Die vorliegende Arbeit ist eine Fachmappe für ein Schulpraxissemester im Fach Deutsch. Das schulinterne Curriculum der Praktikumsschule für das Schuljahr 2021/ 2022 wurde von der Fachschaft Deutsch zusammengestellt. Jede Lehrkraft übernahm dabei eine Jahrgangsstufe. Kritisch und detailliert werden in dieser Arbeit vor allem die beiden Lehrpläne für die Klasse acht und zehn betrachtet. Zunächst werden die allgemeinen und fachspezifischen Hospitationsprotokolle vorgestellt. Darauf folgen eigene Unterrichtsentwürfe zur Sequenz Kurzgeschichte und zur Unterrichtseinheit “Faust I –Szene “Hexenküche”. Zudem stellt der Autor das Studienprojekt “Das Kompetenzraster: Eine weitere Möglichkeit zur Leistungsbeurteilung von Schüler*innen” vor.
Inhaltsverzeichnis
1 Portrait der Praktikumsschule
1.1 Vorstellung
1.2 Das schulinterne Curriculum „Unterrichtsfach Deutsch“
2 Hospitationsprotokolle
2.1 Allgemeines Hospitationsprotokoll
2.1.1 Verlaufsplan der Hospitationsstunde
2.1.2 Beobachtungsbogen
2.1.3 Hospitationsprotokoll
2.2 Fachspezifisches Hospitationsprotokoll
2.2.1 Verlaufsplan der Hospitationsstunde
2.2.2 Beobachtungsbogen
2.2.3 Hospitationsprotokoll
3 Unterrichtsentwürfe
3.1 Unterrichtsentwurf zur Sequenz Kurzgeschichten
3.1.1 Bedingungsanalyse
3.1.2 Sachanalyse
3.1.3 Didaktische Analyse
3.1.4 Methodische Analyse
3.1.5 Einordnung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtssequenz
3.1.6 Sequenz Kurzgeschichten
3.1.7 Lernziele
3.1.8 Stundenverlaufsplan
3.1.9 Reflexion zur eigenen Unterrichtseinheit
3.1.10 Anhänge der eigenen Unterrichtseinheit
3.1.10.1 Anhang I: Lückentext zur Entstehung der Kurzgeschichte
3.1.10.2 Anhang II: Erwartungshorizont Lückentext
3.1.10.3 Anhang III: Kurzgeschichte Georg Britting “Brudermord im Altwasser”
3.1.10.4 Anhang IV: Arbeitsblatt zur Kurzgeschichte “Brudermord im Altwasser”
3.1.10.5 Anhang V: Erwartungshorizont Arbeitsblatt
3.1.10.6 Anhang VI: Erwartungshorizont Plädoyer
3.1.10.7 Anhang VII: Beispiel einer Schüler*innenausarbeitung
3.2 Unterrichtsentwurf zur Unterrichtseinheit “Faust I –Szene “Hexenküche”
3.2.1 Bedingungsanalyse
3.2.2 Sachanalyse
3.2.3 Didaktische Analyse
3.2.4 Methodische Analyse
3.2.5 Lernziele
3.2.6 Stundenverlaufsplan
3.2.7 Reflexion zur eigenen Unterrichseinheit
3.2.8 Anhänge der eigenen Unterrichtseinheit
4 Beschreibung anderer Aktivitäten der „Schule“
6 Studienprojekt “Das Kompetenzraster: Eine weitere Möglichkeit zur Leistungsbeurteilung von Schüler*innen”
6.1 Einleitung
6.2 Theoretische Grundlagen
6.2.1 Leistung, Leistungsmessung und –beurteilung
6.2.2 Kompetenzen
6.2.3 Kompetenzraster
6.3 Praxisbeispiel
6.3.1 Kompetenzen für die eigene Unterrichtssequenz in der achten Klasse
6.3.2 Skizze der Sequenz
6.3.3 Entwicklung des Kompetenzrasters
6.4 Auswertung von Selbst- und Fremdreflexion
6.5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Fachmappe dokumentiert die didaktische Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten im Rahmen des Schulpraxissemesters und untersucht die Implementierung eines Kompetenzrasters als alternative Form der Leistungsbeurteilung im Deutschunterricht.
- Unterrichtsplanung und -analyse für die Fächer Deutsch (Kurzgeschichten, Faust I).
- Reflexion über schulisches Klassenmanagement und Unterrichtsqualität.
- Entwicklung und Evaluation von Kompetenzrastern zur individuellen Leistungsmessung.
- Theoretische Auseinandersetzung mit Literaturdidaktik und Diagnosekompetenz.
- Einsatz handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im Literaturunterricht.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Sachanalyse
Im Vergleich zu anderen Erzählgattungen ist die Kurzgeschichte eine vergleichsweise junge Gattung und ist in den Bereich der Epik zuzuordnen. Walter Höllerer bezeichnete 1962 die Kurzgeschichte als Sammelplatz zeitgemäßer Erzähltendenzen (vgl. Meyer, 2002, S. 124). Heute ist die Kurzgeschichte eine „eigenständige Erzähl- und Kunstform, die anhand charakteristischer Merkmale hinreichend genau beschrieben und abgegrenzt werden kann.“ (ebd., S. 125). Die Merkmale dieser sollen nach einem kurzen Blick auf die geschichtliche Entwicklung beschrieben werden. Die Kurgeschichte etablierte sich in Deutschland größtenteils nach dem zweiten Weltkrieg in Anlehnung an die amerikanischen Vorbilder der “Short Story” (z.B. Werke von Ernest Hemingway, O. Henry) und erlebte dort ihre Hochform als neue poetische Ausdrucksform und Gattung, um sich von der Vorkriegs- und Kriegsliteratur abzugrenzen. Die Kurzgeschichte erhielt schnell eine beachtliche Popularität und setzte sich vor allem rückblinkend mit der Weltkriegsproblematik und der nationalsozialistischen Herrschaft auseinander. Vereinzelt tauchte sie aber auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf. Vorformen waren beispielsweise Werke von Guy de Maupassant und Anton Tschechow. Nach und nach entwickelt sich die Kurzgeschichte weg von der „Trümmerliteratur“ zu einer größeren Themen- und Formenvielfalt. Es treten neue Leitthemen auf, die zum Beispiel allgemeine moralische Dilemmata behandeln. In den folgenden Jahren kommen weitere Themenkorridore hinzu und letztendlich vermischt sich die Kurzgeschichte immer mehr mit anderen Gattungstraditionen und verliert ihren eigenständigen Charakter. (vgl. ebd., S. 133ff.).
Betrachtet man die Merkmale der Kurzgeschichte, dann sticht wohl ihre „Kürze“ nicht nur aufgrund des Namens heraus. Bei der Kurzgeschichte ist dies jedoch nicht Produkt vereinfachter Erinnerbarkeit und Tradierbarkeit, sondern von Beginn an ein literarisches Kunstprodukt, dessen Komplexität arrangiert ist. Sie ist dann kurz, wenn sie in kürzester Zeit lesbar und verstehbar ist. Ludwig Rohner ermittelte eine durchschnittliche Länge von 8 Seiten (vgl. ebd., S. 125f.). Man kann die Kurzgeschichte dahingehend unterscheiden, dass sie idealtypische Merkmale aufweist, aber es sind auch Abwandlungen dieses Idealtypus möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Portrait der Praktikumsschule: Dieses Kapitel stellt die Struktur, das Leitbild und das schuleigene Curriculum der Gemeinschaftsschule vor.
2 Hospitationsprotokolle: Hier werden hospitierte Deutschstunden detailliert dokumentiert und anhand wissenschaftlicher Qualitätskriterien reflektiert.
3 Unterrichtsentwürfe: Dieses umfangreiche Kapitel enthält konkrete Planungen und Analysen für Unterrichtseinheiten zu Kurzgeschichten und Goethes Faust I.
4 Beschreibung anderer Aktivitäten der „Schule“: Der Autor berichtet von allgemeinen schulischen Erfahrungen und der Teilnahme an Dienstberatungen während der Pandemie.
5 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen der gesamten Fachmappe.
6 Studienprojekt “Das Kompetenzraster: Eine weitere Möglichkeit zur Leistungsbeurteilung von Schüler*innen”: Dieses Kapitel untersucht theoretisch und praktisch den Einsatz von Kompetenzrastern als Alternative zu klassischen Noten.
Schlüsselwörter
Kurzgeschichte, Faust I, Unterrichtsplanung, Hospitation, Kompetenzraster, Leistungsbeurteilung, Literaturdidaktik, Schulpraxissemester, Fachdidaktik Deutsch, Handlungs- und Produktionsorientierung, Textverstehen, Schulklima, Klassenmanagement, Schülerzentrierung, Wissenschaftspropädeutik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst die Dokumentation des Schulpraxissemesters inklusive detaillierter Unterrichtsentwürfe für das Fach Deutsch und ein begleitendes Studienprojekt zur Leistungsbeurteilung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die fachdidaktische Planung von Literaturunterricht, die Analyse von Unterrichtsqualität durch Hospitationen und der Einsatz moderner Diagnoseinstrumente wie Kompetenzraster.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Verbindung von theoretischer Didaktik mit der praktischen Umsetzung im Schulalltag sowie die Untersuchung, wie Kompetenzraster die Transparenz bei der Leistungsbeurteilung erhöhen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden verschiedene didaktische Modelle (z.B. nach Klafki, Meyer, Leubner) herangezogen, um den Unterricht zu analysieren, sowie eine quantitative Auswertung eines Kompetenzrasters im Rahmen des Studienprojekts durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Protokolle von Hospitationen, konkrete Unterrichtsentwürfe zu den Themen "Kurzgeschichten" und "Faust I" sowie die theoretische Fundierung und Auswertung des Studienprojekts zum Kompetenzraster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kurzgeschichte, Faust I, Unterrichtsplanung, Kompetenzraster, Leistungsbeurteilung und Literaturdidaktik.
Warum wurde "Brudermord im Altwasser" als erste Kurzgeschichte gewählt?
Der Text wurde gewählt, da er sich für eine handlungsorientierte Erschließung eignet und die Schüler motiviert, sich mit der Leerstelle der Schuldfrage und moralischen Dilemmata auseinanderzusetzen.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von Kompetenzrastern?
Der Autor bewertet den Einsatz positiv, da er die Transparenz der Beurteilung fördert und eine höhere Motivation bewirkt, warnt jedoch vor einem zu hohen Zeitaufwand bei der Erstellung für Lehrkräfte.
Welche Rolle spielt die Differenzierung im Unterricht?
Der Autor kritisiert das Fehlen systematischer Differenzierung im beobachteten Unterricht und betont, dass Lernangebote stärker an die unterschiedlichen Leistungsniveaus und Interessen der Schüler angepasst werden sollten.
- Citar trabajo
- Phillip Wisotzky (Autor), 2022, Schulpraxissemester im Fach Deutsch. Hospitationsprotokolle und Unterrichtsentwürfe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172511