternehmensstandort. Die empirische Untersuchung der Standortfaktoren unter Berücksichtigung neuer Sichtweisen und Ansprüche, haben die Anforderungen an einen unternehmerischen Standort geändert, lassen Natur- und Erholungszonen zu Standortvorteilen werden. Brain-Drain, Home-Office und Remote Work, sanfter Tourismus, Tacit Knowledge, Digitalisierungsoffensiven und Ausbau des öffentlichen Verkehrs sind Codes, die mit Hilfe von Experteninterviews zu Chancen in einer SWOT Analyse ausgewertet werden. Die aktuelle Standortanalyse der Abwanderungsregion Südburgenland bietet neue empirische Erkenntnisse und Potentiale.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unternehmerische Standortwahl – Theorie
2.1 Standorttheorie
2.2 Standortziele
2.3 Standortfaktoren
2.4 Standortanalyse
2.5. Methoden der Standortanalyse
3. Ausgangssituation
3.1 NUTS 3 Region - Definition
3.2 Das Phänomen Landflucht
3.3 Wirtschaft und Geschichte
3.4 Wirtschaftliche Lage
3.4.1. Stand Wirtschaft – Vergleich
3.4.2. Digitalisierung
3.5 Zukunftsempfehlungen 2004 - Analyse
3.6 Industriestandort 2021 – Analyse
4. Tendenzen
4.1 Stadtflucht – Motive
4.2 Bevölkerungsentwicklung
4.3 Work – Life – Balance
5. Methodik
5.1 Begründung der Forschungsfrage
5.2 Vorgehensweise Experteninterviews
5.3 Literaturrecherche
6. Auswertung der Interviews
6.1 Zusammenführung / Kategorien
6.2 SWOT Matrix
7. Diskussion
7.1 Ergebnisdiskussion
7.2 Methodendiskussion
8. Fazit/Implikationen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die wissenschaftliche Neubewertung des Südburgenlands als unternehmerischer Standort unter Berücksichtigung veränderter Ansprüche an Arbeit, Lebensqualität und Work-Life-Balance, um der Forschungsfrage nachzugehen, ob diese Ansprüche neue Perspektiven für eine aktuelle Standortanalyse eröffnen können.
- Wissenschaftliche Analyse des Wirtschaftsstandorts Südburgenland unter Einbeziehung von "soft facts".
- Vergleich der aktuellen Situation mit den Ergebnissen der Projektstudie von 2004.
- Untersuchung der Auswirkungen von Trends wie Digitalisierung, Home-Office und Stadtflucht.
- Erstellung einer SWOT-Analyse basierend auf Experteninterviews, statistischen Daten und Literatur.
- Aufzeigen von Zukunftsperspektiven und Handlungsempfehlungen für regionale politische Entscheidungsträger.
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Phänomen Landflucht
„Neuere Untersuchungen zeigen, dass der Abwanderungstrend trotz der EU - Förderungen aufgrund des Ziel-1 Status im Südburgenland nicht aufgehalten werden konnte, bevölkerungsmäßig droht den Bezirken eine Überalterung und auch eine Schlechterstellung beim Finanzausgleich“ (Suxxess, 2004).
Der gesamte ländliche Raum weist eine negative Abwanderungstendenz auf. Junge Menschen wandern aufgrund von Bildungs– und Berufschancen, Wunsch nach Selbständigkeit, Erfahrungsgewinn und attraktiven Zielorten in urbane Gebiete ab (Egger & Posch, 2016). Fehlende Karrieremöglichkeiten und Aufstiegschancen sind die Hauptursache für die Abwanderung. 18 – 26 - Jährige bilden die größte Altersgruppe der Abwanderer. Geschlechtsspezifisch gesehen, bildet die Gruppe der 20- bis 29- jährigen Frauen den größten Anteil, während die Abwanderung der jungen Männer beginnt etwas später beginnt. Fehlende Möglichkeiten in der Ausbildung, Karrierechancen und neue Freiräume, die der urbane Raum bietet, sind die Hauptgründe für die Abwanderung.
„Natürlich beeinflussen die Vorstellungen einer regionalen Elite im besonderen Maße die Planung und Politik für ihre Räume. Aber sie machen ländliche Regionen für jene Teile der Bevölkerung unattraktiv, die diesen Vorstellungen nicht entsprechen können oder wollen und deren Bedarfslagen nicht entsprechend wahrgenommen werden. Es scheint so zu sein, dass soziale Vielfalt nicht als zum ländlichen Raum gehörig wahrgenommen wird“ (Egger & Posch, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Burgenlands ein und erläutert die Beweggründe für die Standortanalyse, insbesondere im Kontext aktueller gesellschaftlicher Veränderungen.
2. Unternehmerische Standortwahl – Theorie: Das Kapitel vermittelt die theoretischen Grundlagen der Standortlehre, einschließlich klassischer Standorttheorien und moderner Methoden der Standortanalyse.
3. Ausgangssituation: Hier wird die historische und aktuelle wirtschaftliche Lage des Südburgenlands beleuchtet, einschließlich einer Analyse von Digitalisierung und früheren Zukunftsempfehlungen.
4. Tendenzen: Dieses Kapitel analysiert aktuelle Trends wie Stadtflucht, Bevölkerungsentwicklung und die Bedeutung der Work-Life-Balance für die Standortwahl.
5. Methodik: Es wird das methodische Vorgehen der Arbeit beschrieben, das auf einer Kombination aus Literaturrecherche und qualitativen Experteninterviews basiert.
6. Auswertung der Interviews: Hier werden die Ergebnisse der Experteninterviews zusammengeführt und in einer SWOT-Matrix strukturiert dargestellt.
7. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Untersuchungsergebnisse kritisch und diskutiert sowohl die inhaltlichen Erkenntnisse als auch die methodische Vorgehensweise.
8. Fazit/Implikationen: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet strategische Empfehlungen für die Region ab.
Schlüsselwörter
Südburgenland, Standortanalyse, Work-Life-Balance, Landflucht, Regionalentwicklung, Digitalisierung, SWOT-Analyse, Experteninterviews, Wirtschaftsstandort, Lebensqualität, Home-Office, KMU, demografischer Wandel, Wirtschaftspolitik, Standortfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer aktuellen Standortanalyse des Südburgenlands und bewertet dessen Vor- und Nachteile als Wirtschaftsstandort unter besonderer Berücksichtigung der Work-Life-Balance.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentral sind die ökonomische Entwicklung der Region, der demografische Wandel (Landflucht), der Einfluss der Digitalisierung sowie die Bedeutung weicher Standortfaktoren für die Lebensqualität.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Können die Ansprüche an ein Leben in Work-Life-Balance für eine aktuelle Standortanalyse des Südburgenlandes neue Perspektiven bieten?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz verfolgt, der eine Literaturrecherche (Sekundäranalyse) mit leitfadengestützten Experteninterviews (Primärerhebung) kombiniert, deren Ergebnisse in einer SWOT-Analyse münden.
Was deckt der Hauptteil ab?
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, die Analyse der Ausgangssituation und wirtschaftlicher Trends, die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der Experteninterviews.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Südburgenland, Standortanalyse, Work-Life-Balance, regionale Wirtschaftsentwicklung und die Nutzung weicher Standortfaktoren.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie in dieser Analyse?
Die Pandemie wird als Katalysator für einen Digitalisierungsschub betrachtet, der durch Home-Office-Möglichkeiten neue Chancen für den ländlichen Raum eröffnet hat.
Wie bewerten die Experten die Rolle der regionalen Politik?
Die Experten sind teilweise kritisch und sehen Risiken in einer unsicheren oder zu späten politischen Gestaltung, fordern aber gleichzeitig eine aktive Rolle bei der Schaffung optimaler Rahmenbedingungen.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der "Landflucht"?
Durch die neuen Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung und eine veränderte Wahrnehmung von Lebensqualität lässt sich das Image des Südburgenlands von einer reinen Abwanderungsregion hin zu einem lebenswerten Standort mit Zukunftspotenzial entwickeln.
- Citar trabajo
- Tanja Stöckl (Autor), 2021, Standortanalyse Südburgenland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170904