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Selbstdarstellung und Fremdbild des Augustus

Titre: Selbstdarstellung und Fremdbild des Augustus

Thèse de Bachelor , 2008 , 59 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Aljoscha Riehn (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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„In meinem sechsten und siebenten Konsulat (28 und 27 v. Chr.), nachdem ich den Bürgerkriegen ein Ende gesetzt hatte, habe ich, der ich mit der Zustimmung der Allgemeinheit zur höchsten Gewalt gelangt war, den Staat aus meinem Machtbereich wieder der freien Entscheidung des Senats und des römischen Volkes übertragen. [...] Seit dieser Zeit überragte ich zwar alle an Einfluss und Ansehen, Macht aber besaß ich hinfort nicht mehr als diejenigen, die auch ich als Kollegen im Amt gehabt habe.“ Mit diesen Worten beschrieb Augustus in seinen Res Gestae die Geschehnisse des Januars 27 v. Chr., als er formal die Republik wiederhergestellt, faktisch jedoch die Alleinherrschaft errungen und somit eine erneute Monarchie – oder wie er es nannte: Principat – im römischen Reich begründet hatte. Und dennoch ist Augustus, der im Vorfeld das Recht mit Füßen getreten, am Bürgerkrieg teilgenommen, Proskriptionen durchgeführt und die Herrschaft an sich gerissen hatte, schließlich als Wiederhersteller der Republik, Friedensbringer und pater patriae in die Geschichte eingegangen. Man mag sich fragen, wie das zusammenpasst. Auf der einen Seite steht die blutig errungene Alleinherrschaft des Augustus, auf der anderen Seite der nach außen inszenierte Schein, die Republik wiederaufgerichtet zu haben.
Augustus war ein Meister der Inszenierung und Selbstdarstellung. Er verstand es wie kein zweiter, seine faktische Alleinherrschaft unter dem Deckmantel der Republik zu verbergen, gleichzeitig seine eigene Person so gekonnt wie möglich in den Vordergrund zu stellen und dabei dennoch stets bescheiden zu wirken. Bei der Legitimation seiner Stellung im Staat halfen dem Princeps mehrere Dinge. Er nutzte als Medium für seine Botschaften nicht nur das Wort, sondern in weitaus größerem Ausmaß das Bild. Mit der Hilfe von Bildmotiven, die vornehmlich in Bauwerken und Münzen zum Einsatz kamen, gelang es dem Princeps auf vortreffliche Weise, seine Ideologie im ganzen Reich zu propagieren. Augustus war sich der „Macht der Bilder“ also durchaus bewusst. Als weiteres Medium nutzte Augustus indirekt die Literatur der zu seiner Zeit zahlreichen und hervorragenden Dichter, wie etwa Vergil, die über ihn schrieben und somit ein „Bild“ von ihm in der Öffentlichkeit erzeugten, das nicht von ihm selbst stammte: ein Fremdbild.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Selbstdarstellung

2.1. Familiengeschichte und Herkunft

2.2. Religion

2.3. Res Gestae

2.4. Münzprägung

2.5. Bauwerke und deren Bildprogramme

3. Fremdbild

3.1.1. Vergil

3.1.2. Horaz

3.1.3. Ovid

3.2.1. Tacitus

3.2.2. Sueton

3.2.3. Cassius Dio

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert, wie Augustus durch eine geschickte Inszenierung seiner Person, die Nutzung sakraler Symbole, öffentlicher Bauvorhaben und der zeitgenössischen Literatur seine Macht im römischen Staat legitimierte und festigte. Dabei wird untersucht, wie sich die offizielle Selbstdarstellung des Princeps von der kritischen Wahrnehmung durch augusteische und nachaugusteische Autoren unterscheidet.

  • Die Strategien der Selbstüberhöhung durch familiäre und religiöse Bezüge
  • Die propagandistische Bedeutung von Münzbildern und Bauprogrammen
  • Die Rolle der Literatur als Medium für die Konstruktion eines Herrscherbildes
  • Die Gegenüberstellung von offizieller Selbstdarstellung und zeitgenössischem Fremdbild
  • Die kritische Bewertung der augusteischen Alleinherrschaft durch die senatorische Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

2.1. Familiengeschichte und Herkunft

Octavian, der spätere Augustus, gelangte als Adoptivsohn des ermordeten Diktators C. Iulius Caesar – und somit als Familienangehöriger des ruhmreichen julischen Geschlechts (gens Iulia) – nach langen Wirren der folgenden Jahre an die Macht im römischen Staat. Diese, durch Adoption entstandene, Aufnahme in das Haus der Julier machte die politische Laufbahn Octavians erst möglich. Doch ursprünglich gehörte er einer anderen gens an: Octavian wurde als C. Octavius am 23. September im Jahre 63 v. Chr. in Rom geboren und entstammte der Familie der Octavier, die nach neueren Erkenntnissen der Forschung nicht zur Nobilität, wohl aber zum Ritterstand zählte.

Aufgewachsen ist er in dem in den Albaner Bergen gelegenen Ort Velitrae, aus dem die Familie der Octavii stammte. Nachdem C. Octavius im Alter von nur vier Jahren seinen Vater verloren hatte, wuchs er bei seiner Großmutter Julia auf, die die Schwester Caesars war. Als auch sie aus dem Leben geschieden war – C. Octavius war nun zwölf Jahre alt – lebte er zunächst bei seinem Stiefvater L. Marcius Philippus. In der Folgezeit kümmerte sich Caesar mehr und mehr um seinen Großneffen, den er u.a. mit in den spanischen Krieg nahm und bei der Heimkehr in seinem Wagen mitfahren und bei sich wohnen ließ, und erwies ihm vielerlei Ehren. Nach der Ermordung Caesars erfuhr C. Octavius, der aus Studiengründen noch in Apollonia weilte, dass er von diesem zum Erben eingesetzt worden war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontrast zwischen dem Machtanspruch des Augustus und seiner Inszenierung als Wiederhersteller der Republik und definiert den methodischen Rahmen der Arbeit.

2. Selbstdarstellung: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Instrumente der Herrschaftspropaganda, darunter Abstammungsmythen, sakrale Ämter, die Res Gestae, Münzprägung und monumentale Bauwerke.

2.1. Familiengeschichte und Herkunft: Es wird dargelegt, wie Octavian durch die Adoption Caesars seine politische Karriere begründete und seine Herkunft mittels des julischen Geschlechts sakral überhöhte.

2.2. Religion: Dieses Kapitel zeigt, wie Augustus durch die Restauration der Religion und die Übernahme von Priesterämtern eine sakrale Aura um seine Person schuf.

2.3. Res Gestae: Die Res Gestae werden als monarchisches Selbstdokument untersucht, das dazu diente, Augustus' Führungsrolle legitimierend und idealisiert darzustellen.

2.4. Münzprägung: Es wird erläutert, wie Augustus die Münzprägung als effektives Massenmedium nutzte, um seine Ideologie im gesamten Reich zu verbreiten.

2.5. Bauwerke und deren Bildprogramme: Dieses Kapitel analysiert, wie öffentliche Bauten als Träger politischer Programme fungierten und die Ideologie des neuen Zeitalters manifestierten.

3. Fremdbild: Der zweite Teil untersucht die Wahrnehmung des Augustus durch Dichter und Historiker, unterteilt in die augusteische und nachaugusteische Ära.

3.1.1. Vergil: Die Analyse zeigt, wie Vergil in der Aeneis Augustus als den Vollender der römischen Geschichte und des mythischen Ursprungs der Julier feiert.

3.1.2. Horaz: Dieses Kapitel betrachtet die Dichtung des Horaz, der in Augustus den Garanten für den ersehnten Frieden und die Rückkehr zu alten Tugenden sah.

3.1.3. Ovid: Es wird untersucht, wie Ovid in seinen Werken subtile Kritik an der augusteischen Herrschaft übt und ein ambivalentes Bild des Kaisers zeichnet.

3.2.1. Tacitus: Dieses Kapitel beleuchtet die kritische Perspektive des Tacitus, der in Augustus den Vollender der monarchischen Tyrannei sieht.

3.2.2. Sueton: Die Analyse zeigt, wie Sueton die Vita des Augustus trotz Detailreichtums in den Kontext einer senatorisch geprägten kritischen Geschichtsschreibung einordnet.

3.2.3. Cassius Dio: Es wird dargelegt, wie Cassius Dio den Aufstieg der Monarchie bewertet und Augustus' Handeln als machtpolitisches Kalkül hinterfragt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Augustus ein meisterhafter Inszenator war, dessen politisches Programm so stark war, dass der Mensch hinter dem Herrscherbild fast vollständig verschwand.

Schlüsselwörter

Augustus, Selbstdarstellung, Fremdbild, Principat, Res Gestae, Münzpropaganda, Bauprogramme, Vergil, Horaz, Ovid, Tacitus, Sueton, Cassius Dio, Religion, auctoritas.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Augustus' gezielter Selbstdarstellung und dem Fremdbild, das zeitgenössische und spätere Autoren von ihm entwarfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Propaganda durch Religion, Bildende Kunst, Bauwerke, Münzprägung sowie der Spiegelung dieser Strategien in der zeitgenössischen Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzudecken, wie Augustus durch geschickte Inszenierung seinen rasanten politischen Aufstieg legitimierte und sich bis zu seinem Lebensende als unentbehrlicher Staatsführer etablierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine literatur- und quellenkritische Analyse der augusteischen Selbstdokumente sowie der zeitgenössischen und nachaugusteischen Dichter und Historiker durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Augustus' eigenen Instrumenten zur Machtfestigung (wie Res Gestae und Bauprogramme) und die Analyse der literarischen Wahrnehmung durch verschiedene Autoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Augustus, Principat, Propaganda, Selbstdarstellung, auctoritas und die augusteische Restauration geprägt.

Warum spielt die Religion in Augustus' Selbstdarstellung eine so zentrale Rolle?

Die Religion diente Augustus als Instrument, um sein Ansehen zu steigern, eine sakrale Aura um seine Person zu erzeugen und seine Reformen als Rückkehr zu traditionellen Werten zu tarnen.

Wie unterscheidet sich das Bild des Augustus bei Vergil und Ovid?

Während Vergil Augustus in der Aeneis als gottgleiche Vollendung der römischen Geschichte feiert, nutzt Ovid in den Metamorphosen subtile Ironie und distanzierte Bemerkungen, um den Principat kritisch zu reflektieren.

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Résumé des informations

Titre
Selbstdarstellung und Fremdbild des Augustus
Université
University of Göttingen
Note
1,3
Auteur
Aljoscha Riehn (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
59
N° de catalogue
V117260
ISBN (ebook)
9783640193240
ISBN (Livre)
9783640193356
Langue
allemand
mots-clé
Selbstdarstellung Fremdbild Augustus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Aljoscha Riehn (Auteur), 2008, Selbstdarstellung und Fremdbild des Augustus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117260
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Extrait de  59  pages
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